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Veröffentlicht am 03.10.2022

Ungewöhnlich, aber unterhaltsam

How to kill your family
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How to Kill Your Family ist nicht nur ein ungewöhnlicher Titel – wenn ihr im Zug mit Klebezetteln sitzt und euch währenddessen Notizen macht, sprechen euch weniger Menschen an – auch die Geschichte ist ...

How to Kill Your Family ist nicht nur ein ungewöhnlicher Titel – wenn ihr im Zug mit Klebezetteln sitzt und euch währenddessen Notizen macht, sprechen euch weniger Menschen an – auch die Geschichte ist speziell.

Grace sitzt im Gefängnis, allerdings nicht für die Morde, die sie tatsächlich begonnen hat. Während sie auf den Berufungsprozess wartet, schreibt sie ihre Geschichte nieder und erzählt uns von ihrer Kindheit, dem Plan sich an ihrer Familie zu rächen und letztendlich der Umsetzung.

Es war ein ungewöhnliches Erlebnis, dem nächsten Mord entgegenzufiebern, statt auf Seiten der Ermittler:innen zu bangen, ob sie das nächste Puzzlestück zusammensetzen können, bevor es zu spät ist. Die Art der Morde fand ich zum Teil sehr originell und Kröten hatte ich als Halluzinogene nicht im Hinterkopf. Zudem hat mir gut gefallen, dass ihr Ziel nicht war, besonders grausame Taten zu begehen, sondern eine Reihe Unfälle „positiv zu beeinflussen“.

Das Buch hatte einige Längen, was mich persönlich aber nicht gestört hat. Grace und ihre etwas eigenwillige Art habe ich als sehr unterhaltsam empfunden. Sie teilt ihre Meinungen und Gedanken zu anderen Personen gerne unverblümt und ist nicht besonders gnädig mit ihren Mitmenschen: „Helene war ein guter Mensch, aber keine Intelligenzbestie, und sie hatte sicher nicht den größten Durchblick. Alle ihre Lieblingssendungen liefen im Privatfernsehen – vielleicht verdeutlicht das, was ich damit meine“. Außerdem spart sie auch nicht an gesellschaftlicher Kritik zu verschiedenen Themen: „Selfcare ist der neuste Konsumtrend, der uns Frauen unter dem Deckmäntelchen feministischen Empowerments aufgedrängt wird, aber Spaß machen kann er natürlich trotzdem“.

Das Ende hat mich eher enttäuscht zurückgelassen, auch wenn ich etwas in die Richtung schon befürchtet hatte. Die Wendung hätte es für mich nicht gebraucht und wurde im Vergleich zu den vorherigen Ausschweifungen sehr knapp abgehandelt.

Mich hat die Geschichte insgesamt gut unterhalten und einige Stunden Zugfahrt gelungen überbrückt, eine klare Leseempfehlung für jede:n kann ich allerdings nicht aussprechen. Ich denke, dass das Buch erneut eines ist, das entweder gefällt oder missfällt.

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Ein Auftakt, der neugierig auf den weiteren Verlauf macht, aber auch einige Stolpersteine bereithält.

Kingdom of the Wicked – Der Fürst des Zorns
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An Kingdom of the Wicked kam auch ich nicht vorbei: Ich liebe Hexengeschichten und die Idee der sieben Todsünden als Dämonenprinzen hat mich direkt begeistert.

Der Einstieg in die Geschichte war jedoch ...

An Kingdom of the Wicked kam auch ich nicht vorbei: Ich liebe Hexengeschichten und die Idee der sieben Todsünden als Dämonenprinzen hat mich direkt begeistert.

Der Einstieg in die Geschichte war jedoch überraschenderweise recht zäh. Dafür, dass der Klappentext die Ermordung von Emilias Zwillingsschwester bereits angekündigt hat, sind nach meinem Empfinden doch recht viele Seiten vergangen, bis wir an diese Stelle gelangen und die Geschichte ihren Lauf und vor allem Fahrt (auf-)nimmt. So hatten wir zwar Zeit Vittoria näher kennenzulernen, für eine tiefergehende Sympathie war die Zeitspanne wiederum zu kurz. Auch von dem historischen Setting habe ich persönlich nicht viel gespürt.

Mit Emilia wurde ich leider nicht so recht warm. Ihr Verhalten war für mich zum Teil nicht nachvollziehbar und viele Entscheidungen kamen mir weniger charakter- als storygeleitet vor. Dafür hätte ich mir gewünscht, dass Nebencharaktere wie z. B. Claudia stärker in die Geschichte verwoben werden. Emilia ist in meinen Augen insgesamt oft ein wenig zu naiv – vor allem für eine Figur, deren Hang zur Logik betont wird – und auch weniger tough als ich es mir erhofft hatte. Sie bietet in den Folgebänden aber genügend Stoff für eine Charakterentwicklung, die es in sich hat. Erste Anzeichen konnten wir schon beobachten.

Wirklich gut hat mir der Einbezug von Kräutern, Tränken usw. in die Hexerei gefallen, wobei ich mir neben den Kitchen Witch Vibes noch einen tieferen Einblick in die Hexerei gewünscht hätte.

Es bleibt spannend, wie sich die Geschichte weiter entfalten wird!

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Spannender Ansatz, aber weniger fesselnde Umsetzung

Cinderella ist tot
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"Das mit der Wahrheit ist kompliziert. Die Menschen wollen sie wissen, aber wenn sie es dann tun, wünschen sie sich manchmal, sie nicht zu kennen."

Mich hat „Cinderella ist tot“ leider weniger überzeugt ...

"Das mit der Wahrheit ist kompliziert. Die Menschen wollen sie wissen, aber wenn sie es dann tun, wünschen sie sich manchmal, sie nicht zu kennen."

Mich hat „Cinderella ist tot“ leider weniger überzeugt als erwartet, umso schwieriger ist es mir gefallen, die passenden Worte zu finden.

Die Idee, dass Cinderellas Geschichte als Mittel zur Unterdrückung innerhalb einer Gesellschaft genutzt wird, hat mir persönlich sehr gut gefallen. Ich erinnere mich an kein anderes Buch, in dem ein Märchen Basis einer Ideologie ist, umso spannender fand ich die Herangehensweise für ein weiteres Cinderella Retelling. Während ich das Grundgerüst beeindruckend finde, hätte die Geschichte für mich mehr Tiefgang und die Charaktere mehr Farbe vertragen.

Sophia habe ich als sehr unbedacht empfunden. Sie kritisiert schnell und das ohne sich in die Lage der anderen Personen hineinzuversetzen und erregt durch ihren Unmut oft Aufmerksamkeit, wobei sie nicht bedenkt, welche Auswirkungen ihr Handeln für andere haben könnte. Unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Umstände habe ich das Verhalten als wenig authentisch erlebt. Gerade zu Anfang der Geschichte hat dies dazu gefühlt, dass ich keinen wirklichen Draht zu ihr aufbauen konnte.

Die Beziehung zwischen Sophia und Erin hat mich ehrlicherweise irritiert. Mir kam die Zuneigung eher einseitig vor und bei keinem der Gespräche zwischen den beiden kam das Gefühl einer liebevollen Beziehung auf. Das Setting hätte in meinen Augen viel Potential für eine geheime Liebe und auch für schmerzhafte Entscheidungen geboten, immerhin gefährden sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familien, wenn sie sich für ihre Liebe entscheiden, aber es blieb doch eher kühl und oberflächlich. Entsprechend habe ich ihre Gewissensbisse im Laufe der Geschichte auch nicht nachvollziehen können.

Constance war im Vergleich zu den beiden deutlich interessanter und für mich auch der Grund aus der Leserunde nicht auszusteigen, wobei auch sie für mich kein ausgereifter Charakter ist.

Insgesamt ein spannender Ansatz für ein Retelling, aber leider zu simpel gehalten, um mich wirklich zu begeistern.

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Was macht dich menschlich?

Das Babel Projekt 1. Lifelike
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In Lifel1k3 - Das Babel Projekt erwartet uns ein postapokalytisches Setting mit Roboterkämpfen, einzigartigen Freundschaften, verborgenen Wahrheiten, einer besonderen Fähigkeit und Fragmenten, die sich ...

In Lifel1k3 - Das Babel Projekt erwartet uns ein postapokalytisches Setting mit Roboterkämpfen, einzigartigen Freundschaften, verborgenen Wahrheiten, einer besonderen Fähigkeit und Fragmenten, die sich langsam aber stetig zu einer spannenden ersten Auflösung zusammenfügen.

Insgesamt ist die Geschichte für mich ein rasantes Abenteuer mit Humor und vielen gelungenen Irrungen & Wirrungen. Die Charaktere haben alle ihre Ecken & Kanten, tun vereinzelt das Falsche aus den richtigen Gründen (oder auch andersherum) und tragen ihr ganz eigenes Päckchen an offenen sowie verborgenen Problemen. Mir gefallen kantige Figuren am besten: Volltreffer also. Das Hörbuch wird von Yeşim Meisheit zudem großartig gelesen.

Den Plottwist am Ende habe ich mir so gewünscht, umso glücklicher bin ich über das Ende, mehr kann ich euch leider nicht dazu sagen, um nicht zu spoilern. Ich freue mich schon sehr auf Band 2, der zufällig aus der Perspektive einer Nebenfigur erzählt wird, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Wird mit Sicherheit spannend!

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Ist Glück mehr als eine Wahrscheinlichkeit?

Spring Storm 1: Blühender Verrat
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Spring Storm beginnt mitten im Geschehen und hat mich direkt mitgerissen!

Worum geht es? Ein Meteoriteneinschlag hat viele Leben gefordert, aber auch bei einigen für besondere Kräfte gesorgt. Diese Cosmic ...

Spring Storm beginnt mitten im Geschehen und hat mich direkt mitgerissen!

Worum geht es? Ein Meteoriteneinschlag hat viele Leben gefordert, aber auch bei einigen für besondere Kräfte gesorgt. Diese Cosmic Powers sind vielseitig, kaum erforscht und bringen somit vor allem eines mit: Potential für Unbehagen. In diesem angespannten Setting lebt Cora, die an der Academy of Cosmic Powers aufgenommen wird, nachdem diese ihre Tore für Cosmics und Menschen öffnet. Dort lernt sie King kennen, deren Begeisterung für Cora sich zunächst im Bereich der Minusgrade bewegt. Als sich die gesellschaftliche Lage zuspitzt, zählt jedoch vor allem eines: Zusammenhalt. Auch zwischen King und Cora.

Cora hat in ihrem Leben schon einiges durchgemacht, entsprechend ist unsere Protagonistin keine Little Miss Sunshine. Gleichzeitig wird sie – in meinen Augen – auch nicht über die Maße verbittert dargestellt, was mir sehr gut gefallen hat und Cora für mich authentisch macht. Gerne würde ich auch näher auf die kleinen inneren Zwiespälte eingehen, die Cora für mich umso liebenswerter gemacht haben, aber ich möchte euch das Lesevergnügen nicht nehmen.

Im Laufe der Geschichte gesellt sich tierische Unterstützung an Coras Seite und wie bereits bei The Drowned Woods, bin ich von dem süßen Sidekick begeistert. Da dieses Tier jedoch etwas besonderer ist, habe ich mich sehr gefreut, dass ihr auch eine Illustration im Buch gewidmet wurde.

Die Rückblenden – die ich auf gelungene Art bedrückend finde – sind sehr atmosphärisch, illustrieren beeindruckend, welche Situationen Cora und ihre vielleicht ab und an eigenwilligen Handlungen beeinflusst haben und bieten einen näheren Einblick in die gesellschaftlichen Zustände. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir z. B. eine Szene, in dem ein Kind äußert, dass das Dröhnen der Helikopter kein Grund zur Sorge sei, weil sich das Militär bei einem Angriff unauffälliger nähern würde. Nicht unbedingt behaglich.

Für meinen Geschmack wurde das Tempo gegen Ende zwar etwas stärker als nötig angezogen und einige Situationen hätten weniger glatt laufen können, dennoch hat mir die Geschichte unfassbar viel Spaß gemacht und ich habe es geliebt, wie vielseitig die Möglichkeiten der besonderen Kräfte gehalten sind. Ein wenig so als würden sie auch in uns schlummern können.

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