Profilbild von jeanne_darc

jeanne_darc

Lesejury Star
offline

jeanne_darc ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jeanne_darc über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2022

Ein Manuskript, dass Lebenswege beeinflußt

Das Glück auf der letzten Seite
0

Ich war ganz gespannt auf diesen Roman in Briefform und ob er mich auch bis zur letzten Seite mitnehmen kann. Er konnte.

Nachdem Anne-Lise ein ganz besonderes Manuskript im Hotel in der Schublade ihres ...

Ich war ganz gespannt auf diesen Roman in Briefform und ob er mich auch bis zur letzten Seite mitnehmen kann. Er konnte.

Nachdem Anne-Lise ein ganz besonderes Manuskript im Hotel in der Schublade ihres Nachtschrankes findet, ist sie ganz berührt von dieser Geschichte, insbesondere das Ende wurde von einem ganz anderen Autor hinzugefügt. So macht sich Anne-Lise auf die Suche nach dem ursprünglichen Verfasser des Werkes und knüpft zu den unterschiedlichsten Menschen Kontakte und bringt auf diese Weise Menschen zusammen, die sich vorher gar nicht kannten.

Der Briefwechsel nimmt den Weg des Manuskripts nur in rückwärts bewegender Reihenfolge. In 30 Jahren haben so einige dieses Werk in den Händen gehabt und so wird die Liste der Charaktere recht lang, was bei mir zum Schluss schon zu Irritationen geführt hat. Jeder einzelne Brief war sprachlich auf einem hohen Niveau verfasst, doch durchaus auch mit Humor gespickt und sehr abwechslungsreich geschrieben. Alle Briefe hatten eine angenehme Länge, ohne füllende Wörter bzw. Sätze. Es wurde das Wesentliche thematisiert, manchmal auch nicht ganz so positiv, was natürlich seine Berechtigung hatte.

Die einzelnen Charaktere wurden von der Autorin gut herausgearbeitet und wirkten auf mich alle sehr liebenswert und authentisch, ich möchte sogar sagen, sie hatten alle für mich etwas Gewinnendes. Passend zum Inhalt wurde das Cover gestaltet, dass ich anfangs etwas kitschig fand, doch nach der Lektüre würde ich es als gelungen bezeichnen.

Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten, amüsiert und inspiriert, auch mal wieder einen Brief zu schreiben. Sehr gerne habe ich Anne-Lise, Sylvestre, Maggy, William etc. auf ihrem Weg begleitet und es war herzerwärmend zu lesen, wie aus ganz unbekannten Menschen Freunde wurden. Also eine ganz klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2022

Die Macht der Kunst - atemberaubend

Der Bewunderer: Thriller
0

Für mich war es das erste Buch der Autorin Catherine Shephard und ich muss sagen, warum habe ich ihre Bücher nicht schon viel früher entdeckt. Um gut in die Handlung reinzukommen ist es auf keinen Fall ...

Für mich war es das erste Buch der Autorin Catherine Shephard und ich muss sagen, warum habe ich ihre Bücher nicht schon viel früher entdeckt. Um gut in die Handlung reinzukommen ist es auf keinen Fall notwendig, die Vorgängerbücher gelesen zu haben, da es immer wieder ganz kleine Rückblenden gibt. Die empathische und äußerst kompetente Ermittlerin Laura Kern vom LKA hat sofort meine Sympathie gewonnen. Auch ihr Kollege Max Hartung, der sich immer Sorgen um seine Beziehung und Familie macht, ist von Lauras Seite nicht wegzudenken. In diesem speziellen Fall werden die Ermittler auf einen Mörder angesetzt, der Frauen auf riesigen kunstvoll bemalten Leinwänden in Szene setzt. Ein markantes Kunstrequisit sind die roten High Heels, die der Mörder seinem Opfer anzieht. Neben der eigentlichen Handlung wird in einer zweiten Ebene zunächst rückblickend von der schwierigen Kindheit und Jugend zweier Brüder aus der Sicht des Älteren berichtet.

Die Autorin hat gekonnt den Protagonisten bzw. allen weiteren Personen, wunderbare authentische, aber auch sehr spezielle Charaktere verliehen. Durch die immer neuen Wendungen und Lösungsansätze wurde der Spannungsbogen durchgehend auf einem hohen Niveau gehalten und ich war sehr überrascht, wer letztendlich der Täter war, so muss es sein. Der flüssige, lebendige und bildhafte Schreibstil hat dieses tolle Leseerlebnis für mich zum Pageturner werden lassen.

Bei der farblichen Gestaltung des Covers sieht der Betrachter sofort, um welches Genre es sich handelt und das gebrochene Herz passt perfekt zum Inhalt. Ich finde das Cover sehr gelungen. Von mir gibt es für diesen Thriller eine absolute Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2022

Aufarbeitung der Vergangenheit - Ankommen in der Gegenwart

Wir sehen uns zu Hause
0

Anne und Peter wollen mit ihrem alten Wohnmobil Willi eine achtmonatige Rundreise durch Skandinavien machen. Peter ist bereits in Rente und die zehn Jahre jüngere Anne hat sich dafür ein Sabbatjahr genommen. ...

Anne und Peter wollen mit ihrem alten Wohnmobil Willi eine achtmonatige Rundreise durch Skandinavien machen. Peter ist bereits in Rente und die zehn Jahre jüngere Anne hat sich dafür ein Sabbatjahr genommen. Doch plötzlich stirbt Peter an einem Herzinfarkt und sie findet in Peters Sachen eine betagte Kiste mit alten Fotos. Trotz allem tritt sie die geplante Reise an und entscheidet sich spontan den Fotos auf den Grund zu gehen. So wird es ein Roadtrip in Peters Vergangenheit und seine ostdeutsche Geschichte.

Der Schreibstil war, wie ich ihn von der Autorin gewohnt bin, sehr angenehm flüssig und der Wechsel zwischen den einzelnen Charakteren hat mir sehr gut gefallen. Die Kapitel haben teilweise mit einem Cliffhanger geendet, so konnte die Spannung auf einem guten mittleren Niveau gehalten werden. Leider hat mich an der Protagonistin Anne ihre Unwissenheit gestört. Wie kann man sogar als Lehrerin so wenig geschichtlichen Background bezüglich der DDR-Vergangenheit haben. Das macht den Charakter für mich leider nicht ganz authentisch. Ronny und sein Trauma wurden sehr gut beschrieben und auch Alinas Charakter wurde sehr authentisch dargestellt, ihre Trauer, ihre Sorgen um sich selbst und um ihre Mutter. Alle Menschen, denen Anne auf ihrer Reise begegnet ist, waren empathisch und konnten ihr helfen, die Puzzleteile zu Peters Vergangenheit zusammenzusetzen. Ich persönlich habe den Mechaniker Chris ins Herz geschlossen.

Dies war auch eine tolle literaische Reise durch Mecklenburg-Vorpommern und ganz besonders Rügen, welches ich sehr mag. Thüringen wäre natürlich auch noch mal eine Reise wert. Es ist ein schöner Roman um Trauer, Aufarbeitung und Selbsterkenntnis. Auf jeden Fall habe ich jetzt noch mehr Lust bekommen, mit dem Wohnmobil zu verreisen. Eine ansprechende, kurzweilige Urlaubslektüre zu der ich gern meine Leseempfehlung gebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2022

Freundinnen für immer - sehr bewegend

Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 2)
0

Dies ist der zweite Teil von den Freundinnen vom Strandbad und fängt nahtlos dort an, wo der erste Band aufgehört hat.

Nachdem Carla in den Westen von Berlin geflohen ist, hat das Leben auch für Betty ...

Dies ist der zweite Teil von den Freundinnen vom Strandbad und fängt nahtlos dort an, wo der erste Band aufgehört hat.

Nachdem Carla in den Westen von Berlin geflohen ist, hat das Leben auch für Betty und Martha einige Höhen und Tiefen parat. Nach einem Schicksalsschlag verfolgt Betty weiterhin ihre Schauspielkarriere und kann sich dort allmählich wieder etablieren. Martha hat es aufgrund ihres Vaters schwer beruflich Fuß zu fassen und fängt an, gegen den sozialistischen Staat zu protestieren. Auch Carla macht ihren Weg, allerdings auf der anderen Seite der Mauer und so hoffen die Freundinnen eines Tages wieder vereint zu sein.

Während der erste Band tatsächlich nur 1 Jahr umfasst, sind in dieser nachfolgenden Geschichte öfters größere Zeitsprünge. Es ist ein Eintauchen in zwei Welten. Dem Westen mit seiner Freiheit und dem Überfluss und dem Osten mit den Reglementierungen und mit seinem Mangel an bestimmten Lebensmitteln oder Konsumgütern. Auch in diesem Teil wurde wieder gut das politisch-ideologische und wirtschaftliche System der DDR und der Alltag der Menschen zwischen 1961 und 1990 dargestellt.

Die Weiterentwicklungen der Charaktere konnten von der Autorin gut umgesetzt werden und wirken sehr authentisch. Durch den gewohnten flüssigen Schreibstil und die interessante Geschichte der Freundinnen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Strandbad ist für mich während des Lesens ein kleiner Sehnsuchtsort geworden, an dem ich bei Sonnenschein und Prasselkuchen den Blick auf den See genieße. Das Cover schließt sich dem vorherigen Band an, leicht, sommerlich und etwas retro. Durch den gewellten Umschlag hat es auch eine eigene Haptik, was ich besonders mag. Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2022

Guter Schwedenkrimi mit Potenzial

Sturmrot
0

Dies ist mein erster Krimi von Tove Alsterdal und ich war sehr gespannt darauf.

Olof Hagström, der als 14-jähriger nach dem Mord an der siebzehnjährigen Lina seine Heimat verlassen musste, biegt, einem ...

Dies ist mein erster Krimi von Tove Alsterdal und ich war sehr gespannt darauf.

Olof Hagström, der als 14-jähriger nach dem Mord an der siebzehnjährigen Lina seine Heimat verlassen musste, biegt, einem Impuls folgend, von der Autobahn ab, um nach 23 Jahren sein Elternhaus zu besuchen. Im Bad stößt er auf den toten Körper seines Vaters. Natürlich wird er von der Polizei sogleich als mutmaßlicher Täter eingestuft.

Mit den Ermittlungen zum Mord an Sven Hagström wird die junge Polizistin Eira Sjödin betraut, die nach einigen Jahren in Stockholm wieder in den beschaulichen Ort Kramfors zurückkehrt, um sich mehr um ihre demenzkranke Mutter zu kümmern. Bei ihrer Recherche findet sie Spuren, die auch in Ihre eigene Vergangenheit als Kind zurückreichen.

Die Autorin hat gekonnt immer wieder die Vergangenheit gut in die Gegenwart eingewoben. Bei den sehr anschaulichen Orts- oder Naturbeschreibungen kann der Leser die schwedische Natur sozusagen hautnah miterleben. Der Schreibstil ist flüssig, leider wird alles in einer Ausführlichkeit beschrieben, was die ganze Handlung etwas langatmig erscheinen ließ, so dass für mich kein gleichbleibender Spannungsbogen entstehen konnte. Die Charaktere, mit ihren ganz eigenen Biographien, wirken sehr authentisch. Die Autorin hat mit Eira Sjödin eine sehr empathische und zielstrebige Protagonistin erschaffen und für die folgenden Bücher der Trilogie gibt es auf jeden Fall noch Potenzial nach oben.
Bei diesem Roman hat sich Tove Alsterdal an wirklichen Fällen aus der Vergangenheit orientiert und zeigt auf, dass die angewandten Methoden und die damaligen Gesetzesvorgaben zu unrecht Leid über ganze Familien gebracht haben.
Leider konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere