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Veröffentlicht am 17.04.2023

Anders als erwartet

Die Guten und die Toten
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Ich bin normalerweise keine Krimi oder Thriller Leserin und bin dementsprechend mit der Erwartungshaltung „es passiert ein Mord, keiner weiß, wer der Mörder ist und die junge Kriminalkommissarin versucht ...

Ich bin normalerweise keine Krimi oder Thriller Leserin und bin dementsprechend mit der Erwartungshaltung „es passiert ein Mord, keiner weiß, wer der Mörder ist und die junge Kriminalkommissarin versucht den Fall zu lösen“ an dieses Buch gegangen und wurde damit überrascht. Bei diesem Thriller handelt es sich nicht um die typische Geschichte, wer ist der Mörder, sondern werden sie drauf kommen und wie beseitigen wir das Problem?

Trotz dessen fand ich die Personen und die Geschichte zu einseitig und vorhersehbar, die kalte Kriminalkommissarin, die eigentlich keine Kinder mag und auch sonst wenig andere Personen, verliebt sich auf einmal in den alleinerziehenden Vater mit kleiner Tochter oder illegale Deals zwischen Waffenhersteller und Botschaftern.

Der Schreibstil der Autorin, ist sehr leicht und einfach und lässt sich dementsprechend leicht lesen, die Bindestriche anstelle von Anführungsstrichen sind allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

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Veröffentlicht am 01.04.2023

Persönlich

Ich, ein Sachse
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Wenn man den Klappentext des Buches liest, wird einem schnell klar, dass Samuel Meffire einen schwierigen Lebensweg gehabt haben muss. Der Klappentext verschweigt allerdings viel, was Meffire ...

Wenn man den Klappentext des Buches liest, wird einem schnell klar, dass Samuel Meffire einen schwierigen Lebensweg gehabt haben muss. Der Klappentext verschweigt allerdings viel, was Meffire in seinem Leben durchmachen musste, das Abrutschen in die kriminelle Szene, der Kontakt mit falschen Leuten und die Flucht vor den Konsequenzen.

Wir erleben nicht nur die Lebensgeschichte von damals, mit allen Emotionen und Handlungen, sondern auch das heute und wie die Last der Vergangenheit noch immer teilweise auf seinen Schultern lastet.

Der Schreibstil ist angenehm leicht und lässt sich angenehm lesen. An manchen Stellen wurde zu kurz von Ereignissen berichtet, vor allem zum Ende hin. Währenddessen wurde andere Erlebnisse etwas zu lang gezogen. Mir gefielen die Bezüge von heute, wie er seinen Kindern seine Geschichte erzählt, dies hätte allerdings noch weiter ausgebaut werden können, da diese Elemente meist nur sehr kurz gingen.



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Veröffentlicht am 25.03.2023

Erschreckend

Institut für gute Mütter
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Die Protagonisten Frida lebt seit kurzem getrennt von ihrem Ex-Mann, die beiden haben eine Tochter zusammen, Harriet. An diesem Tag befindet sich Harriet in ihrer Obhut, um etwas Ruhe zu erhalten, ...

Die Protagonisten Frida lebt seit kurzem getrennt von ihrem Ex-Mann, die beiden haben eine Tochter zusammen, Harriet. An diesem Tag befindet sich Harriet in ihrer Obhut, um etwas Ruhe zu erhalten, lässt sie ihre Tochter kurz alleine. Dies wird bemerkt und der KSB gemeldet und ihr Leben verändert sich für immer.
Die nächsten Monate bestehen aus emotionaler Qual, Ungerechtigkeit und ständiger Überwachung.

Während des lesen musste ich sehr schnell an „Report der Magd“ von Margaret Atwood denken, auch wenn die Welt, der beiden sehr unterschiedlich ist, sind die Rollen der Frauen doch ähnlich.

Als Leser habe ich sehr schnell eine Verbindung zu Frida aufgebaut und ihre Gedanken gleichen sich mit meinen eigenen, auch wenn diese Welt und vor allem das Institut erschreckend und realitätsfern erscheint, dürfen wir nicht vergessen, dass konstanter Druck der Mütter, ungerechte Behandlung durch die Justiz und staatliche Überwachung in vielen Teilen der Welt normal sind.

Es lohnt sich, die angegebenen Artikel zu dem Thema in der Danksagung zu lesen.

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Veröffentlicht am 22.03.2023

Eine Wucht

Das Ende der Ehe
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Auch wenn der Titel suggeriert, es gehe nur um die Ehe, geht dieses Buch doch viel tiefer Liebe, Geld und auch unbezahlte Care-Arbeit. Eine Vielzahl an Themen, die in unseren Beziehungen eine Rolle spielen. ...

Auch wenn der Titel suggeriert, es gehe nur um die Ehe, geht dieses Buch doch viel tiefer Liebe, Geld und auch unbezahlte Care-Arbeit. Eine Vielzahl an Themen, die in unseren Beziehungen eine Rolle spielen.

Die Institution der Ehe wird in all ihren Facetten und Verbindungen beleuchtet, zum Patriarchat und Kapitalismus. Erschreckend deutlich werden die normalisierten Machtunterschiede, zwischen Partner in einer Ehe, aber auch zwischen Paaren/alleinstehenden Personen und Ehepartnern. Die eigenen Anekdoten der Autorin machten das erzählte nochmal greifbarer.

Aufgrund der Menge an Thematiken, werden auch Leser mit Vorwissen neues entdecken. Viele Kapitel regen zum Nachdenken an, vor allem über sich selber und die eigenen vorherigen undifferenzierten Gedanken zur Institution der Ehe.
Ein Buch, das von jedem gelesen werden sollte.

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Veröffentlicht am 18.03.2023

Vergangenheit

Keine gute Geschichte
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Arielle wird konfrontiert mit ihrer Vergangenheit, geboren als Kinder der „unteren“ Schicht und einer Mutter, die verschwand als sie klein war, ist sie nun in ihrer alten Heimat.

Es ist ein Buch über ...

Arielle wird konfrontiert mit ihrer Vergangenheit, geboren als Kinder der „unteren“ Schicht und einer Mutter, die verschwand als sie klein war, ist sie nun in ihrer alten Heimat.

Es ist ein Buch über die Klassengesellschaft, die eigene Familie und der Bezug zu einem selbst. Arielle hatte sich von ihrer alten Heimat entfernt und hatte es nach oben geschafft, was mit ihrer Mutter passierte, weiß sie bis heute nicht.

Die Verletzung der Großmutter und das Verschwinden zweier Mädchen konfrontiert sie mit ihrer eigenen Vergangenheit. Unfassbar ehrlich und greifbar begreifen wir, dass das Verdrängen, der Vergangenheit, nicht funktioniert.

Ein sehr schöner Schreibstil, bei dem man allerdings etwas Zeit braucht, um in die Geschichte hineinzukommen, danach lässt es einen aber nicht mehr los. Es zeigt deutlich, dass das Verdrängen von Traumata nicht funktioniert, das Verschwinden der zwei Mädchen, schafft in Arielle sofort eine Verbindung zum Verschwinden ihrer Mutter und lässt sie nicht mehr los.

Ein unfassbar emotionales und ehrliches Buch über den Mythos des Klassenaufstiegs und das Überwinden von Traumata.

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