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Veröffentlicht am 05.12.2021

spannende, düstere Ereignisse im Cyberpark

Cyberworld 4.0
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Achtung: vierter Band! Meine Rezension kann ganz kleine Spoiler in Bezug auf die ersten Bücher enthalten.

Jemma und Jamie sind gemeinsam mit ihren Freunden gern und regelmäßig im CyberNetz unterwegs um ...

Achtung: vierter Band! Meine Rezension kann ganz kleine Spoiler in Bezug auf die ersten Bücher enthalten.

Jemma und Jamie sind gemeinsam mit ihren Freunden gern und regelmäßig im CyberNetz unterwegs um die verschiedensten Abenteuer zu erleben. Als nun die Eröffnung von Yonderwood, dem ersten Erlebnispark, in dem man sowohl in der realen Welt, als auch in der CyberWorld Rätsel lösen und geschickt kombinieren muss, kurz bevorsteht, sind die alle super happy zu denen zu gehören, die das austesten dürfen. Ob die sechs gemeinsam mit den anderen Team das Geheimnis von Yonderwood ergründen können? Wieso verlassen alle Einwohner das Dorf? Welche Schrecken der Vergangenheit lauern darauf, die Bewohner erneut heimzusuchen?
Will, Ned, Charlie, Zack, Jemma und Jamie tauchen in ein düsteres, aber auch spannendes Abenteuer ein und haben viel Spaß bei den Herausforderungen – zumindest solange, bis es auch eine reale Bedrohung gibt, die sie nicht ignorieren können.

Das Abenteuer im Cyberpark ist zwar ziemlich unabhängig von den vorherigen Büchern, die Geschichte der Protagonisten geht jedoch weiter, daher würde ich Vorwissen auf jeden Fall empfehlen. Einem würden sonst doch einige Zusammenhänge fehlen und man wüsste nicht, wie die Figuren zueinander gefunden haben, was sie ausmacht, welche Hürden sie schon überstanden haben und so weiter. Es wird zwar auch im Verlauf des Buch das eine oder andere am Rande erwähnt, so dass man damit kleine Erinnerungslücken wieder schließen kann, eine komplette Zusammenfassung gibt es jedoch nicht. Ich mochte auch die ersten drei Bücher richtig gern und kann schon allein daher empfehlen, sie einfach zu lesen. ;)

Der tolle Schreibstil von Autorin Nadine Erdmann schafft es immer wieder, mich mitzureißen und zu begeistern – so auch in diesem Buch. Es war von Beginn an spannend und umso weiter man liest, umso turbulenter, düsterer und bedrohlicher wird es. Es gibt jedoch auch immer wieder Raum für die Figuren, sich zu entwickeln und zu verdeutlichen, wie innige und vertraut ihre Bindung zu dem einen oder anderen Charakter ist. So hat man neben den abenteuerlichen Erlebnissen in Yonderwood auch eine stetige Figurenentwicklung, die einem die Protagonisten noch näher bringt, Einblicke in ihre Vergangenheit gibt und zeigt, wie sie als Team, als Paare, als Freunde oder als Geschwister funktionieren. Ich habe alle von ihnen sehr ins Herz geschlossen und mag, wie sie gemeinsam agieren, wie sie aufeinander aufpassen, sich gegenseitig stützen und stärken, wie sie aber trotzdem eben auch alle noch eigenständig sind, mit eigenen Sorgen, Ängsten und Problemen, aber auch mit ihren Stärken und Erfolgen. Es ist toll sie zu begleiten, immer mehr von ihnen zu erfahren und einfach ein Stück ihrer Entwicklung zu begleiten. Obwohl alle sechs so unterschiedlich sind, verbindet sie ihre bedingungslose Freundschaft und schafft ihnen so einen Raum, in dem sie sein können, wie sie sind, ohne dafür verurteilt, belächelt oder schräg angeguckt zu werden. Kleine Sticheleien gibt es natürlich auch mal, aber alles eher auf einer liebevollen und nicht auf der bösartigen Ebene.

In diesem Buch ist das Erlebnis der CyberWorld ein ganz besonderes durch den Aufenthalt im Erlebnispark. Sobald die Teilnehmer ankommen, schlüpfen sie in ihnen zugewiesene Rollen und müssen sowohl im realen Dorf ihre Aufgaben erfüllen, Informationen sammeln und verknüpfen und so auf weitere Verstrickungen und Hinweise kommen, als auch Aufträge in der CyberWorld erledigen und dabei teilweise ziemlich tückische und gefährliche Abenteuer bestehen. Der Wechsel zwischen der realen Spielewelt und der im CyberNetz hat mir unglaublich gut gefallen. Mit viel Liebe zum Detail wird im Dorf Yonderwood dafür gesorgt, dass die Spieler glauben könnten, ihre online Abenteuer sind wirklich passiert. So entsteht ein komplexes Abenteuer, das die Spieler nahezu den gesamten Tag beschäftigt. In der CyberWorld wird es gruselig und düster, die Gegner sind nicht zu unterschätzen und oft giftiger, als sie zunächst wirkten. Teamgeist, Zusammenhalt, Cleverness und Geschick ist gefragt um die Aufträge erfolgreich abzuschließen und so etwas zum Erfolg der Gesamtmission beizutragen. Die anschaulichen Beschreibungen lassen die Geschehnisse im Erlebnispark sehr lebendig werden, man kann sich sowohl die unterschiedlichen Monster, als auch das jeweilige Setting richtig gut vorstellen. So schwappte beim Lesen die angespannte, mit Gänsehaut angereicherte Atmosphäre zu mir rüber, was das Erleben des Buches noch intensiver gemacht hat.
Doch auch abseits der Cyberwelt gibt es einige Herausforderungen für die Charaktere zu bestehen, denn es gibt Mitspieler, die ihnen nicht wirklich wohlgesonnen sind und es sich zur Aufgabe machen, ihnen das Leben so schwer zu machen, wie nur möglich. Das sorgt für zusätzliche Dramatik, Tempo und Spannung.

Fazit

Ein rundum gelungenes Buch, das mich von Anfang bis Ende mitgenommen, gefesselt, zwischendurch berührt oder den Atem hat anhalten lassen. Neben den abenteuerlichen, düsteren Ausflügen in die CyberWorld, die richtig genial umgesetzt sind und in denen immer wieder neue Ideen eingearbeitet sind, gibt es auch Raum für Figurenentwicklung und gefühlvolle Momente. Der Wechsel zwischen dem realen Dorf und dem Äquivalent in der CyberWorld hat für mich richtig gut funktioniert. Es ist alles gut aufeinander abgestimmt, so dass ein harmonischer Übergang stattfindet, auch wenn einem stets bewusst ist, in welcher Welt man sich befindet.

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Veröffentlicht am 02.12.2021

facettenreicher, spannender Auftakt

A Kingdom Darkens (Kampf um Mederia 1)
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Mederia stehen düstere Zeiten bevor. Ein finsterer Krieg breitet sich nach und nach über das gesamte Land aus und scheint niemanden zu verschonen. Für Lana bedeutete das, ihre zerstörte Heimat verlassen ...

Mederia stehen düstere Zeiten bevor. Ein finsterer Krieg breitet sich nach und nach über das gesamte Land aus und scheint niemanden zu verschonen. Für Lana bedeutete das, ihre zerstörte Heimat verlassen zu müssen, ohne zu wissen, wer von ihren Liebsten überlebt hat, um zu versuchen, andere Völker vor ebenjener Bedrohung zu warnen und vielleicht helfen zu können. Begleitet wird Lana auf ihrem Weg von dem Kronprinz der Dämonen, über die der Krieg ebenfalls bereits hereingebrochen ist. Beide Protagonisten hätten eigentlich gute Gründe, sich um ihr eigenes Volk zu kümmern und doch haben sie sich dem großen Ganzen zugewandt und werden damit immer tiefer hineingezogen in die Kämpfe und die unheilvollen Machenschaften. Zwischen all der Düsternis, all dem Schmerz und Leid gibt es jedoch auch immer wieder kleine Momente, die positiv stimmen und Hoffnung geben. Doch wird das am Ende wirklich ausreichen können gegen die Übermacht an Dunkelheit und Gewalt?

Mir hat der Auftakt der Reihe richtig gut gefallen. Ich fühlte mich von Beginn an gut mitgenommen und die Spannung und Neugier wurde über die Seiten gut aufrechterhalten und immer wieder gesteigert durch kleine Wendungen, Enthüllungen, überraschende Ereignisse, Fortschritte und Rückschläge.
Sabine Schulter hält sich nicht mit einer langen Vorgeschichte auf. Es gibt lediglich eine kleine Einführung in die Tradition der Dämonen, die an ihrem 5. Geburtstag ihr „Schicksal“ offenbart bekommen. Diese Passage fand ich toll, es macht neugierig und bereitet gleichzeitig auf das vor, was da kommen könnte. Nach einem Zeitsprung lernt man auch Lana kurz kennen, dann bricht eigentlich auch schon das Chaos aus und für die Charaktere gibt es, nur noch kurze Augenblicke, um zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken. Die Bedrohung ist über weite Strecken des Buches greifbar und selbst wenn sie Gegner mal ein wenig weiter weg sind, entspannen die Figuren sich nie zu sehr, sondern bemühen sich, sich einen Vorteil zu erarbeiten. Dabei hat man jedoch trotzdem die Möglichkeit, sie besser kennenzulernen und mehr über sie zu erfahren.
Lana kommt aus Ignis Fatuus und ist eine Bardin. Mit ihrer tollen Stimme und ihren lebhaft erzählten Geschichten verzaubert sie gern ihre Mitmenschen, vermittelt ihnen Ruhe und Hoffnung. Und diese Fähigkeit spiegelt auch einen großen Teil von Lana wieder. Sie ist ein sehr herzlicher Mensch, kümmert sich liebevoll um andere, ist besorgt und hilfsbereit, aber auch mutig und packt gern selbst mit an. Sie stellt sich den anstehenden Herausforderungen, arbeitet sehr ehrgeizig daran sich zu verbessern, gesteht sich aber auch ein, wenn sie etwas nicht kann. Manchmal traut sie sich zu wenig zu und glaubt zu wenig an sich selbst, aufgrund der aufwühlenden Situation, empfand ich das allerdings als passend für die junge Frau, deren Leben gerade völlig aus den Fugen gehoben wird. Sie ist wissbegierig und ein Stück weit neugierig, aber ohne dabei aufdringlich zu sein. Lana erfährt nur gern neue Dinge, möchte Zusammenhänge erfassen, Erfahrungen sammeln und daraus lernen – also eine durchaus nachvollziehbare Neugier. In ihr steckt so viel und obwohl man jetzt schon ein bisschen was offenbart bekommen hat, schätze ich, wir sind noch lange nicht am Ende ihrer Talente und Fähigkeiten angekommen.
Ich mag auch ihren vertraut-freundschaftlichen Umgang mit Gray sehr gern. Die beiden sind aus der Not heraus zu Gefährten geworden, verstehen sich aber wirklich gut. Sie sind beide umsichtig und feinfühlig, kümmern sich sehr einfühlsam und liebevoll umeinander, stützen und beschützen sich, so gut es eben geht. Und das obwohl Gray der Kronzprinz der Dämonen ist und man nun denken könnte, er müsste eigentlich ja finster, fies und düster sein – ist er aber nicht. Er kann zwar sehr beeindruckend finster schauen und in ihm brodelt sich auch eine gewisse Düsternis, die seinem Volk einfach innewohnt, aber er ist eigentlich nicht von der fiesen oder unbeherrschten Sorte. Er nimmt seine aktuellen Aufgaben sehr ernst, denkt aber auch immer wieder an sein Volk, das er derzeit in die Hände seiner Schwester gelegt hat, um Lana zu begleiten und den Elben beizustehen. Er ist mutig, aufmerksam und kann gut kämpfen, aber eben auch sehr feinfühlig und rücksichtsvoll.
Ich mochte beide Protagonisten sehr gern, sie harmonieren gut, ergänzen sich, stützen sich und schaffen es, sich gegenseitig zu motivieren und aufzubauen, sollte mal jemand zweifeln. Beide stehen für den jeweils anderen und den Rest ihrer Reisegemeinschaft ein. Ihre Begleiter mochte ich auch gern, es ist eine schöne Mischung aus Figuren, die sich da auf den Weg macht. Jeder bringt seine Eigenheiten mit und darf die an verschiedener Stelle auch zeigen. Besonders Sinsa habe ich sehr ins Herz geschlossen. Aber es gibt noch weitere tolle Charaktere, die an unterschiedlichen Stellen der Geschichte auftauchen.

Der Schreibstil von Sabine Schulter ist angenehm, flüssig, mitnehmend, gefühlvoll und gleichzeitig spannungsgeladen. Durch die Erzählerperspektive ist es möglich verschiedene Abschnitte in der Handlung zu begleiten und unterschiedliche Einblicke zu bekommen. Die meiste Zeit ist man allerdings bei Lana und Gray. Das Setting ist unglaublich toll und es gibt so viel zu entdecken. Ich mochte die verschiedenen Völker und magischen Wesen. Jedes Volk bringt besondere Fähigkeiten und Gaben mit sich, die eine Bereicherung oder ein Fluch sein können, je nachdem auf welcher Seite man steht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es in dem Bereich auch noch einiges zu entdecken geben wird und wir noch längst nicht alle und alles kennen.
Die Handlung entwickelt sich stetig und bleibt durchweg spannend. Es gibt immer wieder turbulente Passagen und packende Ereignisse, die die Figuren kaum zur Ruhe kommen lassen. Szenen, in denen es neue Informationen und Zusammenhänge zu erfahren gibt, wobei es auch immer wieder Überraschungen und Offenbarungen gibt, die ebenso wie die aus den Turbulenzen geborenen Veränderungen zu Wendungen führen. Es wird einfach nie langweilig innerhalb des Buches und auch die Figuren bekommen Raum sich zu entwickeln, sich zu verbessern und zusammenzuwachsen. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird und welche Hürden Lana, Gray und die anderen noch überstehen müssen und wie viele Rückschläge es geben wird, denn es ist bei weitem nicht so, dass hier alles glatt läuft, was ich als realistisch empfand. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass sich irgendwann noch eine Liebesgeschichte in die Handlung schleichen wird, das deutet sich schon ein wenig an, ist hier jedoch kein Hauptthema.
Fazit

Ein toller, spannungsgeladener Auftakt, der einen gut in die Welt einführt, viele verschiedene Aspekte präsentiert und gleichzeitig neugierig auf den Fortgang der Handlung macht. Man hat zwar schon viel erfahren und erlebt, es ist aber auch klar, dass da noch einiges kommen wird. Die Kombination aus unterschiedlichen Völkern, Magie, übernatürlichen Wesen, den toll angelegten Charakteren, der abwechslungsreichen Figurenmischung, den Wendungen und dem mitnehmenden Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Ich freue mich schon sehr aufs Weiterlesen.

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Veröffentlicht am 25.11.2021

Kinderbuch mit schönem Setting, tollem Sprecher, kleinen Schwächen in der Umsetzung

Stella und der Mondscheinvogel
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Stella musste in ihrem Leben schon einige Verluste einstecken, nun steht eine erneute Veränderung bevor, die ihr Hoffnung für die Zukunft macht. Das Waisenmädchen darf zu ihrem Taufpaten ziehen und hofft, ...

Stella musste in ihrem Leben schon einige Verluste einstecken, nun steht eine erneute Veränderung bevor, die ihr Hoffnung für die Zukunft macht. Das Waisenmädchen darf zu ihrem Taufpaten ziehen und hofft, dort ein schönes, friedliches zu Hause zu finden. Bei ihrer Ankunft wirkt das große Anwesen jedoch sehr verlassen und irgendwie gar nicht, wie sie es sich vorgestellt hatte. Die Familie ist aufgrund eines eigenen Schicksalsschlages nicht anwesend, nur ein paar übrig gebliebene Angestellte halten alles am Laufen. Für Stella stellen sich damit immer neue Fragen, die ihr zum Teil nicht beantwortet werden. Es wird immer seltsamer und sie beginnt, auf eigene Faust zu erkunden.
Doch eigentlich beginnt ihr Abenteuer schon am Bahnhof. Als sie auf die Abfahrt des Zuges wartet, begegnet ihr ein nervöser Mann, der sie bittet, auf ein mysteriöses Päckchen aufzupassen, bis er wieder da ist. Es kommt, wie es kommen muss, Stella nimmt das Päckchen mit als der Mann nicht zurückkehrt, schließlich sollte sie es auf keinen Fall allein zurücklassen. Ihre Neugier ist geweckt, was sie dann jedoch vorfindet ist zunächst weit weniger spektakulär als erwartet. Doch schon bald bekommt der Bausatz des Vogels in dem Paket eine neue Bedeutung.

Der Einstieg in die Geschichte fiel sehr leicht und hat mir gut gefallen. Wodurch Stella zunächst allein am dunklen Bahnhof in der Kälte steht, wird direkt eine unheimliche Atmosphäre erzeugt, bei der man sich fragt, was da noch kommt. Und auch der nervöse Unerkannte mit deinem in Zeitungspapier gewickelten Päckchen sorgt sofort für Neugier und Spannung. Der in Einzelteile zerlegte Vogel wird im weiteren Verlauf dann noch eine Bedeutung spielen und Stella einen Teil der Zeit begleiten – wie der Buchtitel auch schon verrät. Die Idee hinter dem Vogel hat mir gut gefallen und ich mochte das etwas verschrobene, teilweise mürrische Kerlchen ganz gern, auch wenn es nicht immer ganz einfach mit ihm ist. Für den Mondscheinvogel ist die Umgebung neu, ebenso wie für Stella, gemeinsam können sie das Haus erkunden und versuchen dabei dem Geheimnis der Familie auf den Grund zu gehen. Dabei gibt es immer wieder kleine Gefahren und Abenteuer, neue Fragen werden aufgeworfen, einige im Laufe der Zeit auch beantwortet, was Stella allerdings eher noch neugierig macht, da die Angestellten des Anwesens nicht bereit sind, ihr einfach Auskunft zu geben.
Die Stimmung innerhalb der Geschichte hat mir gefallen. Teilweise war es etwas düster und sehr geheimnisvoll, besonders durch die phantastischen Elemente wird es abwechslungsreich und ich denke für die jungen Leser oder Zuhörer wird es ein tolles Abenteuer sein, das man da begleiten kann. Mir war es an einigen Stellen etwas zu rasch und oberflächlich bearbeitet. Sowohl bei den Figuren, als auch bei der Handlung selbst hat es mir ein wenig an Tiefe gefehlt. Man lernt Stella zwar schon ein wenig kennen und erfährt, was sie sich eigentlich erhofft hatte und was sie nun stattdessen bekommt. Sie ist ein aufgewecktes, neugieriges Mädchen, das sich zwar nicht immer benimmt, wie die Haushälterin es wünscht, ich empfand sie allerdings eigentlich nicht als besonders frech oder ungezogen, auch wenn ihr das vorgeworfen wurde. Sie möchte eben gern wissen, was ihr verschwiegen wird und wieso die Familie nicht da ist – aus meiner Sicht verständlich. Und auch dass sie dann nachforscht, wenn ihr niemand was sagen will. ;)
Von der Welt, in die sie beim Erforschen der Geheimnisse eintaucht, hätte ich auch gern noch mehr erfahren. Drt gibt es einige interessante und schön gestaltete Elemente, die für mich gern etwas intensiver eingebaut hätten werden können. Bis das Mädchen dort hinkommt, vergeht einiges an Zeit, auch bis dahin erlebt sie verschiedene Dinge, stellt Fragen, forscht nach und beschäftigt sich mit ihrem Mondscheinvogel. Es ist also nicht langweilig oder langatmig, insgesamt ging es mir am Ende dann einfach aber einfach etwas zu schnell, wenn man bedenkt, dass es davor doch deutlich ruhigere Passagen gab, in denen man darauf hinfiebert, dass das Abenteuer auf ein neues Level gehoben wird.
Viele der Beschreibungen waren sehr schön und bildhaft gestaltet. Man kann sich die Umgebung, die verschiedenen rätselhaften Geräusche und Vorkommnisse gut vorstellen und es macht Spaß Stella zu begleiten, auch wenn mir hier und da etwas gefehlt hat.

Minispoiler:
Was ich ebenfalls etwas schade fand, ist, dass es wirkte, als dürfte das Mädchen am Ende nur bleiben, weil sie ihr „Abenteuer“ erfolgreich gemeistert hat – obwohl das von der Familie weder gewollt noch unterstützt wurde. Das ist eigentlich keine Botschaft, die man sich in einem Kinderbuch wünscht, denn es sollte ja jeder verdient haben, bleiben zu dürfen, auch ohne zum „Helden“ werden zu müssen.

Die Hörbuchumsetzung hat mir hingegen richtig gut gefallen. Ich habe schon andere Hörbücher des Sprechers gehört und mag seine tiefe Stimme sehr gern. Uve Teschner liest sehr atmosphärisch und lebendig und passte für mich perfekt zu dieser eher düsteren, mysteriösen Stimmung, die über weite Strecken des Buches herrscht. Auch Stella hat er toll gelesen.
Ich konnte den Geschehnissen sehr gut folgen und hatte an einigen Stellen Gänsehaut weil es einfach so toll und mitnehmend gelesen war – vor allem in der Passage, als es ein Echo gab. Da will ich jetzt nicht inhaltlich etwas zu verraten, aber das Verklingen der Stimmen der Figuren war klasse umgesetzt, außerdem war es angemessen schaurig, passend zu dem Setting.
Fazit

Mit Stella und dem Mondscheinvogel wird es so schnell nicht langweilig. Ganz grundsätzlich hat mir das Kinderbuch schon gefallen. Es gibt tolle Ideen, von denen ich an einigen Stellen aber gern noch etwas mehr gehabt hätte. Vieles bleibt doch sehr an der Oberfläche und als man mit dem Mädchen in die „magische“ Welt eintaucht, geht vieles sehr fix, obwohl es dort so viel zu erzählen und entdecken gäbe. Etwas schade fand ich auch die eine Botschaft, die für mich am Ende mitschwang (unter Minispoiler vermerkt), dadurch bin ich mir keinem so schönen Gefühl aus dem Buch gegangen. Es gibt aber auch viele tolle Beschreibungen und ich mochte die etwas düstere, mysteriöse Atmosphäre, die teilweise herrschte. Sehr gelungen fand ich die sprachliche Umsetzung der Geschichte von Uve Teschner.

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Veröffentlicht am 25.11.2021

wichtige Themen, kritische Betrachtung, konnte mich in der Umsetzung dennoch nicht komplett mitreißen

Reality Show
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An Heilig Abend kommen die Familien zusammen, man macht es sich gemütlich, tauscht sich aus, schwelgt in Erinnerungen, isst etwas Leckeres und verteilt hoffentlich passende Geschenke. So oder so ähnlich ...

An Heilig Abend kommen die Familien zusammen, man macht es sich gemütlich, tauscht sich aus, schwelgt in Erinnerungen, isst etwas Leckeres und verteilt hoffentlich passende Geschenke. So oder so ähnlich läuft es wohl bei vielen Familien und selbst bei den reichen und superreichen wird es eine gewisse Weihnachtstradition geben. Und selbst wenn man sich sonst kaum sieht oder nicht mal besonders mag, rückt man eben für die Feiertage zusammen, stellt ein bisschen heiles Familienleben zur Schau, versucht Unstimmigkeiten aus der Welt zu räumen oder die Fehde durch superteure Geschenke zu kaschieren. Dieses Weihnachten ist jedoch alles anders. Showmaster Zachary Wiseman begrüßt das Fernsehpublikum und bringt alle dazu, gebannt vor den TV-Gerätsen sitzen zu bleiben. Die Bevölkerung bekommt die Möglichkeit zu erfahren, was einige der wohlhabendsten Menschen getan haben, um ihren Reichtum anzuhäufen, dass es dabei nicht immer mit rechten Dingen zuging, liegt scheinbar auf der Hand und neben diesen Informationen bekommen die Zuschauer auch noch die Chance mitzubestimmen, wie es weitergehen soll. Dass die Kandidaten Geiseln sind, ahnt zunächst kaum einer vor den Bildschirmen…

Mich hat der Klappentext zu dem Buch direkt angesprochen und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung und Herangehensweise an dieses Thema. Leider hat mich das Buch aber nicht so abgeholt und mitgenommen, wie ich es mir erhofft hatte. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass es auch Leser geben wird, die absolut gefesselt und mitgerissen sind, die das Buch zuschlagen werden und denken: oh mein Gott, wie genial! Denn die Geschichte enthält wahnsinnig viel was schockiert, aufrüttelt, zum Nachdenken bringt, clever eingefädelt und kombiniert ist und sehr viel Kritik an verschiedenen Systemen, Entwicklungen und Gegebenheiten. Schon allein das ist mutig und sicher nicht in vielen Büchern in der Form enthalten. Dennoch war es einfach nicht so ganz meins und ich versuche mal zu erläutern, woran das lag.

Die Handlung wird aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven geschildert. Auf der einen Seite hat man dadurch zwar das Gefühl, schnell voranzukommen, weil man nach ein paar Seiten jeweils zum nächsten geht und erfährt, wie dort der aktuelle Stand ist. Auf der anderen Seite taucht man dadurch auch nie sehr intensiv in die einzelnen Handlungsstränge ein, zu vielen der Figuren habe ich kaum Bezug aufbauen können, bei einigen der zahlreichen Namen habe ich auch immer wieder überlegt, wer das genau war- wer Kandidat und wer Geiselnehmer ist, ist dabei stets klar, aber bei der Vielzahl an beteiligten Charakteren, kann man trotzdem mal den Überblick verlieren, wer genau das jetzt war, besonders auf der Seite der unfreiwilligen Kandidaten der Show. Zu wem gehörte welche Familie, welche Rundrumsituation und so weiter. Das komplett im Kopf zu behalten, ist sicher nicht zwingend erforderlich, um der Handlung zu folgen, es sorgt aber zusätzlich für Unruhe. Ein wenig hektisch wirkt die Geschichte ohnehin schon. Ich kann mir vorstellen, dass das zum Teil gewollt ist, weil einfach an sehr vielen Fronten gleichzeitig gearbeitet, agiert und versucht wird, irgendwas gegen diese Show zu tun, die alles infiltriert und übernommen hat. Um einen groben Überblick zu behalten, muss man da schnelle Wechsel einfügen, es erhöht auf jeden Fall auch die Dynamik im Buch und an einigen Stellen auch die Spannung. Mir war es über die Seiten hinweg aber trotzdem zu viel Gewechsel, vor allem weil ich auch den Eindruck hatte, dass einige der Kapitel nicht wirklich nötig waren, um die Handlung voran zu bringen. Einige der angefangenen Stränge wurden dann auch gar nicht wirklich abgeschlossen, obwohl es dort teilweise sehr interessant gewesen wäre zu erleben, wie es weiter gegangen ist. Da wird man ein wenig in der Luft hängen gelassen, genauso wie am Ende. Da fand ich die Handlung leider auch nicht so richtig rund abgeschlossen.

Immer wieder taucht man auch in die Vergangenheit ein und erfährt dort, wie die Idee entstanden ist, wer sich zusammengetan hat, was geplant und vorbereitet wurde und wo ggf. auch Schwierigkeiten lagen. Bei denen, die die Show ins Leben gerufen haben, erfährt man also insgesamt mehr. Nach und nach ergeben sich dabei auch Zusammenhänge und Verbindungen zu den potenziellen Kandidaten, ebenso wie unter den Kandidaten selbst. Besonders in den Vergangenheitspassagen und in den Abschnitten, in denen der Showmaster spricht, wird reichlich Kritik geübt. Viele Aspekte sind wichtige Themen, die viele oder alle betreffen und aufzeigen, dass einiges einfach nicht besonders gut oder gerecht läuft, dass es Dinge gibt, die sich ändern sollten und müssten, dass es daher auch nicht unlogisch ist, dass sich auf der politischen Ebene einiges verschiebt und so weiter. Ich möchte hier nicht zu sehr in die Tiefe gehen, um keinem was vorwegzunehmen. Es sind auf jeden Fall vielfältige Themen integriert, die auf unterschiedlicher Weise angegangen werden. Einige werden etwas ausführlicher eingeflochten, andere eher angerissen, trotzdem reicht es, um sich seine Gedanken darüber zu machen und die Dinge kritisch zu betrachten. Gut gefallen hat mir dabei, dass bei einigen der Punkte, vor allem was die Kandidaten betraf, beide Seiten beleuchtet wurden und es nicht dauerhaft eine einseitige Darstellung blieb. Das gibt die Möglichkeit, sich differenziert damit auseinander zusetzen und zu überlegen, was man mit den erhaltenen Informationen macht und wie man dazu steht.
Schön fand ich auch die Einblicke in die Zuschauerköpfe. Es werden neben denen, die das alles vorbereitet haben und durchführen und den Kandidaten auch Zuschauer begleitet, die die Show vor dem Fernseher betrachten und sich ebenfalls Gedanken darüber machen. Dabei sind die Meinungen unterschiedlich und es wird sich auch an dieser Stelle mal mehr, mal weniger kritisch mit dem Ganzen auseinandergesetzt. Die Meinungen der Familienmitglieder gehen dabei teilweise deutlich auseinander, was für mich widerspiegelte, dass eben nicht alle es auf die gleiche Weise betrachten und das auch nicht sollten. Denn nichts ist einfach nur schwarz und weiß, es gibt so viele Grauzonen, so viele Dinge, die in die Betrachtung mit reinspielen. Gleichzeitig zeigte es für mich zum Teil auch die Schnelllebigkeit der Gesellschaft, dass manche sich sehr schnell mitreißen lassen, ohne zu hinterfragen, ohne sich selbst zu informieren oder sich damit auseinanderzusetzen, was aus einer schnell getroffenen Entscheidung resultieren wird.
Fazit

In diesem Buch steckt viel drin, vieles regt sehr zum Nachdenken, Hinterfragen und zur kritischen Betrachtung an. Leider wurden mir einige Dinge aber auch zu oberflächlich abgehandelt oder weggeblendet. Auch die „Auflösung“ blieb mir zu offen. Mit der Aktion geht mit Sicherheit ein riesen Ruck durch das Land, aber wird sich dadurch wirklich dauerhaft etwas ändern? Werden die Menschen daraus lernen? Werden sie wieder mehr hinterfragen? Oder verschiebt sich damit zwar kurzfristig etwas, vielleicht auch längerfristig und danach geht alles weiter wie bisher?
Mich lässt die Geschichte sehr zwiegespalten zurück. Es stecken viele kluge Gedanken und wirklich reichlich Kritik in diesem Buch. Kritik an der Gesellschaft, an der Verteilung des Vermögens, an der Politik bzw. dort getroffenen Entscheidungen, an gedankenverlorenem Handeln… Man spürt, wie viel Arbeit, Recherche und verschiedene Gedanken in der Handlung stecken. Der gesamte Aufbau ist gut durchdacht, die Showentwickler haben sehr clever und geschickt an verschiedenen Fronten gearbeitet, Fäden gezogen und akribisch vorbereitet. Irgendwie ist es also schon ziemlich genial. Aber mir war es trotzdem an vielen Stellen zu wenig tiefgründig, zu hektisch, auch durch die ganzen Figuren, durch das ständige Wechseln, die extrem kurzen Kapitel und dadurch die fehlende Chance, richtig Bezug aufzubauen. An einigen Strängen verlief die Handlung im Sande, man hat nicht mehr erfahren, was passiert, obwohl dort vorher Spannung aufgebaut wurde. Sowohl am Ende, als auch innerhalb der Entwicklungen habe ich mich zwischendurch gefragt „und nun? Wie soll das jetzt gehen/weitergehen?“. Es passte für mich persönlich nicht alles komplett zusammen und auch der Abschluss blieb mir irgendwie zu offen. Als Gedankenanstoß, vielleicht auch als eine Art Weckruf, dass sich was ändern muss, kann das Buch aber vermutlich trotzdem dienen, auch wenn es mich nicht komplett mitgerissen hat.

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Veröffentlicht am 12.11.2021

mordend durchs Märchenland – 14 unterschiedliche Kurzkrimis, abwechslungsreiche Anthologie

Mordsmärchen
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Es war einmal eine Anthologie, die 14 mörderische Kurzgeschichten in sich vereinte und den Lesern zeigte, wie individuell und flexibel die bekannten Märchen im neuen, tödlichen Gewand präsentiert werden ...

Es war einmal eine Anthologie, die 14 mörderische Kurzgeschichten in sich vereinte und den Lesern zeigte, wie individuell und flexibel die bekannten Märchen im neuen, tödlichen Gewand präsentiert werden könnten. In diesem Buch können wahrlich nicht alle überleben, nur für wen es am Ende am tödlichsten wird, das ist in jeder Geschichte anders.

In „Mordsmärchen“ ist keine Geschichte wie die andere, jeder Autor erzählt das ausgesuchte Märchen auf seine ganz eigene Weise. Die Auslegung des Themas ist sehr vielfältig angegangen worden. Teilweise sind die Parallelen zum Originalmärchen sehr deutlich und gewisse Handlungselemente wurden übernommen, in anderen Kurzkrimis ist es etwas dezenter eingebunden, es gibt jedoch überall gewisse Aspekte, die Bezug zum Märchen haben. Sollte man das enthaltene Märchen nicht erkennen, hilft das Inhaltsverzeichnis, in dem aufgelistet ist, welche Märchenvorlage innerhalb der Krimis verarbeitet wurden. Zu Beginn jeder Geschichte gibt es zusätzlich einen kleinen Hingucker in Form einer Illustration, die zum Kurzkrimi oder dem Mordgeschehen innerhalb der Handlung passt.
Die Anthologie führt einen an verschiedene Orte, die mal mehr, mal weniger eine Rolle für die Ereignisse spielen. Größtenteils ist man im Ruhrgebiet unterwegs, einige der Krimis führen einen aber auch von dort Weg, sei es weil die Täter auf der Flucht sind oder weil Figuren woanders ein neues Leben anfangen wollen. Die meisten der enthaltenen Märchenkrimis spielen in der Gegenwart oder einer Zeit, die von der technischen Ausstattung und den Gegebenheiten daran angelegt ist, es gibt jedoch aus Ausflüge in vergangene Zeiten und Jahrhunderte.
Ebenso unterschiedlich wie die Zeitepochen und Schauplätze sind die Perspektiven, aus denen erzählt wird. Manche Kurzkrimis sind aus der Ich-Perspektive einer beteiligten Figur geschildert, in vielen gibt es aber auch einen personalen Erzähler, der einen Überblick über die Ereignisse gibt. Dadurch ist es verschieden, wie intensiv man die Personen kennenlernt und wie viele Einblicke man in ihre persönlichen Gedanken und Empfindungen bekommt. Generell ist es in Kurzgeschichten aber eher so, dass man keine besonders tiefen Eindrücke von den Charakteren bekommt und nur wenig Bezug aufbaut. Mich stört das in Anthologien allerdings nicht unbedingt, da ist für mich die bunte Mischung und die vielfältige Herangehensweise interessanter, als einen der Mörder oder Opfer detailliert kennen zu lernen. Und einen groben Eindruck der Figuren bekommt man ja trotzdem. So weiß man dann auch, dass die Motive sehr verschieden sind. Manche morden aus Neid, Habgier, aus Rache oder falschem Stolz, andere wollen unliebsame Familienmitglieder oder angetraute aus verschiedenen Gründen aus dem Weg räumen. In einigen Kurzkrimis sind es auch einfach die gesellschaftlichen Zustände, die dazu führen, dass durch Ungerechtigkeit, Elend, dem Wunsch nach mehr oder ähnlichen Aspekten Wege gefunden werden wollen, mit denen man eine Änderung der Situation herbeiführen kann – und manchmal führt der Weg halt über einen Mord, so denken die Beteiligten. Ähnlich individuell wie die Motivation für die Taten sind auch die Herangehensweisen und die Erfolgsaussichten. Teilweise geht nämlich doch das eine oder andere schief und es trifft gar nicht die, die es treffen sollte oder die Mörder selbst sind zumindest auch mit unter den Opfern.
In einigen Geschichten ist es eher düster, andere sind geprägt von schwarzem Humor. Mal ist es offensichtlich, wer der Täter ist, mal muss man ein wenig mehr Rätseln. Einige Mörder sind sehr kaltblütig und berechnend, andere sind eher spontan zu Tätern geworden und gehen dabei nicht unbedingt so planungsvoll und geschickt vor. Insgesamt ist es aber nicht zu grausam oder blutig, auch wenn es natürlich immer wieder Stellen gibt, an denen deutlich wird, wie die Opfer zu Tode gekommen sind und wie sie dabei zugerichtet wurden. Zwischendurch kommen die Ermittler ins Spiel, die die Fälle aufklären sollen, teilweise erlebt man aber auch nur das Gespann aus Opfer und Täter oder Tätern und es geht mehr um die Planung und Ausführung der Straftaten und weniger um die Aufklärung. So hat man einen unterschiedlichen Spannungsgehalt innerhalb der Kurzkrimis und man kann immer neugierig sein, was wohl als nächstes kommen wird.
Fazit

Es ist eine sehr abwechslungsreiche Anthologie, die mich gut unterhalten hat. Einige der Märchenkrimis empfand ich als spannender als andere, manche haben mich thematisch oder von der Umsetzung mehr angesprochen, andere vielleicht etwas weniger, ich habe mich jedoch in keiner der Geschichten gelangweilt. Es ist einfach eine schöne Mischung aus ganz unterschiedlichen Märchen, die auf verschiedene Weisen in die Kriminalhandlung eingebunden wurden. Mal sind es mehr die Namen und einige kleine Aspekte, die aus den Märchen übernommen wurden, mal findet man deutlichere Parallelen, die sich auch in den Handlungen der Charaktere mehr widerspiegeln. Durch die unterschiedliche Wahl der Perspektiven, Handlungsorte und der Atmosphären innerhalb der mörderischen Kurzgeschichten ist es sehr facettenreich und man kann sich bei jedem Krimi neu darauf freuen, was einen wohl erwarten wird. Am Ende sollte auf jeden Fall für jeden Geschmack etwas dabei sein, so unterschiedlich wie die Krimis sind.

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