Profilbild von jasbr

jasbr

Lesejury Star
offline

jasbr ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jasbr über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2018

Sing oder stirb

Schlusstakt
0

Castingshows sind vor allem bei Jugendlichen immer noch ein großes Thema, denn irgendwie träumt man ja doch davon, entdeckt und ein Star zu werden. Auch wer die Sendungen nicht verfolgt, bekommt doch am ...

Castingshows sind vor allem bei Jugendlichen immer noch ein großes Thema, denn irgendwie träumt man ja doch davon, entdeckt und ein Star zu werden. Auch wer die Sendungen nicht verfolgt, bekommt doch am Rande immer wieder mit, was dort passiert. Und nicht selten werden die Kandidaten vorgeführt und als Lachnummer missbraucht.

Hier knüpft das Buch an: Zwar können die Teilnehmer, die mit Vicky in die letzte Runde der Castingshow kommen, alle singen, doch werden sie permanent getestet und gegeneinander aufgehetzt. Schnell wird Vicky klar, dass nur die Show zählt - wie es den Teilnehmern dabei geht, ist egal. Auf diese Weise wird meiner Meinung nach Jugendlichen die nicht so schöne Seite des Ruhms aufgezeigt, ohne den Finger zu heben und sie von oben herab zu belehren.

Das Singen an sich spielt in dem Buch auch eher eine untergeordnete Rolle. Der Aufbau der Show ist sehr an Deutschland sucht den Superstar angelegt, also bekommt man mit, wie sich die Teilnehmer auf ihre Auftritte vorbereiten und anschließend von der Jury bewertet werden. Für mich stand trotzdem das Miteinander, der Umgang untereinander und natürlich die Manipulationen durch die Produzenten der Show im Vordergrund. Das hat mir gut gefallen.

Spannung darf natürlich auch nicht fehlen. Bereits im Prolog werden wir mit einer Leiche konfrontiert, wer es ist, warum und natürlich wer die Person umgebracht hat ist allerdings lange unklar. Hier kann sich der Leser darauf freuen, mitzurätseln und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Der Schreibstil ist sehr jugendlich, ohne vor Jugendsprache überzuquellen. Es lässt sich schnell und locker lesen.

Insgesamt finde ich das Buch für die Zielgruppe sehr gelungen, auch wenn es nicht an die Erwachsenen-Thriller von Arno Strobel herankommt. Von mir gibt es 4 Sterne!

Veröffentlicht am 21.10.2018

Wundersame Heilungen im Markwaldhof

Thalamus
0

Gleich zu Beginn des chronologisch aufgebauten Buches lernen wir Timo kennen und erleben seinen Rollerunfall, der zu seinen schweren Verletzungen führt, hautnah mit. Nachdem er aus dem Koma wieder aufwacht, ...

Gleich zu Beginn des chronologisch aufgebauten Buches lernen wir Timo kennen und erleben seinen Rollerunfall, der zu seinen schweren Verletzungen führt, hautnah mit. Nachdem er aus dem Koma wieder aufwacht, kommt er in die Reha-Klinik Markwaldhof, um wieder laufen und sprechen zu lernen.

Wie der Klappentext verrät, klappt es mit dem Laufen schon sehr schnell wieder ganz passabel, aber mit dem Sprechen nicht. Ähnlich ist es bei seinem Zimmernachbarn. Tagsüber ein Wrack, geht es ihm nachts ganz gut. Deswegen wird Timo schnell klar, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zu geht.

Aber nicht nur der Protagonist wird lange im Dunkeln gelassen, auch für den Leser ist bis kurz vor dem Ende nicht klar, was in dieser Klinik überhaupt geschieht. Man kann nur erahnen, dass die Vorgänge nicht so ganz koscher sind. Das führt dazu, dass die Spannung immer sehr hochgehalten wird. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, was denn nun eigentlich los ist. Timo findet immer wieder Hinweise, was dem Leser hilft, seine eigenen Ideen weiterzudenken und Vermutungen anzustellen - bei mir klappte das mit mehr oder weniger Erfolg.

Nach und nach lernt man auch andere Patienten des Markwaldhof kennen. Die Autorin stellt hier vor allem Jugendliche in den Vordergrund, was für die Zielgruppe sehr passend ist. Dankbarerweise beschränkt sie sich hier auf einige wenige Hauptcharaktäre, die immer wieder vorkommen, so dass man nicht durcheinander gerät.

Natürlich schafft es Timo mithilfe seiner neuen Freunde aufzuklären, was in der Klinik los ist. In kleinen Schritten, und so sehr gut nachvollziehbar für den Leser, kommt Timo hinter das Geheimnis der Wunderheilungen, bei der es aber auch Pannen gibt. Hier fand ich es teilweise allerdings etwas verwirrend und fast schon ein bisschen zu abgehoben. Aber wer weiß, was in einigen Jahren alles medizinisch möglich ist...

Am Ende wird es nochmal richtig dramatisch, weil im Markwaldhof eben doch nicht alles Gold ist, was glänzt. Für meinen Geschmack war es ein passender Schluss, der nochmal viel Spannung aufbaut und einiges erklärt, sodass keine Fragen offen bleiben.

Ich wurde von der ersten Seite an gut unterhalten und denke, dass die eigentliche Zielgruppe mindestens genauso begeistert sein wird wie ich. Deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

Veröffentlicht am 16.10.2018

Nicht mein Fall...

Rat der Neun
0

Dieses Buch liegt wirklich schon sehr lange auf meinem SuB. Direkt nach Erscheinen musste ich es unbedingt haben, weil ich sooo gespannt war und mich auch mal wieder Jugendbüchern zuwenden wollte. Dann ...

Dieses Buch liegt wirklich schon sehr lange auf meinem SuB. Direkt nach Erscheinen musste ich es unbedingt haben, weil ich sooo gespannt war und mich auch mal wieder Jugendbüchern zuwenden wollte. Dann habe ich sofort reingelesen, aber es konnte mich einfach nicht fesseln.


Ich fand den Anfang sehr langatmig und auch verwirrend, ich konnte mich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht auf die verschiedenen Welten und Clans einlassen. Meiner Meinung nach braucht das Buch aber schon die Zeit, um alles zu erklären, sodass der Leser auch die Zusammenhänge begreift. Vielleicht war ich zu ungeduldig. Auf Seite 86 war dann erstmal Schluss und ich habe nicht weitergelesen.


Etwas mehr als ein halbes Jahr später habe ich es wieder zur Hand genommen. Jetzt sollte der richtige Zeitpunkt sein - war es aber anscheinend doch nicht. Ich bin zwar etwas weitergekommen, aber auch hier nicht weiter als die ersten 150 Seiten. Auch diesmal war alles sehr verwirrend, ich fand die Namen sehr kompliziert, sodass ich mir nie merken konnte, wer wer ist... Das hat meinen Lesefluss nur behindert.


Richtig einlassen konnte ich mich auf die Geschichte einfach nicht. Ich mag Dystopien, aber dieses Buch ist mehr Fantasy, und das ist einfach nicht mein Genre. Deswegen breche ich es jetzt endgültig und mit einem schweren Herzen ab. Es darf zurück ins Regal, vielleicht packt mich irgendwann ja doch noch die Lust...

Veröffentlicht am 16.10.2018

Sehr harter Stoff...

Die sieben Kreise der Hölle
0

Ich gebe zu, dass mich schon der erste Teil "Die sieben Farben des Blutes" nicht wirklich überzeugen konnte. Das lag unter anderem auch an der Protagonistin Helena Farber, die für mich öfter mal nicht ...

Ich gebe zu, dass mich schon der erste Teil "Die sieben Farben des Blutes" nicht wirklich überzeugen konnte. Das lag unter anderem auch an der Protagonistin Helena Farber, die für mich öfter mal nicht nachvollziehbar gehandelt hat. Ihre Amnesie war für mich auch einen touch too much.

Trotzdem wollte ich den zweiten Teil lesen, da ich doch irgendwie neugierig war, wie es denn die Geschichte weitergeht. Da es einen Cliffhanger am Ende gibt, würde ich auch unbedingt empfehlen, den ersten Teil zu kennen. "Die sieben Kreise der Hölle" schließt nämlich fast nahtlos an.

Allerdings ist das Buch wirklich nichts für sanfte Gemüter. Wer den ersten Band gelesen hat, der weiß, dass Uwe Wilhelm sehr schonungslos und blutig schreibt. Das stört mich eigentlich nicht. Detaillierte Beschreibungen von Tatorten, fiese Serienkiller, die ihre Opfer foltern... alles kein Problem. Wenn es aber um Kinder geht, dann habe ich doch immer schnell ein mulmiges Gefühl im Bauch.

Und das ist eben das Hauptthema, zumindest bis Seite 124 - bis hierhin habe ich nämlich gelesen. Bereits am Anfang werden Helenas Töchter entführt und schnell erfährt der Leser, dass nicht nur Rache an der Staatsanwältin genommen werden soll, sondern dass ein ganzer Kinderhändler-Ring dahinter steht. Das war mir dann einfach zu viel.

Ich habe das Buch also erstmal zur Seite gelegt, dann mal wieder ein bisschen weitergelesen, aber bin einfach nicht gut hineingekommen. Es geht mir zu sehr an die Nieren. Deswegen werde ich es jetzt erstmal abbrechen. Allerdings bleibt es im Regal und vielleicht kommt ja irgendwann der richtige Zeitpunkt...

Veröffentlicht am 16.10.2018

Geht die Welt unter?

Das KALA-Experiment
0

Das Buch startet schön gemütlich: Eine Videobloggerin interviewt einen Physiker, der kurz darauf tot ist - ob Selbstmord oder Mord, weiß man nicht so recht. Aber weil der Protagonistin Nina Bornholm einiges ...

Das Buch startet schön gemütlich: Eine Videobloggerin interviewt einen Physiker, der kurz darauf tot ist - ob Selbstmord oder Mord, weiß man nicht so recht. Aber weil der Protagonistin Nina Bornholm einiges komisch vorkommt, macht sie sich daran, die Hintergründe aufdecken zu wollen.

Und dann geht es Schlag auf Schlag: Wie lernen unterschiedliche Personen in verschiedenen Teilen der Welt kennen. Es gibt nur eine Gemeinsamkeit: Es geschehen unerklärliche Dinge, so als wäre es möglich, dass Menschen und Dinge aus der Zukunft in die Gegenwart reisen.

Die Vorstellung fand ich unheimlich spannend, gerade weil es so unerklärlich ist. Und genau wie die verschiedenen Protagonisten steht auch der Leser zuerst ohne viele Informationen da. Nach und nach kommt etwas Licht ins Dunkel, was teilweise sehr physikalisch erklärt wird. Ich gebe zu, dass ich bei diesen Passagen nicht gerade viel verstanden habe, aber das hat mich auch nicht gestört. Denn sie haben sich gut in die Gesamtgeschichte eingefügt, sie waren nicht zu langatmig und irgendwie schlüssig (auch wenn ich das natürlich nicht aus fachlicher Sicht beurteilen kann).

Spannend wird es aber dann auch, als die Protagonisten aufeinander treffen und ahnen, dass die Welt in Gefahr ist. Alles wirkt sehr abstrakt, deswegen finden Nina Bornholm, John Sparrow und der Pastor Victor Kessler auch kaum Unterstützung, um das Unvermeidliche zu verhindern. Ich war natürlich sofort auf ihrer Seite.

Was anfangs etwas verwirren kann, sind die unterschiedlichen Erzählstränge. Denn mal verfolgt man Nina, dann John oder eben den Pastor. Mir hat das allerdings sehr gut gefallen, weil nicht nur die Ausmaße des Problems verdeutlicht wurden, sondern die Spannung so sehr gut aufrechterhalten wurde. Schließlich wollte man immer weiterlesen, um zu erfahren, was als nächstes passiert.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Es gibt eine kleine Nebenhandlung mit Johns Tochter, die an einer unheilbaren Krankheit erkrankt ist und ihr Leben deswegen in einem sterilen Raum im Krankenhaus verbringen muss. Das hätte ich nicht gebraucht, weil es für mich nicht so gut in die Gesamtgeschichte gepasst hat. Die Intention Johns, die Welt zu retten, um seine Tochter zu retten, hätte man auch mit einem "normalen" Verhältnis der Beiden zueinander erklären können.

Insgesamt hat mir das Buch aber wirklich einige tolle Lesestunden beschert, deswegen gibt es von mir 4,5 Sterne!