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Veröffentlicht am 14.11.2025

Spooky, nein danke

Spookily Yours
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Wenn der Herbst beginnt, bin ich bereit für herzwärmende, leichte Buchkost- herbstlich soll es sein, mit einem kleinen Touch Fantasy, einer Tonne an Kürbissen und am liebsten Hexen. Das alles verspricht ...

Wenn der Herbst beginnt, bin ich bereit für herzwärmende, leichte Buchkost- herbstlich soll es sein, mit einem kleinen Touch Fantasy, einer Tonne an Kürbissen und am liebsten Hexen. Das alles verspricht dieses Buch, zusammen mit einem Dämon, Katzen und einem alles belastenden Fluch. Klingt gut, sagt ihr? Das dachte ich auch, wurde aber leider schnell eines besseren belehrt.

Ja, die Autorin hat das alles in ihren Roman reingepackt: Willow lebt mehr oder weniger zufrieden in ihrem kleinen Hexendorf, bis sie sich eines Tages einen neuen Kater ins Haus holt und schnell feststellt, dass es sich bei dem Tier um den verfluchten Dämon Damien handelt. Um ihn zu retten, sucht sie nach einer Methode, den Fluch aufzuheben und ihn zu befreien.

Mit diesem Setting hätte man das ganze Buch füllen können und eine cosy Herbstgeschichte drum rum stricken können. Stattdessen wird diese Quest schon im ersten Drittel des Buches abgehandelt, danach geht es nur noch um die unsterbliche Liebe (und eigentlich doch eher Lust) der beiden zueinander.

Das Buch driftet in die Belanglosigkeit ab, alles was es spannend gestalten könnte (Jahrhunderte Altersunterschied, Dämonen und Hexen sind verfeindet,...) werden in Nebensätzen abgehandelt, damit es schnell wieder zum Knick-knack übergehen kann.. Am schlimmsten ist aber dieses Heilwe Welt-Ende, das die Autorin konstruiert denn SPOILER man kann ja nur wirklich glücklich werden als Frau, wenn man verheiratet und Mutter geworden ist, sein eigenes Geschäft aufgegeben hat und von der Wohlätigkeit seines reichen Ehemannes abhängig ist.

Nein danke für dieses Szenario aus dem letzten Jahrhundert!

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Könnte so großartig sein

Die Geschichte des Klangs
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Was habe ich die Geschichte von Lionel und David geliebt! Ich hätte ewig weiterlesen können, hätte mich der Verlag nicht um einen Großteil ihrer Geschichte gebracht.

Ben Shattuck erzählt auf berührende ...

Was habe ich die Geschichte von Lionel und David geliebt! Ich hätte ewig weiterlesen können, hätte mich der Verlag nicht um einen Großteil ihrer Geschichte gebracht.

Ben Shattuck erzählt auf berührende und ergreifende Weise von der kurzlebigen, aber alles über den Haufen werfenden Begegnung zwischen dem Sänger Lionel und dem Pianisten David. Daraus entwickelt sich ein Sommer, der für Lionel die Welt bedeutet und alles, was er später erreicht und erlebt, bestimmt und formt.

Dabei erzählt der Autor diese Geschichte in kurzen Essays, lässt verschiedene Figuren zu Wort kommen und formt daraus ein komplexes Bild dieser Beziehung.

So zumindest stelle ich mir es vor, denn die deutsche Übersetzung enthält leider nur einen Bruchteil des gesamten Werkes. Aus für mich vollkommen unerfindlichen Gründen hat sich der Verlag entschieden, von den im Original enthaltenen Kurzgeschichten lediglich zwei übersetzen zu lassen.

Diese lassen zwar schon die Großartigkeit erahnen (Dirk van Gunsteren hat es auf überzeugende Weise geschafft, die Wortmagie des Autors einzufangen und wiederzugeben), die das Buch in seiner Gänze entfaltet, stellen mich aber in keiner Weise zufrieden. Man spürt einfach, dass da noch mehr ist!

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Eine Idee allein reicht nicht aus

The Deathless One
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Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man gar nichts sagen. Würde ich diesen Leitsatz berücksichtigen, fiele meine Rezension sehr, sehr kurz aus. Dabei hatte ich mir so viel von diesem Reihenauftakt ...

Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man gar nichts sagen. Würde ich diesen Leitsatz berücksichtigen, fiele meine Rezension sehr, sehr kurz aus. Dabei hatte ich mir so viel von diesem Reihenauftakt versprochen!

Prinzessin Jessamine sieht ihrer Hochzeit entgegen. Dabei würde sie viel lieber weiter an der Ursache für die geheimnisvolle Seuche forschen, die ihr Königreich zu zerstören droht. Hätte sie sich mal lieber mit dem Mann auseinandergesetzt, den sie heiraten soll. Denn der hat nichts beseres zu tun, als kurz vor dem Ja-Wort sie und ihre gesamte Familie, sowie ihren Hofstaat umzubringen und das Königreich zu übernehmen. Zu ihrem Glück entdeckt der letzte verbliebene, wenn auch verbannte Gott, der Todlose, sie in seinem Zwischenreich und verschafft ihr ein zweites Leben (nicht ohne Hintergedanken, natürlich).

Man sollte annehmen, dass sie dieses zweite Leben nutzt, um blutige Rache an den Verrätern zu nehmen, ihr Königreich zurückzuerobern oder ihrem Lebensziel, der Heilung der Seuche, zu folgen. Stattdessen tut Jessamine...ja, was eigentlich?

Es fällt mir wirklich schwer, die Handlung des Buches zusammenzufassen, denn es passiert einfach so unfassbar wenig, obwohl so viele Worte verwendet werden. Und auch die Figuren erhalten lediglich die Tiefe eines Bleistiftstriches- also gar keine. Jessamine: blass und antriebslos (außer wenn es um den Körper des Todlosen geht). Sämtliche Nebenfiguren: da, wenn sie mal eben gebraucht werden, ansonsten unsichtbar. Nur der Todlose bekommt ein wenig Tiefe und hat mir geholfen, diesen Abklatsch von einem Roman durchzustehen.

Die Erzählung wirft so einiges an Fragen auf, manche unwichtig, andere scheinbar wichtig (zumindest für den Leser). Die Autorin aber stürzt sich lieber auf alles Nebensächliche und lässt die für eine (nichtvorhandene) Handlung wichtigen Fragen vollkommen außer Acht.

Ich weiß, es ist ein Reihenauftakt. Da kommt bestimmt noch mehr. Aber allein dieser Gedanke, dieses Nichts von Erzählstil noch weitere zwei Bücher durchstehen zu müssen, bereitet mir Albträume.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Unentschlossen

Furye
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Das Cover deutet schon auf das Kernproblem, das das Buch aus meiner Sicht hat.

Es geht um Alec, erfolgreiche Musikmanagerin in der Großstadt, die dank eines Anrufs in ihre Vergangenheit zurückgezogen ...

Das Cover deutet schon auf das Kernproblem, das das Buch aus meiner Sicht hat.

Es geht um Alec, erfolgreiche Musikmanagerin in der Großstadt, die dank eines Anrufs in ihre Vergangenheit zurückgezogen wird. Zurück in ihrem Heimatort wird sie bald von Erinnerungen an den Sommer, als sie 17 war, eingeholt.

So wirklich kann sich die Autorin nicht entschieden, worin es in ihrem Buch gehen soll. Den Sommer der ersten großen Liebe. Entscheidungen, die wir treffen und die uns ein Leben lang verfolgen. Die alles entscheidende Freundschaft dreier Mädchen auf der Schwelle zum Frausein. Die Probleme zwischen Männern und Frauen, von denen so einige Leserinnen ein Liedchen trällern können werden.

Jedes Thema für sich genommen hätte einen ganzen Roman füllen können. So ist es eine wilde Mischung, die keinem der Temen den ihm zustehenden Raum bieten kann.

Zudem ist Alec auch eine nicht gerade sympathische Figur, deren Entscheidungen und Handlungen nicht immer nachvollziehbar und freundlich wirken.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten, aber lange nachhallen wird es eher nicht.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Stolz und Vorurteil in Schottland

Das Geschenk des Meeres
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Julia R. Kelly hat uns mit ihrem Debütroman eine ganz stimmungsvolle, dicht gepackte, teils fast schon märchenhafte Geschichte über die Irrungen und Wirrungen des Dorflebens um 1900 geschenkt.

Dorothy ...

Julia R. Kelly hat uns mit ihrem Debütroman eine ganz stimmungsvolle, dicht gepackte, teils fast schon märchenhafte Geschichte über die Irrungen und Wirrungen des Dorflebens um 1900 geschenkt.

Dorothy kommt als junge Frau ins schottische Küstendorf Skerry, um als Lehrerin zu arbeiten. Kontakt zur Dorfgemeinschaft zu finden fällt ihr schwer, nur der freundliche Fischer Joseph durchdringt ihre harte Schale. Und doch scheint das Schicksal kein gemeinsames Leben für die beiden vorgesehen zu haben. Erst zwanzig Jahre später, als Joseph in einer Sturmnacht, den leblosen Körper eines kleinen Jungen am Strand findet, der Dorothys verschollenem Kind wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht, scheinen die Dinge erneut ins Rollen zu kommen.

Diese Geschichte ist so vieles zugleich, verbindet das Gesellschaftsbild eines einfachen, abgeschnittenen Dorfes mit den Innensichten der einzlenen Figuren und zeigt dabei, wie tief die von Eltern und Erfahrungen geschlagenen Narben wurzeln können. Wie abhängig wir von eigenen Vorurteilen sind und was wir uns aus ungerechtfertigtem Stolz manches Mal selbst versagen.

Wenn man auf der Suche nach düsterer, das Herz (auf teilweise sehr aufwühlende Weise) erwärmender Erzählungen ist- passend für die neblig-feuchte, kälter werdende Jahreszeit- ist man hier genau richtig. Claudia Feldmann findet mit ihrer Übersetzung genau die richtigen Worte, um diese dunkel-kalte Herbst/ Winter-Stimmung einzufangen, den Figuren Emotionen und Tiefe zu verleihen und den Lesenden einzuhüllen, in dieses fast schon mystische Feeling, das nur Schottland in mir auslösen kann.

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