Umsetzung konnte mich nicht überzeugen
Vanitas - Schwarz wie ErdeIch hab schon ein paar von Poznanskis Büchern gelesen und finde vor allem ihre Jugenddystopien richtig gut. Leider konnte mich bisher jedoch keiner ihrer Thriller überzeugen, was Vanitas auch nicht geändert ...
Ich hab schon ein paar von Poznanskis Büchern gelesen und finde vor allem ihre Jugenddystopien richtig gut. Leider konnte mich bisher jedoch keiner ihrer Thriller überzeugen, was Vanitas auch nicht geändert hat.
Poznanskis Schreibstil ist wie gewohnt richtig gut – flüssig, bildhaft und atmosphärisch. Auch die Grundidee der Geschichte fand ich durchaus spannend und originell. Es gibt viele interessante Ansätze, die viel Potenzial für eine fesselnde Story bieten würden. Und trotzdem konnte mich das Buch insgesamt nicht überzeugen.
Das Hauptproblem war für mich eindeutig die Protagonistin. Natürlich ist klar, dass sie viel durchgemacht hat – ihre Vergangenheit ist schwer und traumatisch –, aber ihr gesamter Charakter bestand für mich nur aus Jammern, Selbstmitleid und übertriebener Paranoia. Anfangs konnte ich noch mitfühlen, doch irgendwann hat mich ihre ständige Paranoia nur noch genervt. Sie wirkte auf mich kaum greifbar und hat es mir schwer gemacht, wirklich mit ihr mitzufiebern.
Auch die Handlung konnte mich nicht mitreißen. Die Geschichte dümpelt lange vor sich hin, es passiert wenig, und Spannung kam für mich kaum auf. Erst gegen Ende nimmt die Handlung etwas Fahrt auf, doch dann ging plötzlich alles sehr schnell. Für meinen Geschmack wurde vieles zu überhastet abgehandelt, einige Wendungen wirkten zu einfach abgehandelt und das Finale blieb eher unbefriedigend zurück.
Ich hatte mir einfach mehr erhofft. Mehr Tempo, mehr Tiefe bei den Figuren, mehr Spannung. Poznanski kann schreiben, das steht außer Frage – aber bei Vanitas blieb für mich zu vieles hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre.