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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2023

Wunderschön illustriert und berührend erzählt

Die Reise
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Kennt ihr Bücher, die wie eine Umarmung sind? So ein Buch war „Die Reise – Großer Panda und kleiner Drache“ für mich.

In „Die Reise“ begleiten wir den großen Panda und seinen Freund den kleinen Drachen. ...

Kennt ihr Bücher, die wie eine Umarmung sind? So ein Buch war „Die Reise – Großer Panda und kleiner Drache“ für mich.

In „Die Reise“ begleiten wir den großen Panda und seinen Freund den kleinen Drachen. Da der kleine Drache das Gefühl hat, dass ihm etwas zu seinem Glück fehlt, machen sie sich nach erstem Zögern gemeinsam auf die Reise ins Unbekannte. Ohne Zweifel, Gefahren und Verluste geht das zwar nicht, aber… Lest selbst!

Abgesehen davon, dass ich eine Schwäche für Pandabären habe, stecken viele kleine Botschaften in der Geschichte, die in meinen Augen unabhängig vom Alter wertvoll sind. Auch die Illustrationen sind sehr atmosphärisch und oft mit kleinen Feinheiten versehen. Blättert auf jeden Fall mal rein, wenn ihr das Buch in freier Wildbahn entdeckt.

Für mich war es eine tröstliche Geschichte, die unter anderem zeigt, wie wertvoll Freund:innen sind, die einen unterstützen den eigenen Weg zu gehen bzw. zu entdecken. Und vor allem: Ob nun großer Panda, kleiner Drache oder wir – Straucheln und Probleme gehören immer dazu. Aber es wird auch wieder besser.

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Veröffentlicht am 16.04.2023

Für mich einer der schwächeren Titel der Autorin

Der Geisterbaum
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Als die Überreste – Leichen wäre etwas zu viel gesagt – zweier Mädchen in Smiths Hollow auftauchen, ist die Aufregung groß. Doch kurz danach scheint der Vorfall vergessen. Auch bei dem Mordfall von Laurens ...

Als die Überreste – Leichen wäre etwas zu viel gesagt – zweier Mädchen in Smiths Hollow auftauchen, ist die Aufregung groß. Doch kurz danach scheint der Vorfall vergessen. Auch bei dem Mordfall von Laurens Vater, der beim Geisterbaum aufgefunden wurde, hat die Polizei kaum etwas unternommen. Lauren unternimmt kurzerhand eigene Nachforschungen und realisiert, dass ihr eine eigene tragische Rolle zugedacht ist.

Gut gefallen hat mir, dass neben dem offensichtlichen Problem (nur zur Erinnerung: blutige Morde) auch verschiedene gesellschaftliche Missstände angesprochen bzw. durch verschiedene Figuren repräsentiert werden. Hierzu gehört z. B. eine ältere Dame, die ich am ehesten mit „Ich bin keine Rassistin, aber…“ beschreiben würde. In diesem Kontext fand ich eindrücklich, dass eine der Figuren eine Abwandlung seines Namens im Alltag bevorzugt, „weil ihn die Weißen mit dieser amerikanisierten Form eher als einen der ihren behandelten“. Außerdem spielt die unterschiedliche Bewertung von zugelassener körperlicher Nähe mit wechselnden Personen bei Frauen und Männern eine Rolle.

Aus meiner Sicht hätte die Geschichte an einigen Stellen ohne Probleme gekürzt werden können. Einige Handlungsstränge waren recht repetitiv und dadurch wenig fesselnd. Vielleicht wäre so mehr Platz für die nähere Ausgestaltung der Figuren und der Atmosphäre gewesen. Beides kam mir in diesem Band etwas kurz, ich habe mich kaum im „Spukmodus“ befunden und die Charaktere kamen mir sehr vereinfacht vor.

Die geheimnisvolle „Liebesgeschichte“ hat sich mir zudem nicht wirklich erschlossen. Die Geschichte war für mich schon shady genug – immerhin geht es um einen gruseligen Wald und kollektives Vergessen – da hätte ich nicht noch ein Thema obendrauf benötigt. Außerdem wurde zu Beginn ein (eindeutiger, glaube ich) Hinweis gegeben, wer „Er“ ist, sodass ich die darauffolgende Geheimniskrämerei als anstrengend erlebt habe.

Insgesamt finde ich das Thema der Geschichte wieder sehr interessant gewählt, auch wenn ich mich mit dem Lesen schwergetan habe. Die letzten Sätze fand ich dafür ziemlich cool!

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Veröffentlicht am 13.04.2023

Etwas skurril, aber ziemlich witzig!

Lasst uns schweigen wie ein Grab
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Was tun, wenn die Direktorin und ihr Bruder das Sonntagsessen überraschenderweise nicht überleben? Sofort die Polizei benachrichtigen und zu den ungeliebten Familien zurückgeschickt werden oder die Angelegenheit ...

Was tun, wenn die Direktorin und ihr Bruder das Sonntagsessen überraschenderweise nicht überleben? Sofort die Polizei benachrichtigen und zu den ungeliebten Familien zurückgeschickt werden oder die Angelegenheit vertuschen? Klarer Fall! Das St. Etheldra Mädcheninternat wird kurzerhand von sieben Mädchen geführt und auf das frische Grab ein Kirschbaum gepflanzt. Daraus ergeben sich bloß zwei Probleme: Zum einen gestaltet sich die geheime Unabhängigkeit viel schwieriger als gedacht & zum anderen ist der Mörder noch auf freiem Fuß.

Das war skurril! Die Leichen sind noch nicht unter der Erde, schon kommt die halbe Nachbarschaft vorbei. Da ist Improvisationstalent gefragt, was wiederum zu einigen absurden Situationen führt. Außerdem will der Mordfall aufgeklärt werden! Für mich ein typisches Zwischendurch-Buch, wenn es nicht zu komplex und ein bisschen amüsant sein darf.

Mit der eigenwilligen Namensgebung der Protagonistinnen hatte ich allerdings meine Probleme. Da wären:

▫️ Roberta »Liebenswert« Pratley
▫️ Mary Jane »Ungeniert« Marshall
▫️ Martha »Einfältig« Boyle
▫️ Alice »Robust« Brooks
▫️ Kitty »Schlau« Heaton
▫️ Louise »Pockennarbig« Dudley
▫️ Elinor »Düster« Siever

Auf die Mädchen wird mit dem Vor- und Beinamen verwiesen. Zum einen liest sich das eher gewöhnungsbedürftig und zum anderen hat mich der Fokus auf ein einzelnes Merkmal gestört. Das Konzept dahinter scheine ich insgesamt nicht so recht verstanden zu haben. Hätte man diesen Teil weggelassen, wäre übrigens trotzdem klar gewesen, dass z. B. Elinor eine Schwäche für Vergänglichkeit und Kitty kluge Einfälle hat.

Das Anbandeln der Mädchen mit den Jungen aus dem Dorf hätte man für mich ebenfalls reduzieren können, aber es war ganz süß zu sehen, wie unterschiedlich die Charaktere mit ihren Gefühlen umgehen. Martha rennt beispielsweise einfach weg als sie feststellt, dass sie sich merkwürdig ausgedrückt hat. Darüber musste ich ziemlich lachen. Vielleicht hätte mich das in einigen Situationen auch schon gerettet.

Für mich war’s insgesamt unterhaltsam und genau richtig für einen gemütlichen Sofaabend!

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Veröffentlicht am 06.04.2023

Seicht, jedoch nicht unproblematisch

Zwei wie Pech und Flitter
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𝐙𝐰𝐞𝐢 𝐅𝐫𝐚𝐮𝐞𝐧, 𝐝𝐢𝐞 𝐢𝐡𝐫𝐞 𝐆𝐞𝐬𝐜𝐡𝐢𝐜𝐡𝐭𝐞 𝐧𝐞𝐮 𝐬𝐜𝐡𝐫𝐞𝐢𝐛𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐃𝐢𝐞𝐛𝐞𝐬𝐳𝐮𝐠 𝐩𝐥𝐚𝐧𝐞𝐧, 𝐝𝐞𝐧 𝐞𝐬 𝐬𝐨 𝐧𝐨𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐠𝐞𝐠𝐞𝐛𝐞𝐧 𝐡𝐚𝐭. Die Märchen zu König Drosselbart und Frau Holle sind vielen bekannt, aber was wäre, wenn die ...

𝐙𝐰𝐞𝐢 𝐅𝐫𝐚𝐮𝐞𝐧, 𝐝𝐢𝐞 𝐢𝐡𝐫𝐞 𝐆𝐞𝐬𝐜𝐡𝐢𝐜𝐡𝐭𝐞 𝐧𝐞𝐮 𝐬𝐜𝐡𝐫𝐞𝐢𝐛𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐃𝐢𝐞𝐛𝐞𝐬𝐳𝐮𝐠 𝐩𝐥𝐚𝐧𝐞𝐧, 𝐝𝐞𝐧 𝐞𝐬 𝐬𝐨 𝐧𝐨𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐠𝐞𝐠𝐞𝐛𝐞𝐧 𝐡𝐚𝐭. Die Märchen zu König Drosselbart und Frau Holle sind vielen bekannt, aber was wäre, wenn die Schilderung der Ereignisse wichtige Details auslässt? Und wie ergeht es denen, die bei den Erzählungen wenig wohlwollend wegkommen? Antworten hierauf findet ihr in „Zwei wie Pech und Flitter“, das vor Kurzem erschienen ist.

Ich würde sagen, dass der geplante Fokus klar auf der Unterhaltung lag. Probleme werden recht zügig überwunden und auf zu detaillierte Erklärungen verzichtet. Der Humor war nicht meiner, andere Bloggerinnen fanden ihn dafür ausgesprochen gut!

Womit ich mich hingegen wirklich schwergetan habe, waren einige für mich negativ konnotierte Bezeichnungen (z. B. Weib) als auch (Ab-)Wertungen, die für mein Empfinden konträr zu dem möglichen Empowerment – zwei Frauen mischen gemeinsam die Welt auf – stehen, z. B. die Verknüpfung von fehlender Würde und Prostitution („so weit war ich nicht gesunken“). Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum dieser Fingerzeig auf andere Frauen und ihre Entscheidungen eingebaut wurde. Auch das Männerbild war schwierig bzw. einseitig negativ.

Zusätzlich habe ich die Abschlussrede im Hinblick auf (Rede-)Freiheit als kritisch empfunden, denn zwischen alles oder gar nichts sagen dürfen, gibt es in meinen Augen Nuancen. Besonders problematisch habe ich z. B. folgende Äußerung erlebt, die sich am Ende des Buches an eine Person in der Menge richtet: „Du, du bist wahrhaftig dick. Das ist keine Beleidigung, das ist eine Tatsache. Du kannst mir jetzt sagen, dass du einfach gern isst und dich wohlfühlst, so wie du bist. Oder du kannst dir selbst sagen, dass deine Beine sich hin und wieder bei deinem Bauch beschweren, weil sie ihn schleppen müssen. Dann isst du vielleicht ein bisschen weniger und gehst öfter zu Fuß, statt in der Kutsche zu fahren. Manchmal müssen bittere Wahrheiten ausgesprochen werden.“ Ich gehe durchaus mit, dass eine offene Diskussion wichtig ist, aber niemand hat per se das Recht mich auf mein (vermeintlich niedriges oder hohes) Gewicht und mögliche Gründe anzusprechen – erst recht keine Person, die ich gar nicht näher kenne. Die gesamte Ausführung zu diesem Thema ist bei mir auf wenig Verständnis gestoßen.

Die Idee der Geschichte hat mich direkt angesprochen, konnte mich insgesamt jedoch nicht überzeugen. Das lag vor allem an meinen abweichenden Einstellungen, die für mein Empfinden fehlende Sensibilität beim Umgang mit verschiedenen ernsten Themen und der Tatsache, dass die Protagonistinnen in meinen Augen weder gleichgestellt waren noch eine tiefere Verbindung zueinander hatten.

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Hat mich leider nicht gefesselt

Das Hotel - ein Mysterythriller
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Endlich Urlaub! Alice lässt ihre Seele auf einer abgeschotteten Insel in einem All-Inclusive-Hotel baumeln – zumindest so lange bis ein anderer Gast verschwindet, sich aber niemand sonst an ihn erinnert. ...

Endlich Urlaub! Alice lässt ihre Seele auf einer abgeschotteten Insel in einem All-Inclusive-Hotel baumeln – zumindest so lange bis ein anderer Gast verschwindet, sich aber niemand sonst an ihn erinnert. Unsicher, ob ihre Erinnerungen ihr einen Streich spielen oder etwas mit den anderen und/oder dem Hotel nicht stimmt, versucht Alice – mit eingeschränkter Unterstützung – des Rätsels Lösung zu finden.

Der Fokus der Geschichte lag auf Alice und ihren Empfindungen, alle anderen Charaktere blieben eher blass, leider hatte ich gerade für die Protagonistin nur wenig Sympathie übrig. Zu Beginn macht sie es z. B. einem (eher mürrischen) Kellner absichtlich schwierig, um ihm eins auszuwischen und an einfache Vorgaben des Hotels hält sie sich nicht (eine Karte mit Essenswünschen ausfüllen). Stattdessen reagiert sie sehr empfindlich darauf, sie selbst nachträglich ausfüllen zu müssen und händigt aus Prinzip auch am nächsten Tag keine Karte aus. Natürlich möchte sie auch lieber in den Familienbereich und beim Essen nicht dort sitzen, wo ein Platz für sie freigehalten wurde… Alice anstrengende Art wird zwischendurch von unbedachten Handlungen ergänzt. Später (nach ~3/4 der Geschichte) fügen sich ihre Eigenarten zusammen. Mich hatte sie bis dahin aber schon in den Wahnsinn getrieben.

Weg von der Protagonistin, hin zum Plot: Die Idee hat mir gut gefallen und auch die Wendung der Geschichte war interessant. Für mich gab es jedoch einige Längen und von einem Mysterythriller hätte ich mir mehr Spannung und „Detektivarbeit“ gewünscht. Die Auflösung wird eher oberflächlich präsentiert und wenig von Alice selbst erarbeitet. Dafür musste ich über das Ende ein wenig schmunzeln, weil man als Leser:in direkt Bescheid weiß.

Insgesamt war das Setting eine interessante Wahl. Außerdem gab es die Möglichkeit in verschiedene Richtungen mitzurätseln. Ich hätte mir jedoch mehr Thrill gewünscht und wurde mit der Protagonistin nicht warm. Auch die Auflösung hätte für mich etwas detaillierter sein können.

Wenn ihr eine ungewöhnliche Geschichte lesen wollt und auf ein wild klopfendes Herz verzichten könnt, dann solltet ihr euch das Buch mal anschauen.

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