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Veröffentlicht am 02.02.2025

Was bedeutet es, schwarz zu sein?

Americanah
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Im Zentrum der Geschichte stehen Ifemelu und Obinze, zwei junge Menschen aus Nigeria. Sie wachsen gemeinsam auf, werden ein Paar. Und doch macht sich bei ihnen Unzufriedenheit breit. Beide fühlen sich ...

Im Zentrum der Geschichte stehen Ifemelu und Obinze, zwei junge Menschen aus Nigeria. Sie wachsen gemeinsam auf, werden ein Paar. Und doch macht sich bei ihnen Unzufriedenheit breit. Beide fühlen sich in ihrer Heimat eingeengt, sei es durch Korruption, drohende Arbeitslosigkeit oder andere Missstände, die in diesem Land herrschen. Wie so viele ihrer Landsleute sehnen sie sich nach der großen weiten Welt, die ihnen alle Möglichkeiten schenkt. Ifemelu erhält im weiteren Verlauf ein Stipendium für die USA und wird so tatsächlich zu einer „Americanah“, während Obinze als illegaler Immigrant in Großbritannien strandet. So wurden aus ihrem gemeinsamen Traum zwei völlig unterschiedliche Leben. Später treffen sich die beiden in Nigeria wieder, wo Obinze inzwischen zu einem einflussreichen und wohlhabenden Mann geworden ist.

Ein großartiger Roman, der verschiedene Welten miteinander verbindet. Auch Adichie ist in Nigeria aufgewachsen und zog für ihr Studium nach Amerika.

Die Handlung wird immer wieder unterbrochen durch Artikel, die Ifemelu für ihren Blog schreibt. Erfahrungen, die sie als schwarze Person afrikanischer Herkunft in Amerika macht. Sehr authentisch beschreibt die Autorin dort, was es für sie bedeutet, schwarz zu sein.

Inhaltlich ein wichtiges Thema, das aktueller nicht sein könnte. Die Frage nach Identität, Rassismus und Heimat. Auch sprachlich wunderschön geschrieben. Für mich verbindet Adichie die oft unterschätzte nigerianische Literatur mit der, die wir aus den USA oder Deutschland gewohnt sind. Literarisch grandios!

Wie man es von Adichie gewohnt ist: ein Roman, der die Augen öffnet, schockiert, betroffen macht. Ein Roman, der bewegender nicht sein könnte. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 02.02.2025

Mehr als nur eine Nußschale

Ungarn in der Nußschale
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„Außerhalb von Ungarn gibt es kein Leben; und wenn, dann ist es nicht dasselbe.“ Dieses ungarische Sprichwort zu Beginn des Buches verdeutlicht, warum es überhaupt nötig ist, die Geschichte Ungarns in ...

„Außerhalb von Ungarn gibt es kein Leben; und wenn, dann ist es nicht dasselbe.“ Dieses ungarische Sprichwort zu Beginn des Buches verdeutlicht, warum es überhaupt nötig ist, die Geschichte Ungarns in einem eigenen Werk niederzuschreiben. Während die meisten europäischen Länder auf eine gemeinsame oder zumindest ähnliche Geschichte zurückschauen können, stellt Ungarn hier eine Besonderheit dar.

Auf etwas mehr als 200 Seiten versucht György Dalos, die über tausendjährige Geschichte seines Landes unterzubringen. Wer sich schon einmal mit Ungarn beschäftigt hat, weiß, dass dieses Land auf eine sehr spannende, von Eroberungen, Kämpfen, aber auch von Zusammenhalt geprägte Geschichte zurückblicken kann. Das Buch ist sehr informativ; man benötigt allerdings auch einiges an Durchhaltevermögen. Dalos beginnt seine Darstellung im 9. Jahrhundert – die früheste schriftliche Überlieferung der Ungarn stammt aus dem Jahr 870 – und endet in der aktuellen Auflage etwa im Jahre 2010. Über 1100 Jahre auf 200 Seiten zusammenzufassen ist eigentlich unmöglich, und doch gelingt Dalos dieser Versuch recht gut. Sicherlich keine leichte Kost, da jede Seite von oben bis unten mit Informationen vollgestopft ist.

Durch Ungarns sicher besondere Geschichte versteht der Leser auch leichter, warum viele Ungarn auch heute noch ein Problem mit Europa haben; mussten sie sich doch schon immer gegen ihre übermächtigen Nachbarn behaupten. Sehr informativ und lesenswert; ohne Bezug zu dem Land ist die Lektüre allerdings oft nur schwer verständlich. Daher als Bettlektüre eher nicht geeignet; wer aber tiefer in die Geschichte Ungarns einsteigen möchte, für den ist dieses knappe und informative Buch wirklich zu empfehlen.

Veröffentlicht am 02.02.2025

Warum Gott gerne Käsekuchen isst

An der Arche um Acht
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Eine Sintflut bricht herein und die Taube ist schon unterwegs, um Tickets für die Arche an die Tiere zu verteilen. Von jeder Tierart dürfen zwei mit an Bord. Doch die beiden Pinguine können sich nicht ...

Eine Sintflut bricht herein und die Taube ist schon unterwegs, um Tickets für die Arche an die Tiere zu verteilen. Von jeder Tierart dürfen zwei mit an Bord. Doch die beiden Pinguine können sich nicht von ihrem Freund trennen und schleusen ihn heimlich mit auf das Schiff. Dort müssen sie ihren Kumpel aber vor den strengen Augen der Taube zu verstecken. Der kleine Pinguin nutzt die Zeit, um immer wieder Fragen in Bezug auf Gott zu stellen. Denn was wäre, wenn der kleine Pinguin Schuld an der Sintflut hat? Und passt Gott in einen Koffer? Und kann es sein, dass die Taube in all der Aufregung und dem ganzen Stress vergessen hat, einen Artgenossen mit an Bord der Arche zu nehmen?

Bezauberndes Buch, hinter dem so viel mehr steckt als man auf den ersten Blick meint. Wunderschön illustriert und sehr tiefgründig. Deshalb nicht nur für Kinder geeignet, sondern auch für Erwachsene. Für die Arbeit im Religionsunterricht gibt es sogar ein weiteres Buch mit umfangreichem Begleitmaterial.

Veröffentlicht am 02.02.2025

Es war als hätt der Himmel die Erde still geküsst

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten
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Eine wirklich schöne Sammlung an Gedichten der Romantik. Thematisch in vier Kapitel und nach Autoren unterteilt finden sich in diesem Buch über 80 Gedichte aus der Epoche der Romantik. Viel von Joseph ...

Eine wirklich schöne Sammlung an Gedichten der Romantik. Thematisch in vier Kapitel und nach Autoren unterteilt finden sich in diesem Buch über 80 Gedichte aus der Epoche der Romantik. Viel von Joseph von Eichendorff, aber natürlich dürfen auch Clemens Brentano und Heinrich Heine in einer solchen Sammlung nicht fehlen. Dabei sind sowohl die Klassiker vertreten als auch etliche Gedichte, die mir vorher noch nicht bekannt waren. Das Buch beschränkt sich nicht nur auf die großen Autoren, sondern hat auch eher unbekanntere Dichter mit aufgenommen.
Die Darstellung ist sehr schlicht, aber dadurch eignet sich dieses dünne Taschenbuch perfekt zum Mitnehmen und unterwegs lesen. Aber am liebsten mag ich sie dann doch vor dem Ofen mit einer schönen Tasse Tee.

Veröffentlicht am 02.02.2025

Guter Auftakt, aber nicht überragend

Föhnlage
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Erster Fall für Kommissar Jennerwein und der Beginn einer großartigen Alpenkrimireihe.

Nach Rita Falk mein zweiter Alpenkrimi-Autor und so komplett anders als die Eberhofer-Reihe. Spannung und gleichzeitig ...

Erster Fall für Kommissar Jennerwein und der Beginn einer großartigen Alpenkrimireihe.

Nach Rita Falk mein zweiter Alpenkrimi-Autor und so komplett anders als die Eberhofer-Reihe. Spannung und gleichzeitig auch Witz mit einem etwas zynischen und kauzigen Hauptkommissar, den man aber trotzdem oder gerade deswegen sofort ins Herz schließt.

Ein idyllischer und nicht namentlich genannter Kurort in den bayerischen Alpen wird Schauplatz eines grausamen Unfalls. Oder eines Mordes? Oder eines Selbstmordes? Ein Mann stürzt während eines Konzerts von der Decke ins Publikum. Zwei Toten sind die Folge. Zu Beginn des Romans scheint vieles unklar. Doch Kommissar Jennerwein trotzt dem voralpenländischen Föhn und dem häufig etwas unkooperierenden und mafiösen Bestatter-Ehepaar Grasegger. Gemeinsam mit seinem Team, das aus vielen unterschiedlichen Typen besteht, macht er sich an die Lösung des Falls.

Manchmal etwas zu viele Handlungsstränge, was das Lesen teilweise anstrengend macht. Schön dafür ist der bayerische Dialekt und die verschiedenen Charaktere, die die Ermittlung erst richtig realistisch wirken lassen.

Insgesamt manchmal etwas langatmig, aber das Durchhalten lohnt sich auf jeden Fall. Guter Auftakt für eine Kultreihe aus dem bayerischen Voralpenland.