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Veröffentlicht am 17.04.2025

Vermurkster Start

Campion. Tödliches Erbe
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Mit diesem Buch soll eine der großen Kriminalschriftstellerinnen wiederentdeckt werden: Margery Allingham (auf einer Ebene genannt mit Agatha Christie). Nur warum beginnt man dann mit dem dritten Band? ...

Mit diesem Buch soll eine der großen Kriminalschriftstellerinnen wiederentdeckt werden: Margery Allingham (auf einer Ebene genannt mit Agatha Christie). Nur warum beginnt man dann mit dem dritten Band? Sind die ersten beiden nicht spannend genug?

So fällt es von Beginn an etwas schwer, sich mit dem überaus schlauen privatdetektiv Campion anzufreunden, der der Familie Gyrth dabei helfen möchte, den sagenumwobenen Familienkelch vor gierigen, reichen Sammlern zu beschützen.

Die Story könnte spannend sein, wenn nicht ständig neue Figuren eingeführt werden würden, bei denen man das Gefühl vermittelt bekommt, dass man sie vermutlich bereits kennen sollte.

Zudem empfand ich die Beschreibung der Figuren meist nicht besonders freundlich, sondern eher abwertend. Nicht falsch verstehen: ich lese gerne Cosy Crime und Wiedeernetdeckungen und bin mir dessen bewusst, dass das ideale Menschenbild damals noch ein anderes war. Aber hier fallen die Begrifflichkeiten leider allzu abwertend aus (z.Bsp. wenn die Hauptfigur ständig mit einem besonders naiven Gesichtsausdruck gesegnet wird).

Es fehlt ein wenig der rote Faden, sodass es stellenweise schwerfällt, den Gedanken des Ermittlers zu folgen. Was schade ist, denn die Grundstory konnte mich tatsächlich ein wenig begeistern.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Unausgeschöpftes Potential

Eleanor
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Diese Reihe und ich- wir werden wohl einfach keine Freunde mehr. Dabei gehört "die geheime Bibliothek", das Erstlingswerk der Autorin, zu meinen liebsten Fantasyreihen. Sie kann es also eigentlich!

Vielleicht ...

Diese Reihe und ich- wir werden wohl einfach keine Freunde mehr. Dabei gehört "die geheime Bibliothek", das Erstlingswerk der Autorin, zu meinen liebsten Fantasyreihen. Sie kann es also eigentlich!

Vielleicht liegt es an der Mischung aus historischem Setting mit fantastischen Elementen, die für mich nicht ganz zündet.

Denn die Geschichte des Hausmädchens Eleanor, das dank ihres Aussehens in der Liga des Scarlet Pimpernell landet, und als Mitglied dieser Liga beginnt, Vampire vor der Guilottine in Frankreich zu retten, hat eigentlich Potential.

Wir haben mit Eleanor eine starke weibliche Hauptfigur, die eine beeindruckende Entwicklung hinlegt. Mit den vielen Figuren um sie herum haben wir auch die Möglichkeit, emotionale Bindungen aufzubauen. Und das Setting der französischen Revolution bietet eigentlich sehr viel Spannung und Action für die Handlung.

Doch irgendwie sind es zu viele Figuren, die sich gegenseitig die Bühne stehlen und nach viel zu blassen Auftritten wieder abtreten. Auch die Beziehungen untereinander lassen es an Emotionen fehlen, ich fühle es einfach nicht.

Am wenigsten packen kann mich allerdings das historische Setting. Keine Frage, der Roman ist unheimlich gut recherchiert, es tauchen viele historische Figuren auf und werden passend eingebunden. Und doch dauert es ewig, bis das ganze mal in Schwung kommt. Und die eigentlichen Hauptelemente der Vampire und Magier verschwinden fast vollkommen hinter der Revolution. Zu viele Fragen, die sich um diese beiden Gruppen drehen, bleiben unbeantwortet, einige Erzählstränge enden im Nirgendwo.

Insgesamt macht es mir einfach zu wenig Spaß, Eleanors Geschichte zu verfolgen und darauf zu warten, dass mir dann doch mal ein fantastisches Bröckchen zugeworfen wird.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Fantastische 1001 Nacht

Der Sternenstaubdieb
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Chelsea Abdullah entführt uns mit ihrem buch in eine magische Welt, die doch gar nicht so viel anders ist als unsere.

Die Dschinn wurden von Gott mit Kräften beschenkt, die ihnen große Macht verleihen. ...

Chelsea Abdullah entführt uns mit ihrem buch in eine magische Welt, die doch gar nicht so viel anders ist als unsere.

Die Dschinn wurden von Gott mit Kräften beschenkt, die ihnen große Macht verleihen. Vermutlich zu große Macht. Denn zuerst haben sie sich selbst korrumpiert, bevor sie in den Untergrund geflüchtet sind. Nun herrschen die Menschen über die Sandmeere und die fürchten diese magischen Kräfte umso mehr. Vom Sultan verurteilt und von den 40 Räubern gejagt, sind sie dazu gezwungen sich zu verbergen. Und dann gibt es natürlich Menschen wie Loulie al-Nazari, die mit den magischen Artefakten der Dschinn Handel treiben. Bis sie vom Sultan auf eine schier unmögliche Suche geschickt wird.

Diese Welt ist magisch, mystisch und atmet den glitzernden Staub der Wüste. Ich finde die Idee der Dschinn mit ihren verschiedenen Fähigkeiten spannend. Sie ist zwar nicht unbedingt neu, aber auch nicht zu überfrachtet, sondern aufs Wesentliche konzentriert.

Gleichzeitig greift sie Märchen wie Sheharazade und ihre Märchen von 1001 Nacht oder Aladin auf, ohne zu viel von ihnen abzukupfern.

Mit Loulie und Mazen hat man zwei Hauptfiguren, die der Geschichte einen interessanten Twist geben, ohne auf die plakative Romantikschiene abzurutschen. Mein heimlicher Favorit ist und bleibt aber Loulies Leibwächter Qadir, die coole Socke.

Auch wenn das Buch einen mit seinen 570 Seiten vom Gewicht her fast erschlägt, fliegt man doch durch das Buch hindurch, ohne dass es unnötige Längen entwickelt. Für mich von vorne bis hinten eine spannende Abenteuer-Jagd, deren Fortsetzung ich kaum erwarten kann.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Es geht langsam weiter

Von hier aus weiter
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Dies war mein erstes Buch von Susan Pasztor und obwohl es mich in vielerlei Hinsicht für sich einnehmen konnte, weiß ich nicht, ob ich mehr von ihr lesen möchte.

Die Geschichte von Marlene, deren Mann ...

Dies war mein erstes Buch von Susan Pasztor und obwohl es mich in vielerlei Hinsicht für sich einnehmen konnte, weiß ich nicht, ob ich mehr von ihr lesen möchte.

Die Geschichte von Marlene, deren Mann sie mit seinen Söhnen und deren Familien zurückgelassen hat, als er seinem Leben ein selbstbestimmtes Ende gesetzt hat, beginnt vielversprechend.

Es klingt interessant, dass sie bei der Trauerfeier mehr in ihrer Wut als in ihrem Verlust schwelgt. Zu den Kindern ihres Mannes hat Marlene ein eher reserviertes Verhältnis. Und dann ist da noch ihr ehemaliger Schüler Jack, der eigentlich nur die Dusche reparieren soll und dann plötzlich bei ihr einzieht.

Das klingt skurril, etwas abgefahren- eben ganz eine Geschichte, die das Leben schreibt. Nur leider hat es sie etwas zu langamtig geschrieben. Und mit ein paar zu seltsamen Wendungen.

Darüber hätte ich hinwegsehen können, wenn michd afür die Figuren restlos von sich hätten überzeugen können. Aber leider bleiben Marlene, Jack und Ida dafür etwas zu blass.

So bleibt "Von hier aus weiter" zwar eine ganz nette, wenn auch nicht mitreißende Geschichte.

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Wer ist Grace Turner?

Das Comeback
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Diese Frage stellen sich einige, nachdem der junge Hollywoodstar kurz vor der ersten Golden Globe-Auszeichnung plötzlich verschwindet. Sie taucht für ein Jahr bei ihren Eltern unter und begräbt ihre erfolgreiche ...

Diese Frage stellen sich einige, nachdem der junge Hollywoodstar kurz vor der ersten Golden Globe-Auszeichnung plötzlich verschwindet. Sie taucht für ein Jahr bei ihren Eltern unter und begräbt ihre erfolgreiche Hollywoodkarriere zunächst.

Während man ihr dabei zusieht wird schnell klar, dass die junge Frau selbst kaum weiß, wer sie eigentlich ist. Oder wer sie hätte sein können, wäre sie nicht mit 13 Jahren in den Dunstkreis und unter den Einfluss des erfolgreichen Regisseurs Able geraten.

Ihre Geschichte ist mit Sicherheit kein Einzelschicksal, zeigt aber deutlich die Gefahren von Machtmissbrauch, körperlicher und psychischer Kontrolle und Misshandlung auf, die in der Traumfabrik an der Tagesordnung sind, wie die aktuellen Schlagzeilen immer wieder zeigen.

Das Buch hätte groß sein können, wäre der etwas einfache Schreibstil nicht gewesen. In Verbindung mit dem ruhigen Erzähltempo und einer Hauptfigur, die es einem mit ihren Entscheidungen und Stimmungsschwankungen nicht immer leicht macht, mit ihr zu fühlen, entsteht so ein Buch, das nett ist, aber nicht herausragend.

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