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Veröffentlicht am 10.02.2021

vielfältige Familienformen kindgerecht dargestellt

Das alles ist Familie
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Eine richtige Handlung hat dieses Buch nicht: Nachdem ein Paket, von dessen Empfänger nur noch das Wort „Familie“ zu lesen ist, vor Lars’ Haustür liegt, macht sich das Kind mit seiner Nachbarin Lina auf ...

Eine richtige Handlung hat dieses Buch nicht: Nachdem ein Paket, von dessen Empfänger nur noch das Wort „Familie“ zu lesen ist, vor Lars’ Haustür liegt, macht sich das Kind mit seiner Nachbarin Lina auf die Suche nach den Besitzern und besucht sämtliche Familien der Straße.
Dabei lernen sie ganz verschiedene Familienformen kennen.

Mit kindlicher Neugier, Naivität und Unvoreingenommenheit gehen die zwei von Haus zu Haus. Sie klingeln bei allen Häusern und fragen, ob dort eine Familie wohnt.
Gewisse Vorstellungen, was eine Familie ist, bringen die beiden dabei, schon allein aus ihrer eigenen Familiensituation, natürlich mit, müssen ihre Definition von Familie aber immer wieder überdenken.

Auf kindliche, einfache Weise werden die Zusammenhänge von Adoptionen oder Patchwork-Familien erklärt. Die Kinder treffen auf unterschiedlich große, unterschiedlich zusammengesetzte Familien unterschiedlichster Herkunft und unterschiedlichster Geschlechterzusammensetzung. Und das alles ist Familie!
Lars und Lina erfahren, dass „Familie“ nicht vom Vorhandensein von Mama oder Papa abhängt. Es geht darum, sich lieb zu haben und füreinander da zu sein. Dabei darf man natürlich auch mal streiten.

Den Stil der Zeichnungen finde ich persönlich nicht so ansprechend. Das, worum es geht, wird auf den großformatigen, bunten Bildern aber definitiv deutlich – vielfältig dargestellte Personen unterschiedlichsten Alters aus verschiedenen Kulturkreisen.

Die letzten zwei Seiten erhalten nochmal eine Übersicht aller im Buch auftauchenden Familien mit einem kleinem Portrait-„Foto“ und weiteren Erklärungen.

Fazit

Ein schönes Buch, um bereits im frühen Kindesalter für die unterschiedlichsten Familienformen zu sensibilisieren und eindimensionalen Vorstellungen vorzubeugen.
Dennoch wäre es schön gewesen, wenn die Geschichte um das Paket dennoch eine logische Handlung gehabt hätte.

Veröffentlicht am 10.02.2021

schöne Geschichte mit ein bisschen zu viel Drama

Don't LOVE me (Teil 1)
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Kenzie zieht für einige Wochen in die schottische Heimatstadt ihrer verstorbenen Mutter, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Dort stößt sie auf einige schmerzhafte Erinnerungen. Und auf Lyall – der ebenfalls ...

Kenzie zieht für einige Wochen in die schottische Heimatstadt ihrer verstorbenen Mutter, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Dort stößt sie auf einige schmerzhafte Erinnerungen. Und auf Lyall – der ebenfalls mit der Vergangenheit zu kämpfen hat. Nach einem Vorfall vor 3 Jahren wird er von den Einheimischen verachtet und Kenzie mehrfach vor ihm gewarnt. Dennoch fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und auch Lyall kann Kenzie nur schwer wiederstehen, obwohl er sich mit niemandem einlassen darf.

Kenzie ist eine sympathische junge Frau. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter hilft sie ihrem Vater bei der Erziehung ihrer Schwestern. Sie ist liebevoll und fürsorglich, aber manchmal auch sehr vorsichtig. Ihr Pflichtgefühl und ihre beruflichen Träume vertragen sich nicht immer so gut.

Lyall kommt zunächst wie der typische reiche, verwöhnte Kerl rüber. Schnell wird klar, dass ihn die vergangenen Ereignisse schwer geprägt haben. Zudem setzen ihm die Familienstrukturen zu. Familienmitgliedern, die er mag, verhält er sich loyal gegenüber. Will er seinen Willen durchsetzen, scheut er es aber auch nicht, zu härteren Mitteln zu greifen.

Kenzie und Lyall schildern die Ereignisse abwechselnd aus der Ich-Perspektive und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle – die sie oft voreinander verbergen.
Dafür gibt es zwei Erzählstimmen. Während ich den Parts von Kenzie gut lauschen konnte und die Stimme auch sehr angenehm fand, hatte ich mit dem Sprecher mit Lyall, besonders zu Beginn, meine Probleme. Lyall gibt sich nach außen hin wie der eingebildete, reiche Kerl, als den ihn ohnehin alle sehen. Dass er also in der wörtlichen Rede so auftritt, finde ich passend. Allerdings kam Lyall mir auch in allen anderen Passagen, seinen inneren Monologen, zu eingebildet rüber, sodass ich ihn zunächst nicht unbedingt sympathisch fand.

Dennoch hat mir die Geschichte an sich grundsätzlich gefallen.
Nach einer kurzen privaten Begegnung, lernen sich Lyall und Kenzie im Rahmen ihres Praktikums näher kennen. Was den Ausbau des Hotels angeht, an dem sie gemeinsam arbeiten, haben sie sehr ähnliche Vorstellungen erarbeiten zusammen einige Ideen. Dabei knistert es kräftig zwischen ihnen.
Kenzie, gewarnt durch die Einwohner des Ortes, ist Lyall gegenüber zunächst skeptisch. Zumal er ihr gegenüber extreme Schwankungen zeigt: mal ist er nett, verständnisvoll und hilfsbereit. Dann wieder verhält er sich arrogant und von oben herab.

Die Gründe für Lyalls Verhalten ahnt Kenzie nicht. Im Verlauf werden einige Geheimnisse aufgedeckt, die zu mehreren Wendungen führen. Lyalls Verhalten und seine Beweggründe werden nachvollziehbarer.
Während ich den Wechsel zwischen Annährung und Abstand am Anfang noch angenehm fand, wurde es mir im zweiten Teil der Geschichte ein wenig zu viel. Unnötige Verschwiegenheit und Geheimniskrämerei führen zu allerlei künstlichem Drama, das seinen Höhepunkt im Schluss findet, der für mich aus verschiedenen Gründen komplett übertrieben war.

Dennoch bin ich neugierig, wie die Geschichte weitergeht.

Fazit

Auch wen ich die Erzählweise für Lyall nicht immer ganz passend finde, fällt es insgesamt leicht, beiden Sprechstimmen zuzuhören und der Geschichte zu lauschen. Es werden einige unerwartete Geheimnisse und Intrigen aufgedeckt, allerdings gibt es teilweise unnötig viel, vermeidbares Drama.

Veröffentlicht am 10.02.2021

überraschend ernst

Wie man seine Eltern erzieht (Eltern 1)
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Luis möchte Komiker werden. Allerdings hat er recht wenig zu lachen, nachdem er mit seiner Familie umzieht und eine neue Schule besuchen muss. Dort wird er mit seinen durchschnittlichen Leistungen ungewollt ...

Luis möchte Komiker werden. Allerdings hat er recht wenig zu lachen, nachdem er mit seiner Familie umzieht und eine neue Schule besuchen muss. Dort wird er mit seinen durchschnittlichen Leistungen ungewollt zur Lachnummer. Dass ausgerechnet der Nachbarssohn immer gute Noten schreibt, ist auch nicht zum Vorteil für ihn: plötzlich wollen seine Eltern nämlich, dass er Nachmittags zusätzliche Kurse besucht, Nachhilfe nimmt und mehr lernt. Was Spaß macht, wird gestrichen. Da wird Luis klar: Es wird Zeit, seine Eltern zu erziehen. Und nebenbei an seinem Traum weiterzuarbeiten.

Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben. Über mehrere Wochen hinweg macht Luis verschiedenste Einträge zu seinen Erlebnissen. Teilweise auch mehrfach am Tag, wenn dieser besonders aufregend war. Der Text liest sich leicht verständlich und flüssig und die Sprache ist passend für den 12-jährigen Jungen. Kleine Grafiken lockern den Text auf.
Da Luis an seiner Karriere als Komiker arbeitet, fließt auch immer mal ein Witz ein – mal mehr, mal weniger lustig, aber durchweg kindgerecht.

Die Geschichte hat allerdings weit mehr zu bieten als nur Witze. Im Gegenteil: Insgesamt hat das Buch einen recht ernsten Unterton. An der neuen Schule lernt Luis seinen Nachbarn Theo kennen. Theo schreibt oft die besten Tests der Klasse. Seine Eltern sind sehr stolz. Allerdings setzen sie ihn auch arg unter Druck. Bekommt Theo eine zwei, hat er bereits Angst vor der Reaktion seiner Eltern. Eine noch schlechtere Note kommt einem Weltuntergang gleich. Freizeit hat er kaum, schließlich muss er am Nachmittag Sprachen, Instrumente oder dergleichen lernen. Und er ist nicht das einzige Kind in der Nachbarschaft, dessen Freizeit so durchgetaktet ist.
In diesem neuen Umfeld beginnen Luis’ Eltern sich zu verändern. Sie wollen auch mit ihren Kindern „angeben“ oder zumindest mithalten und versuchen daher, die schulischen Leistungen zu verbessern und ihre Nachmittage lehrreicher zu gestalten. Dies führt zu großen Konflikten innerhalb der Familie. Luis mit seiner speziellen Art, Dinge ins lächerliche zu ziehen, aber auch klar seine Meinung zu sagen, trägt dabei nicht gerade zum Familienfrieden bei. Es muss erst einiges passieren, bis alle ein anderes Bewusstsein für die Situation entwickeln.

Über die Tagebucheinträge wird in erster Linie Theos Geschichte erzählt. Aber auch über Theo und dessen positive und negative Erfahrungen berichtet Luis häufig.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Und es ist beiweitem nicht nur ein Kinderbuch: Auch für Erwachsene findet sich so manch Lehrreiches darin. In diesem Sinne dient das Buch vielleicht tatsächlich dazu, Eltern zu erziehen!? Zumindest wird womöglich ein wenig das Bewusstsein dafür geweckt, dass Kindsein mit spielen und Freizeit haben verbunden sein sollte und starker Leistungsdruck unangenehme Folgen haben kann.
Um das Buch in all seinen Facetten zu verstehen, ist die Altersempfehlung von ab 10 Jahren aber vielleicht etwas tief angesetzt.

Ich bin gespannt auf weitere Abenteuer aus Luis' Leben.

Fazit

Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch und wurde positiv überrascht. Die Geschichte ist überraschend ernst und tiefgründig, wird aber durch Luis' spezielle Art immer wieder aufgelockert. Auf jeden Fall können sowohl Kinder als auch Erwachsene (vor allem diese!) daraus etwas mitnehmen. Wer allerdings eine durchweg witzige Geschichte erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden.

Veröffentlicht am 10.02.2021

Interessanter Auftakt mit einigen Längen

Touch of Ink, Band 1: Die Sage der Wandler (Fesselnde Gestaltwandler-Romantasy)
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Bereits bei ihrer Adoption als Kleinkind trug Quinn ein Tattoo, dessen Ursprung und Bedeutung ihr unbekannt ist. Zudem quälen sie in regelmäßigen Abständen Visionen, über die sie sich mit niemandem zu ...

Bereits bei ihrer Adoption als Kleinkind trug Quinn ein Tattoo, dessen Ursprung und Bedeutung ihr unbekannt ist. Zudem quälen sie in regelmäßigen Abständen Visionen, über die sie sich mit niemandem zu sprechen traut. Als sie ihr Studium an der Vancouver Island University beginnt, scheint sie einigen der lang gesuchten Antworten näher zu kommen.

Schon früh wirft die Geschichte erste Fragen auf: Was hat es mit Quinns Tattoo auf sich? Woher kommen ihre Visionen? Warum gibt es gewisse Feindschaften auf dem Campus? Und warum lässt such Quinns neue Freundin widerstandslos herumkommandieren? …

Es dauert allerdings, bis die Geschichte auch erste Antworten liefert. Tatsächlich fand ich den ruhigen Beginn insgesamt ein wenig zäh. Durch die offenen Fragen ist das Geschehen zwar nicht uninteressant, plätschert aber dennoch eher vor sich hin. Erst etwa ab der Hälfte des Buches nehmen Spannung und Tempo zu. Quinn erhält erste Erkenntnisse, die ihr Weltbild auf den Kopf stellen und sie in Schwierigkeiten zu bringen drohen. Zudem spitzen sich einige Ereignisse in ihrem Umfeld zu, sodass die Handlung in den letzten Kapiteln immer aufregender und ereignisreicher wird, bevor sie in einem fiesen Cliffhanger endet.

Tatsächlich werden viele aufgeworfene Fragen in diesem Teil bereits beantwortet, gleichzeitig tauchen im Verlauf aber neue Rätsel auf, die es im Folgeband zu klären gibt.

Erzählt wird sie Handlung überwiegend aus der Ich-Perspektive von Quinn.
Quinns Neugier ist nachvollziehbar. Schon immer trägt sie lauter Fragen mit sich herum und je näher sie der Antwort kommt, desto ungeduldiger wird sie. Allerdings handelt sie dabei teilweise naiv und überstürzt, ohne die Konsequenzen abschätzen zu können.

Dazwischen gibt es auch einige Kapitel aus Nathans Sicht, der seinen Wissensvorteil mit den Leser/innen teilt und Einblicke in eine Welt bietet, die Quinn noch verborgen bleibt.

Die Welt der Wandler (eigentlich schade, dass der Untertitel hier spoilert, wo der Klappentext es noch nicht tut) und ihrer Tribes mit den verschiedenen Machtstrukturen finde ich interessant und bin gespannt, im zweiten Band tiefer in die Gemeinschaft einzutauchen.

Fazit

Der Einstieg ist zwar interessant, allerdings passiert lange nicht so richtig viel, sodass die Geschichte streckenweise etwas langatmig ist, bevor Spannung und Tempo in der zweiten Hälfte ordentlich zulegen.

Veröffentlicht am 07.02.2021

wow – sehr spannend und toll geschrieben

Road Princess
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Tara, die Tochter des Bostoner Bürgermeisters, trifft an der Uni einen jungen Mann. Doch das Kennenlernen findet ein schnelles Ende, als ihr Vater ihr den Kontakt zu ihm verbietet. Jay, der einer Motorradgang ...

Tara, die Tochter des Bostoner Bürgermeisters, trifft an der Uni einen jungen Mann. Doch das Kennenlernen findet ein schnelles Ende, als ihr Vater ihr den Kontakt zu ihm verbietet. Jay, der einer Motorradgang angehört, sei der Feind, meint er. Das kann Tara nicht hinnehmen. Heimlich sucht sie immer wieder seine Nähe und kommt dabei einem alten Familiengeheimnis auf die Spur.

Wow, was für eine tolle Geschichte. Schon nach wenigen Seiten war ich völlig gefesselt und bin durch die Seiten gerauscht. Dies ist zum einen dem sehr intensiven, anschaulichen Schreibstil geschuldet, der es leicht macht, sich in Ich-Erzählerin Tara hineinzuversetzen, und der Bilder im Kopf lebendig werden lässt. Aber auch die geheimnisvolle, gefühlsgeladene und spannende Handlung hat natürlich dazu beigetragen.

Taras Leben wirkt nach außen hin perfekt: Sie lebt in einem großen Haus mit einer intakten Familie und studiert an einer der bekanntesten Unis der Welt. Um Geld muss sie sich keine Sorgen machen.
Jays Leben sieht komplett gegenteilig aus: Er wohnt in einem Stadtteil, in dem Gewalt an der Tagesordnung steht und in dem die Menschen zu illegalen Mitteln greifen, um ihr Überleben zu sichern. Die Road Kings schützen und unterstützen sich gegenseitig wie eine Familie.

Das Aufeinandertreffen der beiden ist mit vielen Vorurteilen behaftet. Beiden wurde von ihrer Familie ein gewisses Bild voneinander vermittelt. Besonders Tara tut sich zunächst schwer damit, unvoreingenommen zu sein. Doch je mehr die zwei sich kennenlernen, desto mehr erhalten sie einen Blick hinter die Fassade des anderen. Dabei macht vor allem Tara über die Geschichte hinweg eine enorme Entwicklung durch.

Tara und Jay waren mir von Beginn an sehr sympathisch. Besonders die gemeinsamen Szenen haben mir gut gefallen, die ruhigen ebenso wie die kratzbürstigen.

Die Handlung wird immer spannender, je weiter die Geschichte voranschreitet. Tara beginnt, der Familienfehde auf den Grund zu gehen und macht dabei überraschende Entdeckungen. Zudem bringt sie der Kontakt zu Jay in verschiedene Schwierigkeiten, nicht nur mit ihrer Familie.
Zum Ende hin war es unmöglich, das Buch noch aus der Hand zu legen, so rasant und dramatisch entwickelt sich das Geschehen. Zusätzlich konnte mich die Geschichte auf eine völlig falsche Fährte locken.
Fazit

Geschichte mit Sog-Wirkungen. Einmal in die Welt von Tara und Jay eingetaucht, fällt es schwer, sich davon wieder zu lösen. Der Schreibstil ist super angenehm und die Figuren sind facettenreich und sympathisch, sodass es leicht ist, sich in sie hineinzufühlen und mitzuzittern. Je weiter das Buch voranschreitet, desto spannender und dramatischer wird das Geschehen, das einige Wendungen bereithält. Für mich genau die richtige Mischung aus Spannung, Action und Emotionen.