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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2018

Unter Wasser oder an Land...

Atlantia
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Der Einstieg in das Buch ist völlig unvermittelt: Man befindet sich in Atlantia und nimmt an einer Zeremonie teil, auf die man sich zuerst keinen Reim machen kann. Überhaupt ist alles neu in Atlantia, ...

Der Einstieg in das Buch ist völlig unvermittelt: Man befindet sich in Atlantia und nimmt an einer Zeremonie teil, auf die man sich zuerst keinen Reim machen kann. Überhaupt ist alles neu in Atlantia, denn hier hat die Autorin eine völlig andere Welt erschaffen. Sie ist meiner Meinung nach sehr durchdacht, sehr detailreich beschrieben und man kann sich vorstellen, dass es irgendwann in der Zukunft auch mal solche Unterwasser-Welten geben könnte.

Gleich zu Beginn lernt man auch die beiden Zwillingsschwestern kennen, wobei man über Bay nicht so viel erfährt, denn sie geht an die Oberfläche. Die Protagonistin Rio bleibt zurück unter Wasser, auch wenn das eigentlich nicht ihr Wunsch ist.

Rio ist sicher keine typische Protagonistin, denn man schließt sie nicht unbedingt sofort ins Herz. Sie wirkt sehr rational, auch wenn sie nach dem Verlust ihrer Schwester emotional große Tiefen durchmacht. In Hinblick auf andere scheint sie allerdings sehr egoistisch zu sein und niemanden zu trauen. Als Leser muss man ihr wirklich etwas Zeit geben, dann kann man eher nachvollziehen, warum sie so ist, wie sie ist.

Das große Geheimnis um Rio wird relativ schnell aufgelöst, was aber wichtig für die weiteren Geschehnisse ist. Gut finde ich aber, dass es im Klappentext nicht verraten wird, weswegen ich hier auch nicht weiter darauf eingehe.

Was mich etwas gestört hat ist, dass die Geschichte nur sehr langsam in Gang kommt. Zwar braucht man Zeit, um sich in die Welt Atlantias hineinzudenken und zu verstehen, warum es in der Zukunft dazu gekommen ist, die Menschheit in "unter Wasser" und "an Land" zu trennen, aber dennoch nimmt das sehr viel Raum ein, während das Ende dann schon fast plötzlich kommt. Während des Lesens hatte ich mehrmals das Gefühl, dass es sich doch um einen Mehrteiler handeln muss, da ich mir nicht vorstellen konnte, wie es auf den wenigen verbleibenden Seiten noch zu einem befriedigenden Abschluss kommen soll.

Doch die Autorin hat die Kurve bekommen und ich kann mit dem Ende sehr gut leben. Ich hatte einige schöne Lesestunden und die Welt von Atlantia hat mir wirklich gut gefallen - deswegen gibt es 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.11.2018

Mord wie damals...

Echo Killer
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Dass eine Polizeireporterin im Mittelpunkt eines Thrillers steht ist zwar nichts Neues, aber doch eine schöne Abwechslung zum klassischen Ermittler der Polizei. Harper McClain hat nämlich eine ganz andere ...

Dass eine Polizeireporterin im Mittelpunkt eines Thrillers steht ist zwar nichts Neues, aber doch eine schöne Abwechslung zum klassischen Ermittler der Polizei. Harper McClain hat nämlich eine ganz andere Sichtweise auf den Fall, über den sie eigentlich nur berichten soll.

Gut gefallen hat mir, dass man sofort in die Arbeit einer Polizeireporterin hineingeworfen wird: Den Polizeifunk abhören, zum Geschehen rasen, versuchen ein aussagekräftiges Foto zu schießen und natürlich mit der Polizei zu sprechen, um die Story als erster veröffentlichen zu können.

Nach der "Einleitung" geht es dann aber sehr schnell zum eigentlichen Inhalt des Thrillers: Wie der Klappentext bereits verrät - was ich ehrlich gesagt etwas schade finde - ähnelt der Mord sehr dem an ihrer Mutter. Deswegen lässt sie auch nicht locker, als der Fall eigentlich schon zu alt für Seite 1 ihrer Zeitung ist, sondern ermittelt auf eigene Faust weiter.

Dabei kann sie nicht wirklich auf die Unterstützung der Polizei hoffen, denn die sind eher von der Einmischung genervt. Hier wird von der Autorin schon etwas eine Grenze zwischen den "bösen Polizisten" und der "Heldin" Harper McCain gezogen. Das hat mich etwas gestört. Natürlich wäre es sonst nicht so spannend, aber sie übertritt dennoch häufig ihre Kompetenzen. Dass sie dafür aber auch zur Verantwortung gezogen wird, mag der ein oder andere Leser als unfair empfinden - ich dagegen fand es sehr gut, weil es das Buch realistischer gemacht hat.

Wie Harper auch tappt man lange im Dunkeln, wer denn hinter diesem und natürlich dem Jahre zurückliegenden Mord an ihrer Mutter stecken könnte. Daran, dass es ein und derselbe Täter war, hat man keinerlei Zweifel, denn Harper ist hier eine sehr überzeugende Protagonistin. Was sie allerdings am Ende durch ihren Mut und ihren Durchhaltewillen aufdeckt, ist wirklich sehr überraschend. Eine tolle Wendung, bei der mir der Mund offen stand.

Insgesamt hat mir der Thriller sehr gut gefallen, auch wenn es Kleinigkeiten gab, die mich etwas gestört haben. Von mir gibt es deswegen 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.11.2018

Einladung zum Sterben

Die Party
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Alles beginnt am Anfang recht harmlos: Brandon lädt zu einer Halloween-Party ein, um an alte Zeiten anzuknüpfen, da sich die ehemaligen Klassenkameraden schon über 30 Jahre nicht gesehen haben. Doch schnell ...

Alles beginnt am Anfang recht harmlos: Brandon lädt zu einer Halloween-Party ein, um an alte Zeiten anzuknüpfen, da sich die ehemaligen Klassenkameraden schon über 30 Jahre nicht gesehen haben. Doch schnell wird klar, es wird keine normale Party - denn es geht um das eigene Überleben...

Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch relativ schnell zur Sache gekommen ist. Zwar werden am Anfang erst einige Gäste vorgestellt, doch dann geht es mit dem Morden auch schon los.

Inhaltlich hat mich das Buch sofort an die Saw-Filme und an Agatha Christies "Und dann gabs keines mehr" erinnert. Die Gäste sind nämlich abgeschottet von der Außenwelt, keine Handys, kein Telefon, und somit auch keine Möglichkeit, dem Mörder zu entgehen. Und dass es einer von ihnen sein muss, ist schnell klar.

Die Morde sind zwar relativ brutal, trotzdem kann man das Buch auch lesen, wenn man nur wenig Blut verträgt, denn sie werden nicht bis ins kleinste Detail geschildert. Das fand ich ganz angenehm und hat darüber hinaus die eigentliche Frage in der Vordergrund gerückt: Warum sollen die Gäste sterben?

Hier bleibt Platz zum miträtseln, denn auch die eingeladenen Personen können sich darauf keinen Reim machen - zumindest vorerst. Was dann allerdings ans Tageslicht kommt, war mir ein bisschen zu abgedreht und konnte mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich überzeugen. Nur so viel: Man erwartet es nicht und es ist irgendwie mal etwas anderes.

Ab und zu war ich etwas verwirrt, wer wer ist - denn immerhin sind elf Personen unterwegs, die hoffen, dem Killer zu entgehen. Zum Glück gibt es am Ende des Buches ein Personenverzeichnis, das auch die Halloween-Kostüme der Gäste aufführt, sodass ich nur kurz nach hinten blättern musste, um wieder im Bilde zu sein.

Insgesamt fand ich das Buch ganz nett, vor allem jetzt in der dunklen Jahreszeit. Ich hatte einige Aha-Erlebnisse und es gab wenig langatmige Passagen. Trotzdem war es mir vor allem am Ende etwas zu abgedreht, deswegen von mir nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 12.11.2018

Zurück in der Valerie Lane

Das wunderbare Wollparadies
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Ach, es ist schön, wieder in die Valerie Lane zurückzukehren. Ich habe die Besitzerinnen der kleinen Läden mittlerweile sehr ins Herz geschlossen und würde sofort nach Oxford fahren, wenn es sie dort wirklich ...

Ach, es ist schön, wieder in die Valerie Lane zurückzukehren. Ich habe die Besitzerinnen der kleinen Läden mittlerweile sehr ins Herz geschlossen und würde sofort nach Oxford fahren, wenn es sie dort wirklich gäbe. Auf den Wollladen habe ich mich am meisten gefreut, da ich hier wohl als erstes stöbern würde...

Passend zur Jahreszeit ist das Buch in der Winterzeit rund um Weihnachten angesiedelt. Das hat für mich jetzt wunderbar gepasst, dennoch mindert es den Lesegenuss nicht, es zu einer anderen Jahreszeit zu lesen.

Diesmal steht Susan im Mittelpunkt, die in den Vorgängerbänden eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Im Gedächtnis ist sie mir vor allem wegen ihres Hundes Terry geblieben. Natürlich treffen wir auch auf die anderen jungen Frauen, die man schon näher kennengelernt hat und in deren Leben sich einiges verändert hat. Aus diesem Grund würde ich auch empfehlen, die anderen Bände vorher zu lesen. Dann kann man einiges einfach besser nachvollziehen.

Die Geschichte rund um Susan war ganz nett, aber sie hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Man lernt zwar ihre Vergangenheit kennen, über die sie nicht mal mit ihren Freundinnen spricht, was sehr interessant und auch ein bisschen passend war - trotzdem kam die Story für mich nicht so gut in Schwung. Es gab leider keine Überraschungen, alles war sehr vorhersehbar. Das fand ich sehr schade.

Gezeigt hat es sich unter anderem im Ende. Es gibt nochmal einen Twist, bei dem so etwas wie Spannung aufgebaut wird, aber als aufmerksamer Leser konnte man diesen sehr vorhersehen.

Weil ich aber die Valerie Lane trotzdem liebe und das Buch einfach wieder herrlich gemütlich ist, drücke ich bei der Geschichte ein Auge zu und gebe insgesamt 4 Sterne!

Veröffentlicht am 12.11.2018

Was damals geschah...

Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit
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Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und damit, dass Francesca alias Frankie davon erfährt, dass ihre vor Jahren verschwundene Freundin Sophie wahrscheinlich tot ist, denn es wurden menschliche Überreste ...

Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und damit, dass Francesca alias Frankie davon erfährt, dass ihre vor Jahren verschwundene Freundin Sophie wahrscheinlich tot ist, denn es wurden menschliche Überreste entdeckt. Deshalb macht sie sich auf den Weg in ihre alte Heimat, um aufzuklären, was damals mit ihrer besten Freundin geschehen war.

Mir hat gut gefallen, dass die Geschichte ohne viel Vorlauf direkt losging. Erzählt wird zu Beginn aus Frankies Sicht und der Gegenwart. Dabei spricht sie ihre tote Freundin aber immer wieder an, so als würde sie ein Gespräch mit ihr führen. Das fand ich anfangs etwas irritierend, war aber mal etwas anderes und hat so Frankies Gedankengänge verdeutlicht, ohne zu langatmig zu werden.

Frankies Handlungen in der Gegenwart wechseln sich mit Rückblenden in die Vergangenheit ab. Dabei blickt der Leser durch Sophies Augen, in dem er in ihrem Tagebuch liest. Nach und nach erfährt man so, was damals im Sommer 1997 geschehen ist. Die einzelnen Abschnitte sind jeweils mit dem Namen überschrieben, so kommt man nicht durcheinander und weiß immer, aus welcher Perspektive erzählt wird. Ein Pluspunkt!

Leider konnte mich Frankie als Protagonistin nicht überzeugen. Sie war mir teilweise zu gefühlskalt. Auch die Nebengeschichte mit ihrem Freund hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen. Es hat zu sehr von der eigentlichen Geschichte abgelenkt, für die das gar keine Relevanz hatte. Dadurch hat sich das Buch auch stellenweise etwas gezogen, denn so wirklich voran ging die Suche nach den Hintergründen zu Sophies Tod nicht.

Versöhnt hat mich dann aber wieder das Ende, denn hier gibt es einen sehr spannenden Twist, den ich so auf keinen Fall erwartet hätte. Zwar finde ich ihn nicht sehr realistisch, aber es hat zum Buch gepasst und nochmal ein ganz anderes Licht auf die Story geworfen.

Da es Highlights, aber auch langweilige Passagen gab, gibt es von mir 3 Sterne!