Profilbild von jeanne_darc

jeanne_darc

Lesejury Star
offline

jeanne_darc ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jeanne_darc über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2024

Gute Story

Mit kaltem Kalkül
0

Ich war schon sehr gespannt auf den neuen Thriller von Michael Tsokos, da es für mich tatsächlich das erste seiner Bücher war.

Für Frau Doktor Sabine Yao von der Spezialeinheit Extremdelikte war es der ...

Ich war schon sehr gespannt auf den neuen Thriller von Michael Tsokos, da es für mich tatsächlich das erste seiner Bücher war.

Für Frau Doktor Sabine Yao von der Spezialeinheit Extremdelikte war es der zweite Fall. Dieser Teil kann aber problemlos unabhängig vom ersten Fall gelesen werden. Die Beschreibung zur Person findet sich in der Klappe des Covers. Für Monica Monti und weiteren Personen hätte ich mir auch so eine kurze Charakterisierung gewünscht. Dann hätte man sich die ewigen Wiederholungen wie, italienischer Abstammung, Ex-Geheimdienstler und den soundsovielten Hinweis auf die Abteilung etc., der Frau Dr. Yao angehört, sparen können. Das hat meinen Lesefluss extrem behindert. Auch die sehr schnell wechselnden Kapitel waren etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Story um den verschwundenen achtjährigen Yasser fand ich gut und die Ausführungen der rechtsmedizinischen Vorgehensweisen waren äußerst interessant und wurden gut für den Laien erklärt. Diese Einblicke bekommt man auch nicht alle Tage. Das Spannungslevel hat sich auf einem soliden mittleren Niveau eingependelt.

Die Charaktere, soweit sie von Belang waren, wurden gut ausgearbeitet, so dass ich als Leser die eine oder andere Person sehr sympathisch bzw. empathisch empfand.

Durch das metallisch farbige Cover und die Tupferklemme mit der das Leichentuch zurückgezogen wird, sieht der Betrachter sofort, dass man sich in einem Sektionssaal befindet. Minimalistisch aber gut gestaltet, wobei Autorenname und Titel sehr viel Raum einnehmen.

Wer Tsokos-Fan ist, kommt hier auf seine Kosten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2024

Fesselnd und atmosphärisch

Tode, die wir sterben
0

Der in Malmö verübte Mord an einem 13-jährigen Jungen sorgt in ganz Schweden für erhebliches Aufsehen. Jon Nordh und Svea Karhuu sind das neue Ermittlerduo, die eigens für diesen Fall ausgewählt worden.

Beide ...

Der in Malmö verübte Mord an einem 13-jährigen Jungen sorgt in ganz Schweden für erhebliches Aufsehen. Jon Nordh und Svea Karhuu sind das neue Ermittlerduo, die eigens für diesen Fall ausgewählt worden.

Beide Ermittler haben mit ihrer jüngsten Vergangenheit zu kämpfen, doch professionell und strategisch gehen sie den Fall an und geraten dennoch selbst in Lebensgefahr. Weitere Morde geschehen bis sie erkennen, dass sich dahinter viel mehr verbirgt und der oder die Täter in einer ganz anderen Liga spielen, als es anfangs den Anschein hatte.

Die Charaktere von Jon und Svea sind gut ausgearbeitet, kleine Schwächen ausgenommen, und es ist zu erwarten, dass sie im nächsten Teil an denen ihnen hier gestellten Aufgaben und Einstellungen gewachsen sind. Alle weiteren Personen wurden gut in die Handlung eingebaut, so dass ein stimmiger Background entstand.

Der Schreibstil ist flüssig, keine überzogenen langen Sätze. Der Rhythmus der Sätze ist abwechslungsreich, die Dialoge sind stimmig. Aufgrund der schnell wechselnden Kapitel, kann der Leser den Aktionen von Svea und Jon sehr gut folgen, was die Spannung stetig ansteigen lässt. Die Autoren haben sich auch dem Thema Diversität gewidmet, was in unserer Gesellschaft immer noch nicht zur Normalität gehört.

Das Cover wurde in den Farbabstufungen blau und gelb gehalten und ist wahrlich ein Eyecatcher. Das Hintergrundbild, die Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö, unterscheidet sich wirklich mal von anderen schwedischen Buchgestaltungen.

Hier wurden dem Leser explosive politische Themen hochspannend bis zum Schluss dargeboten. Meine absolute Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.08.2024

Rumänisches Erbe mit all seinen Facetten

Das Pfauengemälde
0

Zwei Jahre nachdem Anas geliebter Vater Nicu verstorben ist, bekommt sie einen Brief aus seiner Heimat. Endlich könnte sie das Pfauengemälde, das ihrem Vater so wichtig war, wiederbekommen. So reist sie ...

Zwei Jahre nachdem Anas geliebter Vater Nicu verstorben ist, bekommt sie einen Brief aus seiner Heimat. Endlich könnte sie das Pfauengemälde, das ihrem Vater so wichtig war, wiederbekommen. So reist sie zu ihren vielen Verwandten nach Rumänien, die ihr mit viel Herzlichkeit begegnen.

Die Autorin erzählt hier eine berührende Familiengeschichte, die geprägt ist durch die Enteignung von Grundbesitz, der kommunistischen Regierung Ceaușescus, Demonstrationen, Korruption und dem langjährigen Kampf das enteignete Hab und Gut zurückzubekommen. Für mich war es auch ein Exkurs in die Geschichte Rumäniens, sehr interessant.

Doch teilweise fand ich die Handlungen und Abläufe etwas unstrukturiert, was mich beim Lesen immer wieder daran gehindert hat, flüssig durch den Roman zu gelangen. Trotzdem hat es die Autorin geschafft, das Land, die Kultur und die dort lebenden Menschen/Charaktere sehr detailreich und authentisch darzustellen. Auch Anas Aufarbeitung von schmerzvollen Erinnerungen, Verlust und Trauer fängt die Autorin gekonnt ein.

Das Cover ist schon in seiner farblichen Gestaltung sehr ausdrucksstark, was mir gut gefällt. Auf jeden Fall ist dieses Buch für alle Leseinteressierte gut geeignet, die sich gleichzeitig mit der Geschichte des Landes auseinandersetzen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2024

Interessante Ermittlerin

Im Unterholz
0

In Schwedens Region Jämtland wird eine übel zugerichtete Frauenleiche gefunden. Die frühere Journalistin Vera wird von ihrem ehemaligen Chef auf die Hintergrundstory angesetzt. Je mehr sie aufdeckt, desto ...

In Schwedens Region Jämtland wird eine übel zugerichtete Frauenleiche gefunden. Die frühere Journalistin Vera wird von ihrem ehemaligen Chef auf die Hintergrundstory angesetzt. Je mehr sie aufdeckt, desto mehr taucht sie in die Tiefen der Vergangenheit ein.

Vera ist eine etwas in die Jahre gekommene Mitfünfzigerin, die nach ihrer Scheidung wieder in ihren Heimatort zurückgezogen ist. Ihren Charakter finde ich sehr authentisch. Endlich mal eine Protagonistin mit Falten und Kanten, etwas behäbig und unsortiert aber immer noch mit Ehrgeiz und Ausdauer gesegnet.

Die Handlung ist hier auf zwei Ebenen und Zeiten aufgebaut. Da die Kapitel keine Überschrift haben wurde ein Handlungsstrang in Kursivschrift geschrieben. Leider ist der Spannungsbau sehr seicht und pendelt sich auf einem unteren Niveau ein. Nach meinem Geschmack hätte die Spannung noch einiges an Energie vertragen können. Trotzdem ließ sich der Roman aufgrund seines Schreibstils angenehm lesen. Er basiert auf einem guten Rhythmus aus längeren und kürzeren Sätzen und Dialogen. Überaus detailreich werden Orte, Menschen und Situationen beschrieben, was dann und wann sehr langatmig erscheint.

Die Gestaltung des Covers finde ich richtig genial. Es dominiert schwarz und weiß, wobei der Titel mit einer tollen Haptik versehen wurde. Autorenname und Farbschnitt wurden mit der Kontrastfarbe gelb gestaltet, eine sehr schöne Kombination. Im Innencover befindet sich zur besseren Orientierung eine Landkarte der Region, immer gern genutzt.
Alles in allem ist es ein solider Kriminalroman mit Potenzial.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2024

Außergewöhnlich berührend

Der Bademeister ohne Himmel
0

Das Cover in seiner Einfachheit und der spezielle Titel haben mich auf das Buch neurierig gemacht. Petra Pellini beschreibt in ihrem Roman die Beziehung der 15-jährigen Linda zu ihrem 86-jährigen demenzkranken ...

Das Cover in seiner Einfachheit und der spezielle Titel haben mich auf das Buch neurierig gemacht. Petra Pellini beschreibt in ihrem Roman die Beziehung der 15-jährigen Linda zu ihrem 86-jährigen demenzkranken Nachbarn Hubert, Bademeister im Ruhestand. An drei Nachmittagen unterstützt sie die polnische Pflegerin Ewa, die dann etwas Zeit für sich hat. Linda mit ihrer pragmatischen Art meistert den Umgang mit Hubert bravourös, die die Handlungen der Erwachsenen in diesem Roman teilweise in den Schatten stellen. Bei einigen Situationen dachte ich, toll, da muss man erstmal drauf kommen. Obwohl Linda auch mal an die Grenzen ihres Einfallsreichtums gestoßen ist, hat sie bis zum Schluss nicht aufgegeben, Huberts Dasein aufzulockern.

Die Autorin hat diese Geschichte mit viel Feinfühligkeit, Humor und Wärme in einem sehr flüssigen Schreibstil geschrieben, der mich als Leserin sehr schnell durch die Seiten getragen hat. Lindas Charakter ist sehr eigenwillig, doch durchaus nachvollziehbar. Sie ist etwas anders als andere Jugendliche in ihrem Alter. Sie macht sich Gedanken über ihren eigenen Tod, kann aber anfangs Huberts Sterben nicht ganz akzeptieren. Wer bleibt dann noch? Sie wächst an ihren Aufgaben und den sich ergebenen Situationen.

Die Nebenfiguren werden dann und wann mal mit eingebunden. Der Fokus liegt hier eindeutig nur auf Hubert, Linda und Ewa. Schön wird hier auch wiedergespiegelt, wie Menschen mit der Situation der demerziellen Erkrankung eines Angehörigen überfordert sind und es sie sozusagen hemmt bzw. handlungsunfähig macht.

Mir hat dieser tiefgründige Roman im Umgang mit Demenz, über das Leben, Sterben und den Tod sehr gut gefallen. Hier wird auch aufgezeigt, dass den 24-Stunden Pflegekräften eine wichtige Aufgabe zuteilwird, ohne die die häusliche Pflege nicht zu gewährleisten wäre. Diese Art der Pflege ist natürlich an gewisse Voraussetzungen gebunden.

Aus meiner Sicht eine ganz klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere