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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2021

Spannend und emotional geschrieben

Everything I Didn't Say
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Gleich an ihrem ersten Tag im Praktikum bei einer Fernsehserie trifft Jamie auf den selbstbewussten Schauspieler Carter und ist fest entschlossen, sich auf gar keinen Fall von seinem Charme einwickeln ...

Gleich an ihrem ersten Tag im Praktikum bei einer Fernsehserie trifft Jamie auf den selbstbewussten Schauspieler Carter und ist fest entschlossen, sich auf gar keinen Fall von seinem Charme einwickeln zu lassen. Auch Carter spürt die Anziehung, die von Jamie ausgeht, aber um seine Karriere voran zu bringen, darf er sich auf keine Beziehung einlassen - doch wird es den Beiden gelingen, ihre Gefühle um der Arbeit willen zu ignorieren?

"Everything I Didn't Say" von Kim Nina Ocker hat mich schnell in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht mehr los gelassen. Jamie und Carter sind sympathische Figuren, ich habe beide sehr gemocht und es hat mir gefallen, dass die Geschichte sowohl aus seiner als auch aus ihrer Sicht erzählt wurde. In der ersten Buchhälfte spielte sich die Handlung in zwei verschiedenen Zeitebenen ab, abwechselnd in der Gegenwart und vier Jahre zuvor, als die Protagonisten sich kennen gelernt haben. Wobei mir die Spannung in diesem Teil der Geschichte stellenweise beinahe zu viel war, so dass ich mich beim Lesen etwas gehetzt gefühlt habe. Erst nachdem ich erfahren habe, was damals zwischen Carter und Jamie abgelaufen ist und die beiden Erzählstränge sich vereinen, um die Handlung in der aktuellen Zeit weiter zu führen, konnte ich das Leseerlebnis etwas entspannter angehen und damit dann auch wirklich genießen.

Den Schreibstil der Autorin kann ich nur als sehr fesselnd bezeichnen, die Darstellung der Figuren fand ich umfassend, sie alle habe ich als reale Personen gesehen und konnte emotional mit ihnen mit gehen. Auch der Hintergrund war meiner Meinung nach ausgiebig beschrieben, so dass ich die Geschichte beinahe wie einen Film vor meinem geistigen Auge ablaufen lassen konnte. Bis zur letzten Seite mochte ich das Buch kaum aus der Hand legen, insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und spreche für diesen Roman gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Die Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und auf sehr spannende Weise unterhalten, so dass ich sie mit Freude weiter empfehle.

Veröffentlicht am 13.07.2021

Zuckersüße Teenagergeschichte

Kate in Waiting
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Kate und ihr bester Freund Anderson teilen nicht nur ihre Leidenschaft für Musicals, sie verlieben sich auch regelmäßig in den selben Jungen. Bisher sind daraus nie Probleme entstanden, denn sie haben ...

Kate und ihr bester Freund Anderson teilen nicht nur ihre Leidenschaft für Musicals, sie verlieben sich auch regelmäßig in den selben Jungen. Bisher sind daraus nie Probleme entstanden, denn sie haben das jeweilige Objekt der Begierde immer nur von Weitem angehimmelt. Doch als sie im Sommercamp Matt kennen lernen, der kurz darauf neu an ihrer High-School auftaucht, gerät die jahrelange Freundschaft erstmals in Gefahr.

"Kate in Waiting" von Becky Albertalli ist eine zuckersüße Teenagergeschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite ganz wunderbar unterhalten hat. Es macht Spaß Kate, Anderson und ihre Freunde durch ihren Alltag, der hauptsächlich von den Musical-Proben an der High-School bestimmt wird, zu begleiten. Die gesamte Handlung wird aus Kates Blickwinkel beschrieben, so dass ich die Protagonistin gut kennen lernen konnte. Aber auch die Figuren in ihrem Umfeld waren meiner Meinung nach umfassend genug beschrieben, und obwohl natürlich auch an dieser Schule nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen war, hatte die Atmosphäre schon einen leichten Hauch von rosa Zuckerguss.

Ganz besonders hat mir der Umgang mit Diversität im Buch gefallen, es waren verschiedene queere Personen im Freundeskreis vorhanden, was allgemein akzeptiert und dabei nicht übertrieben thematisiert wurde, so sollte es sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Geschichte selbst als Stoff für ein Musical verwendet wird, die leicht überdrehte Erzählweise hat dazu beigetragen, dass die Handlung wie eine Art Musikfilm vor meinem geistigen Auge ablaufen konnte. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur wie erwartet der Umgang mit der ersten Liebe, sondern ganz besonders die Freundschaft zwischen Kate und Anderson. Insgesamt habe ich mich von dem Roman prächtig unterhalten gefühlt und spreche dafür mit Freude eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Die wunderbare Geschichte um Freundschaft und erste Liebe spielt nicht nur vor dem Hintergrund der Musical-Proben, sondern könnte auch selbst auf einer Bühne musikalisch dargestellt werden. Leicht überdreht und mit einer Atmosphäre wie rosa Zuckerwatte ist dieses Buch für Teenager und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsam und ich empfehle es gern weiter.

Veröffentlicht am 12.07.2021

Sanfte Liebesgeschichte mit ernster Hintergrundthematik

A Reason To Stay (Intensive New-Adult-Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) (Liverpool-Reihe 1)
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Als Billy dem gut aussehenden Cedric sprichwörtlich in die Arme fällt, ist es für sie nur ein flüchtiger Flirt. Schon bald vertiefen sich ihre Gefühle - Cedric macht allerdings sofort klar, dass mehr als ...

Als Billy dem gut aussehenden Cedric sprichwörtlich in die Arme fällt, ist es für sie nur ein flüchtiger Flirt. Schon bald vertiefen sich ihre Gefühle - Cedric macht allerdings sofort klar, dass mehr als eine Nacht für ihn nicht in Frage kommt. Darauf möchte Billy sich nicht einlassen, doch auch Cedric kann sie nicht so einfach vergessen und taucht immer wieder in ihrer Nähe auf. Wären da nicht die Probleme, die sowohl Cedric als auch Billy hinter ihrer Fassade verstecken und auf gar keinen Fall nach Außen hin zeigen wollen....

"A Reason To Stay" von Jennifer Benkau hat mich emotional schnell in seinen Bann gezogen und bis auf wenige kleine Längen auch beinahe durchweg gefesselt. Ein Großteil der Handlung kreist um Cedrics psychische Erkrankung, betroffene Personen sollten unbedingt die im Buch enthaltene Triggerwarnung beachten. Auch Billy trägt Lasten aus der Vergangenheit mit sich, doch um ihre Schwierigkeiten wird ein großes Rätsel gemacht, was mir beim Lesen weniger gefallen hat. Sie ist eine sympathische Protagonistin, empathisch und liebevoll gegenüber Cedric, da passt es für mich einfach nicht, dass sie seine rückhaltlose Ehrlichkeit mit dieser Geheimniskrämerei beantwortet. Dennoch habe ich die Geschichte bis zur letzten Seite hin genossen, es hat Spaß gemacht, Billy und Cedric zu begleiten.

In wunderbar leichtem Schreibstil ist es der Autorin gelungen, mich auf der Gefühlsebene anzusprechen. Das Kennenlernen der Figuren bietet einen guten Einstieg in die Handlung und das ernste Hintergrundthema ist einfühlsam mit dem Ablauf des Geschehens verflochten, so dass ich mich auf jeder Seite wohl gefühlt habe. Da die Kapitel abwechselnd aus Billys und Cedrics Sicht dargestellt sind, konnte ich mich gut in Beide hinein versetzen und habe sie schnell gemocht. Auch die Figuren in ihrem Umfeld waren ausreichend beschrieben, so dass ich sie Alle als lebensecht empfunden habe. Dieses angenehme Leseerlebnis empfehle ich gern weiter.

Fazit: Die sanfte Liebesgeschichte hat mich berührt, das Thema psychische Erkrankung war sensibel im Handlungsverlauf eingebracht und das Ende hat mich schließlich rundum zufrieden zurück gelassen. Deshalb spreche ich für dieses Buch gern eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 08.07.2021

Toni Sanftlebens dritter Fall glänzt durch Hochspannung im beruflichen und privaten Bereich

Tiefe Havel
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Auf dem Havelkanal wird der Kapitän eines Frachtschiffs tot an Bord gefunden, die Spuren deuten auf einen Profi-Killer hin. Obwohl es für Toni Sanftleben privat gerade nicht so gut läuft und ihm auch sein ...

Auf dem Havelkanal wird der Kapitän eines Frachtschiffs tot an Bord gefunden, die Spuren deuten auf einen Profi-Killer hin. Obwohl es für Toni Sanftleben privat gerade nicht so gut läuft und ihm auch sein Vorgesetzter regelrecht Steine in den Weg legt, konzentriert er sich auf die Suche nach dem Mörder und ahnt dabei nicht, wie sehr dieser Fall Einfluss auf seine persönliche Zukunft nehmen wird.

"Tiefe Havel" von Tim Pieper ist Toni Sanftlebens dritter Fall, der mich wieder auf ganzer Linie fesseln und begeistern konnte. Den Schreibstil des Autors kenne und mag ich schon aus einigen anderen Regionalkrimis und sein Protagonist Toni ist für mich längst zu einer vertrauten Figur geworden, über die ich immer wieder gern lese. Obwohl jeder Fall in sich abgeschlossen ist, die Bücher also auch einzeln und ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden können, empfehle ich, die gesamte Reihe in chronologischer Folge kennen zu lernen. Denn neben der eigentlichen Krimihandlung lässt Tim Pieper seine Leser stets auch an Tonis privatem Leben teilhaben, dabei wird mir der sympathische Ermittler von Buch zu Buch immer vertrauter und ich bin emotional jedes Mal an seinen persönlichen Belangen beteiligt.

Die Ermittlungen sind äußerst spannend beschrieben, bis zur letzten Seite hin mochte ich den E-Book-Reader kaum aus der Hand legen. Wie ich es bereits aus anderen Bänden kenne, gibt es immer wieder kleine Rückblenden, die die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und mir beim Lesen Hinweise auf mögliche Täter und Motive geliefert haben. Auch der regionale Hintergrund kommt nicht zu kurz, immer wenn ich an Tonis Seite durch das Havelland streife, erwacht in mir die Lust auf ein paar Urlaubstage in dieser idyllischen Landschaft. Damit hat der Regionalkrimi alles gehalten, was ich mir von dem Leseerlebnis versprochen habe, so dass ich den Roman sehr gerne weiter empfehle.

Fazit: Auch Toni Sanftlebens dritter Fall glänzt durch die für mich perfekte Mischung aus Spannung und Teilhabe am privaten Leben des Ermittlers, den Rahmen bildet die immer wieder eingeflochtene Darstellung des Havelgebiets. Deshalb spreche ich für diesen Regionalkrimi mit Freude eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 07.07.2021

Packend und authentisch geschrieben

Im Westen ist Amerika
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Im Jahr 1792 wird das Leben in Paderborn durch Armut und scheinheilige Frömmigkeit bestimmt. Der siebzehnjährige Johannes Bargfeld ist auf Wilderei angewiesen, um nicht zu verhungern, als er eines Tages ...

Im Jahr 1792 wird das Leben in Paderborn durch Armut und scheinheilige Frömmigkeit bestimmt. Der siebzehnjährige Johannes Bargfeld ist auf Wilderei angewiesen, um nicht zu verhungern, als er eines Tages dabei erwischt wird und in Notwehr den Sohn des Oberforstmeisters erschießt, beginnt eine regelrechte Hetzjagd auf den jungen Mann. Seine Flucht führt ihn zunächst nach Amsterdam und schließlich nach Amerika - doch auch dort liegen Glück und Leid dicht beieinander und Johannes ahnt nicht, dass ihm ein Verfolger seit Paderborn immer noch auf der Spur ist.

"Im Westen ist Amerika" ist das Belletristik-Debüt von Dirk Möller, das mich bis zur letzten Seite hin gefesselt hat. Schonungslos direkt beschreibt der Autor das düstere Leben, zu dem arme Menschen wie Johannes und seine Familie gezwungen waren, dabei hatte ich stets das Gefühl, mitten in der Handlung versunken zu sein, anstatt die Ereignisse "nur" mit Abstand zu beobachten. Emotional bin ich an Johannes´ Seite durch Paderborns Gassen, Gräben und Wälder gehetzt, auch später in Amsterdam war der Schmutz und Gestank für mich beim Lesen äußerst greifbar dargestellt, dadurch hatte ich den Eindruck, nur so durch die Seiten zu gleiten.

Dem Buch ist anzumerken, dass der Autor die historischen Fakten gründlich recherchiert hat, ich habe seine Schilderungen als sehr authentisch empfunden, die düstere Grundstimmung der Geschichte passt meiner Meinung nach gut zum alltäglichen Leben in jener Zeit. Lediglich der Abschnitt nach Johannes´ Ankunft in Amerika hat sich leicht in die Länge gezogen, aber kurz darauf hatte mich die Spannung wieder fest im Griff und ich mochte das Buch bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen. Einer meiner ersten Gedanken nach Beendigung dieses Leseerlebnisses war: "Wann erscheint die Fortsetzung?", dennoch ist die Handlung in sich abgeschlossen und kann so auch als Einzelband stehen bleiben. Für den fesselnden historischen Roman spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Nach wenigen Sätzen war ich schon tief in die Geschichte eingetaucht, die Spannung hat mich beinahe durchgängig gefesselt, so dass ich das Buch trotz der recht düsteren Grundstimmung mit Begeisterung weiter empfehle.