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Veröffentlicht am 10.07.2023

Durchwachsener Start

The Darkest Gold – Die Gefangene
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“The Darkest Gold – Die Gefangene” - Ein Titel, der mich gleich, als ich ihn das erste Mal auf dem schönen Cover dieses Buches gesehen habe, neugierig gemacht hat. Der Roman von Raven Kennedy wurde endlich ...

“The Darkest Gold – Die Gefangene” - Ein Titel, der mich gleich, als ich ihn das erste Mal auf dem schönen Cover dieses Buches gesehen habe, neugierig gemacht hat. Der Roman von Raven Kennedy wurde endlich ins Deutsche übersetzt und wohl lang ersehnt. Das Cover ist total nach meinem Geschmack und ich habe wirklich viel erwartet. Eins kann ich euch schon mal sagen: Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt und ich erzähle euch gleich wieso.



Auren ist bildschön. Das liegt nicht nur an ihrer eigentlichen Schönheit, sondern auch an der Tatsache, dass sie zu Gold geküsst wurde. Ihr Körper besteht tatsächlich aus purem Gold, denn ihr König Midas, der sich Auren als “Sattel” hält, hat sie zu seinem ganz besonderen Schatz gemacht. Etwas, womit er in all den anderen Königreichen angeben und protzen kann. Nebenbei dient Auren ihm auch ab und an zu seinem Vergnügen, wie einige andere “Sättel” auch. Vielleicht mag das, was Auren passiert ist, für manche wie ein Traum klingen. Sie darf in einer vergoldeten Burg leben, ist vom Gold geküsst und noch dazu die Favoritin des Königs. Für mich persönlich klingt das zwar nicht nach einem schönen Traum, aber Aurens Leben ist wesentlich besser als das, vieler anderer Untertanen und auch viel besser als ihr vorheriges Leben auf der Straße. Von dieser hat König Midas sie nämlich gerettet und sie mit auf die Burg Hohenläuten genommen. Seitdem lebt Auren dort wortwörtlich in einem goldenen Käfig, den sie die meiste Zeit ihres Lebens nicht verlassen kann. Als es dann eines Tages doch so weit kommt und sie ihren goldenen Käfig verlassen darf, wünscht sie sich nichts sehnlicher, als wieder in diesen zurückkehren zu können...



Lasst es mich einmal vorsichtig formulieren... Die Geschichte ist nicht ganz das, was ich mir vom König-Midas-Mythos erhofft hatte. Zu Beginn war ich noch voller Hoffnung, dass ich hier eine spannende und mystische Geschichte vor mir habe. Leider ist diese Hoffnung schnell abgekühlt. Lesen ließ sich der Roman jedoch sehr gut und schnell. Auch wenn ich den Schreibstil etwas distanziert fand, sind die Seiten nur so dahingeflogen. Geschrieben wurden fast alle Kapitel aus Aurens Sicht. Man konnte in ihre Gefühlswelt eintauchen und hat ihre Gedanken mitbekommen. Auren selbst wurde mir leider nicht ganz so sympathisch. Sie ist noch mit am sympathischsten, das zeigt sich, meiner Meinung nach, aber auch erst im hinteren Drittel des Buches so richtig. Die anderen “Sättel” des Königs, und ja, ich setzte “Sättel” bewusst in Anführungszeichen, weil mir der Begriff einfach zuwider ist, sind durchweg hochnäsig, eingebildet und voller Neid auf Auren und ihre Favoriten-Rolle beim König. Das lassen sie sie auch deutlich spüren. An negativen Emotionen mangelte es dem Buch in keinem Fall. Auch König Midas konnte ich nicht so recht einschätzen. Alleine die Tatsache, dass er sich mehrere Frauen und auch Männer für sein Vergnügen hält, ist für mich eine Red Flag. Er schien in der Vergangenheit aber wesentlich angenehmer gewesen zu sein, denn sonst würde wohl auch Auren nicht so große Stücke auf ihn halten. Irgendwie habe ich mir auch im ganzen Buch über mehr Tiefe gewünscht. Mehr Geschichte, mehr von König Midas, der am Ende zwar noch ein kurzes Kapitel bekommen hat (und das fand ich wirklich gut!) und mehr zur Vergangenheit von Auren. Möglicherweise wird das alles aber noch kommen, denn der zweite Band ist bereits verfügbar und liegt bei mir zu Hause auch schon bereit. In der Hoffnung, dass man hier mehr Tiefe und Gefühl vermittelt bekommt, mache ich mich auch gleich an den nächsten Teil. Für mich war “Die Gefangene” ein eher durchwachsener Start in die Reihe. Mal sehen, was noch so kommt.

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Veröffentlicht am 19.06.2023

Spannendes und wichtiges Thema

Going Zero
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Hinter dem eher unscheinbaren Cover des Buches versteckt sich allerdings eine Geschichte, bei welcher es sich sehr gelohnt hat sie zu lesen. „Going Zeroi“ von Anthony McCarten ist ein atemberaubender Roman ...

Hinter dem eher unscheinbaren Cover des Buches versteckt sich allerdings eine Geschichte, bei welcher es sich sehr gelohnt hat sie zu lesen. „Going Zeroi“ von Anthony McCarten ist ein atemberaubender Roman über die heutige Technologie, was alles mit dieser möglich ist und wie gläsern wir Menschen mittlerweile geworden sind.



Kaitlyn Day ist Bibliothekarin, alleinstehend, wird als Mauerblümchen bezeichnet und für die Firma FUSION das perfekte Opfer um ihren Betatest an ihr auszuprobieren. Denn für so einen hat sich Kaitlyn beworben und wurde auch ausgewählt. Zusammen mit neun anderen „Zeros“ bekommt sie 30 Tage Zeit, um sich vor FUSION und dessen Technologien zu verstecken. Sollte es einer der zehn Zeros schaffen, so lange unterzutauchen und das Team des Tech-Riesen zu täuschen, wirkt ein saftiges Preisgeld. Leicht wird FUSION es den Teilnehmern jedoch nicht machen. Mit diesem Betatest will das Team aus schlauen Köpfen rund um den Gründer von FUSION, Cy Baxter, beweisen, wie gut deren Sicherheitssysteme funktionieren und dass diese die Zukunft von Amerika sind. Eigentlich eine gute Idee und aus noblem Gedanken gehandelt, denn FUSION möchte mit diesen Systemen die Sicherheit der Menschen Amerikas gewehrleisten, indem vorab gehandelt werden kann. Es soll gar nicht bis zum Äußersten kommen, wie beispielsweise einem Anschlag. Das heißt jedoch im Umkehrschluss die totale Überwachung, immer und überall, bei jedem. Das ruft natürlich auch die Gegner der Technologie auf den Plan. Kaitlyn interessiert es nicht großartig, was dieser Test beweisen soll. Sie macht aus ganz anderen Motiven bei diesem Projekt mit. Motiven, die wichtiger für sie sind als die nationale Sicherheit oder irgendwelche Tests… Wird Kaitlyn es bis zum Ende des Betatests schaffen FUSION zu entkommen? Wird überhaupt ein Zero es in irgendeiner Weise schaffen, das System von Cy Baxter auszutricksen? Und was ist Kaitlyns Motiv, dass sie sich auf einen solchen Test einlässt?



Wäre ich nach dem Cover alleine gegangen bei der Auswahl des Buches, so hätte ich es wahrscheinlich gar nicht erst in die Hand genommen. Es sagt nicht besonders viel aus, dafür ist die Geschichte im Inneren mehr als interessant. Man sieht hier lediglich einen Fingerabdruck, der nur vage Vermutungen zulässt, um was es sich bei dieser Story handeln könnte. Im Nachhinein betrachtet, passt das Cover aber wie die Faust auf’s Auge zum Buch selbst. Mich hat die Story auch total gefesselt. Direkt zu Beginn ging es richtig los und man war mitten im Geschehen. Den Zeros dabei zuzusehen oder besser gesagt, zuzuhören, auf welche Weise sie sich vor dem System verstecken wollen, fand ich mega spannend. Das hat für mich auch einen Großteil von dieser gut geschriebenen Geschichte ausgemacht. Das und die Tatsache, dass man es wirklich mit der Angst zu tun bekommt, wenn man liest, mit welchen Mitteln FUSION so unbedingt ans Ziel kommen möchte. Die Mittel und Wege sind mehr als fraglich und sehr bedenklich und ich bin froh, dass es mit uns bisher NOCH NICHT so weit gekommen ist. Aber ich halte die Entwicklungen in dieser Geschichte für sehr realitätsnah und gar nicht mal so unwahrscheinlich. Auch heute wundern wir uns ja schon oft, wenn wir über eine bestimmte Sache sprechen und sie uns dann keine halbe Stunde später als Werbung auf dem Smartphone angezeigt wird… So müsst ihr euch das vorstellen, wenn ihr euch ein Bild von FUSION machen wollt. Kaitlyn gilt hier als gewöhnlicher Typ Mensch, hat aber eine ausgesprochen starke Willenskraft und kämpft für das, was sie will. Cy Baxter kämpft auch mit allen Mitteln dafür seine Ziele durchzusetzen. Zu Beginn hatte ich auch noch viel Sympathie für ihn. Das ließ allerdings im Laufe des Buches immer weiter nach. Seine Partnerin, Erika Coogan hat da bei mir ein paar mehr Sympathiepunkte sammeln können. Ob ich einen der Charakere überhaupt richtig mag? Wahrscheinlich eher nicht. Ich fand deren Zusammenspiel in diesem Buch aber so gut, dass ich trotzdem für die Story und die Idee einfach die vollen 5 von 5 Sternen vergebe. Die Story hat mich gefashed und ich fand sie richtig unterhaltsam. Die Kapitel sind kurzgehalten, was das Lesen angenehm macht und auch mit der Sprache kam ich gut klar.

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Veröffentlicht am 13.06.2023

Wenn das Idol in Flammen steht

Idol in Flammen
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Kennt ihr das, wenn euer „Idol in Flammen“ steht? Ein brandaktuelles Thema, da kam der Roman von Rin Usami gerade wie gerufen. In der Vergangenheit standen schon zahlreiche Idole und Stars im Pranger und ...

Kennt ihr das, wenn euer „Idol in Flammen“ steht? Ein brandaktuelles Thema, da kam der Roman von Rin Usami gerade wie gerufen. In der Vergangenheit standen schon zahlreiche Idole und Stars im Pranger und mussten sich für Dinge verantworten, die sie getan oder auch nur angeblich getan haben. Viele Menschen stürzen sich auf solche Schlagzeilen und Themen, wie wir es aktuell auch wieder beobachten können. Deshalb freute ich mich auf das Buch, in welchem ein Idol sich auch für seine Taten verantworten muss und wie seine Fans damit umgehen.

Akari ist von ihrem Idol Masaki gerade zu besessen. Wenn man sie fragt, dreht sich ihr ganzes Leben nur um diesen Star. Sie hat sein Leben in ihres integriert und es total verinnerlicht. Für sie gibt es nur noch Masaki und seine Musik. Masaki ist Mitglied einer Idol Band, die durch sein Verhalten einem Fan gegenüber negativ in die Schlagzeilen gerutscht ist. Angeblich soll Akaris großes Idol einen Fan geschlagen haben. Wie Fangemeinde reagiert zum Teil entsetzt über diese Handlung und wendet sich von ihm ab. Ein anderer Teil jedoch ist empört darüber, dass solche Unterstellungen gemacht werden und halten ihrem Star die Treue. So auch Akari. Für sie rückt der Skandal in den Hintergrund, sie fokussiert sich weiter auf Masaki. Und dieser Fokus, den sie auf den jungen Mann legt, den sie schon sein halbes Leben lang verfolgt, wird zu einer Obsession. Akari scheint völlig den Sinn für die Realität zu verlieren, weil sie diesem einen Menschen nacheifert. Sie wird schlechter in der Schule, verliert den Bezug zu Mitschülern und Freunden und auch den zu ihrer Familie. Doch das scheint alles egal, solange sie Masaki hat. Aber was passiert, wenn dem nicht mehr so ist? Wenn ihr Idol in Flammen aufgeht und einfach nicht mehr existiert?

Wie oben bereits erwähnt, könnte dieses Buch zu keinem Zeitpunkt besser passen, als jetzt gerade. Was ein Skandal rund um einen berühmten Star alles ausmacht, erfahren wir in den Sozialen Medien aktuell tagtäglich. Das Interesse an solch einem Skandal ist immer groß und das wird auch im Buch gut rübergebracht. Man merkt, wie nahe den Fans von Masaki dieses Thema geht und dazu zählt Akari natürlich auch. Ich vermute, dass es vielen der Fans wie Akari gehen wird und sie kein Einzelfall in diesem Beispiel ist. Jeder Mensch geht anders mit seinem Idol oder dem Lieblingsstar um. Bei manchen wird es allerdings regelrecht krankhaft, wie wir hier schön sehen können. Akari nimmt fast nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teil und hat nur noch ihr Idol im Kopf. So verliert sie den Bezug zur Realität und igelt sich immer mehr in sich selbst und ihre Obsession zu Masaki ein. Ich finde es sehr erschreckend, dass es oft so weit kommt und dass das Fan Sein solche Ausmaße annehmen kann. Leider wird mir im Buch hier aber zu wenig in die Tiefe gegangen. Klar, man merkt Akari an, wie sehr sie sich dadurch verändert, aber das ist meiner Meinung nach nur an der Oberfläche gekratzt. Auch die Gruppe aus verschiedenen Idolen, zu welcher Masaki gehört, wird hier nur angerissen und es wird nicht weiter auf sie eingegangen. Da hätten mich die einzelnen Mitglieder schon sehr interessiert. Auch wenn das Verhalten derer schon nachvollziehbar ist. Sie halten sich bedeckt, so wie es die Stars im echten Leben auch teilweise tun. Trotzdem war mir die Geschichte alles in allem zu oberflächlich gehalten. Mehr Tiefe hätte hier gutgetan, noch mehr Gefühl, vor allem die Gefühle von Akari, hätten mehr Leben in die Geschichte gebracht. An sich finde ich diese Art von Story sehr spannend. Die Umsetzung hier hat mir aber leider nicht so gut gefallen. Für zwischendurch waren die knapp 130 Seiten aber eine gute Abwechslung und man kann einfach mal in die Geschichte reinlesen.

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Veröffentlicht am 12.06.2023

Geigenklänge und verbotene Liebe

Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie
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„Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie“ von Anne Stern: Was ist das schon für ein wundervoller Titel! Dieser hatte mich direkt in seinen Bann gezogen und das Titelbild lies meine Neugierde noch größer ...

„Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie“ von Anne Stern: Was ist das schon für ein wundervoller Titel! Dieser hatte mich direkt in seinen Bann gezogen und das Titelbild lies meine Neugierde noch größer werden. Wir reisen mit dem Roman in das Jahr 1841, zur Eröffnung der weltberühmten Semperoper in Dresden. In und um das Opernhaus spielen sich spannende Geschichten aus der damaligen Zeit in Dresden ab. Wie eng diese miteinander verwoben und verflochten sind, erfahren wir im Laufe des Romanes. So viel sei aber schon einmal gesagt, an manchen Stellen wurde mir erst wieder so richtig bewusst, wie gut es die Frau in der heutigen Zeit eigentlich hat und wie krass sich das Leben gewandelt und doch verändert hat.

Elise steht kurz davor sich verloben zu müssen. Die junge Frau ist in einem Alter, in welchem sie zu heiraten bereit ist. Nur darf Elise selbst nicht entscheiden, wen sie sich zum Ehemann nimmt. Wie es damals wohl vielen, jungen Frauen ging, haben ihre Eltern eine Ehe arrangiert. Man wollte die Töchter des Hauses gut verheiratet wissen, weshalb auch Elise sich diesem Schicksal stellen muss. Dabei möchte die junge Frau doch nur ihre Geige spielen und frei über ihr Leben bestimmen. Nicht einmal das Geigenspiel ist ihr außerhalb des eigenen Hauses erlaubt. Wie gerne sie doch in einem richtigen Orchester spielen würde! Nur leider ist es den Frauen im 18. Jahrhundert untersagt in einem Orchester zu spielen. Dies ist nur den Männern vorbehalten. Dabei schaut Elise sich zusammen mit ihren Geschwistern und den Eltern sehr gerne Opern und Theaterstücke an. In der neu eröffneten Semperoper findet sie aber nicht nur Gefallen an den Stücken und Darstellern… In einem schwachen Moment begegnet sie Christian, einem Bühnenmaler, der es in seinem bisherigen Leben nicht leicht hatte. Sofort herrscht eine gewisse Anziehung zwischen den beiden und sie verlieben sich ineinander. Doch viele Hindernisse machen deren Beziehung zunichte. Nicht nur, dass Elise bereits einem anderen Mann versprochen ist, auch Christians gesellschaftlicher Stand macht es den beiden unmöglich miteinander glücklich zu werden. Das wissen sie auch, wagen trotzdem viel zu viel… Werden Elise und Christian einen Weg finden, zusammen zu sein? Ist deren Liebe stärker, als die Vernunft? Und wird die Gesellschaft anfangen umzudenken, was deren Vorstellungen von einem Leben in der damaligen Zeit ist?

Ich kam ganz gut in das Buch herein. Der Schreibstil war für mich angenehm und leicht zu lesen. Man merkt jedoch sofort, dass man in eine andere Zeit zurückversetzt wird. Nicht nur anhand der Worte, sondern auch an der Denkweise der Menschen. Wie oben bereits erwähnt, wird vor allem die junge Frau in ein Gesellschaftsbild gedrückt, welches heute so gar nicht mehr angebracht ist. Damals ging es für die Frau darum eine gute Ehefrau zu sein, Kinder zu gebären und die Familie gebührend zu präsentieren. Wie Elise, hatten viele Frauen sicher auch andere Träume, die sie niemals verwirklichen konnten. Alleine die Tatsache, dass man einen so guten Einblick in die damalige Zeit bekommt, hat mir sehr gefallen. Ich habe durch den Roman wieder viel dazu gelernt und war teilweise auch sehr sprachlos. Oft kündigte sich auch eine Art Umschwung, ein Umdenken im Text an. Leider wurden diese Gedankengänge dann aber nicht weiterverfolgt. Das finde ich sehr schade, denn der Ansatz war gut und spannend. Elises jüngere Schwester zum Beispiel: Sie sprach vieles aus, was man sich damals wirklich zu Herzen nehmen sollte. Auch Christian wurde in das ein oder andere Gespräch eingebunden, wo es um die Zukunft des Landes und der Gesellschaft ging. Aber wie gesagt, diese Themen wurden leider nur leicht angerissen und nicht weiterverfolgt. Da hätte ich mir durchaus mehr gewünscht. Ansonsten finde ich, dass die Spannung zwischen Elise und Christian deutlich zu spüren war. Sie waren wie füreinander geschaffen. Sehr traurig, dass der Stand eines Menschen damals so viel wog. Mit dem Ende des Buches bin ich nicht zu 100 % zufrieden, es entspricht aber einfach der Realität und deshalb akzeptiere ich es auch. Der Roman ist sehr lesenswert und ich kann ihn auf jeden Fall empfehlen. Vor allem denen, die sich für die Geschichte aus dem Deutschland im 18. Jahrhundert interessieren.

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Veröffentlicht am 30.05.2023

Wenn aus Freunden Verdächtige werden

One of the Girls
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Der Roman „One of the girls” von Lucy Clarke erweckte gleich zu Beginn den Eindruck, dass hier ein spannender und energiegeladener Thriller dahinterstecken könnte. Sechs junge Frauen auf dem Weg nach Griechenlang ...

Der Roman „One of the girls” von Lucy Clarke erweckte gleich zu Beginn den Eindruck, dass hier ein spannender und energiegeladener Thriller dahinterstecken könnte. Sechs junge Frauen auf dem Weg nach Griechenlang zum Junggesellinnenabschied. Und es soll zu einem Todesfall kommen. Besser kann ein Setting nicht sein, oder? Was die Spannung anbelangt, wurde ich nicht enttäuscht, ein paar kleinere Fehler waren aber in diesem Buch auch zu finden…

Lexi wird heiraten. Auch wenn sie selbst am allerwenigsten jemals damit gerechnet hätte, wird sie in nur wenigen Wochen vor den Traualtar treten und Ed heiraten. Er ist charmant, gutaussehend und wohlhabend. Die perfekte Partie also. Ein Rest an Zweifeln bleibt allerdings immer noch. Auch ihre beste Freundin Bella ist von der Idee einer Heirat alles andere als begeistert, lädt aber trotzdem neben sich und der zukünftigen Braut, vier weitere junge Frauen zu einer Hen Party in Griechenland ein. Dort soll Lexis Junggesellinnenabschied in einer Villa über dem Meer stattfinden. Zuerst scheinen die Frauen eine gute Zeit im und am Pool, sowie im und am Meer zu haben. Sie genießen alle das Leben und drängen ihre persönlichen Sorgen und Gedanken in den Hintergrund. So harmonisch, wie es scheint, ist es aber gar nicht. Jeder der Frauen trägt eine Last, ein Geheimnis mit sich herum. Manche kennen sich schon, manche haben die anderen bisher nur aus der Ferne beobachtet… Sie sind alle mit dem Ziel der Hen Party losgeflogen, verfolgen allerdings insgeheim ihre eigenen Ziele. Am Ende wird jemand sterben und es stellt sich die Frage, wer für den Tod dieser Person verantwortlich ist und warum.

Alleine der Klappentext und dass man so eine große Werbekampagne aus diesem Buch gemacht hat, hat mich neugierig gemacht. Warum auch nicht? Das Setting ist einzigartig und ich habe bisher noch von keinem Buch gehört, dass einen Thriller auf einer Hen Party spielen lässt. Ich war also direkt Feuer und Flamme und wollte unbedingt mehr über die Party, die Mädels und ihre Geheimnisse erfahren. Und davon gibt es nicht gerade wenige. Diese Geheimnisse werden nach und nach im Buch aufgedeckt und man versteht im Laufe des Buches immer besser, warum einzelne Personen so handeln, wie sie es eben tun. Die Mädels sind miteinander verbunden. Klar, sie sind alle gemeinsam auf eine Hen Party geflogen und wollen eine prima Zeit miteinander verbringen. Im Hintergrund läuft aber so viel mehr ab. Das finde ich besonders spannend. Denn mit jedem weiteren Kapitel erfährt man mehr über die einzelnen Protagonisten und deren Vergangenheit. Da die Kapitel recht kurzgehalten sind und in einem echt klasse Schreibstil geschrieben sind, kam ich auch sehr gut durch das Buch. Nicht einmal zwei Tage habe ich daran gelesen, da waren die ca. 430 Seiten auch schon alle einmal durchgeblättert gewesen. Sympathisch waren mir die meisten der Protagonisten leider nicht. Bella ist mir gleich am unsympathischsten gewesen. Sie ist mir viel zu aufgedreht, zu besitzergreifend und aufgesetzt. Auch in Lexi konnte ich mich persönlich nicht gut hineinversetzen. Eleanor könnte sympathisch sein, allerdings hat sie auch viele Baustellen, an denen sie arbeiten muss (wenn man ihre Vergangenheit kennt, auch kein Wunder). An Ana kam ich auch nicht wirklich heran. Lediglich Fen und Robyn waren für mich recht angenehm. Ich finde es aber gut, dass die Charaktere hier so verschieden sind. Die Mischung machts und die Verstrickungen, die hinterher aufgedeckt werden, haben so einen viel größeren Aha-Effekt bei mir hervorgerufen. Generell war ich vom Ende doch sehr überrascht, gebe mich mit diesem aber voll und ganz zufrieden. Einzig die Tatsache, dass mir in diesem Buch so viele Rechtschreibfehler und auch Zeitenfehler aufgefallen sind, schmälert das Lesevergnügen für mich etwas. Dadurch bin ich doch oft an dem falsch geschriebenen Wort hängengeblieben und konnte gar nicht verstehen, wie so ein gravierender Fehler beim Korrekturlesen nicht auffallen konnte. Auch, dass man in der Zeit öfter mal hin- und hergewechselt ist, ist für mich nicht verständlich. Oft wurden Namen der Personen falsch geschrieben oder gar eine andere Person eingesetzt, obwohl es um diese gerade gar nicht ging. Da sehe ich noch deutlich Verbesserungspotential. An sich finde ich die Story aber richtig spannend und abwechslungsreich.

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