Profilbild von jasbr

jasbr

Lesejury Star
offline

jasbr ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jasbr über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2020

Einer von vielen

Das Imperium der Prinzen
0

Eigentlich bin ich wirklich nicht der SciFi-Leser, aber der Klappentext hat mich dann doch neugierig gemacht, weil der für mich auch einen Hauch von Dystopie beinhaltet - und das lese ich immer sehr gerne.

Der ...

Eigentlich bin ich wirklich nicht der SciFi-Leser, aber der Klappentext hat mich dann doch neugierig gemacht, weil der für mich auch einen Hauch von Dystopie beinhaltet - und das lese ich immer sehr gerne.

Der Einstieg in das Buch ist mir dann aber ehrlich gesagt relativ schwer gefallen. Bis ich mich in die Welt eingefunden habe, die der Autor zeichnet, hat es doch ein bisschen gedauert. Das hat zum einen daran gelegen, dass alles wirklich ganz anders ist, zum anderen auch daran, dass nicht unbedingt alles erklärt wird - und wenn, dann mit vielen technischen Begriffen.

Ich habe mich davon aber nicht abschrecken lassen und habe weitergelesen, auch wenn ich das ein oder andere - gerade in Bezug auf die Raumschiffe und Waffen - nicht unbedingt kapiert habe. Und mit der Zeit habe ich auch bemerkt, dass es nicht unbedingt wichtig ist, alles genau zu verstehen.

Prinz Khemri, dem Protagonisten, stehe ich sehr zwiespältig gegenüber. Sein Verhalten war nämlich die meiste Zeit wirklich ätzend und unsympathisch, allerdings hat das auch gut zu seiner Position gepasst und erklärt sein Verhalten. Aber wirklich warm geworden bin ich mit ihm nicht.

Was mich auch etwas gestört hat, war der Aufbau der Handlung. Manche Dinge werden super ausführlich erzählt, sodass das Buch doch einige Längen hat und ich zwischendurch die Seiten eher überflogen habe. Hier ist dann einfach nicht viel passiert. Dann wiederum gibt es zum Teil sehr große Sprünge, es geht also zu schnell voran und man fragt sich, was denn zwischendurch passiert ist. Richtig extrem wird es dann am Schluss: Während des Lesens hatte ich das Gefühl, dass es noch einen zweiten Band geben müsste, weil ich gemerkt habe, ich habe nur noch ca. 40 Seiten vor mir und die Handlung ist noch mitten drin - aber dem war nicht so. Auf einmal geht es Schlag auf Schlag und so schnell, dass man richtig gehetzt wird. Was also am Anfang zu viel war, war ich definitiv zu wenig, denn so ist alles sehr oberflächlich.

Insgesamt hat mir der Ausflug in das Sci-Fi-Genre ganz gut gefallen, es war mal etwas anderes. Das Buch selbst konnte mich aber nicht wirklich überzeugen. Von mir gibt es deswegen nur 2,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2020

Ab nach Polen

Flitterwochen
0

Was der Klappentext andeutet, ist auf jeden Fall in diesem Buch Programm: Tine möchte ihren Traummann heiraten, aber irgendwie scheint der Wurm drin zu sein, was viele lustigen Situationen verursacht. ...

Was der Klappentext andeutet, ist auf jeden Fall in diesem Buch Programm: Tine möchte ihren Traummann heiraten, aber irgendwie scheint der Wurm drin zu sein, was viele lustigen Situationen verursacht. Die Entführung - oder auch die Pistole, die auf dem Cover zu sehen ist - könnten ein bisschen irreführend sein. Ein Krimi ist das ganze nämlich nicht, sondern eine schöne, witzige Geschichte mit viel Herz, die man gern mal zwischendurch lesen kann.

Besonders gefallen haben mir die Figuren: Tine als Hauptfigur ist super gewählt, sie ist zwar etwas leicht aus der Ruhe zu bringen, macht aber aus jeder Situation das Beste und vor allem nimmt sie viel Rücksicht auf andere und stellt sich nicht permanent selbst in den Mittelpunkt. Natürlich ist auch ein großes Stück Naivität dabei, denn sonst würde die Geschichte nicht so laufen, wie sie läuft und man hätte nicht wirklich etwas zu lesen. Deswegen: Daumen hoch!
Daneben gibt es noch Jan aus Polen, der unabsichtlich in die ganze Situation verwickelt wird. Ihn habe ich auch schnell ins Herz geschlossen, weil für ihn Familie an erster Stelle steht. Auch seine gesamte Verwandtschaft in Polen sorgt für lustige Situationen, zeigt aber auch, wie schön es ist, so eine Bande um sich herum zu haben.
Meine Lieblingsfigur ist aber eindeutig Oma Strelow, die überhaupt nichts darauf gibt, was andere denken - sondern einfach immer ihr Ding durchzieht. Und das ohne Rücksicht auf Verluste. Einfach herrliche! Solch eine Oma sollte jeder haben.

Der Plot an sich ist sehr vorhersehbar, allerdings habe ich auch nicht gerade viel Spannung oder überraschende Wendungen erwartet. Das Ende ist schon nach den ersten Seiten klar, der Weg dahin aber wunderbar zu lesen. Die Geschichte ist kurzweilig, witzig und teilweise etwas übertrieben - sehr passend für das Genre.

Toll war aber - und das habe ich nicht erwartet - das die Geschichte überwiegend in Polen spielt. Ich war noch nie dort, kenne nur die üblichen Klischees und war überrascht, wie viel dieses Land zu bieten hat. Es hat auf jeden Fall Lust gemacht, selbst mal hinzufahren. Außerdem wurden diverse Bräuche und Traditionen vorgestellt. Nicht nur schön, sondern sogar ein kleines bisschen lehrreich.

Der Schreibstil war locker, lustig und flüssig, das Buch hatte kaum Längen. Da ich schon einige Bücher von Anne Hertz gelesen habe, hatte ich hier auch nichts anderes erwartet.

Insgesamt eine schöne Geschichte: Von mir gibt es 4 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2020

Sehr spannend!

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
1

Die Grundidee, dass der Protagonist oder die Protagonistin sich durch die Wildnis schlagen muss und dabei ums Überleben kämpft, ist jetzt nichts neues. Trotzdem finde ich das Thema immer wieder spannend, ...

Die Grundidee, dass der Protagonist oder die Protagonistin sich durch die Wildnis schlagen muss und dabei ums Überleben kämpft, ist jetzt nichts neues. Trotzdem finde ich das Thema immer wieder spannend, deswegen hat mich "Free Fall" auch direkt angesprochen. Was ein großer Pluspunkt ist: Nicht nur in der Natur muss sich Ally behaupten, sie wird - wie im Klappentext schon verraten wird - von jemanden verfolgt.

Hier muss ich sagen, dass es schade war, dass der Klappentext schon einiges vorweg nimmt. Trotzdem wird die Spannung dadurch nicht erheblich beeinflusst, da man nicht weiß, wer der Verfolger ist und aus welchem Grund Ally überhaupt verfolgt wird.

Auch super ist der Aufbau: Immer abwechselnd wird aus der Sicht von Ally, die mit dem Flugzeug abgestürzt ist, und der Sicht ihrer Mutter Maggie erzählt. Die beiden Seiten stehen in einem starken Kontrast zueinander: Die trauernde Mutter gegen die willensstarke Tochter. Durch die Sicht von Maggie erfährt der Leser viel über die Vergangenheit der Tochter und bringt so Stück für Stück - aber eben schön langsam, damit es spannend bleibt - Licht ins Dunkle.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, denn er passt zu den jeweiligen Perspektiven. Wenn man sich mit Ally durch die Rocky Mountains schlägt, dominieren Gedanken und Gefühle, aber auch sehr anschauliche Beschreibungen. Die Kapitel von Maggie dagegen sind geprägt von Dialogen und Lebendigkeit. Das hat die beiden Gegensätze noch mehr hervorgehoben.

Lange habe ich im Dunkeln getappt, was hinter allem stecken könnte. Und ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Plot so tief geht. Die Hintergründe sind nämlich alles andere als oberflächlich und gerade deswegen sehr erschreckend. Es hat wirklich Spaß gemacht, das nach und nach herauszufinden. Dadurch wird auch Allys Handeln sehr gut erklärt und man kann nachvollziehen, warum sie unbedingt zurück in die Zivilisation finden möchte.

Am Ende geht es dann Schlag auf Schlag. Es bleiben keine Fragen offen und die Geschichte wird sehr gut abgerundet. Ich bin zufrieden!

Für mich war das ein richtiger Pageturner, deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2019

Hamish ermittelt wieder

Hamish Macbeth spuckt Gift und Galle
0

Von und mit Hamish Macbeth gibt es schon zahlreiche Bände, die man aber nicht in der Reihenfolge lesen muss. Ich lese immer gerade den Band, der mir in die Hände fällt - und bin bisher ganz gut damit gefahren, ...

Von und mit Hamish Macbeth gibt es schon zahlreiche Bände, die man aber nicht in der Reihenfolge lesen muss. Ich lese immer gerade den Band, der mir in die Hände fällt - und bin bisher ganz gut damit gefahren, da die Fälle immer abgeschlossen sind und sein Privatleben nicht so im Vordergrund steht, dass man eine Entwicklung oder ähnliches verpasst.
Was ich an den Büchern besonders mag, hat mich auch in diesem Teil wieder überzeugt: Hamish als Person ist einfach einmalig. Im Gegensatz zu den klassischen Ermittlern ist er sehr bescheiden, er mag die Ruhe, er mag seine Heimat und er hat nicht vor, Karriere zu machen oder sich unnötigen Stress auszusetzen. Das wird auch hier wieder deutlich. Trotzdem ist er sehr clever und schafft es immer wieder, allein mit seinem Verstand die schwierigsten Fälle zu lösen. Dabei kommt er so gut wie ohne Kriminaltechnik oder forensische Beweise aus.
Außerdem gefällt es mir, wie die Dorfbewohner dargestellt werden. Natürlich werden auch einige Klischees abgebildet, aber vor allem der Dorftratsch und die Beziehungen der Bewohner untereinander sind doch sehr spannend. Die in diesem Band ermordete Trixie sorgt für den nötigen Schwung, sie polarisiert und bringt das Dorfleben etwas durcheinander. Die verschiedenen Reaktionen auf sie sind einfach super. Ich musste teilweise wirklich lachen.
Grundsätzlich darf man nicht zu viel Spannung erwarten. Wie es sich für Hamish gehört, geht es eher gemütlich zu. Man kann sich deshalb beim Lesen sehr gut entspannen, es wird nicht hektisch, man kann versuchen, mitzurätseln, auch wenn das etwas schwer ist, weil man ja nicht den Verstand des Polizisten hat.
Ich wurde auf jeden Fall gut unterhalten, das kleine Büchlein liest sich auch schnell weg. Die Reihe werde ich immer mal wieder weiterverfolgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2019

Wem kannst du trauen?

Layers
0

Ohne lange Vorrede ist man schon mitten im Geschehen: Der Protagonist Dorian lebt auf der Straße und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Als ihm ein Unbekannter aus einer scheinbar ausweglosen ...

Ohne lange Vorrede ist man schon mitten im Geschehen: Der Protagonist Dorian lebt auf der Straße und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Als ihm ein Unbekannter aus einer scheinbar ausweglosen Situation rettet, scheint seine Welt wieder in Ordnung. Er kann mit anderen Jugendlichen in einer Villa leben, bekommt Unterricht und muss nur ab und zu kleine Dienste übernehmen.

Den Anfang fand ich sehr gut, denn es wird gleich spannend und der erste Mord passiert. Oder auch nicht - denn daran erinnern kann sich der Protagonist nicht.

Dorian fand ich zwar schon sympathisch, aber teilweise auch etwas naiv. Er hinterfragt meiner Meinung nach zu wenig und scheint auch sehr gutgläubig zu sein. In seinem Alter hätte ich mir etwas mehr Differenziertheit gewünscht. Allerdings macht aber gerade sein Verhalten die Geschichte so interessant.

Ich kann leider nicht mehr auf den Inhalt eingehen, ohne zu viel vorwegzunehmen. Aber so viel sei gesagt: Das Szenario, dass Ursula Poznanski hier kreiert, ist teilweise schon erschreckend real. Und das hat es auch schon sehr spannend gemacht, weil ich mich immer gefragt habe, wie lange es noch dauern könnte, bis es auch bei uns ganz normal wird, die in dem Buch beschriebene Technologie zu nutzen.

Am Ende kommt es dann zu einem richtigen Showdown, der mich aber nur teilweise überzeugt hat. Es haben sehr viele Zufälle mit hineingespielt und auch wenn die Auflösung schlüssig ist, war es doch an einigen Stellen etwas übertrieben bzw. habe ich mich gefragt, wie das erst am Ende auffallen konnte.

Sehr gut gefallen hat mir wieder der Schreibstil. An die Zielgruppe angepasst, locker, flüssig zu lesen - und die Autorin kommt mit wenig Kraftausdrücken zurecht, was absolut positiv ist, denn ich finde, in Jugendbüchern werden sie oft zu inflationär benutzt.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und auch wenn ich an einigen Stellen mit den Augen gerollt habe, denke ich, dass das Buch bei Jugendlichen sehr gut ankommt. Von mir gibt es 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere