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Veröffentlicht am 09.12.2020

Tödliche Heirat

Taubertaltod
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Ich glaube, es gibt kein schlimmeres Szenario, als einen Todesfall auf einer Hochzeit - vor allem wenn es sich um den Bräutigam handelt. Aber genau dieses Szenario ist der Ausgangspunkt für diesen Regionalkrimi ...

Ich glaube, es gibt kein schlimmeres Szenario, als einen Todesfall auf einer Hochzeit - vor allem wenn es sich um den Bräutigam handelt. Aber genau dieses Szenario ist der Ausgangspunkt für diesen Regionalkrimi aus dem Taubertal.

Im Mittelpunkt steht Anke Wardlinger, sie ist Standesbeamtin, geschieden und ein bisschen das schwarze Schaf in ihrer Heimatstadt, die von der Autorin wirklich super beschrieben wird. Auf der einen Seite sehr beschaulich, ruhig und so, dass man dort gerne leben würde. Auf der anderen Seite aber auch voller Klatsch und Tratsch, sodass man eine Großstadt doch vorzieht. Ich war zwar noch nie in Bad Mergentheim, aber die Beschreibungen der Gegend haben mir wirklich sehr gut gefallen und einen ruhigen Urlaub schließe ich dort nicht aus.

Aber zurück zum Buch: Auch wenn es sich um einen Krimi handelt, überwiegt doch der Witz. Denn die Situationen, in die sich die Protagonistin bringt, sind schon sehr skurril und ich musste das ein oder andere mal richtig laut lachen. Natürlich ist der Hintergrund ernst, denn es wurde ein Mord begangen und es gibt viele Verdächtige.

Das sorgt auch dafür, dass man als Leser gut miträtseln kann. Später im Buch kommt auch der Mörder an einigen Stellen selbst zu Wort. Diese andere Perspektive hat noch einmal Abwechslung in den Plot gebracht und gibt weitere Hinweise auf den Täter. Hier muss ich gestehen, dass ich doch schon eine Ahnung hatte und deshalb zum Schluss nicht mehr überrascht war.

Für mich ist das jetzt nicht unbedingt ein Kritikpunkt, allerdings war der Weg dahin doch an der ein oder anderen Stelle so, dass die Polizei und auch Anke Wardlinger den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen haben. Und das hat mich dann doch etwas gestört, denn es wurden offensichtliche Dinge einfach übersehen. Natürlich war das für die Story gut, die sich dadurch nochmal in andere Richtungen entwickelt hat, aber ich wurde dadurch auch ganz schön ungeduldig.

Nichtsdestotrotz wurde ich sehr gut unterhalten und es war ein Regionalkrimi, den ich sehr genossen habe. Von mir gibt es deshalb 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.12.2020

Lügner unter sich

Liar's Room - Zwei Lügner, ein Raum, kein Entkommen
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Ich habe den Klappentext gelesen und wusste sofort: Dieses Buch musst du lesen, es klingt unheimlich spannend!
Sobald es auf dem Reader war, habe ich auch begonnen - und wurde etwas enttäuscht. Meine ...

Ich habe den Klappentext gelesen und wusste sofort: Dieses Buch musst du lesen, es klingt unheimlich spannend!
Sobald es auf dem Reader war, habe ich auch begonnen - und wurde etwas enttäuscht. Meine Erwartungen waren sehr hoch und ich kam anfangs nicht wirklich in die Geschichte hinein. Die Protagonisten waren mir nicht wirklich sympathisch und ich hatte so viele Fragezeichen im Kopf, dass ich nicht gefesselt wurde.
Ich habe deshalb erstmal eine Lesepause eingelegt und das Buch später wieder in die Hand genommen. Um nichts zu verpassen, habe ich von vorne begonnen und da ich keine Erwartungen mehr hatte, kam ich auch viel besser in die Geschichte hinein.
Gut hat mir gefallen, dass man Stück für Stück mehr von den Geheimnissen der Beiden erfährt, aber man immer nur kleine Häppchen serviert bekommt. Deswegen bleibt man am Ball, denn irgendwie möchte man ja wissen, was passiert ist.
Und die Hintergrundgeschichte ist zum Teil wirklich sehr heftig. Dadurch wird die Geschichte aber auch rund und die Handlungen eher nachvollziehbar.
Nichtsdestotrotz wurde ich auch beim zweiten Anlauf nicht wirklich warm mit den Protagonisten. Deswegen kann ich das Buch nur bedingt weiterempfehlen, aber ich denke, es wird seine Liebhaber finden!

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Veröffentlicht am 09.12.2020

Mord in der Familie

Das krumme Haus
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Wenn man die Bücher von Agatha Christie kennt, dann weiß man, was einen erwartet, denn auch in diesem Buch ist der Aufbau sehr klassisch: Wir haben eine Gruppe von Menschen, die sich an einem Ort befindet ...

Wenn man die Bücher von Agatha Christie kennt, dann weiß man, was einen erwartet, denn auch in diesem Buch ist der Aufbau sehr klassisch: Wir haben eine Gruppe von Menschen, die sich an einem Ort befindet - in diesem Fall das Haus der Familie -, es geschieht ein Mord und alle Anwesenden sind verdächtigt. Der Ort wird nicht wirklich verlassen, dafür lernt man die Figuren nach und nach besser kennen.

Hier fand ich es sehr schön, dass nicht nur die Familie des Opfers im Mittelpunkt steht und es auch keine "bekannten" Ermittler gibt, sondern Charles eine tragende Rolle einnimmt. Wie der Klappentext verrät, möchte er Sophia, die Enkelin des Opfers, heiraten. Aber sie stimmt dem nur zu, wenn die Hintergründe aufgeklärt wurden.

Deshalb habe ich auch weder Miss Marple noch Poirot vermisst: Charles ist so sympathisch und möchte die Tat unbedingt den Mord aufklären, um endlich seine große Liebe heiraten zu können. Er sieht als Außenstehender die Familie und die Bande, die sie verknüpft, mit etwas anderes Augen - und das macht seine Schilderungen sehr interessant.

Die Schwierigkeit ist, dass wirklich jeder ein Motiv hätte, den Alten zu ermorden. Jeder trägt ein Geheimnis mit sich herum, das nach und nach herauskommt. Das fand ich sehr spannend und es hat auch dazu geführt, dass ich immer wieder einen anderen Verdächtigen auserkoren habe.

Letztendlich lag ich dann aber doch falsch - und das Ende ist wirklich ein richtiger Schocker! Das hat mir sehr gut gefallen.

Super war aber natürlich auch, dass man in eine ganz andere Zeit versetzt wird. Es gibt keine forensischen Methoden, die Aufklärung muss wirklich mit dem Verstand passieren. Das fand ich wunderbar.

Insgesamt war ich richtig begeistert. Deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 09.12.2020

Malaria-Alarm

Die Suche
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Man steigt sehr unvermittelt in die Geschichte ein, denn man befindet sich in einem Flugzeug und sieht durch die Augen eines Unbekannten, der etwas in diesem Flugzeug aussetzt. Dass es sich dabei um Malaria ...

Man steigt sehr unvermittelt in die Geschichte ein, denn man befindet sich in einem Flugzeug und sieht durch die Augen eines Unbekannten, der etwas in diesem Flugzeug aussetzt. Dass es sich dabei um Malaria übertragende Mücken handelt, wird hier gar nicht so deutlich gesagt, allerdings wurde das schon vom Klappentext vorweggenommen.

Was mich dann etwas gewundert hat, war, dass man über das Tagebuch der verschwundenen Erica immer wieder nach Afrika "entführt" wird und sie ihre Erlebnisse als Wissenschaftlerin dort schildert. Das war ganz interessant, auch wenn man nicht so wirklich einen roten Faden zwischen den Ereignissen damals und der Epidemie heute herstellen konnte. Das fand ich etwas schade, auch wenn es am Ende aufgelöst wird. Für mich hat es aber definitiv zu viel Raum eingenommen.

Überhaupt fand ich, dass der Klappentext etwas irreführend ist, denn die eigentliche Malaria-Seuche steht nicht im Mittelpunkt. Es ist eher die Suche nach Erica in der niederländischen Unterwelt, auch etwas die Arbeit von Wissenschaftlern etc. Das war spannend, teilweise auch sehr brutal, aber für meinen Geschmack etwas zu weit weg vom eigentlichen Thema.

Grundsätzlich hat mir das Buch schon gefallen, es ist ein rasanter Thriller, der durch die Perspektivenwechsel zwischen Ericas Tagebuch und der Gegenwart auch für Abwechslung und immer wieder kleine Cliffhanger sorgt. Nichtsdestotrotz war es aber nicht das, was ich von einem Thriller erwarte, bei dem eine Seuche im Mittelpunkt steht. Das Besondere, das den Plot ausmacht, geht unter.

Deswegen gibt es von mir 3 Sterne!

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Veröffentlicht am 30.11.2020

Erschreckend

2084
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Wie sieht die Welt 2084 aus? Wie hat sich das Klima bis dahin entwickelt? Und warum haben wir - also die Menschen im Jahr 2020 - nichts getan, um den Klimawandel aufzuhalten? Das sind Fragen, die in diesem ...

Wie sieht die Welt 2084 aus? Wie hat sich das Klima bis dahin entwickelt? Und warum haben wir - also die Menschen im Jahr 2020 - nichts getan, um den Klimawandel aufzuhalten? Das sind Fragen, die in diesem Buch geklärt werden.

Der Autor nimmt den Leser mit rund um die Welt, wo er Menschen interviewt, die in der Zukunft im Jahr 2084 leben. Diese sind natürlich fiktiv, aber trotzdem wirken sie sehr real, denn er lässt viele Fakten aus unserer Zeit einfließen, sodass es einen runden Übergang zwischen gesicherten Fakten und Fiktion gibt.

Die Idee, das Buch nur aus Interviews bestehen zu lassen, fand ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und ich hatte Angst, dass es sich schwer lesen lässt. Aber das war überhaupt nicht der Fall. Gerade weil es ähnlich der gesprochenen Sprache ist, lässt es sich sehr flüssig lesen und wirkt sehr authentisch.

Geteilt ist das Buch thematisch in unterschiedliche Auswirkungen des Klimawandels. Dann geht es einmal rund um die Welt an verschiedene Orte, wo gerade diese Auswirkungen besonders stark vertreten sind. Dabei werden Dinge wie beispielsweise Wasserknappheit angesprochen, vor denen bereits heute die Wissenschaft warnt. Da erscheint es sehr weit weg und irgendwie auch nicht als wirkliche Gefahr. Wenn James Lawrence Powell aber dann seine Interviewpartner davon berichten lässt, dass das Wasser immer weiter rationiert wird und es trotzdem nicht reicht, dann bekommt das Ganze nochmal einen ganz anderen Charakter.

Für mich war das Buch sehr erschreckend und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich versuche schon möglichst nachhaltig zu leben, aber natürlich weiß ich, dass das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Nichtsdestotrotz hat es mich aber auch bestärkt, dass wir alle gemeinsam etwas gegen den Klimawandel tun können und das es jetzt an der Zeit ist zu handeln.

Insgesamt hat mir das Buch und die Idee dahinter sehr gut gefallen. Es lässt sich gut lesen und behandelt ein wichtiges Thema. Deshalb gibt es von mir auch 5 Sterne!

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