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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2019

Leider abgebrochen...

Die Engel
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Ich bin eigentlich nicht der Fantasy-Leser und schon der Klappentext hat ja verraten, dass das Buch in diese Richtung geht. Trotzdem wollte ich mich darauf einlassen, vor allem weil ich auch den Aspekt ...

Ich bin eigentlich nicht der Fantasy-Leser und schon der Klappentext hat ja verraten, dass das Buch in diese Richtung geht. Trotzdem wollte ich mich darauf einlassen, vor allem weil ich auch den Aspekt mit den Detectives spannend fand. Eine Mischung aus Fantasy und Thriller schien mir doch ganz gut zu passen.

Leider habe ich das Buch nach knapp 200 Seiten abgebrochen. Ich habe es angelesen, weggelegt, weil ich nicht wirklich in die Geschichte hineinkam, dann nochmal von neuem angefangen, wurde aber immer noch nicht gefesselt. Nach dem dritten Versuch habe ich dann beschlossen, die Geschichte nicht weiterzulesen.

Das hatte mehrere Gründe. Zum einen fiel es mir einfach schwer, mich auf diesen Fantasy-Aspekt einzulassen, weil der Rest dann doch sehr real - eben eher wie in einem Thriller - war. Wenn es sich um eine Dystopie handelt, habe ich damit keine Probleme. Hier hat es mich aber massiv gestört.

Dann war es auch so, dass der Autor sehr ausschweifend schreibt. Ich hatte das Gefühl, die Handlung tritt auf der Stelle. Während der Anfang noch recht spannend ist und man gleich mit einem Brandanschlag einsteigt, geht es doch dann sehr lange und ausführlich über das Privatleben der Detectives, die mich auch nicht wirklich von sich überzeugen konnten.

Letztendlich, und das liegt einfach an meinem Geschmack, fand ich es komisch, dass diese Engel so böse und brutal waren. Sicher wird das Ganze im Laufe des Buches noch anders, der Klappentext kündigt ja eine epische Schlacht an, weshalb ich denke, dass es auch noch "gute" Engel gibt, aber so weit bin ich dann nicht gekommen.

Ich breche wirklich ungern Bücher ab, weil ich jedem eine Chance geben will. Hier hat es leider nicht gefruchtet.

Veröffentlicht am 23.09.2019

Schöne neue Welt

Die Arena: Grausame Spiele
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Ich lese gerne Dystopien, deswegen fand "Die Arena - Grausame Spiele" den Weg in mein Bücherregal.

Allerdings konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen. Die Plotidee ist nichts neues, wenn man "Die ...

Ich lese gerne Dystopien, deswegen fand "Die Arena - Grausame Spiele" den Weg in mein Bücherregal.

Allerdings konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen. Die Plotidee ist nichts neues, wenn man "Die Tribute von Panem" oder ähnliches kennt. Minderheiten werden zum Spaß der Bessergestellten grausam zur Schau gestellt. Eine Ähnlichkeit mit anderen Dystopien hat mich allerdings nicht wirklich gestört.

Viel mehr ist das Buch unglaublich brutal. Ja, das sind andere Bücher auch, aber für ein Jugendbuch, dass auch schon 12 oder 14-Jährige lesen, muss man meiner Meinung nach nicht detailliert schildern, wie Menschen von Haien zerfleischt oder an Löwen verfüttert werden. Diese Tode haben wenigstens noch zur Handlung gepasst, aber es gab auch Szenen, bei denen sich mein Magen umgedreht hat, und die man getrost hätte weglassen können, ohne dass die Storyline gestört worden wäre (zum Beispiel was mit den Leichen nach ihrem Tod passiert).

Erzählt wird das Buch aus zwei Perspektiven, einmal von Ben, einem Pure, der sich in ein Dreg-Mädchen verliebt, die Hauptattraktion des Zirkus. Grundsätzlich war diese Aufteilung gelungen, so lernte man beide Seiten kennen und die unterschiedlichen Ansichten der zwei Bevölkerungsschichten wurden vermittelt.

Leider war die Liebesgeschichte aber für mich viel zu vorhersehbar und unglaubwürdig - selbst für ein Buch.

Gerade das Verhalten von Ben war für mich nicht nachvollziehbar. Er ist in einer sehr fanatischen Familie aufgewachsen - wie er auf einmal Sympathien für die Dregs entwickelt und sich gegen das System stellt, kam sehr plötzlich und war für mich deswegen nicht überzeugend. Ähnlich verhält es nich mit Hoshika, die alle Pures hasst, aber auf einmal alles für diesen Jungen, den sie gar nicht kennt, aufs Spiel setzt.

Was mir außerdem gefehlt hat, war eine Hintergrundgeschichte. Wie es nämlich zur Spaltung der Gesellschaft kam, ist gar kein Thema. Da das Buch aber "in der nahen Zukunft" spielt, hätte ich erst recht eine Erklärung erwartet. Außerdem ist mir hier ein Logikfehler aufgefallen. Denn wenn es um 2050 spielt, dann können ja nicht bereits Generationen von Dregs unterdrückt worden sein, oder?

Ich denke, wer die klassischen Jugenddystopien mag, wird auch an diesem Buch gefallen geben. Da ich auch denke, dass es meine Schüler lesen würden, und ich nicht ganz die Zielgruppe bin, gibt es von mir noch 2,5 Sterne.

Veröffentlicht am 23.09.2019

Schuldig oder nicht?

Die einzige Zeugin
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Der Prolog ist schon mal recht düster, er spielt wie im Klappentext angedeutet in Beckomberga in der psychiatrischen Anstalt, die geschlossen wird. So richtig viele Informationen gibt es nicht und insgesamt ...

Der Prolog ist schon mal recht düster, er spielt wie im Klappentext angedeutet in Beckomberga in der psychiatrischen Anstalt, die geschlossen wird. So richtig viele Informationen gibt es nicht und insgesamt wirkt der Anfang des Buches eher alleinstehend, denn die richtige Geschichte beginnt dann erst mit dem Auftritt der Protagonistin.

Dabei handelt es sich um Eva Levander-Olofsson, die von ihrem Mann getrennt ist, ihn aber irgendwie nicht loslassen kann. Ich muss gestehen, dass sie mir nicht gerade sympathisch war. Ihr Handeln war für mich nicht wirklich nachvollziehbar, teilweise wirkt sie auch sehr unbeteiligt und emotionslos.

Von der Handlung her ist der Krimi am Anfang recht klassisch: Es gibt einen Mord an Evas Ex-Mann, sie ist die Hauptverdächtige und eine mögliche Zeugin, eine Bettlerin, ist unauffindbar. Eva selbst erinnert sich nicht an die Tat. Das war auch recht spannend. Danach hat das Buch aber leider einige Längen. Es wird viel von der Vergangenheit und Evas damaliger glücklicher Ehe erzählt, es gibt viele Details, die allerdings für die eigentliche Handlung gar nicht wichtig sind. Außerdem wird für meinen Geschmack dadurch der Handlungsfluss unterbrochen und ich habe gemerkt, dass ich anfangen habe, die einzelnen Seiten nur noch zu überfliegen.

Gut fand ich, dass es Perspektivwechsel gab, denn es wird plötzlich auf dem Gelände der ehemaligen Psychiatrie ein Schädel gefunden. Es gibt also zwei Handlungsstränge, die parallel verlaufen, wobei ich diesen sogar spannender fand als die Handlung rund um Eva. Allerdings hat auch hier die Spannung etwas gelitten, weil man schon eine Ahnung entwickelt, worauf alles hinausläuft. Sofern wurde ich nicht mehr wirklich überrascht. Am Ende kommt die Spannung dann aber wieder zurück und ich habe die letzten Seiten wirklich verschlungen. Schade, dass es erst hier war.

Insgesamt ist es für mich kein klassischer Krimi, was erstmal positiv ist. Allerdings hat durch die vielen Nebenschauplätze und Details die Spannung dann doch gelitten. Von mir gibt es deswegen 2,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 14.09.2019

Guter Plot, solider Thriller, sympathische Ermittler

Tödlicher Schnitt
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Das Setting des Thrillers ist in Berlin angelegt, allerdings spielt es meines Erachtens gar keine so große Rolle, denn die Stadt steht nur an einigen Schauplätzen im Mittelpunkt. Super fand ich, dass der ...

Das Setting des Thrillers ist in Berlin angelegt, allerdings spielt es meines Erachtens gar keine so große Rolle, denn die Stadt steht nur an einigen Schauplätzen im Mittelpunkt. Super fand ich, dass der Autor auch einen Hauch Hollywood in die Hauptstadt geholt hat. Bereits das erste Opfer ist ein berühmter, amerikanischer Schauspieler, weswegen auch ein amerikanischer Ermittler nach Deutschland reist, um die Aufklärung des Falls zu unterstützen.

So kommt es, dass man als Leser eine Mischung aus einem deutschen und amerikanischen Thriller vorfindet, was ich so bisher nicht gekannt habe. Das Ermittler-Duo war mir von Anfang an sympathisch. Beide haben ihre Eigenheiten, die sich aber sehr gut ergänzen. Zum Glück gab es auch nicht ein Gerangel um die Zuständigkeiten. Die Zusammenarbeit lief harmonisch ab, sowohl Lenz als auch Cassidy haben ihre Stärken eingebracht. An erster Stelle stand, den Fall aufzuklären, keine persönliche Profilierung. Ob es in der Realität auch so einfach wäre, ist fraglich, allerdings hat mich das nicht gestört.

Gut gefallen hat mir auch, dass man hinter die Kulissen der Filmbranche schauen konnte. Denn hinter einem Film steckt mehr als eine Kamera und ein paar Schauspieler. Das hat den Thriller kurzweilig und interessant gemacht.

Die Spannung kommt auch nicht zu kurz, denn es werde einige falsche Spuren gelegt und man bekommt Raum, mitzufiebern und mitzurätseln. Positiv ist auch, dass es nicht zu viele beteiligte Personen gibt, man behält leicht den Überblick.

An sich hat mir dann aber leider doch etwas der Gänsehaut-Faktor gefehlt. Es war ein solider Fall mit sympathischen Ermittlern, einem gut durchdachten Plot und einem sehr angenehm zu lesenden Schreibstil. Dafür gibt es von mir 4 Sterne - und ich hoffe auf ein "Wiederlesen" mir Lenz & Cassidy.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 10.09.2019

Was damals geschah...

Bis ihr sie findet
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Lange muss man nicht warten, denn bereits im Prolog wird die Leiche der schon lange vermissten Aurora gefunden - der Einstieg in das Buch war also schnell und ohne lange Vorrede. Das hat mir sehr gut gefallen, ...

Lange muss man nicht warten, denn bereits im Prolog wird die Leiche der schon lange vermissten Aurora gefunden - der Einstieg in das Buch war also schnell und ohne lange Vorrede. Das hat mir sehr gut gefallen, denn ab diesem Zeitpunkt ging es daran, den Fall aufzuklären.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Ermittler immer wieder an ihre Grenzen stoßen, da der Vermisstenfall schon so lange in der Vergangenheit liegt. Vor 30 Jahren ist das Mädchen spurlos verschwunden, jetzt mit ihrem Auffinden scheinen allerdings alle Spuren kalt zu sein. Dass es eben nicht sofort DIE eine Lösung gab, sondern man auch als Leser vor einem großen Haufen Fragezeichen stand, wirkte sehr realistisch und dadurch sehr spannend.

Was mich aber wirklich davon abgehalten hat, das Buch aus der Hand zu lesen, waren die unterschiedlichen Perspektiven. Zwischen den Kapiteln, die in der Gegenwart spielen, werden nämlich immer wieder Szenen aus der besagten Nacht von Auroras Verschwinden eingestreut. Man erlebt den Tag und die Nacht mit ihren Augen. Ich hatte richtig Gänsehaut, weil man ja schon weiß, dass sich ein Unglück anbahnt, das Mädchen aber eben nicht. Und man will natürlich wissen, ob sich die Spekulationen, die in der Gegenwart gemacht werden, auch bewahrheiten. Für mich war das wirklich ein Grund, immer weiter zu lesen.

Leider hatte ich aber an der ein oder anderen Stelle auch meine Probleme. Mit dem Ermittler konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, was vor allem an seinem Verhalten in der Gegenwart liegt - bedingt durch die Vergangenheit. Dies kann ich leider nicht näher beschreiben ohne zu spoilern.

Gut hingegen waren die anderen Personen, die Schwester und Freunde von Aurora, die in dieser Nacht gemeinsam mit ihr gecampt haben. Hiermit meine ich aber wie authentisch sie beschrieben wurden und wie gut sie "gezeichnet" waren. Sympathisch sind sie nämlich nicht unbedingt. Aber jeder hat auf seine Art eine Entwicklung durchgemacht, die ihr Handeln in der Gegenwart nachvollziehbar gemacht hat. Als Leser merkt man, dass nicht nur einer etwas zu verbergen hat, bekommt diejenigen aber auch nicht wirklich zu fassen. Hier wären ein paar Hinweise seitens der Autorin schön gewesen, um etwas mehr miträtseln zu können.

Das Ende konnte mich dann nämlich sehr überraschen. Es hat mich sogar richtig traurig gemacht, weil es die dunkle Seite im Menschen aufzeigt. Aber es hat sehr gut zum Buch gepasst und war absolut glaubwürdig.

Kleine Abzüge gibt es von meiner Seite für den Ermittler, ansonsten wurde ich aber gut unterhalten und habe Aurora richtig ins Herz geschlossen. Von mir gibt es 4,5 Sterne!