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Veröffentlicht am 26.09.2023

Interessantes dystopisches Setting

Rivergold
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Manche Menschen brennen immer, heißt es. Romy brennt für 𝗥𝗮𝗰𝗵𝗲. ⚔️

Während eines Überfalls wird Call, ihr bester Freund und ihre große Liebe, ermordet. In tiefer Trauer gefangen zählt für sie nur noch ...

Manche Menschen brennen immer, heißt es. Romy brennt für 𝗥𝗮𝗰𝗵𝗲. ⚔️

Während eines Überfalls wird Call, ihr bester Freund und ihre große Liebe, ermordet. In tiefer Trauer gefangen zählt für sie nur noch eines: Die Baggerschiffe, die auf Befehl des Admirals Gold aus den Flüssen fördern, uneinnehmbar und tödlich für all diejenigen zu machen, die einen erneuerten Versuch unternehmen, sie zu entern.

Zwei Jahre später ist sie Kapitänin, doch auf ihrer neuen Mission läuft nicht vieles wie geplant. Letztendlich muss sich Romy einer zentralen Frage stellen: Bist du noch die, die du sein willst?

Bei Vergleichen werden viele von uns immer recht ungehalten, mich hat Rivergold trotzdem an Mortal Engines erinnert, was so viel heißt wie: Der Vibe gefällt mir! Fahrende Städte gibt es zwar nicht, allerdings spielt sich ein Großteil der Geschichte auf einem Goldbagger ab – zu dem Romy eine interessante Verbindung hat.

Der Erzählstil war für mich angenehm & das Tempo eher gemäßigt – dafür wurden Entscheidungen nicht übers Knie gebrochen. Außerdem führen Verletzungen auch zu Einschränkungen und werden nicht einfach im Kampfgeschehen wieder vergessen. Daumen hoch!

Schön fand ich auch, dass Romy mit Ecken und Kanten beschrieben wird. Nicht immer ist sie eine Sympathieträgerin, dafür wird ihr Charakter aber stimmig weitergedacht. Gleichzeitig hätte ich mir gewünscht, dass die Beschreibungen der Welt und der weiteren Charaktere detaillierter gewesen wären.

Allerdings setzt das Buch in meinen Augen interessante Denkanstöße: Wenn unser Antrieb Verlust ist, für wen treten wir ein? Ist das, was wir tun wirklich etwas, was die Person unterstützt hätte? Oder sind unsere Motive viel egoistischer als wir uns eingestehen wollen?

Insgesamt eine spannende Idee, von deren Umsetzung ich mir jedoch etwas mehr versprochen hatte.

»Du brauchst nicht zu versuchen, eine Heldin zu sein.« Seine Stimme klingt rau und tief. »Ich versuche es nicht«, erwidere ich. »Ich bin eine.«

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Veröffentlicht am 05.09.2023

Siehst du nur das, was du sehen willst?

Little Lies – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
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Der Plot hat mir gut gefallen und die einzelnen Teile (Rückblenden & Gegenwart) waren zumeist interessant miteinander verwoben, sodass sich die Wahrheit nach und nach zusammensetzt. Falsche Spuren und ...

Der Plot hat mir gut gefallen und die einzelnen Teile (Rückblenden & Gegenwart) waren zumeist interessant miteinander verwoben, sodass sich die Wahrheit nach und nach zusammensetzt. Falsche Spuren und Irrwege inklusive. Die Suche nach der Wahrheit und das Zweifeln an Personen und Handlungen hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht.

Ich bin relativ früh vom Buch zum Hörbuch gewechselt, kann mir aber vorstellen, dass einige Teile beim Lesen eher langatmig sein könnten. Beim Hören fand ich es angenehm auch mal durchatmen und über die Informationen nachdenken zu können.

Mit den Charakteren bin ich allerdings weniger warm geworden. Ich habe nicht nur einmal empört „Was tust du da?!“ gerufen und hätte mir an einigen Stellen ausgefallenere Figuren gewünscht.

Ähnliches gilt für den Nebenplot der Annäherung zwischen zwei Charakteren – aus meiner Sicht hätte man es bei einem kleinen Missgeschick bleiben lassen können. Zumindest kam mir die Interaktion zwischen den beiden wenig authentisch und die Verbindung zu schwach vor, um interessiert zu sein, wie es sich entwickeln wird.

(Anmerkung: Ich würde das Buch weniger empfehlen, wenn sensible Szenen gerade schneller unter die Haut gehen. Mich hat eine Rückblende auf jeden Fall kalt erwischt.)

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Interessanter Auftakt, aber kein richtiges Sherlock Gefühl

My Dear Sherlock - Wie alles begann
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Die Reihe ist (sehr offensichtlich) an Sherlock Holmes angelegt und Moriarty ist hier kein James, sondern eine Jamie. Den ersten Band habe ich in einem Rutsch beendet, obwohl ich nur reinlesen wollte. ...

Die Reihe ist (sehr offensichtlich) an Sherlock Holmes angelegt und Moriarty ist hier kein James, sondern eine Jamie. Den ersten Band habe ich in einem Rutsch beendet, obwohl ich nur reinlesen wollte. Und darum geht‘s:

London 2015. Als das 17-jährige Genie Sherlock auf die 16-jährige Jamie Moriarty trifft, ist er fasziniert von ihrem Scharfsinn und ihrem Witz. Zwei Seelenverwandte haben sich gefunden – und als kurz nach ihrer ersten Begegnung im Regentspark ein schauerlicher Mord geschieht, dessen Opfer in der Jugend mit Moriartys verstorbener Mutter befreundet war, begibt sich das Mädchen auf die Suche nach dem Täter. Sherlock immer an ihrer Seite werden sie beide tief hineingezogen in die Vergangenheit von Moriartys Familie und decken ein schreckliches Geheimnis auf. Sollte Jamies gewalttätiger Vater ein Mörder sein – und hat er sein nächstes Opfer womöglich schon im Visier?

Die vorsichtig geknüpften Bande zwischen den beiden sowie die ersten Anspannungen haben mir gut gefallen. Mit Ausnahme der doch recht zügig ausgetauschten unbeholfenen Küsse. 😬 Einige Geheimnisse bleiben zwischen den beiden bestehen – immerhin kennen sich die beiden noch nicht lang – und einer Meinung sind sie sich noch lange nicht. Was unter anderem auch an ihren bisher gesammelten Erfahrungen sowie der Art ihrer Verbindung zum Fall liegt. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob der Plot nicht sogar besser funktioniert hätte, wenn Sherlock deutlich lockerer als Vorbild gedient hätte. Nach dem nicht ganz undramatischen Ende von Band 1, bin ich auf jeden Fall gespannt, wie es weitergehen wird.

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Mehr erwartet, aber weniger gehetzt

The Last Goddess, Band 2: A Kiss Stronger Than Death (Nordische-Mythologie-Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni)
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Der erste Teil der Dilogie hat mich leider wenig überzeugt, trotzdem wollte ich gerne wissen, wie die Geschichte ausgeht. 🌿

Das Wichtigste zuerst: Ratatöskr taucht wieder auf – das Eichhörnchen, das in ...

Der erste Teil der Dilogie hat mich leider wenig überzeugt, trotzdem wollte ich gerne wissen, wie die Geschichte ausgeht. 🌿

Das Wichtigste zuerst: Ratatöskr taucht wieder auf – das Eichhörnchen, das in der Weltesche lebt und andere gern mit Nüssen bewirft. Leider wird die Figur trotz mehrerer Auftritte jedoch nicht weiter ausgebaut. (Im Original kommen ihm viel größere Aufgaben zu, vlt. hat es nach Jahrhunderten aber einfach keine Lust mehr auf seinen Job.)

Wiederholungen sind mir leider erneut gehäuft aufgefallen und haben zulasten neuer Informationen und Handlungsstränge viel Platz eingenommen.

Auch Blair entscheidet für mein Empfinden weiterhin etwas wahllos, wann sie ihre Kräfte nun einsetzt und wann sie lieber Gedanken oder anderen Dingen hinterherrennen mag, während alle anderen zugrunde gehen. 🫠 Zusätzlich konnte ich auch andere Verhaltensweisen oft nicht nachvollziehen. Erst verkündet sie z. B. unaufgefordert Ryan nicht mehr vertrauen zu können, um dann 15 Seiten später – nach einer kurzen Wanderung und dem Kurzschluss eines Autos – auf die Frage „Vertraust du mir?“ mit „immer“ zu antworten und zu erklären, dass es ihr erst jetzt bewusst geworden ist.

Bei der Liebesgeschichte habe ich sehr viel nicht verstanden. Hierzu zählt vor allem: Wieso wird über den Elefant im Raum nicht näher gesprochen? Dass kein echtes Gespräch über die traumatischen Ereignisse stattfindet, hat mich ziemlich gewurmt. Außerdem habe ich die Chemie zwischen den beiden nicht gefühlt.

Etwas Positives habe ich aber zu berichten: Ein Twist hat sich unter anderem sehr nach den Kane Chroniken angefühlt. Wenn man die Reihe nicht kennt, ist es vermutlich ein spannendes Element! ⚔️

Insgesamt haben mir die Ansätze der Dilogie gut gefallen und ich würde gerne mehr über Valkyren lesen. Ohne die Dopplungen hätte man die beiden Bände aber, zumindest vermute ich das, gut zusammenfassen und mit mehr Tiefe ausstatten können. Ich hätte einen höheren Fantasyanteil (oder zumindest mehr Hintergrund) und mehr Charakterentwicklung gebraucht, um mich in der Geschichte verlieren zu können.

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Leider ein Flop

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love (Nordische-Mythologie-Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni)
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Über Valkyren habe ich bisher kaum etwas gelesen, umso gespannter war ich, wie z. B. ihre Gemeinschaft und Fähigkeiten aufgegriffen werden.

Sprachlich ist die Story recht einfach gehalten, was das Buch ...

Über Valkyren habe ich bisher kaum etwas gelesen, umso gespannter war ich, wie z. B. ihre Gemeinschaft und Fähigkeiten aufgegriffen werden.

Sprachlich ist die Story recht einfach gehalten, was das Buch für mich zu einem idealen Feierabendschmöker macht. 🤫 Einige Dopplungen habe ich jedoch als störend empfunden:

„Mühsam riss ich den Blick vom Himmel und ließ ihn durch die nähere Umgebung gleiten.“

Drei Sätze später:

„Mühsam riss ich den Blick vom Himmel los und sah mich stattdessen in der Nähe um.“

Zusätzlich werden offensichtliche Dinge mehrfach erklärt: Blair errötet als sich Ryan zu ihr setzt und ihr Herz schlägt schneller, direkt im Anschluss verrät sie uns, dass ihre körperlichen Reaktionen verraten, dass sie – Überraschung! – verliebt ist. Das ist eine der Situationen, die ich gerne anders verpackt bekommen hätte. Außerdem werden einige Aspekte der Geschichte immer wieder erwähnt. Dadurch ist für tiefere Einblicke kaum Platz, obwohl die Story sehr viel Potenzial bietet.

Gerade bei Jugendbüchern bezaubern mich meist die Charaktere und die Atmosphäre bzw. das Gefühl beim Lesen. Beides war hier leider weniger der Fall. Ich habe zu keinem der Charaktere eine Bindung aufbauen können, dafür habe ich einfach zu wenig erfahren. Die Gedanken sowie die Gefühlswelt von Blair waren für mein Empfinden auch eher sperrig und haben mich nicht gepackt. Gleiches gilt für die Liebesgeschichte.

Auf den letzten Seiten überschlagen sich die Ereignisse, während das Tempo zuvor eher gemächlich ist – hier hätte ich mir eine bessere Balance gewünscht. Zusätzlich kam mir das (Nicht-)Einsetzen von Fähigkeiten etwas wahllos vor, ebenso die Situationen in denen sich Blair ablenken lässt, obwohl es um Leben & Tod geht.

Insgesamt bin ich mit der Geschichte leider nicht warm geworden, allerdings gibt es ein unsterbliches Eichhörnchen, das Vorbeigehende bewirft. 💛

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