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Veröffentlicht am 23.09.2019

Die Schlangengrube

Kärntner Kesseltrieb
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„Schnackseln könnts meinetwegen in den Brombeerstauden, wenns euch ka Hotel leisten könnts!“ (S. 10) Aufsichtsjäger Sepp Flattlacher hat es nicht leicht. Erst hocken zwei Touristen mit einer „Bärenangst“ ...

„Schnackseln könnts meinetwegen in den Brombeerstauden, wenns euch ka Hotel leisten könnts!“ (S. 10) Aufsichtsjäger Sepp Flattlacher hat es nicht leicht. Erst hocken zwei Touristen mit einer „Bärenangst“ auf seinem Hochsitz, dann stolpert er in seinem Revier über eine ziemlich große Hanfpantage und kurz darauf auch noch über einen Halbtoten. Dessen letztes Wort „Klapperschlange“ beschert sogar dem abgebrühten Jäger eine Gänsehaut. Und als er dann auch noch bei seinem Jagdgehilfen Reini so komische MiM-Pillen findet, läuten sämtlichen Alarmglocken. Da will wohl jemand aus dem schönen Mölltal ein Drogenzentrum machen?!

Aber Sepp ist aber nicht der einzige, dem die gehäuften Drogenfunde sauer aufstoßen. Auch Polizist Martin Schober und seine Kollegen versuchen, die Hersteller der Pillen „Made in Mölltal“ zu finden. Martin ist persönlich an dem Fall interessiert, weil Reini der Bruder seiner Freundin Bettina ist und er ihr und ihren Eltern Kummer ersparen will.

„Kärntner Kesseltrieb“ ist der 4. Band mit dem ewig grantelnden Sepp Flattlacher und ehrlich gesagt wird er mir immer sympathischer. Er wird weicher, wie er selbst erschrocken feststellt – dabei hat er doch einen Ruf zu verlieren! Liegt es evtl. an Obfrau Irmi, der er bei seinem letzten Fall näher gekommen ist? Ich hatte ja gehofft, dass aus den beiden ein Paar wird, aber Sepp stellt sich wirklich zu ungeschickt an. Auch der Kleinkrieg mit seinem Nachbar Belten fehlt ihm, aber leider haben sie sich ja wegen dessen Schwiegersohn verbündet.
Wenigstens kann er sich mit vollem Körpereinsatz in die Ermittlungen stürzen. Dass er dabei wieder so einige Fettnäpfchen mitnimmt und sich mit seiner Ungeduld und Neugierde selbst in Gefahr bringt, lässt sich leider nicht vermeiden.

Alexandra Bleyer schreibt sehr kurzweilig, spannend und mit viel Humor. Ich habe wieder herzlich gelacht und gebangt, ob Sepp die Ermittlungen übersteht und er den besseren Riecher hat als die Polizei – schließlich kennt er sich in seinem Revier am besten aus. Und auch wenn das Zwischenmenschliche nicht so Sepps Ding ist, betätigt er sich diesmal in mehreren Extremsituationen quasi als Lebensretter.

Obwohl ich relativ schnell eine Vermutung hatte, wie alles zusammenhängt, war ich bis zum filmreifen Showdown echt gefesselt. Und apropos filmreif – „Waidmannsdank“, der erste Teil der Buchreihe, wird gerade verfilmt.
5 Hirsche für diesen spannenden Lesespaß!

Veröffentlicht am 22.09.2019

Familienbande

Die Tote in der Henkersgasse
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Freiburg 1417: Nachts wird in der Henkersgasse eine tote junge Frau gefunden. Für Stadtarzt Achaz ist schnell klar, dass sie erschlagen wurde. Als sich dann auch noch herausstellt, dass sie die Frau eines ...

Freiburg 1417: Nachts wird in der Henkersgasse eine tote junge Frau gefunden. Für Stadtarzt Achaz ist schnell klar, dass sie erschlagen wurde. Als sich dann auch noch herausstellt, dass sie die Frau eines reichen Kaufherren war, kann Serafina es nicht lassen und beginnt wieder zu ermitteln ...

Die ehemalige Begine Serafina und Stadtarzt Adalbert Achaz sind seit einem halben Jahr verheiratet. Während Adalbert sich um die Zipperlein und Wehwehchen der Reichen kümmert, hat Serafina ihre Erfüllung in ihrer Armenapotheke gefunden. Ihr Mann hofft, dass sie dadurch zu beschäftigt ist, um ihren kriminalistischen Neigungen nachzugehen und sich wieder in Gefahr zu begeben. Doch die Tote in der Henkersgasse interessiert Serafina sehr. Ablenkung kommt in Form ihres Bruders Peter daher, den sie vor 16 Jahren zum letzten Mal gesehen hat. Damals hat er ihr in einer schweren Stunde nicht beigestanden, jetzt steht er vor ihrer Tür und bittet um Hilfe – hat Serafina ihm nach so vielen Jahren verziehen? Ihre Magd traut ihm nicht und auch Serafina und Achaz haben bald Zweifel an seiner Geschichte.
Zudem macht auch der Stadtapotheker Johans Serafina das Leben schwer. Er will ihre Armenapotheke schließen lassen, weil sie ihm angeblich die Kunden wegnimmt.

Auch der 5. Fall rund um Serafina hat mich wieder restlos begeistert. Astrid Fritz schließt nahtlos an die bisherigen Bände an. Geschickt streut sie wichtige Informationen und Rückblicke in die Handlung ein, um den Leser an wichtige Vorgänge zu erinnern. Sie schreibt sehr spannend, lässt den Leser um Serafina und Achaz bangen. Dabei macht sie (Freiburger Stadt-)Geschichte lebendig und hat wieder einen realen historischen Fall als Hintergrund verwendet. Zudem räumt sie mit den gängigen Vorurteilen gegen die Huren dieser Zeit auf.

Die Wortgefechte zwischen Serafina und Achaz sind sehr amüsant. Man merkt ihnen an, dass sie ein glückliches Paar sind. Er lässt ihr ihre Freiheiten und akzeptiert ihre Eigenheiten, versucht nicht, sich als Herr im Haus aufzuspielen. Mir hat sehr gefallen, dass er jederzeit hinter ihr stand, als auch es für ihn und seinen Ruf gefährlich wurde. Serafina schafft es aber auch immer wieder, ihn irgendwie um den Finger zu wickeln. Ihr Bruder bringt diesmal die besondere Würze und Spannung in die Geschichte. Zum einen erfährt man durch ihn wieder etwas aus ihrer Vergangenheit und zum anderen könnte er zur Bedrohung für ihre Zukunft werden (mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten).

Schade, dass auch dieser Fall wieder viel zu schnell geklärt und das Buch ausgelesen war. Ich hoffe, bald wieder von Serafina zu lesen.

Veröffentlicht am 20.09.2019

Alles Lüge?

Der Stalker von List
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Vor Jahren musste Lennard Feddersen Sylt verlassen, weil er die berühmte Liebesromanautorin Marete de Buhr stalkte, kurz nach seiner Rückkehr wird er am Strand erschlagen aufgefunden.
Verdächtige gibt ...

Vor Jahren musste Lennard Feddersen Sylt verlassen, weil er die berühmte Liebesromanautorin Marete de Buhr stalkte, kurz nach seiner Rückkehr wird er am Strand erschlagen aufgefunden.
Verdächtige gibt es viel und fast alle verstricken sich in Widersprüche, das erschwert die Arbeit der Kommissare Knudsen und Zander. Dann mischt sich auch noch Inselreporter Friedrich Fliegenfischer in die Ermittlungen ein ...

„Der Stalker von List“ ist bereits der 7. Fall für die Kripo Wattenmeer und lässt die Ermittler diesmal direkt vor ihrer eigenen Haustür auf Sylt ermitteln. Das Setting ist Autorin Ulrike Busch wieder sehr gut gelungen. Obwohl ich noch nie auf Sylt war, konnte ich mir jederzeit genau vorstellen, wie die einzelnen Orte auf der Insel aussehen. Auch das Zwischenmenschliche der beiden Ermittler passt einfach – sie kabbeln sich gern und nehmen sich nicht immer selbst ernst.

Der Fall ist ziemlich verzwickt. Lennard Feddersen hatte viele Feinde, allen voran Marete de Buhr und ihr ehemaliger langjähriger Lebensgefährte Tom Uecker. Deren Beziehung ist an Maretes Angst vor Lennard zerbrochen. Auch ihr aktueller Freund, Sönke Boysen, kennt Lennard zumindest aus deren Schilderungen und wollte sie unbedingt schützen. Am meisten irritieren aber Lennards Adoptiveltern die Ermittler: „Das Leben unseres Sohnes war uns fremd.“ (S. 43) Sie haben nie eine warme, liebevolle Beziehung zu im aufgebaut, obwohl sein Stiefvater Psychologe und Familientherapeut war. Er hat sich zeitlebens geschämt, dass Lennard ein Stalker war – wollte er sich von ihm befreien?

Geschickt hat Ulrike Busch im vorliegenden Fall viele Aspekte zum Thema Stalking aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Sie zeigt, wie sich die Täter hineinsteigern und die Betroffenen meist hilflos nach Auswegen suchen und das auch die Familien der Täter oft nicht mehr weiter wissen.

Mein Fazit: Wieder ein spannender Fall mit viel Lokalkolorit und psychologischem Hintergrund für die Kripo Wattenmeer – leicht und unterhaltsam geschrieben.

Veröffentlicht am 18.09.2019

Gestrandet

Das Versprechen des Bienenhüters
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„Wir wohnen ungefähr zu zehnt in dieser heruntergekommenen Pension am Meer, alle aus verschiedenen Gegenden, und alle warten wir auf etwas.“ (S. 11)
Nuri und seine Frau Afra sind endlich in Großbritannien ...

„Wir wohnen ungefähr zu zehnt in dieser heruntergekommenen Pension am Meer, alle aus verschiedenen Gegenden, und alle warten wir auf etwas.“ (S. 11)
Nuri und seine Frau Afra sind endlich in Großbritannien angekommen, ihre Flucht hat hoffentlich ein Ende. Nur der Termin bei der Einwanderungsbehörde trennt sie noch von seinem Cousin Mustafa, der vor ihnen angekommen ist. Und dann können sie endlich wieder Bienen züchten – genau so wie in Aleppo.
Dort beginnt Nuris Geschichte, dort waren sie glücklich. Er als Bienenzüchter, ausgebildet von Mustafa, und Afra, die Liebe seines Lebens, als berühmte Malerin: Sie trug eine ganze Welt in sich ... Afras Seele war so groß wie die Felder und die Wüste und der Himmel und das Meer auf ihren Bildern und genau so geheimnisvoll.“ (S. 25) Sein Sohn Sami hatte die Familie komplett gemacht. Doch Sami wurde durch einen Bombe getötet und Afra ist dabei erblindet. Trotzdem gehen sie nicht sofort, weil Afra die Reste dessen, was mal ihr Haus war, nicht verlassen will.

„Das Versprechen des Bienenhüters“ ist ein sehr bewegendes Debüt von Christy Lefteri. Man merkt dem Buch an, dass die Autorin ihre Erfahrungen / Erlebnisse aus Athenern Flüchtlingslagern einfließen lässt, in denen sie mehrfach gearbeitet hat. Sie schreibt mit viel Herzblut und rüttelt den Leser auf.
Ich habe mir nie Gedanken gemacht, wie so eine Flucht funktioniert, was es für die Betroffenen bedeutet. Nuri und Afra haben Glück – sie haben früher gut verdient und genügend Geld für Schleuser, falsche Papiere etc. gespart. Trotzdem müssen sie sich zum einen erst einmal aufraffen und wirklich losgehen und zum anderen dann auch bis zum Ende durchhalten. Sie dürfen nie den Mut verlieren oder ihre Angst siegen lassen. Dabei erleben sie Dinge, die jenseits meiner Vorstellungskraft liegen und mich erschüttert haben.

Christy Lefteri erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Während Nuri und Afra in der Pension auf ihren Termin warten, hat Nuri immer wieder Flashbacks, erinnert sich an die grausamen Details des Krieges, an die abenteuerliche und gefährliche Flucht, an das wochen- bis monatelange Warten bis es zur nächsten Station weitergeht. Da Afra blind ist, muss er sie anziehen, führen und auf sie aufpassen. Diese Belastung wird manchmal so groß, dass er nicht weiß, wie er es weiter ertragen soll. Er kann sie nicht mehr als (seine) Frau ansehen, nicht mehr als nötig anfassen oder berühren – werden sie je wieder zusammenfinden? Doch auch er hat die Flucht nicht unbeschadet überstanden. „Manchmal vermag unser Geist sehr überzeugende Illusionen zu erschaffen, damit wir uns nicht in der Dunkelheit verlieren.“ (S. 345) Halt geben ihm die Mails seinen Cousins und die Hummel ohne Flügel, die im Innenhof der Pension lebt und um die er sich kümmert. „Wo es Bienen gibt, gibt es auch Blumen und wo es Blumen gibt, gibt es Hoffnung und neues Leben.“ (S. 34)

Nuris und Afras Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Man weiß zwar, dass sie am Ende in Großbritannien ankommen, aber durch die Rückblenden und Flashbacks erfährt man immer nur Bruchstücke ihrer Vergangenheit und der Erlebnisse auf der Flucht. Ich war froh, dass die Autorin einige Dinge nur angedeutet und nicht ausgeschrieben hat, sie waren auch so barbarisch genug.

Veröffentlicht am 17.09.2019

Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind.

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten
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Berlin 1952: Dank Rikes Erbe konnte das Kaufhaus Thalheim erfolgreich wieder aufgebaut werden. Rike liebt ihre Arbeit und ist traurig, dass ihr Vater ihren Bruder Oskar vorzieht, der nach 7 Jahren aus ...

Berlin 1952: Dank Rikes Erbe konnte das Kaufhaus Thalheim erfolgreich wieder aufgebaut werden. Rike liebt ihre Arbeit und ist traurig, dass ihr Vater ihren Bruder Oskar vorzieht, der nach 7 Jahren aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist. Zwischen beiden tobt ein erbitterter Machtkampf, den Oskars Zwillingsschwerter Silvie nur zu gern stoppen möchte: „Vertrag dich mit Rike, anstatt immer nur gegen sie zu kämpfen. Dein Wagemut und ihre Vorsicht ergänzen sich doch eigentlich ganz vorzüglich.“ (S. 82)
Oskar ist zwar zurück, hat den Krieg aber mitgebracht. „Sie kommen, Silvie, all die Toten sind auf dem Weg.“ (S. 15) Er kann keine Nacht durchschlafen, rast lieber in schnellen Autos durch Berlin und kennt jeden Nachtklub.
Silvie ist die einzige, die sich nicht im Kaufhaus engagiert. Sie liebt ihr freies Leben, ihre Arbeit und den Erfolg beim Radiosender RIAS. Und sie hat eine gute Nase für Trends. „Silvie hat den Wandel im Blut, von der Familie bisweilen als <> abgetan, dabei hat sie doch lediglich begriffen, dass nichts so bleibt, wie es ist, und alles immer wieder anders werden muss.“ (S. 11) Außerdem kann sie sehr gut mit Menschen umgehen, wie sie in ihrer Sendung „Stimmen“ jeden Freitageabend beweist. Doch privat sieht es weniger gut aus. „Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind.“ (S. 21) Ihr Lebensgefährte ist im Stasi-Gefängnis Weißensee verstorben. Da begegnet ihr der aufstrebende junge Schauspieler Wanja – könnte er ihre Zukunft sein?

Brigitte Riebe schließt mit „Wunderbare Zeiten“ fast nahtlos an den ersten Teil der Familiensaga „Jahre des Aufbaus“ an. Das Modekaufhaus läuft gut. Dank Rikes Mann und seiner Verbindung zu Italien kommen sie an ausgefallene Stoffe und Miriam, die in Jerusalem nicht glücklich ist, entwirft wieder ausgefallene Kleider für sie. (Interessant waren in diesem Zusammenhang die Passagen über die Grenzgänger – Menschen, die im Ostteil der Stadt, also der DDR, lebten und im Westen arbeiteten.)
Aber intern kriselt es. Oskar kennt sich nicht mit dem Geschäft aus, ist unzuverlässig, trifft allein externe Absprachen und lässt sich von ihrem ehemaligen Geschäftspartner Werner Brahm einwickeln, dem Rike und Silvie nicht trauen.

Während sich im ersten Band die Handlung um Rike und den Erhalt bzw. Wiederaufbau des Modekaufhauses drehte, steht diesmal Silvie etwas mehr im Vordergrund. Sie steht für die modernen Frauen der damaligen Zeit, ohne Mann und Kind, aber auf der Suche nach der großen Liebe, sehr intelligent und mit einer eigenen Karriere. Sie interessiert sich sehr das aktuelle Geschehen, Kunst und Kultur und so kann die Autorin geschickt Tages- und Welt-Politik (wie z.B. die Aufstände in der DDR und Ungarn), angesagte Schlager und Filme oder die Frankfurter Buchmesse in die Handlung einflechte. Ihr Lebensgefühl, ihre Sehnsucht nach Freiheit und ihre Freude über den Aufschwung jetzt endlich nach dem Krieg sind in jeder Zeile spürbar. Ich habe mich Silvie nahe gefühlt und mich stets in sie einfühlen.

Silvies kleine Wohnung wird zum Unterschlupf all derer, die sich gerade heimat- oder haltlos fühlen. „Weil du das Herz der Familie bist, Silvie. Du fühlst, wo andere denken oder urteilen, das liebe ich so an Dir.“ (S. 425) Neben ihrem Bruder Oskar wohnen auch ihrer Nichte Florentine oder deren Freundinnen aus dem Ostteil der Stadt kurzzeitig bei ihr. Dabei wird deutlich, wie sehr die Bürger der DDR zum Teil unter ihrem Staat leiden. Lebensmittel sind noch immer knapp und es gibt sie nur auf Marken und wer sich dem System nicht anpasst bekommt Ärger. Davon sind sogar schon Jugendliche betroffen, wenn sie z.B. aus religiösen Gründen nicht in die FDJ eintreten wollen. Für solche Menschen engagiert sich Silvies Onkel Carl sehr. Er lebt und arbeitet als Anwalt in der DDR und will auch dort bleiben: „Ich glaube, dass ich als Anwalt gerade dort gebraucht werde, wo die Ungerechtigkeit am größten ist.“ (S. 272)

Die Familie Thalheim ist insgesamt sehr groß und weitverzweigt. Die Autorin hat versucht, jedem Teil der Familie gerecht zu werden und ihn in der Handlung zu berücksichtigen. Das war mir an einigen Stellen zu viel, auch hat hier der Zufall etwas zu oft mitgemischt.
Von diesen kleinen Kritikpunkten abgesehen hat mich „Wunderbare Zeiten“ wieder sehr gut unterhalten und ich bin gespannt, wie es im 3. Teil weitergeht – steht dann Florentine im Mittelpunkt?