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Veröffentlicht am 27.12.2021

Die tragische Geschichte einer Familie

Der Gesang der Berge
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Was für ein beeindruckendes und intensives Buch. Ich habe "Der Gesang der Berge" von Nguyen Phan Que Mai schon vor einer Weile gelesen und mir fehlen nach wie vor die Worte. Die Autorin schildert abwechselnd ...

Was für ein beeindruckendes und intensives Buch. Ich habe "Der Gesang der Berge" von Nguyen Phan Que Mai schon vor einer Weile gelesen und mir fehlen nach wie vor die Worte. Die Autorin schildert abwechselnd aus der Sicht zweier Generationen einer Familie die großen historischen Begebenheiten in Vietnam. Sei es die Besatzung, die Landreform, die große Hungersnot oder der amerikanisch-vietnamesische Krieg, sie alle haben das Land gebeutelt und viele Familien beinahe ausgelöscht. Die Großmutter Dieu Lan, einst Kind einer wohlhabenden Familie, blickt dabei auf sehr schwerwiegende Entscheidungen in ihrem Leben zurück, sie hat mehrfach den Tod gesehen, zahlreiche Familienmitglieder verloren, beinahe auch sich selbst und bis zuletzt für ihre Kinder und das Überleben der Familie gekämpft. Ihre Enkelin Huong erzählt von allem was ihr gegenwärtig widerfährt. Sie vermisst ihre Mutter, die mit ihren Onkeln in den Krieg gezogen ist und wartet auf ihre Rückkehr. Es ist ein großes Buch, das mich nicht nur geschichtlich, sondern auch emotional gefordert und begeistert hat. Die Verzweiflung eines Kindes, einer Mutter und Großmutter und die tragische Geschichte Vietnams haben mich sehr mitgenommen und lange nicht losgelassen. Ich wusste recht wenig über dieses kleine Land und empfand die historischen Gegebenheiten eingebettet in diese sehr emotionale Geschichte sehr mitreißend und erschreckend. Hätte ich nur das Cover gesehen, hätte ich wahrscheinlich nie nach diesem Buch gegriffen, die Leseprobe und die ersten Seiten haben mich sofort getroffen. Sehr toll!

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Veröffentlicht am 13.08.2021

eine wilde Geschichte

Junge mit schwarzem Hahn
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Die Leseprobe zu "Junge mit schwarzem Hahn" von Stefanie vor Schulte mochte ich sehr. Es ist eine mittelalterliche bis märchenhafte Erzählung über den elfjährigen Martin, der sich seinen Weg durch die ...

Die Leseprobe zu "Junge mit schwarzem Hahn" von Stefanie vor Schulte mochte ich sehr. Es ist eine mittelalterliche bis märchenhafte Erzählung über den elfjährigen Martin, der sich seinen Weg durch die Welt sucht. Bis auf auf einem Hahn besitzt der Junge nichts, sein Vater hat seine gesamte Familie ermordet, von den Dorfbewohnern wird er gemieden und eine Verbindung mit dem Unheil und dem Teufel wird ihm nachgesagt. Als dann ein Maler, der das Altarbild der Kirche fertigen soll, in das Dorf kommt, beschließt Martin mit ihm zu ziehen und entdeckt dabei eine schaurige Welt voller Aberglauben, Tyrannei und ständig neuen Herausforderungen.
An sich klingt das sehr spannend und auch der Anfang lässt viel erwarten, dann folgt allerdings eine sprudelnd bunte Mischung aus Ideen und Einfällen, die in ihrer Häufigkeit sehr wirr und plötzlich rüberkommen. Nichts wird wirklich länger erzählt und so fand ich die Geschichte innerhalb kürzester Zeit auch sehr überladen. Vieles ist nur kurzzeitig von Bedeutung und ich konnte keine Nähe zu dem Jungen aufbauen, noch hat mir das Lesen dann noch Spaß gemacht. Nach der Hälfte habe ich das Buch wieder zur Seite gelegt, für mich war es leider nichts.

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Veröffentlicht am 12.07.2021

Wichtig und intensiv

Drei Kameradinnen
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"Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar war für ich ein sehr schweres und aktuelles Buch, das ich nicht so einfach durchlesen konnte. Es ist keine wirklich zusammenhängende Geschichte. Es sind mehr einzeln ...

"Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar war für ich ein sehr schweres und aktuelles Buch, das ich nicht so einfach durchlesen konnte. Es ist keine wirklich zusammenhängende Geschichte. Es sind mehr einzeln aneinandergereihte Ausschnitte und Erinnerungen aus aus dem Leben von Kasih und ihren Freundinnen Hani und Saya. Die drei Frauen sind in der gleichen Stadtrandsiedlung aufgewachsen, haben einen Migrationshintergrund und sehen sich ständig mit Vorurteilen und Rassismus konfrontiert. Ihre Erfahrungen und Geschichten werden von Kashi selbst erzählt. Man merkt häufig ihre Wut und Aggression. Sie unterstellt ihren Lesern oft auch rassistisch zu sein oder alles besser wissen zu wollen und doch nichts zu wissen. Es ist ein Buch, das direkt in die Konfrontation mit den Lesern geht und mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Die Autorin macht mit diesen Geschichten zumindest sehr deutlich in wie weit Vorurteile und Überzeugungen unser Leben lenken und wie der vorhandene Rassismus dadurch sehr häufig noch angefeuert wird bis es zur Eskalation kommt. Das Cover mit der Flamme finde ich daher auch sehr gut gewählt. Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen, aber ich hätte mir gerne etwas mitreißenderes gewünscht. Daher dann auch nur 4 Sterne.

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