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Veröffentlicht am 11.05.2020

Wer mordet schon im Kloster?

Kloster, Mord und Dolce Vita - Folge 01
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Schwester Isabella und ihre Schwestern arbeiten in der Mittagshitze im Garten des Klosters Santa Caterina. Isabella wird langsam unleidlich - warum läutet die Glocke nicht zum Mittagessen? Hakt etwa das ...

Schwester Isabella und ihre Schwestern arbeiten in der Mittagshitze im Garten des Klosters Santa Caterina. Isabella wird langsam unleidlich - warum läutet die Glocke nicht zum Mittagessen? Hakt etwa das Seil wieder? Sie geht nachsehen und findet die Verantwortliche, Schwester Raffaela, tot im Glockenturm. Die Polizei meint, Isabella wäre hinuntergestürzt, jeder im Ort wusste, dass sie die beste Abnehmerin des klostereigenen Grappas war. Aber Isabella kommt das merkwürdig vor, zumal Raffaela noch etwas mit letzter Kraft in den Staub gekritzelt hat …

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen. Die Protagonisten sind sympathisch und lebensecht.
Schwester Isabella ist noch nicht lange in diesem Kloster (aber schon lange Nonne) und muss sich erst noch in die Gemeinschaft einfügen. Obwohl sie das Leben als Nonne liebt, geht sie auch gern eigene Wege, vor allem Joggen. Das macht sie sehr menschlich. Mir gefällt, dass sie zwar neugierig, aber nie aufdringlich oder rechthaberisch ist.
Auch Carabiniere Matteo ist neu im Ort und vor allem noch recht jung. Er braucht etwas, bis er sich endlich gegen den Bürgermeister durchsetzen kann, der sich ständig in alles einmischt und ihn bevormunden will. Matteo und Isabella werden schnell Freunde und ich fand es gut, dass er bereit ist, von Isabella Hinweise und Ratschläge anzunehmen.
Ein bisschen erinnert mich die Konstellation und auch die Art ihrer Zusammenarbeit an die Fernsehserie „Die Nonne und der Kommissar“.
Die Handlung ist ziemlich spannend. Es gibt verschieden Spuren und Hinweise und man kann bis zum Ende miträtseln. Etwas irritiert, aber nicht gestört, hat mich nur der mystische Aspekt mit Matteos Vorahnungen etc.

Die Reihe „Kloster, Mord und Dolce Vita“ von Valentina Morelli gibt es seit Beginn dieses Jahres als eBook und Hörbuch. Die Geschichten sind relativ kurz (ein Hörbuch ist ca. 3,5 h lang) und eignen sich hervorragend als Urlaubslektüre oder um für eine kleine Weile dem Alltag zu entfliehen, denn man spürt das Dolche Vita in jeder Zeile. Die Beschreibungen des Ortes und der Landschaften machen Lust auf Sommerurlaub in der Toskana und die Produkte des Klosters.
Auch die Sprecherin Chris Nonnast gefällt mir gut. Sie hat es geschafft, jeder Figur eine eigene, unverwechselbare Stimme zu geben.

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Veröffentlicht am 07.05.2020

Was koche ich heute?

7 Tage, 7 Teller
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Es soll ja Leute geben die genau planen, was sie in den nächsten Tagen kochen und dann gezielt die nötigen Lebensmittel einkaufen. Bei mir ist es meistens andersrum. Ich kaufe erst ein, was es gerade an ...

Es soll ja Leute geben die genau planen, was sie in den nächsten Tagen kochen und dann gezielt die nötigen Lebensmittel einkaufen. Bei mir ist es meistens andersrum. Ich kaufe erst ein, was es gerade an frischem Gemüse gibt (wir essen überwiegend vegetarisch) und wälze danach meine gesammelten Zeitschriften und Kochbücher.

Das Besondere an diesem Kochbuch ist, dass es auf der „7 Tage, 7 Teller“ Rubrik der Zeitschrift „Essen und Trinken“ beruht. Die Zubereitung der Gerichte dauert nur 30 bis 45 min (bei viel Schnippelei auch mal 60, aber das Ergebnis war es wert) und man kocht mit überwiegend saisonalen Zutaten und dem, was man üblicher Weise im Vorratsschrank bzw. Kühlschrank hat. Und schon die Fotos machen Appetit aufs Nachkochen.
Die Rezepte sind gut verständlich und leicht umsetzbar, für jeweils 2 oder 4 Personen und nach den 4 Jahreszeiten sortiert. Ich bin total begeistert, dass auch relativ viele vegetarische bzw. Rezepte mit Fisch dabei sind oder man die Fleischbeigaben oft ganz leicht ersetzen oder weglassen kann.

In den letzten beiden Wochen haben wir fleißig aus dem Buch nachgekocht und alle Gerichte haben uns sehr gut geschmeckt. Jedes hat einen Kniff oder eine Zutat, die es besonders macht – seien es die Rosinen im Spinatpesto, der Salat zu den Couscousbratlingen, die Chorizochips zum grünen Risotto, das gleichzeitig leicht süß / scharf / erfrischende Melonen-Gazpacho, die Mohnbutter und das Apfelröstbrot zur Kartoffelsuppe oder die Kürbis-Polenta zum Fleischbällchen-Sugo. Wir sind begeistert und werden das Buch auch weiter regelmäßig zu Rate ziehen. O-Ton meines Mannes: Das Kochbuch hat sich ja wirklich mal gelohnt.

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Veröffentlicht am 06.05.2020

Liebesbomben

Wie uns die Liebe fand
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Kurz vor ihrem 93. Geburtstag denkt Marie-Ann Nanon, von allen liebevoll nur Madame Nan genannt, an ihr bewegtes Leben zurück, welches sie ausschließlich in dem Dörfchen Bois-de-Val im Elsass verbracht ...

Kurz vor ihrem 93. Geburtstag denkt Marie-Ann Nanon, von allen liebevoll nur Madame Nan genannt, an ihr bewegtes Leben zurück, welches sie ausschließlich in dem Dörfchen Bois-de-Val im Elsass verbracht hat. Sie hat die deutsche Besatzung überstanden, 4 Töchter geboren, ist früh Witwe geworden und musste ihre Kinder allein großziehen. Ihr erster Mann war ihre große Liebe, doch mit 50 verliebt sie sich wieder. Weil sie sich nicht traut, es ihrem Angebeteten zu sagen, entwickeln ihre älteste Tochter und deren Freund Malou „Liebesbomben“ und verändern damit das Leben des ganzen Dorfes …

Ich fand die Idee von Claire Stihlé, Nan ihre Geschichte selbst erzählen zu lassen, sehr schön und hatte mir dadurch einen guten Einblick in ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle erhofft. Leider deutet sie vieles nur an oder bricht ab, wenn es endlich interessant wird. Das soll wahrscheinlich die Erwartungen der Leser erhöhen, aber mich hat es gestört, weil auch sonst keine richtige Spannung aufkam. Zudem schweift sie immer wieder ab und erzählt sehr erschöpfend von den anderen Dorfbewohnern. Auch das viel gepriesene Geheimnis aus dem Klappentext konnte mich nicht wirklich fesseln oder berühren.
Dazu kommen noch der Aberglauben und die Mystik, die sich um die Liebesbomben ranken, die Marie und Malou nach dem Rezept seiner in Voodoo bewanderten Mutter herstellen und von denen sie gleich mal 1000 Stück in einer Woche ihrem kleinen Dorf verkaufen – das sind m.E mehr., als es Einwohner gibt.

Eine Lebensbeichte mit viel französischer Lebensart und leckeren Rezepten, aber mir fehlte die Spannung und es war zu mystisch angehaucht.

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Veröffentlicht am 05.05.2020

Der Tag der Hexe

Dorf ist Mord
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Die Italienerin Stella ist Anfang 30, Single und liebt Krimis, vor allem die von Agatha Christy. Sie ist vor Jahren als Krankenschwester nach Deutschland gegangen, weil man da besser verdient und die Arbeitszeiten ...

Die Italienerin Stella ist Anfang 30, Single und liebt Krimis, vor allem die von Agatha Christy. Sie ist vor Jahren als Krankenschwester nach Deutschland gegangen, weil man da besser verdient und die Arbeitszeiten geregelt sind. Jetzt hat sie sich in ihrer alten Heimat ein uraltes baufälliges Häuschen als Feriendomizil gekauft und macht Urlaub im Ort, um die Sanierung zu überwachen. Dabei freundet sie sich mit Marta an, die eine Fliesenfirma leitet. Als Marta dann ausgerechnet am „Tag der Hexe“ verschwindet und sich anscheinend niemand sonst dafür interessiert, eifert Stella ihrem großen Vorbild Miss Marple nach und ermittelt zusammen mit dem Carabinieri Michele, der ihr schon länger schöne Augen macht.

Autorin Dori Mellina hat mit ihrem Debüt den Spagat zwischen Krimi und Roman gewagt und zum Teil über etwas geschrieben, dass sie augenscheinlich gut kennt: Italien, Dolce Vita, Handwerker und damit auftretende Probleme, verwöhnte Italiener und deren besorgte Mütter, den Zusammenhalt kleiner Dörfer, Aberglaube, Mystik und die „eine Hand wäscht die andere“ Mentalität. Man merk es vor allem dem Strang um die Renovierung von Stellas Häuschen an, dass die Autorin davon einiges selbst mitmachen musste, so farbenfroh, abwechslungsreich und humorvoll beschreibt sie die Erlebnisse.
Nicht ganz so gut gefallen hat mir die etwas verworrene Krimihandlung. Das liegt zum einen an Stella selbst. Sie erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form und ist mir dabei dem Carabiniere und den Lesern gegenüber zu besserwisserisch und belehrend. Sie benutzt Michele als Handlanger und er lässt es sich gefallen - obwohl italienische Männer angeblich solche Machos sind?! Außerdem verliert sie sich ein bisschen in Nebenhandlungen.

Wer keinen klassischen Krimi sucht, sondern einen gemütlichen, spannenden Urlaubs-Roman mit einigen Geheimnissen, die es zu ergründen gilt, liegt mit „Dorf ist Mord“ genau richtig. Mir hat auch Setting, die Beschreibung der Landschaft und vor allem der Insel Isolarocca gefallen – ich glaube, darin die Monte Isola wiederzuerkennen.

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Veröffentlicht am 01.05.2020

Ganz oder gar nicht

Die Mitte ist ein guter Anfang
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„Arne und ich … gehen uns lieber auf die Nerven oder aus dem Weg statt ins Kino.“ (S. 52) Eva und Arne sind seit 20 Jahren zusammen und ihre Beziehung ist etwas eingeschlafen. Während sie über eine Trennung ...

„Arne und ich … gehen uns lieber auf die Nerven oder aus dem Weg statt ins Kino.“ (S. 52) Eva und Arne sind seit 20 Jahren zusammen und ihre Beziehung ist etwas eingeschlafen. Während sie über eine Trennung nachdenkt, macht er ihr an ihrem 49. Geburtstag einen Heiratsantrag – obwohl sie beide nie heiraten wollten. Warum? Ist er etwa krank? Hat er ein schlechtes Gewissen, eine Affäre? Wieso etwas ändern, was so lange gut funktioniert hat? Hat er Angst, dass sie ihn verlässt, weil er beruflich für längere Zeit nach Kiew muss? Eva ist unsicher und auch ihre Eltern sind skeptisch. Vor allem ihre Mutter redet ihr ins Gewissen. Will sie nach so vielen Jahren wirklich ihre Unabhängigkeit aufgeben?
Ihre gemeinsame Teenagertochter Frida hingegen freut sich. Endlich werden ihre Eltern einen gemeinsamen Nachnamen tragen und sie eine richtige Familie sein. Auch Evas Freundin Carla, zum dritten Mal geschieden und immer noch auf der Suche nach der großen Liebe, versteht ihr Zögern nicht. Also sagt Eva ja – und die Probleme beginnen.

„Die Mitte ist ein guter Anfang“ von Franka Bloom beginnt da, wo Liebesgeschichten normalerweise aufhören – nach dem Happy End und Heiratsantrag, wenn die großen Entscheidungen anstehen. Wann wird wo mit wie vielen Gästen auf welche Art geheiratet? Arne will nur eine ganz unromantische Trauung auf dem Standesamt, aber das kann er vergessen. „Ganz oder gar nicht!“ ist Evas Devise. Und während sie mit Hilfe ihrer Freundin Carla ihre nie gewollte Traumhochzeit plant, scheinen die Ehen ihrer Freunde gerade zu zerbrechen, die Bilderbuchehe ihrer Eltern zeigt tiefe Risse und lang gehütete Geheimnisse kommen ans Licht.

Arnes Antrag und sein Verhalten danach stürzen Eva in eine tiefe Krise. Nur wegen ihm stimmt sie der Hochzeit zu, hofft auf neuen Schwung in der Beziehung, doch ihn interessiert nur seine Karriere. Sie fühlt sich von ihm allein gelassen, muss sich mit ihrer Familie, dem ersten Verliebtsein ihrer Tochter und der Hochzeitsplanung rumschlagen. Dass auch sie einen anspruchsvollen Job als Restauratorin und gerade einen neuen Auftrag angenommen hat, interessiert ihn nicht. Ohne ihre beste Freundin Carla wäre sie echt aufgeschmissen.

Die Protagonisten und beschriebenen Situationen sind wieder mitten aus dem Leben gegriffen und ich habe einiges aus eigenem Erleben oder dem von Freunden wiedererkannt. Franka Bloom erzählt vom ganz normalen Wahnsinn beim Brautkleidpowershoppen, von der Junggesellinenabschiedsparty, einer angsteinflößenden Hochzeitsmesse und dem komplizierten Aussuchen der Trauringe. Sie schreibt mit viel Humor und trotzdem sehr tiefgründig über langjährige Beziehungen, über Freundschaften, Wechseljahre, Midlifecrisis, Illusionen, Affären und sich neu bzw. wieder verlieben und regt den Leser damit auch zum Nachdenken über seine eigene Beziehung an.

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