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Veröffentlicht am 13.01.2022

Ohne Spannung

Die Nacht des Feuers
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Dies ist der 10. Band von Kjell Eriksson um seine Hauptprotagonistin Ann Lindell.

Ann hat sich nach dem Ausscheiden aus dem Polizeidienst in dem kleinen Dorf Tilltorp niedergelassen und arbeitet in der ...

Dies ist der 10. Band von Kjell Eriksson um seine Hauptprotagonistin Ann Lindell.

Ann hat sich nach dem Ausscheiden aus dem Polizeidienst in dem kleinen Dorf Tilltorp niedergelassen und arbeitet in der nahegelegenen Meierei. Bei einem Brandanschlag auf die alte Dorfschule, die als Flüchtlingsunterkunft dient, sterben drei Menschen. Bei Ann erwacht wieder ihr Ermittlerinstinkt und sie fängt an, sich im Dorf ein bisschen umzuhören, um ihrem ehemaligen Kollegen Sammy mit Informationen zu versorgen. Doch keiner will etwas gesehen haben und die Dorfbewohner hüllen sich in Schweigen. Ihre Schnüffelei wird im Dorf nicht gern gesehen und sie bekommt eindeutige Warnungen. Ann vermutet, dass der Brandanschlag einen rassistischen Hintergrund hat und schließt die Beteiligung einer rechtsextremen Gruppe nicht aus. Wenig später brennt die alte Schmiede und auch dabei kommt eine junge Frau ums Leben.

Die Themen um Rechtsextremismus, das Sterben der Dörfer und die Ignoranz der Gesellschaft sind hochaktuelle Problematiken und bieten eigentlich viel Potential für einen spannenden Roman. Leider wurden hier so viele Nebensächlichkeiten angesprochen, dass weder ein Spannungsaufbau noch eine klare Linie zu erkennen war und die Ermittlungen zu Randerscheinungen wurden. Für Ann und Sammy konnte ich tatsächlich Sympathie entwickeln, nur Anns Beziehung zu Edvard empfand ich als eigenartig.

Das Cover des Buches finde ich sehr ansprechend, kann aber kaum einen Bezug zur Story herstellen. Vielleicht soll das Grau die düstere Stimmung im Dorf widerspiegeln und das Orange steht für die nächtlichen Feuer. Ansonsten eine typische schwedische Ansicht.

Der Schreibstil ist der holprig und zäh, der Autor verliert sich in Nebensächlichkeiten und Schachtelsätzen. Einige Sätze blieben mir auch nach mehrmaligem Lesen unverständlich, dies wurde zusätzlich noch durch die Ausdrucksweise und die Übersetzung erschwert.

Meine Erwartungen an diesen Roman wurden leider nicht erfüllt und ich kann hier nur 2 Sterne vergeben, sehr schade.

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Veröffentlicht am 11.12.2021

Es ist nicht immer alles so, wie es scheint!

Die Bosheit
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Mikael und Bianca möchten nach einem Vorfall in Stockholm in der kleinen Ortschaft Köpinge in Südschweden einen Neuanfang wagen. Hier haben die Straßen Namen aus den Astrid-Lindgren-Büchern. Auf den ersten ...

Mikael und Bianca möchten nach einem Vorfall in Stockholm in der kleinen Ortschaft Köpinge in Südschweden einen Neuanfang wagen. Hier haben die Straßen Namen aus den Astrid-Lindgren-Büchern. Auf den ersten Blick eine beschauliche Vorstadtidylle. Die Nachbarschaft scheint eine lebendige harmonische Gemeinschaft zu sein, doch das ist trügerisch, denn jeder verbirgt dunkle Geheimnisse. Als sich plötzlich ein tragischer Unfall ereignet und Bianca mit dem Tod ringt, hat Mikael den Verdacht, dass es sich bei dem Unfall um eine vorsätzliche Tat handelt.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und in zwei Zeitebenen, vor und nach dem Unfall, aufgegliedert. Zu allen Charakteren konnte ich keine Sympathie entwickeln. Die kurzen Perspektivwechsel und Zeitwechsel empfand ich persönlich als sehr anstrengend und langatmig. Der Spannungsbogen ist gleichbleibend und der Schluss war in nicht ganz so krasser Form erwartbar und hat mich positiv überrascht.

Das Cover gefällt mir gut, es ist absolut atmosphärisch und passt zum Inhalt. Wer die Bücher von Mattias Edvardsson mag, kommt hier bestimmt auch seine Kosten. Mich hat es nicht ganz so überzeugt.

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Veröffentlicht am 03.12.2021

Spannende Fortsetzung - Bewegende Zeiten

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Der zweite Band um die Polizeiärztin Magda Fuchs, die in den 1920’er Jahren nach ihrem eigenen Schicksalsschlag nach Berlin gekommen ist, schließt sich nahtlos an den ersten Band an. In der Neujahrsnacht ...

Der zweite Band um die Polizeiärztin Magda Fuchs, die in den 1920’er Jahren nach ihrem eigenen Schicksalsschlag nach Berlin gekommen ist, schließt sich nahtlos an den ersten Band an. In der Neujahrsnacht 1922 wird Fräulein Doris das erste Opfer des Schlitzers. Dies ist der Auftakt zu weiteren Vergehen an Prostituierten, leider überlebt nicht jede den Übergriff. Für die Bevölkerung sind schwere und harte Zeiten angebrochen. Die Inflation schreitet unaufhörlich voran. Das Elend auf den Straßen wird immer größer, Menschen nehmen sich in ihrer Ausweglosigkeit das Leben. Magda verdient als Polizeiärztin nicht gerade viel und so fasst sie den Entschluss in Charlottenburg die alte Praxis von dem verstorbenen Doktor Fahrland wieder zu eröffnen. Doch nicht jede Patientin möchte ihrem ungeborenen Leben eine Chance geben, was Magda vor schwere Entscheidungen stellt. Die Liebe zu Kuno ist nach wie vor groß und sie tragen sich mit Heiratsgedanken. Auch Celia und Edgar scheinen wie füreinander bestimmt zu sein. Doch Celia will nicht so schnell ihre wiedergewonnene Freiheit und ihr Medizinstudium aufgeben und lässt sich von ihrer Anwältin Ruth beraten. ….und das scheinbar sorglose Fräulein Doris. Wird sie irgendwann der nächste Star am UFA-Himmel?

Mir gefällt es immer wieder, in die 1920’er Jahre abzutauchen und die Protagonistinnen auf ihren Weg mit den ganzen Unwägbarkeiten zu begleiten. Alle machen auch eine persönliche Entwicklung durch, die sehr authentisch dargestellt wird. Am besten hat mir Celias Wandlung gefallen. Sie hat sich zu einer sympathischen, selbstbewussten Frau entwickelt. Fräulein Doris erinnert mich nach wie vor an die Protagonistin aus dem Buch „Das kunstseidene Mädchen“. Herrlich. Historisch eine sehr unruhige, aber spannende Zeit.

Ich muss leider sagen, dass mir der erste Band etwas besser gefallen hat. In dem zweiten Band hat mir teilweise der Spannungsbogen gefehlt.

Das Cover spricht mich sehr an, obwohl das Rot etwas gedeckter hätte sein können. Von der Gestaltung steht es dem ersten Band sonst in nichts nach. Das einzige Manko ist das kleinere Format.

Es war wieder ein absoluter Lesegenuss und ich kann hier eine klare Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Unverpackt statt verpackt - dem Müll auf der Spur

Wenn die Verpackungshüllen fallen ...
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Das Buch „Wenn die Verpackungshüllen fallen…“ von Annemarie Miesbauer ist in meinen Augen ein absolutes Einsteigerbuch zur Müllvermeidung. Die Autorin veranschaulicht in 3 Schritten wie wir unser Leben ...

Das Buch „Wenn die Verpackungshüllen fallen…“ von Annemarie Miesbauer ist in meinen Augen ein absolutes Einsteigerbuch zur Müllvermeidung. Die Autorin veranschaulicht in 3 Schritten wie wir unser Leben müllfreier machen können.

Im ersten Teil bekommt der Leser einen guten Überblick, in welchen Arten von Verpackungen den Verbraucher die Dinge des täglichen Lebens angeboten werden. Wie sie unsere Gesundheit beeinflussen können und wie sie entsorgt bzw. recycelt werden.

Der zweite Teil befasst sich mit der Müll-Selbsterkenntnis, das Finden von unverpackten Alternativen und Dinge selbst herzustellen. In diesem Buch werden auch meine Lieblingsthemen, wie Foodsharing und Second-Hand Läden angesprochen.

Im dritten Teil gibt es dann die langersehnten Tipps, Tricks und Rezepte. Ich kannte die Luffa-Gurke noch nicht. Das ist die absolute Neuentdeckung für mich, toll.

Das im Löwenzahnverlag erschienene und klimapositiv hergestellte Buch überzeugt durch seine Gestaltung und die noch handliche Größe. Der Wechsel von Text und Bildern ist sehr gut umgesetzt und ich finde es klasse, dass die Autorin eigene Bilder zur Veranschaulichung genommen hat. Einzig die teilweise zu kleine Schrift, war trotz Brille eine Herausforderung.

Die im Anhang befindliche Übersicht der im deutschsprachigen Raum ansässigen Unverpacktläden finde ich super ausgearbeitet. Zum schnellen Auffinden eines gesuchten Artikels steht dem Leser das übersichtliche Rezept- und Stichwortregister zur Verfügung und last but not least gibt es noch Literaturempfehlungen und Internetquellen.

Wer sich noch nicht oder nur wenig mit Müllvermeidung beschäftigt hat, ist dieses Buch eine absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 11.11.2021

Spannungsgeladen und sehr unterhaltend

Die Früchte, die man erntet
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Der langersehnte neue Kriminalroman um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann ist endlich da.

In der Kleinstadt Karlshamn gab es bereits mehrere Opfer eines Heckenschützen. Es gibt weder Zeugen, noch ...

Der langersehnte neue Kriminalroman um den Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann ist endlich da.

In der Kleinstadt Karlshamn gab es bereits mehrere Opfer eines Heckenschützen. Es gibt weder Zeugen, noch ein offensichtliches Motiv. Vanja Lithner und ihr Team von der Reichsmordkommission übernehmen den Fall. Für Vanja ist es die erste Ermittlung als Leiterin dieser Abteilung, umso größer ist auch ihr Erfolgsdruck. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Können Sie die Heckenschützen stoppen, bevor es noch weitere Opfer gibt?
Ein paralleler Handlungsstrang befasst sich mit Billy, der seinen eigenen Kampf gegen sein Verlangen zu töten auszufechten hat.

Der eigentliche Fall war nach etwas über der Hälfte des Buches schon gelöst und die zweite Hälfte hat die Handlung um Billy eingenommen.
Seit dem letzten Band hat sich so einiges getan. Torkel wurde in den vorzeitigen Ruhestand versetzt und Sebastian Bergmann ist jetzt mit Ursula liiert und konzentriert sich wieder auf die Tätigkeit als Therapeut. Außerdem kümmert er sich rührend um seine Enkelin Amanda.

Der Spannungsbogen wird durchgängig hochgehalten und der flüssige Schreibstil macht dieses Buch wie immer zu einem Pageturner.
Mir hat es sehr gut gefallen, dass zwischen dem 6. und 7. Band einige Zeit vergangen ist, so konnten sich auch die Charaktere entwickeln und nicht an Authentizität verlieren.

Das Cover ist wieder superpassend zu den Vorgängerbänden und hat einen hohen Wiedererkennungswert.

Der Cliffhanger war ja schon vorprogrammiert und lässt auf weiteren Lesegenuss hoffen. Aber bitte nicht erst in 3 Jahren.

Ich kann hier eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

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