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Veröffentlicht am 26.02.2017

Zurück ins Mittelalter

Das Gold der Raben
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Manchmal will man einfach zurück ins Mittelalter abtauchen, auch wenn es eine dunkle Zeit war, oder? Deswegen habe ich mir dieses Buch von Andrea Schacht geschnappt. Sie versteht es wirklich, den Leser ...


Manchmal will man einfach zurück ins Mittelalter abtauchen, auch wenn es eine dunkle Zeit war, oder? Deswegen habe ich mir dieses Buch von Andrea Schacht geschnappt. Sie versteht es wirklich, den Leser in eine andere zeit zu versetzen.

Das schafft sie meiner Meinung nach durch den tollen Schreibstil. Egal ob die genauen Beschreibungen, bei denen auch auf die weniger romantischen Dinge im Mittelalter wie den Dreck und den Gestank hingewiesen wird, oder die Sprache. Manchmal ist es ein bisschen schwerfälliger zu lesen, weil Wörter verwendet werden, die wir gar nicht mehr gebrauchen, aber genau das hat mir gefallen. Auch die Dialoge sind sehr "mittelalterlich".

Am Anfang bin ich etwas schwer in das Buch hineingekommen, was nicht unbedingt daran lag, das ich die beiden Vorgängerbände zur Geschichte rund um Myntha, die Fährmannstochter, nicht kenne. Man kann das Buch auch unabhängig von den anderen Teilen lesen, da auf Vorgeschehnisse hingewiesen wird. Allerdings kommen seeehr viele unterschiedliche Personen vor und es fiel mir anfangs schwer, diese auseinanderzuhalten. Zum Glück gibt es aber ein Personenregister, auf das ich während des Lesens immer mal wieder zugegriffen habe.

Als spannend würde ich das Buch nicht unbedingt einordnen, auch wenn es darum geht herauszufinden, woher das tote Baby kommt und wer Mynthas Vater etwas Böses will. Trotzdem gibt es keine "harten" Ermittlungen im eigentlichen Sinn. Myntha und ihre Freunde hören sich um und ziehen ihre Schlüsse, allerdings gehen sie auch weiterhin ihrem Tagesgeschäft nach. Das hat mir gut gefallen, weil es beide Aspekte - das Leben im Mittelalter und die Ermittlungen - miteinander verbunden hat.

Das Ende war dann doch etwas überraschend. Leider blieb für mich auch die ein oder andere Frage offen. Trotzdem hat mir das Buch einige schöne Lesestunden beschert und ich möchte auf jeden Fall noch die Vorgänger lesen. Von mir gibt es vier Sterne!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Nett für Zwischendurch...

Fuck the Föhnfrisur
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Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht... Ich kenne das Gefühl, wenn man stundenlang den Unterricht vorbereitet, man aber nicht das Gefühl hat, das irgendetwas bei den Schülern hängenbleibt. Aber ...

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht... Ich kenne das Gefühl, wenn man stundenlang den Unterricht vorbereitet, man aber nicht das Gefühl hat, das irgendetwas bei den Schülern hängenbleibt. Aber so extrem, wie es in dem Buch dargestellt wird, ist es dann doch nicht. Aber genau das Übertriebene und Überspitzte, auch was das Lehrerkollegium angeht, ist recht witzig.

Das Buch ist aus der Sicht der Protagonistin Meike geschrieben. Sie ist sehr sympathisch, war für mich aber an der ein oder anderen Stelle zu naiv und sprunghaft. Da kam sie für mich nicht wie eine erwachsene Frau rüber, sondern eher wie eine ihrer Schülerinnen. Das zeigte sich zum Beispiel, als sie sich mal schnell selbst mit der Nagelschere eine neue Frisur verpasst und das ihrem Freund verheimlichen will, in dem sie eine Wollmütze trägt.

Der Schreibstil an sich war nicht schlecht, das Buch lässt sich schnell lesen und die Kapitelüberschriften sind immer sehr passend. Allerdings war es mir teilweise etwas zu viel Jugendslang, gerade von Hassan. Trotzdem hat es gepasst. Genervt war ich allerdings nach einer Weile von den ständigen Wortspielen rund um den Frisurberuf wie "Cutastrophe" etc. Das war für meinen Geschmack etwas drüber.

Die Geschichte an sich wird von lustigen Anekdoten immer wieder aufgelockert, in der Mitte gibt es dann aber auch einige Längen. Hier hätte es etwas kürzer sein dürfen.

Insgesamt war das Buch eine nette Unterhaltung und gerade (angehende) Lehrer werden sich amüsieren. Alles in allem gibt es deswegen von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 21.02.2017

Schöne Geschichte

Percy Jackson 1: Diebe im Olymp
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Ich dachte, jetzt muss ich auch einfach mal "Percy Jackson" lesen, nachdem ich ja noch nicht einmal die Filme gesehen habe :)
Mir hat das Buch ganz gut gefallen, vor allem der Götterbezug und die Protagonisten.
Die ...

Ich dachte, jetzt muss ich auch einfach mal "Percy Jackson" lesen, nachdem ich ja noch nicht einmal die Filme gesehen habe :)
Mir hat das Buch ganz gut gefallen, vor allem der Götterbezug und die Protagonisten.
Die Sprache war mir an der ein oder anderen Stelle zu flapsig, aber ich denke, für die eigentliche Zielgruppe ist es äußerst passend.
Ich denke, ich werde mir auch mal einen weiteren Teil schnappen!

Veröffentlicht am 20.02.2017

Deine Vergangenheit holt dich ein...

Girl With No Past
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Das Buch beginnt mit einem Prolog aus dem Jahr 2003 - der leider noch gar nicht viel verrät, aber schon einige Fragen aufwirft. Das hat mir gut gefallen, denn ich konnte gar nicht schnell genug weiterlesen.
Überhaupt ...

Das Buch beginnt mit einem Prolog aus dem Jahr 2003 - der leider noch gar nicht viel verrät, aber schon einige Fragen aufwirft. Das hat mir gut gefallen, denn ich konnte gar nicht schnell genug weiterlesen.
Überhaupt ist das Buch sehr gut aufgebaut, da die Geschichte zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin- und herspringt. Dadurch erfährt man langsam aber sicher Ereignisse aus Leahs Jugend, die sie jetzt einzuholen drohen. Keine Sorge: Da die Jahreszahlen über den Kapiteln immer angegeben sind, kommt man nicht durcheinander.

Leah als Protagonistin konnte schon mal Pluspunkte sammeln, weil sie ein richtiger Booknerd ist. Sie arbeitet nicht nur in der Bücherei, ihre ganze Wohnung besteht aus Büchern :) Leider war das aber auch das einzige, was sie mir sympathisch gemacht hat. Sie lebt sehr einsam, will von der Außenwelt nichts wissen. Sonst ist sie in meinen Augen eher naiv und ich konnte einige Handlungen und auch Gedanken von ihr überhaupt nicht nachvollziehen.

Nichtsdestotrotz wollte ich natürlich wissen, was der Ursprung ihrer Ängste und ihres Verhaltens ist - und dafür musste ich weiterlesen :D Zwischendrin gibt es einige langatmige Passagen, die ich nicht gebraucht hätte. Gegen Ende kommt dann aber nochmal richtig Spannung auf. Hier versteht es die Autorin, nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch fiese Wechseln in der Zeit den Leser an das Buch zu fesseln.

Leider wurde ich nicht ganz überrascht, sondern habe mir schon denken können, wer hinter allem steckt (auch hier muss ich über Leahs Naivität schimpfen, dass sie das nicht gemerkt hat...). Das hätte die Autorin noch etwas besser verstecken können.

Alles in allem war ich aber dann doch sehr angetan von dem Buch - deswegen gibt es von mir 4 Sterne :) Mal sehen, was es demnächst von der Autorin zu lesen gibt.

Veröffentlicht am 19.02.2017

Blutig, brutal, fesselnd...

Der Schinder
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Der Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven! Wer viel Blut und brutale Tötungsmethoden nicht aushält, der sollte den "Schinder" lieber nicht in die Hand nehmen, denn sonst sind Albträume vorprogrammiert. ...

Der Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven! Wer viel Blut und brutale Tötungsmethoden nicht aushält, der sollte den "Schinder" lieber nicht in die Hand nehmen, denn sonst sind Albträume vorprogrammiert. Ich bin ja eigentlich keine Mimose was brutale Thriller angeht, aber mehr darf es dann auch für mich nicht sein :)

Gleich zu Beginn gibt es die erste Leiche und Daria Storm ist wieder mitten drin in den Ermittlungen. Der Schinder ist nämlich kein Unbekannter, sondern hat schon drei Jahre zuvor gemordet, ohne dass man ihn fassen konnte.

Anfangs war mir Daria nicht sehr sympathisch. Sie ist eine sehr taffe und ehrgeizige Ermittlerin, kommt aber manchmal auch etwas kalt und abgebrüht rüber. Emotionen zeigt sie selten. Dafür aber umso mehr Mut und mehr als einmal wollte ich sie anschreien, jetzt einfach mal vernünftig zu sein und nicht so viele Alleingänge zu wagen. Aber genau das macht das Buch spannend.
Dann mischt auch noch Maxim Winterberg mit, ein anerkannter Folterexperte, der leider sein Gedächtnis verloren hat. Ihn muss man einfach ins Herz schließen! Ich habe mich richtig gefreut, als er bei den Ermittlungen eingestiegen ist und so langsam zurück ins Leben findet.

Spannung gibt es wie gesagt in diesem Buch von der ersten Seite an, sodass man es nur ungern aus der Hand legen möchte. Der Schinder scheint einfach immer einen Schritt voraus zu sein und man fiebert richtig mit Daria und Maxim mit. Was dann aber passiert, ist einfach nur der Hammer! Ich bin eine Thriller-Liebhaberin und man kann mich selten auf falsche Fährten locken oder überraschen, aber diese Wendungen, die die Geschichte nimmt, haben sogar mich sprachlos gemacht! Einfach nur genial und durchdacht - wow!

Auch der Schreibstil ist super und lässt sich flüssig lesen. Die Folter wird wie gesagt sehr detailreich beschrieben - das muss man mögen. An sich hat man aber den Eindruck, dass hier sehr gut recherchiert wurde und ich bin froh, nicht mehr im Mittelalter zu leben...

Der Thriller konnte mich wirklich überraschen und hat mir einige spannende Lesestunden beschert. Deswegen 5 Sterne!