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Veröffentlicht am 14.08.2023

Großartige Atmosphäre, aber nicht überzeugend

Hotel Magnifique – Eine magische Reise
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Das legendäre Hotel Magnifique reist nachts durch die Welt und bringt die Gäste an die spektakulärsten Orte. Kein Wunder also, dass sich die Menschen darum reißen einzuchecken – obwohl sie zustimmen, ihre ...

Das legendäre Hotel Magnifique reist nachts durch die Welt und bringt die Gäste an die spektakulärsten Orte. Kein Wunder also, dass sich die Menschen darum reißen einzuchecken – obwohl sie zustimmen, ihre Erinnerungen an dieses Abenteuer im Anschluss zu verlieren. Einen kostspieligen Urlaub können sich Jani & ihre Schwester Zosa zwar nicht leisten, dafür gelingt es ihnen eine Anstellung im Hotel zu bekommen. Es scheint ein großes Abenteuer zu werden – bis Zosa verschwindet. Jani setzt alles daran, ihre Schwester zu finden und begibt sich damit in tödliche Gefahr.

Die Einblicke in die Welt der Angestellten im Vergleich zu den Erlebnissen der Gäste sowie die zunehmenden düsteren Episoden waren interessant und haben die Geschehnisse innerhalb und außerhalb des Hotels zunehmend in ein anderes Licht gerückt. Dieser Wandel der Atmosphäre hat mir richtig gut gefallen.

Gleichzeitig haben die unterschiedlichen Ansätze nur wenig Raum bekommen. Obwohl ich keine große Verfechterin von Geschichten bin, deren Handlung an spannenden Punkten unterbrochen wird: Eine Aufteilung in zwei Bände hätte vermutlich dazu geführt, dass Nebenhandlungen etwas mehr Farbe bekommen, die Beziehungen zu anderen Charakteren authentischer gewirkt und die kopflosen Handlungen weniger Platz eingenommen hätten. Hier wurde nicht nur einmal der Hals riskiert.

Außerdem war das Buch für mein Empfinden ein irritierender Mix aus YA & Szenen für eine ältere Zielgruppe. So wurde es beidem nicht vollständig gerecht, was mich ehrlicherweise enttäuscht hat.

Die Liebesgeschichte nimmt nur einen kleinen Teil ein, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Kopflose Schwärmerei hätte mir vermutlich den Rest gegeben. Allerdings hätte es einige Momente gegeben, die eine tiefere Verbindung ermöglicht hätten – wäre nicht immer einer von beiden spontan woanders gebraucht worden. (Erwähnenswert finde ich aber noch, dass queere Charaktere ganz casual eingebunden werden.)

Insgesamt gab es einige spannende Ideen & atmosphärische Momente, trotzdem wollte der Funke für mich nicht so recht überspringen. Lesenswert ist das Buch dennoch!

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Atmosphärischer Spuk

Der Fluch von Carrow House
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"Der Fluch von Carrow House" (gelesen von Kati Winter) habe ich an zwei Tagen durchgehört, weil mich die Sprecherin und die Ereignisse einfach mitgerissen haben.

Es war ingesamt zwar etwas weniger gruselig ...

"Der Fluch von Carrow House" (gelesen von Kati Winter) habe ich an zwei Tagen durchgehört, weil mich die Sprecherin und die Ereignisse einfach mitgerissen haben.

Es war ingesamt zwar etwas weniger gruselig als ich erwartet/befürchtet/gehofft hatte – habe extra nicht abends damit begonnen – aber die Atmosphäre war für meine Vorstellungskraft trotzdem beflügelnd:

Wir begleiten eine Gruppe mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten, die auf die eine oder andere Art mit dem Übersinnlichen verbunden sind (erprobtes Medium, selbsternannter Geisterjäger, begeisterter Spukfan, historisch sattelfester Tourguide, mysteriöser Geldgeber…) und sich für ihre Untersuchungen zwei Wochen lang in einem berüchtigten Spukhaus einquartieren.

Oh, hatte ich erwähnt, dass der ehemalige Eigentümer des Hauses ein Serienmörder war?

Um die Überraschungsmomente nicht zu zerstören, gehe ich nicht näher auf meine liebsten Stellen ein. Ich kann jedoch zumindest sagen, dass es zwischenzeitlich einen deutlichen Spannungszuwachs gibt.

Insgesamt eine gelungene Gruselgeschichte, auch wenn mir der Epilog weniger gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Lockere Sommerlektüre

Spanish Love Deception – Manchmal führt die halbe Wahrheit zur ganz großen Liebe
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Nach ersten Startschwierigkeiten – wie hartnäckig kann man sich als Fake Date aufdrängen, wenn es vermeintlich Enemies to Lovers ist? – war "Spanish Love Deception" eine süße Geschichte.

Der mittlere ...

Nach ersten Startschwierigkeiten – wie hartnäckig kann man sich als Fake Date aufdrängen, wenn es vermeintlich Enemies to Lovers ist? – war "Spanish Love Deception" eine süße Geschichte.

Der mittlere Teil hält einige witzige Szenen bereit und auch die Annäherungen zwischen den beiden haben mir gut gefallen, obwohl sich die Protagonistin als sehr hartnäckig gegenüber kleineren Anzeichen und Hinweisen zeigt. Der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl kam nicht nur einmal vor.

Insgesamt eine lockere Sommerlektüre, die ich gerne gelesen habe, für mich aber nicht unbedingt besonders gegenüber ähnlichen Geschichten heraussticht.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Auf eine ruhige Art fesselnd

Die Tochter des Doktor Moreau
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Dieser Dschungel verbirgt die dunkelsten Geheimnisse.

Mexiko, Ende des 19. Jahrhunderts: Carlota Moreau wächst fern von der zivilisierten Welt im Dschungel der Halbinsel Yucatán auf. Sie ist die Tochter ...

Dieser Dschungel verbirgt die dunkelsten Geheimnisse.

Mexiko, Ende des 19. Jahrhunderts: Carlota Moreau wächst fern von der zivilisierten Welt im Dschungel der Halbinsel Yucatán auf. Sie ist die Tochter eines begabten Wissenschaftlers, der auf seinem Anwesen geheime Experimente durchführt. Als Eduardo Lizalde, der Sohn von Doktor Moreaus Geldgeber, eintrifft und Carlota den Hof macht, scheint ihr Weg in die feine Gesellschaft vorgezeichnet. Doch die dunklen Labore verbergen unzählige Geheimnisse – und das gefährlichste von ihnen ist Carlota selbst.

Kommt euch vage bekannt vor? Vorlage der Geschichte ist Die Insel des Dr. Moreau.

Mir hat Die Tochter des Doktor Moreau richtig gut gefallen, auch wenn es ganz anders als „Der mexikanische Fluch“ ist. Der Mix aus den Experimenten, in die wir keinen vollen Einblick bekommen, dem Zusammenleben und der Art, wie Carlota von allem Ungewöhnlichen berichtet, als wäre nichts Besonderes daran, hat meine Neugierde aufrecht gehalten und zu einer besonderen Atmosphäre beigetragen. Es ist nicht richtig gruselig, aber auch kein Sommerurlaub auf einer sorglosen Insel.

Die größeren Wendungen werden geschickt in den Verlauf eingewoben, sodass nichts „einfach so“ passiert und ich – obwohl die Geschichte eher ruhig ist – stets Lust hatte weiterzulesen. Außerdem wandelt sich die Stimmung mit den Entdeckungen zunehmend, was mir gut gefallen hat.

Sprachlich war es wieder genau mein Fall und ich möchte betonen, wie gelungen ich das Ende finde. Ggf. hatte ich auch ein paar Tranchen in den Augen. Insgesamt war ich großer Fan der Atmosphäre und der Möglichkeit Carlota zu beobachten, wie sie sich zunehmend ihr eigenes Bild über Welt, Werte und Menschen macht.

Ich freue mich auf die nächsten Bücher der Autorin!

"Sie [...] wurde zu Furcht, wurde zu Rage, wurde zu Tod, wurde zu Fell, Fangzähnen und Raserei. Sie schlitzte auf und biss, und sie zerriss, was ihr in die Klauen kam."

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Veröffentlicht am 19.07.2023

Schöne Idee, hat mich aber nicht so recht abgeholt

Falling for Eve Brown (Brown Sisters 3)
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Eve musste sich über Geld nie Sorgen machen, bis sie es doch muss... In der Hoffnung, dass sie unter Druck ihren eigenen Weg findet – nun ja – drehen ihre Eltern den Geldhahn zu. Kurz darauf platzt sie ...

Eve musste sich über Geld nie Sorgen machen, bis sie es doch muss... In der Hoffnung, dass sie unter Druck ihren eigenen Weg findet – nun ja – drehen ihre Eltern den Geldhahn zu. Kurz darauf platzt sie bei einem B&B in den Auswahlprozess für eine neue Köchin und fährt Jacob, den Inhaber, im Anschluss über den Haufen – unabsichtlich. Chaotische Zustände in einer Umgebung, in der das Gingerbread-Festival das Highlight des Jahres ist. Eve versucht ihren Fehler glattzubügeln und wie das dann immer so ist…

Grundsätzlich hat mir die Idee der Geschichte gut gefallen.
Das B&B hat zu einem "gemütlichen Lesegefühl" beigetragen und die Auseinandersetzung mit tierischen Teichbesuchern hat mich sehr zum Lachen gebracht. Ich hätte es aber schön gefunden, wenn wir mehr über die Hintergründe der Gäste erfahren hätten – als wäre man mittendrin in einer kleinen Gemeinschaft.

Zudem ist Eve ist als Persönlichkeit (zumindest für mich) zum Teil schwierig zu fassen und es gab keinen plausiblen Grund, warum ausgerechnet sie die Stelle bekommen hat. Jacob konnte ich mit seiner ruhigen Art deutlich besser nachvollziehen, entsprechend habe ich seine anfängliche Skepsis durchaus geteilt.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden hatte Momente, die mir gut gefallen haben. Es war ingesamt aber sehr viel tell und wenig show. Für mich hätten die beiden mehr emotionale Situationen (damit meine ich keinen Spice) gebraucht. Das hätte den Wechsel für mich auch authentischer gemacht.

Dass ernstere Themen Platz finden, hat mir gut gefallen, so wird z. B. Autismus und der Umgang hiermit (eigene Strategien, externe Unterstützung und Ablehnung etc.) thematisiert.

Der obligatorische Knall am Ende hat mir weniger gefallen, der Umgang der beiden damit letztendlich aber schon.

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