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Veröffentlicht am 07.08.2019

Ruhig Blut...

Achtsam morden
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Das Buch ist für mich jetzt schon eines meiner Jahreshighlights. Denn so einen Krimi habe ich noch nie gelesen, aber ich will auf jeden Fall mehr davon.

Im Mittelpunkt steht der Anwalt Björn Diemel, der ...

Das Buch ist für mich jetzt schon eines meiner Jahreshighlights. Denn so einen Krimi habe ich noch nie gelesen, aber ich will auf jeden Fall mehr davon.

Im Mittelpunkt steht der Anwalt Björn Diemel, der mehr arbeitet als sich um seine Familie zu kümmern. Das muss sich laut seiner Frau ändern, deshalb muss er einen Achtsamkeits-Kurs besuchen. Und weil ihm seine Familie sehr am Herzen liegt, nimmt er sich das, was er beigebracht bekommt, sehr zu Herzen.

Ein Highlight sind auf alle Fälle die skurrilen Personen. Denn neben Björn Diemel gibt es noch den Mafia-Boss Dragan, dessen Geschäfte der Anwalt einen Hauch von Seriosität verleiht. Man lernt so Stück für Stück die Strukturen kennen und ein Mafioso ist witziger als der andere.

Es gibt Mord und Totschlag, und das nicht zu knapp. Das wird allerdings immer sehr nüchtern beschrieben, sodass es gar nicht so brutal wirkt, wie es eigentlich ist. Eine nette Abwechslung zu normalen Thrillern, die nicht blutig genug sein können.

Die Achtsamkeits-Regeln werden sehr gut in die Geschichte und in die Handlung eingebaut. Das ein oder andere, wie beispielsweise die Zeitinseln, kann man sogar auf sein eigenes Leben übertragen, auch wenn man damit keinen Mord begehen sollte. Aber genau das schafft eine witzige Atmosphäre, das Buch strotzt vor schwarzem Humor und irgendwie merkt man nicht, dass man einen Krimi liest, sondern eher einen lustigen Roman. Deshalb lässt sich das Buch auch schwer in ein Genre einordnen.

Natürlich ist das Buch an der ein oder anderen Stelle auch etwas übertrieben und es gibt sehr viele Zufälle, die die Handlung in genau die richtige Richtung lenken - aber genau deswegen ist es auch so schön zu lesen.

Insgesamt war ich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Ich hoffe, der Autor schreibt noch mehr und es bleibt nicht nur bei dem einen Buch. Von mir gibt es 5 Sterne!

Veröffentlicht am 07.08.2019

Unfall oder Mordversuch?

Mädchen versenken
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Ein Aspekt, denn man von Mel Wallis de Vries kennt, wird auch hier angewendet: Das Buch ist in zwei Perspektiven geschrieben. Zum einen hat man Lara, die im Koma liegt, zum anderen Maud, ihre Freundin, ...

Ein Aspekt, denn man von Mel Wallis de Vries kennt, wird auch hier angewendet: Das Buch ist in zwei Perspektiven geschrieben. Zum einen hat man Lara, die im Koma liegt, zum anderen Maud, ihre Freundin, die unter dem gesundheitlichen Zustand ihrer Freundin leidet.

Am Anfang sieht man durch Laras Augen, was etwas verwirrend war, da sie ja im Koma liegt und deswegen ihre Passagen sehr gedanklich sind. Das spiegelt sich auch im Schreibstil wider. Wenn man aber erst einmal hineingefunden hat, ist es richtig klasse und sogar richtig spannend - auch wenn Lara gar nicht wirklich etwas "erlebt". Auch spannend war die Idee, dass Komapatienten mitbekommen, was um sie herum geschieht.

Maud ist im Gegensatz zu Lara der Part, der erlebt und handelt, ein guter Kontrast. Diese Protagonistin war sehr glaubwürdig, ihr Handeln für mich nachvollziehbar. Allerdings kam sie an der ein oder anderen Stelle etwas naiv herüber.

Grundsätzlich ist das Buch aber spannend aufgebaut. Dem Leser ist schnell klar, dass hinter Laras Unfall mehr steckt. Doch wer dafür verantwortlich ist, ist lange unklar. Die Autorin legt hier viele Spuren, man kann miträtseln und sich seine eigene Meinung bilden. Allerdings gibt es hier einen Kritikpunkt: Das Ende kommt wieder sehr plötzlich und auch wenn keine Fragen offen bleiben, wird alles nur sehr knapp abgehandelt. Hier hätte ich mir mehr Ausführlichkeit gewünscht.

Die Sprache konnte mich hier überzeugen. Sie ist angenehm zu lesen, es gibt nicht zu viele jugendliche Ausdrücke, sodass es nicht übertrieben ist und auf Fäkalsprache wurde weitgehend verzichtet. Nach "Schnick, schnack, tot" eine reine Wohltat.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, ich kann es mir auch als Schullektüre vorstellen. Von mir gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 21.07.2019

Abgeschnitten im Schnee

Da waren's nur noch zwei
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Die Idee hinter dem Plot ist meiner Meinung nach nicht unbedingt super kreativ, denn dass eine Gruppe in einer eingeschneiten Hütte festsitzt und etwas Schreckliches passiert, kennt man schon aus anderen ...

Die Idee hinter dem Plot ist meiner Meinung nach nicht unbedingt super kreativ, denn dass eine Gruppe in einer eingeschneiten Hütte festsitzt und etwas Schreckliches passiert, kennt man schon aus anderen Büchern und Filmen. Das fand ich aber grundsätzlich nicht schlimm und war einfach gespannt, was mich erwartet.

Die Geschichte wird aus der Sicht der vier Mädchen erzählt, wobei immer dann die Perspektive wechselt, wenn eine von ihnen verschwindet. Dadurch, dass man diesen Aufbau schon von anderen Büchern der Autorin kennt, nimmt es leider ein bisschen die Spannung.

Leider konnten mich die Figuren in diesem Buch nicht überzeugen. Eigentlich sind sie Freundinnen, dennoch arbeiten sie mehr gegen- als miteinander. Außerdem sind sie ziemlich frühreif und gleichzeitig naiv, alles scheint sich um Alkohol und Jungs zu drehen. Vielleicht bin ich hier ein bisschen pingelig, aber in einem Jugendbuch, in dem eigentlich die Spannung im Vordergrund steht, brauche ich nicht unbedingt so viele Dialoge oder Szenen mit sexuellem Inhalt.

Überhaupt ist die Sprache sehr jugendlich, an einigen Stellen richtig übertrieben.

An sich hat es aber die Autorin geschafft, den Leser mitfiebern zu lassen und das Setting richtig unheimlich zu gestalten. Ich hatte also doch ein bisschen Gänsehaut und kann mir vorstellen, dass es die Zielgruppe sehr anspricht.

Überrascht hat mich dann das Ende, weil ich damit nicht gerechnet habe. Allerdings muss man sagen, dass der Leser auch keine Chance hat, mitzurätseln, weil es keine Hinweise gibt. Das ist etwas schade.

Schön war der Epilog am Ende, der die Geschichte nochmal abrundet.

Insgesamt war das Buch eine nette Unterhaltung, aber Begeisterungsrufe meinerseits hat es nicht ausgelöst. Als Lektüre in der Schule könnte ich es mir aber vorstellen. Von mir gibt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 21.07.2019

Mord als Spiel...

Psychospiel
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Der Killer in diesem Thriller hat eine ganz einfache Devise: Hast du ein Problem mit einer Person, dann kannst du es mit einem einfach Spiel lösen. Aber wenn du zustimmst, dann gibt es kein Zurück. Denn ...

Der Killer in diesem Thriller hat eine ganz einfache Devise: Hast du ein Problem mit einer Person, dann kannst du es mit einem einfach Spiel lösen. Aber wenn du zustimmst, dann gibt es kein Zurück. Denn irgendjemand muss sterben.

Das macht auch den Thrill des Buches aus und baut die Spannung auf. Das Vorgehen des Mörders ist so perfide und gemein, alles wirkt so unwirklich, bis eine neue Leiche auftaucht. Mich hat es schockiert und gleichzeitig gefesselt. Man kann die nächsten Schritte nur erahnen, aber nie wirklich voraussehen. Wie im Klappentext beschrieben ist die ganze Story ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Altersempfehlung des Verlags ist deswegen auch absolut gerechtfertigt, denn es ist nichts für schwache Nerven.

Toll sind auch die beiden Ermittler Emma und Ben Mendel. Die Beiden waren mal ein Paar und haben gemeinsame Kinder, müssen jetzt aber mehr oder weniger gezwungenermaßen zusammenarbeiten. Ich fand beide super sympathisch und wollte unbedingt wissen, wieso die Beziehung zerbrochen ist. Denn für mich haben sie ein tolles Paar gebildet. Als Nebenhandlung erfährt man auch das, was hier absolut hineingepasst hat, weil dadurch die Haupthandlung auch nicht gestört, sondern eher ergänzt wurde.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Er ist anschaulich und gibt sehr gut die Gefühle der beteiligten Personen wieder, sodass man sich in sie einfühlen kann, ohne unnötige Längen zu schaffen. Man muss sich aber auch auf eine gewisse Sachlichkeit und Brutalität einstellen, denn gerade wenn es um die Morde geht, war es manchmal kaum auszuhalten.

Am Ende kommt es zu einem richtigen Countdown, der nochmal sehr an den Nerven des Lesers zerrt. Hier hat die Autorin auch keine Gnade, wer ein Happy End sucht, wird es hier nicht unbedingt finden - zumindest nicht so wie erwartet. Aber gerade das hat mich auch beeindruckt und mit offenem Mund zurückgelassen.

Miträtseln kann man natürlich die ganze Zeit. Auch wird man ab und zu auf falsche Fährten geführt, sodass man sich als Leser eigentlich sicher ist, schon zu wissen, wer hinter allem steckt. Umso überraschender ist dann die eigentliche Auflösung, auf die ich nie gekommen wäre. Es bleiben auch keine Fragen offen, alles ist in sich schlüssig.

Ich fand den Thriller einfach nur klasse! Von mir gibt es 5 Sterne!

Veröffentlicht am 20.07.2019

Romantischer Mord

Wir sehen dich
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Wer den Klappentext gelesen hat, ahnt schon, dass es die "Ermittler" hier nicht nur Polizisten sind. Und das hat mir besonders gut gefallen. Die Autorin schreibt nämlich in zwei unterschiedlichen Perspektiven. ...

Wer den Klappentext gelesen hat, ahnt schon, dass es die "Ermittler" hier nicht nur Polizisten sind. Und das hat mir besonders gut gefallen. Die Autorin schreibt nämlich in zwei unterschiedlichen Perspektiven. Zum einen hat man die "normale" Mordermittlung der Polizei, zum anderen machen sich aber auch Zivilisten, die sich im Internet in einem Forum austauschen, daran, den Serienkiller "Lover" zu schnappen.

Zu Beginn des Buches sind schon einige Morde geschehen, alle vorhanden Informationen werden geschickt in die Handlung eingebunden, sodass man den aktuellen Ermittlungen gut folgen kann. Aber trotzdem muss der Leser nicht auf Leichen verzichten, denn davon gibt es im Laufe der Story noch einige.

Spannung ist also auf jeden Fall vorhanden, miträtseln kann man auch. Gerade weil von zwei unterschiedlichen Seiten ermittelt wird, hat man als Leser das Gefühl, über die meisten Informationen zu verfügen und den Buchfiguren einen Schritt voraus zu sein. Trotzdem hatte ich bis zum Schluss keine Ahnung, wer hinter den Morden steckt.

Worauf ich mich sehr gefreut habe - nämlich die im Klappentext erwähnte Protagonistin Clementine Stark kennenzulernen - hat mich leider dann doch sehr enttäuscht. Ich wurde nämlich einfach nicht mit ihr warm. Sie selbst scheint davon besessen zu sein, die Morde aufzuklären, aber vor allem aufgrund ihres eigenen Egos. Zwar ist sie mutig, überschreitet aber doch Grenzen und ich konnte ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen. Je mehr ich über ihre Vergangenheit erfahren habe, desto unsympathischer wurde sie mir. Außerdem fand ich, dass diese Informationen zu viel Raum eingenommen haben und die eigentliche Geschichte in den Hintergrund rückte. Ähnlich ging es mir auch mit dem Chefermittler Dom. Auch hier scheinen Privatprobleme im Vordergrund zu stehen. Ich hatte das Gefühl, er kämpft nur darum, seinen Job zu behalten, und er nur deswegen den Fall aufklären möchte.

Gut gemacht waren die kurzen Passagen, in denen man ein bisschen durch die Augen des Mörders schauen konnte. Hiervon hätte ich mir noch mehr gewünscht, weil sie wirklich Gänsehaut verursacht haben.

Der Schluss war dann noch mal richtig spannend und hat mich wieder etwas für das Verhalten der Hauptpersonen entschädigt.

Insgesamt ist es ein solider Thriller mit einem spannenden Ansatz. Allerdings konnten mich die Protagonisten einfach nicht überzeugen. Deswegen gibt es von mir 3 Sterne.