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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2020

Zu viele Personen, zu wenig Spannung

Todesfalle
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Kurz zum Inhalt: Die Mutter der kleinen Jazzie wurde ermordet. Das kleine Mädchen hat sich vor dem Mann, der eben ihre Mutter erschlagen hat, hinter einem Sessel versteckt. Sie hat ihn erkannt, aber er ...

Kurz zum Inhalt: Die Mutter der kleinen Jazzie wurde ermordet. Das kleine Mädchen hat sich vor dem Mann, der eben ihre Mutter erschlagen hat, hinter einem Sessel versteckt. Sie hat ihn erkannt, aber er hat sie nicht gesehen. Um sich und ihre kleine Schwester zu schützen, sagt Jazzie kein Wort. Die Pferdetherapeutin Taylor gewinnt das Vertrauen der kleinen Jazzie – und ahnt nicht, dass der Killer längst beschlossen hat, sie und die beiden Mädchen aus dem Weg zu räumen. Taylor will in Baltimore die Wahrheit über ihren leiblichen Vater herausfinden. Ihre Mutter hat ihn ein Monster genannt, es ist Clay Maynard, der als Sicherheitschef im Stall von Daphne Montgomery-Carter arbeitet.

Meine Meinung: Ich habe über die Jahre hinweg schon einige spannende Romane von Karen Rose gelesen und sie haben mir immer gefallen. Mit „Todesfalle“ bin ich in den 5. Band der Baltimore Reihe eingestiegen. Schnell habe ich festgestellt, dass mir einige Zusammenhänge fehlen. Es wurden so viele Namen genannt und ich konnte die meisten Charaktere einfach nirgends unterbringen. Sie alle sind miteinander verbunden und sind in der einen oder anderen Form miteinander verwandt, entweder durch Arbeit oder persönlich. Ich habe es irgendwann aufgegeben, den Durchblick darüber zu bekommen, wer wer ist. Ich empfehle deshalb, lieber am Anfang einzusteigen.

Während der größte Teil der Geschichte leicht zu verfolgen war, habe ich doch die Spannung vermisst. Gleich zu Beginn ist klar, wer der Mörder von Jazzies Mutter ist. Es gab kein Geheimnis um ihn, er ist einfach ein abscheulicher, gefühlsloser, skrupelloser Mensch. Es gab nur wenige packende Situationen, mir hat ein durchgehender Spannungsaufbau gefehlt. Der Schwerpunkt scheint nicht so sehr auf Thriller sondern mehr auf Familiengeschichte zu liegen. Es geht um familiäre Bindungen und den Aufbau und die Entwicklung von Beziehungen. Dazu kam noch die Romanze zwischen Taylor und Ford, sie fühlte sich anspruchslos und teilweise auch sehr unreif an.

Fazit: Ein absoluter dicker Pluspunkt ist die Sprecherin Sabina Godec. Dieses Buch ist nicht mein Favorit unter den von mir gelesenen/gehörten Karen Rose Krimis. Das mag aber daran liegen, dass ich mittendrin in die Serie eingestiegen bin. Ich wurde aber gut unterhalten und bin überzeugt, dass die Bücher der Baltimore Reihe einiges an Spannung bereithalten.
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08.02.2020 Wie verschieden die Meinungen doch sein können! Ich habe die CD an meine Freundin weitergegeben - und die ist begeistert. Sie hat noch nie etwas von Karen Rose gehört und fand die Geschichte sehr spannend und rundherum gelungen. Die kleine Jazzie hat sie sofort in ihr Herz geschlossen und richtig mitgefiebert. Von ihr also die volle Punktzahl *****

  • Einzelne Kategorien
  • Sprecherin
  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 21.12.2019

Francis Ackerman sitzt gerne auf dem Pulverfass - wenn die Lunte schon brennt

Die Stimme des Zorns
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Schon immer wollte ich gerne die Shepherd-Reihe von Ethan Cross lesen. Als sich nun die Möglichkeit bot, Francis Ackerman jr. in „Die Stimme des Zorns“ kennenzulernen, habe ich sofort zugegriffen. Ackerman ...

Schon immer wollte ich gerne die Shepherd-Reihe von Ethan Cross lesen. Als sich nun die Möglichkeit bot, Francis Ackerman jr. in „Die Stimme des Zorns“ kennenzulernen, habe ich sofort zugegriffen. Ackerman ist nicht mehr als Serienkiller aktiv, sondern arbeitet als Sonderermittler für das FBI. Die ersten Seiten geben ein Interview betreffend die Aufnahme Ackermans in die Behavorial Analysis Unit (BAU) des FBI wieder. Dieses Interview war sehr aufschlussreich und hat mir als Neuling den Einstieg in Ackermans Welt sehr erleichtert.
Als gegenwärtiger BAU Mitarbeiter wird Ackerman auf das „Alien“ angesetzt. Ganz nach Manier eines Außerirdischen legt das Alien sezierte Leichen in Kornkreisen ab. Nun hat es eine Expertin für Außerirdische entführt. Mit seiner neuen Partnerin, Agentin Nadia Shirazi, begibt sich Ackerman auf die Jagd nach dem Alien. Die Suche nach dem Phantom beginnt spannend. Um das letzte Entführungsopfer zu retten geraten nicht nur die beiden, sondern auch Liana Nakai von der Navajo Nation ins Visier des Aliens.
Ich konnte mich sehr gut in die Charaktere und in die Story hineinversetzen. Die Hauptfiguren sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, was den Spaß am Lesen steigert. Natürlich ist Ackerman als zentrale Figur ausgezeichnet beschrieben. Mir hat der Thriller gut gefallen, auch wenn der Mittelteil sich etwas in die Länge zog. Trotzdem wurde ich von dem Geschehen so mitgerissen, dass ich immer weiter lesen wollte.
Die Frage: Hat Ackerman endlich einen würdigen Gegner gefunden? beantworte ich gerne mit einem nein. Ob ich diesen packenden und unterhaltsamen Thriller weiterempfehle? jedoch mit einem klaren ja! Ich warte auf jeden Fall mit Spannung auf den nächsten Fall von Ackerman mit Nadia Shirazi.

  • Einzelne Kategorien
  • Spannung
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2019

Spurlos verschwunden

Sterbekammer
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Ich habe schon "Totenweg" von Romy Fölck gelesen und war begeistert. Das Cover von „Sterbekammer“ ist perfekt auf den Inhalt des Buches abgestimmt und schon nach den ersten Seiten von war ich wieder mühelos ...

Ich habe schon "Totenweg" von Romy Fölck gelesen und war begeistert. Das Cover von „Sterbekammer“ ist perfekt auf den Inhalt des Buches abgestimmt und schon nach den ersten Seiten von war ich wieder mühelos in den Elbmarschen angekommen.
Der alte Hader wohnte allein – mal abgesehen von seinem Hund und seiner Katze - in der abgelegenen Deichmühle. Jetzt liegt der starrköpfige Eigenbrötler tot am Fuße der Wendeltreppe. Auch wenn es nach einem Unfall aussieht, muss sein Tod untersucht werden. Als sich Frida genauer in der Küche der alten Mühle umsieht, stößt sie auf eine verdeckte Bodenklappe. Es geht acht Stufen in die Tiefe, doch es ist kein Luftschutzbunker, der einen in Obhut nimmt. Die acht Stufen führen direkt in die Hölle, in einen Ort der Qual - in einen Kerker.
Haverkorn erinnert sich an den Fall einer jungen Frau, die vor Jahren spurlos in der Marsch verschwand. Sie konnte nie gefunden werden und Haferkorn quält der Gedanke, daß diese Kammer ihr Gefängnis war.
Einmal mit Lesen angefangen wird es richtig schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Romy Fölck hat es wieder geschafft, mich in die Geschichte hineinzuziehen. Die Charaktere sind so authentisch und lebensecht dargestellt, daß ich einfach mitbangen und mitfühlen musste. Die Geschichte bringt Rückblicke in die Vergangenheit, die mir an die Nieren gegangen sind und mich vor Spannung gefoltert haben. Schön war, dass das Privatleben von Frida und Haverkorn mehr beleuchtet wurde. Durch diese Normalität wurde dem Schrecken der Ermittlungen etwas die Schärfe genommen.
Ich würde das sympathische Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn jederzeit wieder gerne bei ihren Ermittlungen begleiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 02.09.2019

Freiheit darf kein Privileg sondern muss ein Gut für alle Menschen sein

Washington Black
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Der zwölfjährige Sklave George Washington Black – genannt Wash -schneidet Zuckerrohr auf einer Plantage auf Barbados, die einem sadistischen Engländer namens Erasmus Wilde gehört. Dessen Bruder, Christopher ...

Der zwölfjährige Sklave George Washington Black – genannt Wash -schneidet Zuckerrohr auf einer Plantage auf Barbados, die einem sadistischen Engländer namens Erasmus Wilde gehört. Dessen Bruder, Christopher Wilde - genannt Titch – ist Wissenschaftler und Forscher. Er befasst sich mit dem Bau eines Luftschiffes, dass er Wolkenkutter nennt. Titch nimmt Wash als seinen Diener zu sich, weil das Gewicht des Jungen den richtigen Ballast für den Wolkenkutter darstellt. Titch behandelt Wash gut, nimmt ihn mit auf seine Exkursionen durch die Natur. Er bringt ihm das Lesen bei und fördert seine Begabung für wissenschaftliches denken und das detailgenaue zeichnen mit dem Bleistift. Damit nimmt das Leben von Wash die erste von noch vielen unerwartenden Wendungen.
Dann passiert auf Faith ein Unglücksfall, für den Wash verantwortlich gemacht werden würde. Aus Angst um das Leben seines Schützlings begibt sich Titch mit ihm auf eine riskante nächtliche Flucht mit dem Wolkenkutter. Auf See kollidieren sie mit dem Mast eines Schiffes, das sich auf dem Weg nach Virginia befindet. Damit beginnt für Wash - und für den Leser - eine Reise durch vier Kontinente. Es gibt Überraschungen auf dem Weg und Charaktere, von denen ich dachte, ich würde sie nicht wiedersehen und doch tauchen sie an unerwarteten Orten wieder auf.
Edugyan hat mit Washington Black eine abenteuerlustige und adrenalinreiche Geschichte erschaffen. Sie hat es verstanden, die Schrecken der Sklaverei, die Freuden der wissenschaftlichen Entdeckung und die Reise in die eigene Kindheit geschickt miteinander zu verweben. Wash kann seinem ihm zu dieser Zeit vorgegebenen Schicksal entrinnen. Es gelingt ihm, ein seiner Intelligenz, Vorstellungkraft und Einfühlsamkeit geprägtes Leben zu führen. Ich habe mich oft gefragt, ob Wash von Titch ausgenutzt wird. Oder will Titch ihn retten? Letztendlich ist Wash jemand, der sich auf einer ständigen Reise der Selbstfindung befindet. Für mich ist er eine verlorene Seele auf der Suche nach seiner Heimat.
Washington Black von Esi Edugyan ist eine packende historische Erzählung, die verdeutlicht was Freiheit bedeutet und was für ein Privileg es ist, in Freiheit leben zu können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Idee
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 17.10.2018

Zehn kleine Partygäste feiern Halloween.....

Die Party
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Das Cover des Buches ist perfekt auf den Thriller abgestimmt, durch die Griffigkeit des Umschlages ist man versucht, die Einladung aus dem Umschlag zu ziehen. Beim ersten Betrachten des Buches habe ich ...

Das Cover des Buches ist perfekt auf den Thriller abgestimmt, durch die Griffigkeit des Umschlages ist man versucht, die Einladung aus dem Umschlag zu ziehen. Beim ersten Betrachten des Buches habe ich auch nach ganz hinten geblättert. Dort findet man eine sehr hilfreiche Auflistung der Gäste samt Gastgeber.
Halloween 1986. Die Party steigt im Bungalow von Brandons Eltern. Der Bungalow, mehr eine Betonfestung, liegt hoch oben auf einer Felsklippe mit weitem Blick über das ganze Tal. Die jungen Partygäste sind ausnahmslos kostümiert, fröhlich, ausgelassen - gar übermütig. Doch mit einem Mal war die Party zu Ende. Brandon war vollkommen verstört und hat alle Gäste nach Hause geschickt. Was war der Grund? Niemand wusste, was Brandon zugestoßen war.
Halloween 2018. Eine Revivalparty, eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit. Brandon hat zehn seiner Jugendfreunde in den Glasbungalow eingeladen, der sich noch immer wie eine Festung aus Beton auf dem Felsplateau hoch über dunklen Wäldern erhebt. Wie damals hängt der Kronleuchter aus Stahl, Chrom und Glas noch in der Galerie, von der aus man die Halle überblickt. Und wie damals greift Brandon nach dem mächtigen Kronleuchter, stößt sich ab und fliegt über ihre Köpfe hinweg. Wie damals. Doch damals ist Brandon damit nicht in die Tiefe gestürzt und würde nicht von der zentnerschweren Aufhängung mit tödlicher Gewalt unter sich begraben. Ein Unfall? Oder ist unter den Freunden ein Killer? Die Protagonisten werden anschaulich beschrieben, wie meist fand ich manche sympathisch und andere nicht. Meine Vermutungen, wer die Fäden in der Hand hält, erwiesen sich ein um das andere Mal als falsch. Jonas Winner überrascht mit unerwarteten Wendungen, die Geschehnisse bleiben aber immer nachvollziehbar und glaubhaft. Er erzählt im richtigen Tempo und lässt die Spannung nie abreißen. Auch das Ende hat mich überzeugt, es war überraschend - aber gut durchdacht und glaubhaft.
Nach „Murder Park“ war ich sehr gespannt auf „Die Party“. Ich wurde nicht enttäuscht, die Geschichte ist genauso packend und mitreißend.
Von mir die volle Punktzahl und eine eindeutige Leseempfehlung!