Profilbild von givemeabook

givemeabook

Lesejury Profi
offline

givemeabook ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit givemeabook über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein beklemmender, Roman, der die Gedanken unterwandert und der lange nachhallt

HEN NA IE - Das seltsame Haus
7

Die Geschichte über "Das seltsame Haus" wird von einem auf Okkultismus spezialisierten Schriftsteller erzählt. Er wurde darum gebeten, sich den Grundriss eines Hauses anzuschauen, in den ein verstecktes ...

Die Geschichte über "Das seltsame Haus" wird von einem auf Okkultismus spezialisierten Schriftsteller erzählt. Er wurde darum gebeten, sich den Grundriss eines Hauses anzuschauen, in den ein verstecktes Zimmer eingezeichnet ist.
Er zieht Kurihara, einen befreundeten Architekten zu Rate. Kurihara entdeckt noch mehr seltsame Merkmale und vermutet, daß im Haus unheimliche Dinge geschehen sind. Während sie theoretisieren spekuliert Kurihara kühn, daß das Haus möglicherweise absichtlich zum Morden gebaut wurde.

Mir hat der Aufbau der Dialoge zwischen dem Ich-Erzähler und Kurihara und die sich daraus ergebenden Überlegungen und Entdeckungen sehr gefallen.
Durch die Grundrisse, Skizzen und Dokumente wurde eine Atmosphäre geschaffen, die mich aktiv mit einbezogen hat. Diese visuellen Elemente ließen mich miträtseln und ich versuchte herauszufinden, was hinter den Mauern und den verborgenen Räumen stecken könnte.
Jedoch habe ich auch einen Kritikpunkt. Ab der Mitte des Romans wird der Fokus auf den recht komplizierten Familienstammbaum der Katabuchis gerichtet. Es war schwer, bei so vielen Namen und verschachtelten Familienverhältnissen den Überblick zu bewahren.

Uketsu setzt mit "Das seltsame Haus" nicht auf schockierende Effekte, sondern auf eine klaustrophobische Atmosphäre und auf die sehr menschliche unzuverlässige Wahrnehmung. Manche Geschichten waren Gerüchte, Erinnerungen und Interpretationen. Oft war ich mir nicht sicher, was wirklich passiert ist und wem ich trauen kann.
Das Haus ist eine Metapher dafür, dass nicht alles sichtbar ist. Es gibt verborgene Räume und Zimmer, die über Mauern und Wände hinaus existieren, und diese Zimmer bergen Machtverhältnisse, Trauma und Schuld.

Nachdem ich das Buch "Seltsame Bilder" bereits kannte, war mir die ruhige und doch spannende Darstellungsweise im Stile einer "Sketch Mystery" von Uketsu bekannt.

Das Ende bleibt bewusst verstörend und offen. Damit musste ich erst klarkommen, doch dieser albtraumhafte Schluss macht den Roman authentisch und besonders.

Ich liebe diesen neuen Mystery-Stil von Uketsu, bei dem Abbildungen, Skizzen und Darstellungen zentral sind. Starke Dialoge, reichlich Atmosphäre und viel Deutungsspielraum. Ein Roman innovativ, genial und spannend, für Fans von psychologischem Horror sehr zu empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 13.10.2025

Im idyllischen Seniorenresort Coopers Chase wird es wieder kriminell

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
0

Das Cover ist unverkennbar - der Donnerstagsmordclub ist zurück!
Ihre Mitglieder sind Elizabeth - eine ehemalige Geheimagentin, Ron - ein ehemaliger Gewerkschaftsführer, Ibrahim - ein ehemaliger Psychiater ...

Das Cover ist unverkennbar - der Donnerstagsmordclub ist zurück!
Ihre Mitglieder sind Elizabeth - eine ehemalige Geheimagentin, Ron - ein ehemaliger Gewerkschaftsführer, Ibrahim - ein ehemaliger Psychiater und nicht zuletzt Joyce – die inzwischen achtzig Jahre alt ist.

Der Fall beginnt mit einem frohen Ereignis - der Hochzeit von Joyce's Tochter Joanna. Dort wird Elizabeth von dem Trauzeugen Nick Silver angesprochen und um Hilfe gebeten. Zweifelsfrei ist das genau das was sie braucht, um sich aus der Starre die Stephens Tod hinterlassen hat, zu lösen.

Während die vier wie gewohnt eigenwillig ermitteln, wird klar, dass dieser Fall nicht nur intellektuell herausfordernd, sondern auch emotional sehr persönlich ist - besonders für Elizabeth.

Schnell bahnt sich wieder ein Krimi in bester britischer Tradition an und die scharfsinnigen Senioren treffen auf einen Schurken, der vor nichts zurückschreckt und auf einen mysteriösen Code, der sich scheinbar nicht knacken lässt.

Die vier Senioren sind mir bereits durch die Vorgängerbände bekannt und ich mag sie sehr. Ich liebe ihre Kameradschaft, ihre Scherze und Joyces Tagebucheinträge. Besonders gelungen ist diesmal die Tiefe der Charakterentwicklung – Joyce blüht weiter auf, Ron zeigt neue Seiten, und Elizabeth wird mit einer Entscheidung konfrontiert, die sie an ihre Grenzen bringt. Auch die Nebenfiguren, etwa DCI Chris Hudson und PC Donna De Freitas, wachsen weiter ans Herz.

Richard Osman lässt den Leser das Geschehen durch die Augen der verschiedenen Personen erleben, so daß sich das Lesen sehr abwechslungsreich gestaltet. Es war wieder eine Freude, die fabelhaften, wenn auch alternden Mitglieder des Donnerstagsmordclubs bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Osman ist wieder der Balanceakt zwischen humorvoller Leichtigkeit und ernsthaften Themen wie Alter, Schuld, Loyalität und Verlust gelungen.

Der Stil ist wie gewohnt flott, mit viel britischem Humor und pointierten Dialogen. Die Handlung ist intelligent konstruiert, mit mehreren Handlungssträngen, die am Ende gekonnt zusammengeführt werden. Ich kann diesen clever konstruieren Krimi mit britischem Witz, liebenswerten Figuren und überraschenden Wendungen nur empfehlen.
Fünf Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2025

Mimi: "Wenn man zu offen ist, fällt einem das Gehirn raus."

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
0

Das Cover ist ein Hingucker und auch die Cover-Innenseiten sind sehr schön gestaltet. Dort sind die Hauptdarsteller der Geschichte abgebildet und mit kurzen Beschreibungen versehen. Für mich war das sehr ...

Das Cover ist ein Hingucker und auch die Cover-Innenseiten sind sehr schön gestaltet. Dort sind die Hauptdarsteller der Geschichte abgebildet und mit kurzen Beschreibungen versehen. Für mich war das sehr hilfreich bei dem Einstieg in das Geschehen.

Rosemary, genannt Mimi, lebt auf Mackinac Island und ist zu einer Auktion ihrer Nachbarin Jane eingeladen. Die Einladung enthält jedoch auch einen Erpresserbrief, und es bleibt Mimi keine andere Wahl als hinzugehen. Sie bittet jedoch ihre Enkelin Addie, sie zu begleiten. Addie ist eine Videospielentwicklerin, deren Ex-Verlobter ihre Idee gestohlen hat und nun das alleinige Eigentum beansprucht.

Während sie ihre Großmutter auf die Party begleitet, wird Jane, die Gastgeberin, ermordet. Für Mimi sieht es nicht gut aus, als Außenstehender könnte man sie leicht für die Mörderin halten. Das angespannte Verhältnis zwischen Mimi und Addie entspannt sich durch das gemeinsame Ziel, den wahren Täter zu finden.

Oma und Enkelin fangen an zu ermitteln. Die anderen Gäste waren einer wie der andere egozentrische Menschen mit ähnlichem Wesen. Jeder von ihnen hütet ein brisantes Geheimnis, das nicht ans Tageslicht kommen sollte. Die von Addie und Mimi abgehaltenen Verhöre der Gäste fand ich etwas unrealistisch. Zum einen werden große Geldsummen bezahlt um Geheimnisse unter Verschluss zu halten und Mimi und Addie werden sie so einfach erzählt?

Das Buch fing ganz gut an, konnte aber ab der Hälfte weder Spannung noch Nervenkitzel erzeugen. Ich konnte keinen roten Faden finden und der Spaß des mitermittelns blieb auf der Strecke. "Die Einladung" fühlte sich etwas langatmig an und erwies sich als weniger unterhaltsam, als die Beschreibung vermuten ließ.

Für mich ein durchschnittlicher Kriminalroman, der mir leider nicht lange in Erinnerung bleiben wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein faszinierender feministischer Roman

Plant Lady
0

Das Cover vermittelt die Nachricht perfekt: Vorsicht: Diese Pflanzen sind schön, aber sie können einen auch verschlingen. Ich finde es sehr passend, mit dem schwarzen Hintergrund und den pink farbenen ...

Das Cover vermittelt die Nachricht perfekt: Vorsicht: Diese Pflanzen sind schön, aber sie können einen auch verschlingen. Ich finde es sehr passend, mit dem schwarzen Hintergrund und den pink farbenen Lettern ist es ein echter Eyecatcher.

Yu-hee liebt Pflanzen. Vielleicht sogar ein bisschen mehr als Menschen. Dosan, der etwas abgelegene Stadtteil, in dem sie ihren Pflanzen-Shop betreibt, ist stetig am wachsen und immer mehr Kunden kommen in ihren Laden.
Eines Tages betritt Ho-young auf der Suche nach Inspiration für eine Präsentation ihren Laden. Er wird fündig, - doch alle Ideen und Vorschläge sind von Yu-hee. Nach und nach vereinnahmt er den Pflanzen-Shop und gibt Yu-hees Ideen für seine aus. Yu-hee nimmt das hin, doch es gibt eine Sache, die Yu-hee nicht auf sich beruhen lassen kann. Und das ist Ho-youngs Umgang mit Pflanzen. Er berührt achtlos zarte Blätter, die gerade zu sprießen beginnen und er reißt gedankenlos Zweige und Blätter ab. Sie musste dem einen Riegel vorschieben, bevor er sie genau so achtlos behandelt wie diese Pflanzen. Der Pflanzen-Shop ist ihre Oase und so beschützt sie, was ihr lieb ist. Eine Spitzhacke mit dicken gelben Stiel löst das Problem Ho-young.

Nach und nach wird der Pflanzen-Shop zu einem Rückzugsort für Frauen, die unter männlicher Gewalt, Stalking und Mobbing leiden. Immer mehr Männer in der Nähe des Pflanzenladens verschwinden. Für immer.

Der Roman rückt eine Frauenfeindlichkeit ins Bewusstsein, die in Südkorea alltäglich zu sein scheint. Die Schreibweise war ungewohnt, die Handlung ist schnörkellos einfach beschrieben. Das schuf einen schnellen Lesefluss und das Buch war rasch gelesen. Ich hätte ich mir mehr Details und etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Auch die Charaktere erschienen mir zu ähnlich und dadurch zu auswechselbar.

Das Thema des Romans war sehr interessant. Die Geschichte hat mich fasziniert und war sehr lesenswert. Von mir eine Leseempfehlung und gute vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2025

Der Hunger nach Vergeltung

Die Sättigung
0

Karneval in Dresden, da fällt ein maskierter Mörder nicht auf. Er schlägt in Ruhe zu, foltert seine Opfer auf grausame Weise und hinterlässt rätselhafte Botschaften. Was sagen die Fotos mit Messern, Gabeln ...

Karneval in Dresden, da fällt ein maskierter Mörder nicht auf. Er schlägt in Ruhe zu, foltert seine Opfer auf grausame Weise und hinterlässt rätselhafte Botschaften. Was sagen die Fotos mit Messern, Gabeln und Löffeln aus? Stiller hat wenig Zeit um dem perfiden Code des Killers auf die Spur zu kommen. Bis zum Ende des Karnevals werden sonst weitere Menschen sterben.

Ich kannte die Serie um den Kryptologen Arne Stiller noch nicht, aber dieser achte Teil lässt sich auch ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden gut lesen. Der Kryptologe Stiller war mir sofort sympathisch. Seine Partnerin Martina ist die zuständige Rechtsmedizinerin, die für seine Arbeitszeiten das nötige Verständnis aufbringt. Sie ziehen am selben Strang, ein gutes Team, privat und bei der Arbeit.

Elias Haller ist ein Meister im Spannungsaufbau und er versteht es ausgezeichnet, falsche Spuren zu legen. Die Ermittlungen blieben durchgehend hochspannend und erst am Ende offenbart sich dem Leser*in der Täter. Am Schluss wurden alle Fäden nachvollziehbar entwirrt und ich blieb zufrieden und überrascht zurück.

Ich habe den Thriller verschlungen, habe mitgefiebert, mitgebangt, mitgehofft und vergebe fünf Sterne und eine Leseempfehlung für nervenstarke Thrillerfans.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere