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Veröffentlicht am 09.10.2025

Ein Buch wie eine kleine Therapie - absolutes Highlight!

Drei Tage im Schnee
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"Ich wollte wieder staunen können, wenn Schneeflocken vom Himmel fielen. Ich wollte laut lachen (...). Und vor allem wollte ich wieder aufwachen nicht denken Nö, sondern Yeah! Nur, wie ich das anstellen ...

"Ich wollte wieder staunen können, wenn Schneeflocken vom Himmel fielen. Ich wollte laut lachen (...). Und vor allem wollte ich wieder aufwachen nicht denken Nö, sondern Yeah! Nur, wie ich das anstellen sollte, das wusste ich noch nicht.
Kapitel "Einweckglas"
Drei Tage hat Hannah sich selbst verordnet. Drei Tage in einer kleinen Hütte an einem See, um ihre Tanks wieder aufzufüllen. Um wieder Energie zu haben, für ihr hektisches Leben in der Großstadt, für einen Job, der sie nicht erfüllt und Kontakte, die sie nicht bereichern.
Erst ist sie überfordert, von der Stille, die die Stimme in ihrem Kopf immer lauter werden lässt. Doch dann steht da auf einmal die kleine Sophie vor ihrer Tür, lockt sie nach draußen, in den Schnee. Mit ihr erlebt sie das Leben, die Natur zum ersten Mal seit langem wieder direkt. Lässt sich in Tätigkeiten fallen, einfach um des Tuns willen und nicht wegen des Ergebnisses.
Sophie stellt viele Fragen, die in ihrer Kindlichkeit wahnsinnig weise sind. Und so wird Hannah bewusst, dass sie an sich, ihrem Leben arbeiten will, um die kleine Hannah in ihr wieder zum Vorschein zu locken. Um wieder Spaß zu haben, glücklich zu sein, ihre Zeit mit den Dingen zu verbringen, die wirklich wichtig sind.
Ich konnte Hannah so gut verstehen! Wie oft verzettelt man sich in "wichtigen" Dingen, weil man weiterkommen will, anerkannt werden. Und verliert sich selbst darin. Verbraucht wertvolle Zeit und Energie für etwas, das keinen Wert hat.
In der Stille der Hütte und der Natur kommt sie zum ersten Mal seit langem wieder richtig zur Ruhe. Sophie erinnert sie an ihre eigene Kindheit, daran, wie man gedankenversunken an etwas arbeitet, den Schnee genießt, das Leben.
Ich habe das Buch in sehr kleinen Happen gelesen, um immer wieder selbst innezuhalten, mich zu sortieren. Auch ich habe einige große Brocken aus meinem Glas entfernt und will unbedingt weiter dranbleiben!
Ina Bhatter hat eine wundervolle Geschichte geschrieben, mit einer so wichtigen Botschaft, die leicht wie eine Schneeflocke auf deine Seele fällt. Unbedingt lesen, wenn dich die Hektik des Alltags zu fressen droht!
Fazit:
Ein Buch wie eine kleine Therapie - absolutes Highlight!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Eine stimmungsvolle Geschichte mit ernsten Themen in den wunderschönen Highlands!

Sternenfunkeln im kleinen Strickladen in den Highlands
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"Stricken gegen die Kälte", das ist das Motto, das Maighread ausruft. Der Grund? Bei einem Besuch in Glasgow sieht sie eine obdachlose Frau mit ihrem Hund frierend auf der Straße. Spontan schenkt sie ihr ...

"Stricken gegen die Kälte", das ist das Motto, das Maighread ausruft. Der Grund? Bei einem Besuch in Glasgow sieht sie eine obdachlose Frau mit ihrem Hund frierend auf der Straße. Spontan schenkt sie ihr ein gestricktes Tuch, ein warmes Getränk und noch wärmere Worte. Und beschließt, dagegen muss man was tun! Gemeinsam mit Chloe und Amely will sie den Rekord für die längste gestrickte Sockenleine der Welt schlagen - und die wärmenden Socken danach an Obdachlose geben, um ein Zeichen zu setzen! Dabei hat sie die volle Unterstützung ihrer Freunde und von Joshuas Familie.
Doch nicht nur das hält sie in Atem. Maighread und ihr Mann wollen schon länger ein Kind, doch es scheint nicht so recht zu klappen. Und bei Joshua kommen alte Gefühle hoch. Jetzt, wo er selbst gerne ein Kind hätte, fragt er sich, wo seine Wurzeln liegen. Denn seine leiblichen Eltern hat der als Kind Adoptierte nie kennengelernt ...
Auch die anderen "alten" Bekannten, die man aus den Vorgänger-Romanen kennt, trifft man in diesem Band wieder.
Verstrickt und Faden vernäht, was für eine Geschichte! Ich bin zum zweiten Mal zu Besuch am Loch Lomond und habe mich dort, inmitten der wunderschönen Landschaft und der herzlichen Menschen, sehr wohl gefühlt! Die stimmungsvolle Beschreibung der Highlands und des Sees, wunderbar!
Etwas mitgenommen hat mich die Geschichte von Maighread und Joshua. Dieser Teil hat mir fast ein wenig zu viel des Buches eingenommen und oft auch traurig gemacht. Für Sternenfunkeln waren es mir etwas zu viele schwere Themen und zu wenig Leichtigkeit.
Wie der Titel verrät, in dieser Reihe von Susan Oswald dreht sich alles ums Stricken, was auch privat ihre Leidenschaft ist. Und das merkt man auf jeder Seite, dass sie weiß, wovon sie schreibt.
Ich war sehr überrascht, dass Susanne Oswald den Weltrekord, den ihre Protagonisten versuchen, auch im echten Leben aufstellen will. Beim Swiss Yarn Festival 2026 ist der offizielle Anstrick - Bemerkenswert!
Triggerwarnung: Wenn dich die Themen Fertilitätsprobleme, Komplikationen in der Schwangerschaft zu sehr berühren, überlege dir gut, ob du dieses Buch lesen willst!
Fazit:
Eine stimmungsvolle Geschichte mit ernsten Themen in den wunderschönen Highlands!

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Turbulente, unterhaltsame Geschichte über die (Vor-)Weihnachtszeit in einer neu zusammengewürfelten Familie.

Immer muss man selber feiern
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"Verdammte Axt, Nick! Was ist bloß mit uns passiert?
Knappe Antwort?
Weihnachten ist passiert."
Prolog
Dabei ist Weihnachten doch die schönste Zeit im Jahr für Nele! Alles wird stimmungsvoll geschmückt, ...

"Verdammte Axt, Nick! Was ist bloß mit uns passiert?
Knappe Antwort?
Weihnachten ist passiert."
Prolog
Dabei ist Weihnachten doch die schönste Zeit im Jahr für Nele! Alles wird stimmungsvoll geschmückt, jede Menge Lichterketten verzieren die Räume ...
Doch vor Kurzem ist Nele mit ihrer großen Liebe Nick zusammengezogen, gemeinsam mit ihren beiden Kindern. Und jetzt stellt sich heraus, dass er mit all dem Weihnachtszeug nichts anfangen kann! Dabei lieben Nele, ihre Kinder und ihre Freundinnen ihre Rituale in der Vorweihnachtszeit. Mit jeder Lichterkette sinkt die Stimmung und als dann auch noch die Geschenke der Kinder verloren gehen und die Schwiegermutter vor der Tür steht, ist es endgültig vorbei mit der Freude.
Ellen Berg hat mich ab der ersten Seite einfach mitgerissen! Die Geschichte beginnt am 23. Dezember mit einem großen Knall, und dann erzählt uns Nele, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Was habe ich mich amüsiert! Nele ist so entzückend, mit ihrer Deko, ihrem Baumaussuchen, Treffen mit Freunden, dem Nikolaus, der ins Haus kommt! Doch Nick ist gar nicht begeistert von all dem, am liebsten würde er Weihnachten wohl aus dem Kalender streichen. Und so wird jedes ihrer geliebten Rituale zum Streitthema und obwohl die beiden sich lieben, scheinen sie immer weiter auseinanderzutreiben. Gut, dass Nele Rückhalt bei ihren ebenso liebenswerten wie lustigen Freundinnen hat! Gemeinsam kämpfen sie um die Geschenke und ihre geliebte Vorweihnachtszeit!
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und würde am liebsten sofort wieder auf der ersten Seite beginnen!
Denn jeder kennt das, obwohl man sich vornimmt, es ruhig angehen zu lassen, reißt einen der Weihnachtstrubel mit und irgendwann haben wohl die meisten von uns den Punkt erreicht, an dem sie sich nur noch wünschen, es wäre der 25. Dezember. Gerade weil einem das so bekannt vorkommt, hat mich Neles Drama so gut unterhalten.
Alle Jahre wieder, hoffe ich und freue mich jetzt schon auf den nächsten Weihnachtsroman von Ellen Berg!

Fazit:
Turbulente, unterhaltsame Geschichte über die (Vor-)Weihnachtszeit in einer neu zusammengewürfelten Familie.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Weihnachten mit der lieben Familie? Nein, (zu) viele Menschen mit harten Schicksalen, die aufeinanderprallen.

One Big Happy Family - Weihnachten mit der lieben Familie
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Huxley schüttelte den Kopf. "Also der aktuelle Freund, (...), Nicks Schwiegermutter und Schwiegeronkel und dein Ex-Freund."
"Und ein Hund", fügte Blair hinzu. "Ein großer, freundlicher Hund."
Huxley grinste ...

Huxley schüttelte den Kopf. "Also der aktuelle Freund, (...), Nicks Schwiegermutter und Schwiegeronkel und dein Ex-Freund."
"Und ein Hund", fügte Blair hinzu. "Ein großer, freundlicher Hund."
Huxley grinste sie an. "Dann scheint ja wohl Weihnachten zu sein."
13. Kapitel
Tja, ich und Susan Mallery, entweder ist es Liebe ab der ersten Seite - oder eben nicht.
Ich habe mich bei "One big happy family" auf einen turbulenten Weihnachtsroman gefreut, mit einigen unvorhergesehenen Entwicklungen und viel Weihnachtskitsch.
Julie Parker will Weihnachten mit ihrem derzeitigen Freund ganz ruhig daheim verbringen, endlich ein paar Tage für sich. Da sagt ihr Sohn eine geplante Reise ab, er möchte die Feiertage wie immer auf der Hütte der Familie verbringen, alle zusammen, und seinem verstorbenen Vater - Julies Ex-Mann - gedenken. Natürlich erfüllt Julie ihm diesen Wunsch - doch mit dem ein oder anderen Überraschungsgast hat sie nicht gerechnet.
Obwohl auf dem Klappentext Dana als Protagonistin angeführt ist, hatte ich tatsächlich das Gefühl, keinen - oder zu viele - Protagonisten zu haben. Es sind einfach verwirrend viele Menschen, die letzten Endes die Hütte bewohnen. Wobei Hütte - ein Haus von 500 Quadratmetern ist nicht ganz das, was ich mir unter einer beschaulichen Hütte vorstelle, in der ich Weihnachten verbringen will. Julie plant alles akribisch, jede Mahlzeit, und geht dabei weit über ihre Grenzen.
Jeder der Besucher hat sein eigenes Päckchen zu tragen, und ich spreche hier nicht von Geschenken. Für mich waren das zu viele Menschen mit zu vielen Schicksalen, die hier aufeinandergeprallt sind.
Die Hütte hat eine fürchterlich gute Akustik, allen ist klar, dass man alles hören kann. Dennoch schaffen sie es immer wieder, heikle Gespräche und Auseinandersetzungen so zu führen, dass jeder es mitbekommt.
Obwohl Weihnachtsbäume gefällt, im Schnee gespielt und Kekse gebacken werden, wollte bei all den Problemen so keine rechte Weihnachtsstimmung bei mir aufkommen.
Ich freue mich schon auf Susan Mallerys nächstes Buch und hoffe, dass sie mich wieder so begeistert, wie sie es schon einige Male geschafft hat. Mit "One big happy family" leider nicht.
Fazit:
Weihnachten mit der lieben Familie? Nein, (zu) viele Menschen mit harten Schicksalen, die aufeinanderprallen.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Eine verwirrende Geschichte über einen besonderen Ort, mit schwer zu verstehenden Protagonisten.

Ein ganz besonderer Ort
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"Ihre Blicke trafen sich und sie grinsten. Zwei erwachsene Frauen, denen etwas aneinander gefiel, die aber zu alt waren um zuzugeben, dass sie dabei waren, Freundinnen zu werden."
Ja, so lief das Aufeinandertreffen ...

"Ihre Blicke trafen sich und sie grinsten. Zwei erwachsene Frauen, denen etwas aneinander gefiel, die aber zu alt waren um zuzugeben, dass sie dabei waren, Freundinnen zu werden."
Ja, so lief das Aufeinandertreffen von Suzanna Peacock und Jessi. Suzanna musste aufgrund finanzieller Schwierigkeiten mit ihrem Mann zurück in ihren Heimatort ziehen und hat dort einen kleinen Laden eröffnet. Jessi fegt wie ein Wirbelwind durch das Geschäft und schafft das, was Suzanna nicht kann: Mit den Menschen reden, lächeln, sie zum Wiederkommen animieren.
Das macht das Peacock Emporium zu einem ganz besonderen Ort - für Suzanna, Jessi und die Einwohner des kleinen Örtchens. Auch für Alejandro, einen jungen Geburtshelfer, der immer wieder gerne vorbeikommt.
Ich mag Jojo Moyes Bücher, doch bei diesem tat ich mir bis zuletzt schwer, hineinzufinden. Suzannas Mann Neil möchte endlich ein Kind, was Suzanna aufgrund ihrer Vergangenheit schwer fällt. Sein fehlendes Mitgefühl tat mir oft weh und ich habe ihn kaum verstanden. Er fand in dem Roman auch zu wenig Platz, um wirklich sichtbar zu werden.
Suzanna fühlt sich von ihrer Familie benachteiligt, ist mürrisch und unzufrieden. Jessi kommt wie ein Sonnenstrahl in ihren Laden, sie mochte ich richtig gern. Doch wo Licht, da ist auch Schatten und Jessis Schicksal gibt der Geschichte einen bitteren Beigeschmack.
Wir reisen auch immer wieder in die Vergangenheit, sind dabei beim Kennenlernen von Suzannas Eltern, bei schweren Entscheidungen.
Gerade die Sprünge in der Zeit haben mich beim Hörbuch manchmal verwirrt. Die Erzählstränge fanden teilweise auch zu spät zueinander, um als Leser:in wirklich dranbleiben zu können. Was beim Lesen vielleicht noch geht, war beim Hören schwierig: Lilian und Vivian, die auch noch Vivi genannt wird, zu Fini, etc. Manche Namen waren mir zu ähnlich, um sie beim Hören sofort zuordnen zu können, was es mir zusätzlich schwer machte, mich in der Geschichte zur orientieren.
Manchen Nebenschauplätzen wurde für meinen Geschmack zu viel Platz eingeräumt, Seiten, die ich lieber bei den Hauptprotagonisten verbracht hätte, um sie besser verstehen zu können.
Das Ende kam für mich überraschend, ich habe mit einem ganz anderen Verlauf einiger Handlungsstränge gerechnet und so blieb ein unrundes Gefühl bis zuletzt.
Ein Highlight: Das Hörbuch wird wie die meisten der Autorin von Luise Helm gesprochen, die ihre Sache hervorragend macht!
Spoiler/Triggerwarnung:
In diesem Buch geht es um Schwangerschaften, Geburt und Komplikationen, häusliche Gewalt. Wenn du dich bei diesen Themen unwohl fühlst, überlege gut, ob du diesen Roman lesen willst und achte auf dich, wenn du es tust.
Fazit:
Eine verwirrende Geschichte über einen besonderen Ort, mit schwer zu verstehenden Protagonisten.

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