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Veröffentlicht am 16.01.2025

Lustig-gruselige Geschichte zum Vorlesen

Das Vampirtier und die Sache mit dem Grusel
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Emma, Lenny und Paul wohnen mittlerweile in der großen Villa zusammen mit Fludel Brutus und Graf Dracula. Vor allem das kleine Vampirtier hat Emma sehr ins Herz geschlossen. Daher ist sie entsetzt, als ...

Emma, Lenny und Paul wohnen mittlerweile in der großen Villa zusammen mit Fludel Brutus und Graf Dracula. Vor allem das kleine Vampirtier hat Emma sehr ins Herz geschlossen. Daher ist sie entsetzt, als Dracula eine Art Abmahnung bekommt, weil er keine Gruselabzeichen hat. Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die sogenannten Rauhnächte nutzt die Wilde Jagd, um neue Leute zu rekrutieren. Auch Dracula und Brutus müssen sich anschließen, wenn sie nicht bis Silvester mindestens drei Gruselabzeichen bekommen und die Gruselprüfung bestehen. Doch wie soll er das nur schaffen. Bisher weiß niemand, dass er seinen Grusel verloren hat. Zum Glück taucht ein williger Helfer ein, der Dracula unter die Arme greifen will.

Wir waren schon gespannt, wie es mit Emma, Lenny und Paul, deren Eltern und dem Dracula-Team aus Graf und Fludel weitergehen wird. Der letzte Band endete mit dem Einzug in die neue, große Villa. Im zweiten Band geht es um die Rauhnächte zwischen Weihnachten und Neujahr. Zwischen den Jahren soll man z.B. nicht Wäsche waschen. Diese Regeln lernt man in dem Buch richtig gut kennen und auch, ob was dran ist. Mit Emma konnten wir sehr gut mitfühlen. Sie ist sehr traurig, da sie ihren neuen Fludel nicht hergeben möchte. Doch wie soll Dracula es nur schaffen gleich drei Abzeichen zu sammeln, wenn er doch seinen Grusel verloren hat. Alle sammeln fleißig Ideen. Frischen Wind ins Geschehen bringt ein Flaschengeist, der helfen möchte. Aber kann man ihm trauen?

Die Kinder und Dracula geben ihr Bestes, um die beiden Gruselgefährten vor dem Eintritt bei der Wilden Jagd zu schützen. Da hatte die Autorin ein paar ganz witzige Ideen, manchmal fehlte es uns dennoch an etwas Spritzigkeit, da wäre mehr drin gewesen. So plätschert die Geschichte manchmal etwas vor sich hin. Natürlich wollten wir wissen, ob Dracu es schafft, seine Abzeichen zu sammeln und haben mit Emma und den Jungs mitgefiebert, denn viel Zeit bleibt ihnen nicht, um die Voraussetzungen fürs Dableiben zu schaffen.

Aufgepeppt wird "Das Vampirtier und die Sache mit dem Grusel" durch lustige Gruselversuche und vor allem tolle, farbige Illustrationen, die denen aus Band eins in nichts nachstehen und dafür sorgen, dass man sich alles besser vorstellen kann. Wir haben die Geschichte vorgelesen, für Größere funktioniert sie auch mit Selberlesen. Das Ende hat eine echt coole Wendung genommen. Bin gespannt, ob Das Vampirtier noch einen Band drei bekommt. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Diesmal leicht mystisch, aber leider arg konstruiert

Villa Obscura
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Eine Villa im Harz mit einer legendären Vorgeschichte irgendwo in der Nähe des Brockens. Eine angesehene Fotografin lädt zur Halloweenparty und viele folgen ihrer Einladung. Darunter auch zwei, die sich ...

Eine Villa im Harz mit einer legendären Vorgeschichte irgendwo in der Nähe des Brockens. Eine angesehene Fotografin lädt zur Halloweenparty und viele folgen ihrer Einladung. Darunter auch zwei, die sich auf ein Date verabredet haben, ein DJ und ein Mitarbeiter der Fotografin. Doch als plötzlich das Ende der Party eingeläutet wird, bleiben nur fünf von ihnen zurück, eine sechste Person schafft den Absprung nicht. Sie alle werden nun von zwei Maskierten auf dem Dachboden der Villa festgehalten. Immer wieder muss eine der Geiseln gefährliche Aufträge in der Nähe erledigen. Doch dann machen sich die Gefangenen daran, der Sache auf den Grund zu gehen und unvermittelt läuft die Sache völlig aus dem Ruder.

Die beiden Vorgänger des jungen Autorinnen-Duos Melissa C. Hill und Anja Stapor fand ich sehr spannend. Die beiden verstehen es, die Leser*innen auf die Folter zu spannen. Dafür suchen sie sich immer wieder ganz besondere Orte in Deutschland aus, die bekannt sind und/oder eine Vorgeschichte haben. Diesmal also den berühmten Brocken im Harz und seine sagenumwobene Vergangenheit, die ich sehr spannend und mysteriös fand. Genau der richtige Rahmen für eine spannende Geschichte. Der Einstieg allerdings fiel mir nicht so leicht. Irgendwie konnte ich so überhaupt keine Verbindung zu den Partygästen aufnehmen, die ich sehr speziell fand und bei denen mir die Anknüpfungspunkte fehlen. Zwar ist in der Beschreibung von Jugendlichen die Rede, allerdings kamen mir die sechs späteren Geiseln überhaupt nicht mehr so jung vor. Auch die Gründe, warum ausgerechnet diese sechs Personen miteinander auf gerade dieser Party landen sollten, fand ich etwas dürftig.

Leider muss ich auch sagen, dass mir die Handlung dieses Mal doch zwar spannend aber zu konstruiert war und als es dann zum ersten Mal richtig bedrohlich wird, war mir gleich klar, dass nichts so ist, wie es scheint. Ich wusste auch genau, was nicht passt. Zum Glück nahm die Handlung da nochmal etwas Fahrt auf und das Ende bot wirklich Nervenkitzel, aber auch wieder einen unglaubwürdigen Zufall. Insgesamt war ich hin- und hergerissen, ob ich das Buch jetzt gut finden soll oder ob es mich genervt hat. Vermutlich mal so, mal so. Am Schreibstil lag es jedenfalls nicht, der war gewohnt gut mit der richtigen Portion an Ausschmückung des speziellen Settings. Es reicht insgesamt für gute 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Schönes Sachbilderbuch zu den gängigsten Geräten im und ums Haus

Wieso? Weshalb? Warum? junior. Bohrer, Lampe, Spülmaschine
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"Bohrer, Lampe, Spülmaschine" ist der 76. Band der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior aus dem Ravensburger Verlag. Die Reihe erfreut sich bei meinen Kindern immer noch großer Beliebtheit und dieser Titel ...

"Bohrer, Lampe, Spülmaschine" ist der 76. Band der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior aus dem Ravensburger Verlag. Die Reihe erfreut sich bei meinen Kindern immer noch großer Beliebtheit und dieser Titel ist besonders geeignet für Kinder, die sofort neugierig angelaufen kommen, wenn ein Gerät im Haus oder im Garten herausgeholt oder eingeschalten wird. Zusammen mit Luis und Lola erkunden die Kinder die verschiedensten elektrischen Helfer rund ums Haus und gleichzeitig werden auch Regeln und Sicherheitshinweise bei deren Verwendung erwähnt. Ob Nachtlicht oder Spülmaschine, Bohrer, Toilette oder Kühlschrank, sogar der Rasenmäher kommt zum Einsatz. Erzählt wird pro Doppelseite in mehreren, in diesem Band mal längeren Textstücken, die alltägliche Szenen beschreiben. Vor allem für gerade Zweijährige sind das schon viele Informationen auf einmal. Autorin und Illustrator haben darauf geachtet Rollenklischees zu vermeiden (Papa bügelt wie selbstverständlich und Mama werkelt in der Werkstatt) und auch der Vielfalt von Familien Rechnung zu tragen. Alle helfen fleißig mit und so durchläuft man beim Lesen einmal alle Haushaltsbereiche, die sehr lebensnah dargestellt sind.

Die Illustrationen sind für mich in diesem Band in Ordnung, an manchen Stellen schienen sie mir etwas unscharf oder verwaschen, was aber auch am Stil des Illustrators liegen kann. Sie untermalen aber sehr schön den Text beim Vorlesen. Das Highlight sind wie so oft bei Wieso? Weshalb? Warum? die Klappen, die die Bilder verändern oder einen Blick hinter oder in etwas erlauben. Gerade bei Haushaltsgeräten ist es schon ziemlich spannend, mal in die Technik hineinzusehen, da das normalerweise nicht so einfach möglich ist. Das ist hier leider nur bei vier Geräten möglich. Meine Tochter war besonders fasziniert von der Toilette. Für die junior-Leser*innen ist das schon passend, Größere werden mehr Fragen haben, als das Buch beantworten kann. Die letzte Doppelseite lässt die Kinder wie so oft selbst aktiv werden. Hier können in einem Suchspiel 7 Geräte im Haus gesucht werden und man soll auch benennen, wo sie zum Einsatz kommen. Das ist jetzt nicht spektakulär, aber mindestens bei ersten Mal ganz lustig. Die Aufzählung als Titel finde ich etwas einfallslos. Insgesamt vergeben wir 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Guter Plot, vielleicht zu vorhersehbar für einige

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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Ella macht sich schreckliche Vorwürfe. Ihre Freundin starb bei einem Unfall und sie saß am Steuer. Nichts ist mehr so wie es war ohne Hailey. Von den Eltern wird sie behandelt wie ein rohes Ei, von den ...

Ella macht sich schreckliche Vorwürfe. Ihre Freundin starb bei einem Unfall und sie saß am Steuer. Nichts ist mehr so wie es war ohne Hailey. Von den Eltern wird sie behandelt wie ein rohes Ei, von den Mitschüler*innen eher gemieden, denn sie selbst hat schwerverletzt und ohne Erinnerung an den Unfall überlebt. Vor allem Haileys Freund Sawyer muss wütend auf sie sein, doch er ist auch der einzige, der Hailey genauso gut kannte wie sie. Obwohl sie es nicht wollen, kommen sich die beiden näher. Alles könnte perfekt sein, doch dann findet Ella das Tagebuch ihrer Freundin und plötzlich erscheint alles in einem anderen Licht.

Ich mag diese Art Jugendthriller und dieser fällt durch das Cover und den Farbschnitt besonders auf. Mir war sofort klar, dass ich das Buch lesen muss. Ziemlich schnell bin ich in Ellas Welt zwischen Abschlussjahr und Unfalltrauma eingetaucht. Der Schreibstil hat mir dabei richtig gut gefallen, weil man mühelos durch die Seiten fliegt, was natürlich daran liegt, dass man wissen möchte, was passiert ist und wie die Beziehung mit dem attraktiven, aber auch düsteren Sawyer läuft. Das Buch hätte ein Highlight sein können, die Autorin gibt sich auch redlich Mühe, hier unerwartete Twist einzubauen. Leider war mir in einem Punkt sofort klar, was Sache ist. Das mag daran liegen, dass ich schon so viele Filme, Serien und Bücher dieser Art konsumiert habe. Ein paar kleinere Überraschungen gab es aber auch für mich noch und das Grundthema finde ich immer wieder schockierend. Auch Ellas Gefühlswelt fand ich sehr faszinierend, denn sie ist hin- und hergerissen zwischen Vermeiden und Zulassen von neuen Dingen. Das konnte man auch sehr gut nachvollziehen. Fazit: Jugendliche werden das Buch sicher lieben und vermutlich auch verschlingen, erfahrene Thrillerleser könnten zu früh hinter die Fassade blicken. Daher gibt es von mir gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.12.2024

Watteweiche Geschichte mit schöner Botschaft

Drei kleine Handschuhe
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Pünktchen und Pünktchen waren zwei vollkommen gleiche Handschuhe, die zusammengehörten. Doch dann war da auch noch Streifi, der gestreifte Handschuh. Mit ihm wollten sie nichts zu tun haben, denn er passte ...

Pünktchen und Pünktchen waren zwei vollkommen gleiche Handschuhe, die zusammengehörten. Doch dann war da auch noch Streifi, der gestreifte Handschuh. Mit ihm wollten sie nichts zu tun haben, denn er passte einfach nicht zu ihnen. Doch dann geht ein Pünktchen verloren, so dass das andere Pünktchen und Streifi zusammensein müssen. Da merken sie erst, dass das gar nicht so schlimm ist. Bis der zweite Streifi wieder auftaucht. Doch das Mädchen erklärt ihnen eine wichtige Sache und schon sind alle einzelnen Handschuhe frei und dürfen sein, wie sie sind.

Mich hat die Art der Illustration auf das Buch aufmerksam gemacht. Alles sieht so winterlich und watteweich aus, dass es selbst für die Augen bequem und kuschelig wirkt. Die Handschuhe finde ich einfach süß, nur sind sie anfangs nicht wirklich nett. Aber ihre Gesichter drücken nur mit den Augen und dem Strichmund so viel aus, dass es wirklich bemerkenswert ist. Viele Kinder werden sich in die Situation hineinversetzen können. Die Situation, dass man mal allein irgendwo ist, wo man allem Anschein nach nicht gut dazu passt, alle anderen aber schon, kommt häufiger vor. Mir gefällt wie die Autorin in den Kindern beim Zuhören langsam die Erkenntnis reifen lässt, dass es eigentlich egal ist, wie man ist, dass man durchaus so sein kann, wie man möchte und trotzdem zusammenpassen kann, indem sie den einen armen Pünktchenhandschuh verloren gehen lässt. Der andere hat plötzlich nur noch den gestreiften Handschuh und bevor er allein ist, vertragen die beiden sich besser als gedacht.

Später kommen noch viele weitere verschiedene, tolle und bunte Handschuhe dazu, denen es schon lange ähnlich ging und auf eine gewisse Weise werden sie alle vom Zwang befreit, in eine bestimmte Form zu passen. Ich finde die Botschaft ganz toll. Zwar ist es manchmal nötig, sich in gewisser Weise anzupassen, aber man muss sich nicht verbiegen und darf durchaus seine Eigenheiten haben. Die Illustrationen haben mir besonders gefallen. Diese wattige Optik ist wirklich einmalig. 5 Sterne

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