Profilbild von kaeferchen

kaeferchen

Lesejury Star
offline

kaeferchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kaeferchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2026

Funke wollte nicht recht überspringen

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
0

Ein Sturm bringt Dorothy von ihrem Zuhause in Kansas in ein magisches Land. Dorothy gelingt dort das Unmögliche – sie tötet eine Hexe. Dadurch gerät sie in den Fokus verschiedener Bewohner von Oz – die ...

Ein Sturm bringt Dorothy von ihrem Zuhause in Kansas in ein magisches Land. Dorothy gelingt dort das Unmögliche – sie tötet eine Hexe. Dadurch gerät sie in den Fokus verschiedener Bewohner von Oz – die einen feiern sie als Heldin, die anderen wollen sie tot sehen. Und Dorothy? Die möchte eigentlich nur nach Hause…

Kaum hatte ich das Buch begonnen, ist mir bewusst geworden, wie schlecht ich den Zauberer von Oz kenne. Dementsprechend kann ich nicht allzu viele Vergleiche zwischen dem Original und West of Wicked ziehen.

Vom Verlag wird es angepriesen als düstere und sexy Version. Das eine mag zutreffen, über das andere lässt sich wohl streiten.

Die Geschichte wird aus zahlreichen Perspektiven geschildert, teilweise in der Ich-Perspktive, teilweise in der personalen Perspektive. Die unterschiedlichen Ereignisse an verschiedenen Orten und Gedanken der einzelnen Figuren haben mir gut gefallen. Trotz der oft kurzen Kapitel und vielen Wechsel fügen sich die Passagen problemlos zusammen.

Mit Dorothy hatte ich meine Schwierigkeiten. Verständlicherweise ist sie nach ihrer Ankunft in Oz verwirrt und überfordert. Sie sucht nach Hilfe und Unterstützung. Diese erhält sie von „der Vogelscheuche“ – einem Mann ohne Erinnerungen, den sie verletzt findet. Die zwei schließen sich zusammen und bestreiten den Weg gemeinsam. Sie haben kaum Zeit miteinander verbracht, da ist Dorothy bereits bereit, ihm blind zu vertrauen. Zudem ist er sooo gutaussehend, dass sie direkt zu schwärmen beginnt und eifersüchtig auf andere Frauen wird. Hier soll wohl der „sexy“-Teil der Umsetzung beginnen. Ich empfand Dorothys Verhalten eher als naiv und konnte die plötzlich aufkommenden Gefühle nicht nachempfinden.

Für mich hatte das Buch ein paar Längen. Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder spannende Momente, häufig auch aus den unterschiedlichen Perspektiven resultierend, die Absichten einzelner Figuren offen legen, und dabei gleichzeitig zahlreiche Fragen aufwerfen.
Zum Ende hin nehmen Spannung und Dramatik immer weiter zu. Einige der Wendungen habe ich nicht kommen sehen.
Allerdings bleiben am Ende auch unglaublich viele Fragen offen bzw. werden über das Buch hinweg bisher kaum welche überhaupt beantwortet.

Fazit

Die Magie und Geheimnisse sowie Intrigen und Verrat bringen Spannung in der Geschichte, die durch vorhandene Längen ausgebremst wird. Dorothys Verhalten konnte ich dabei nicht immer nachvollziehen.

Veröffentlicht am 08.05.2026

Spannend bis zum Schluss

Liars all around me
0

Liars all around me ist ein Jugendthriller, der mich durchweg gut unterhalten konnte.

Nach dem Tod der Mitschülerin hat Ryle sofort einen Verdacht, da Avery ihn kurz zuvor nach einer Waffe gefragt hatte. ...

Liars all around me ist ein Jugendthriller, der mich durchweg gut unterhalten konnte.

Nach dem Tod der Mitschülerin hat Ryle sofort einen Verdacht, da Avery ihn kurz zuvor nach einer Waffe gefragt hatte. Doch das wäre etwas einfach, oder? Zumal Avery natürlich ihre Unschuld beteuert. Gemeinsam beginnen die Teenager zu ermitteln, was tatsächlich passiert ist, während gleichzeitig auch die Polizei Nachforschungen anstellt, dabei aber weniger gewissenhaft vorzugehen scheint. Allerdings wird es ihnen durchaus auch schwer gemacht, wenn die Teenager ihnen immer wieder mögliche Beweise vor der Nase wegschnappen und verstecken.
Im Verlauf der Geschichte kommen zahlreiche kleine Geheimnisse und Lügen ans Licht, die den Verdacht in immer neue Richtungen lenken. Ein Teil der Auflösung deutet sich ab der Mitte des Buches an. So konnte mich das Ende in diesem Punkt zwar nicht mehr überraschen (in einem anderen allerdings schon), die Handlung lebt allerdings zusätzlich von der Entwicklung der Charaktere.

Ryle und Avery sind erfüllt mir Vorurteilen übereinander, daher beginnt ihre Zusammenarbeit mit Misstrauen und Beschuldigungen.
Über Ryle kursieren in der Schule zahlreiche Gerüchte, die ihm nach außen eine düstere, unnahbare Aura verleihen. Die Kapitel aus seiner Sicht zeichnen aber einen ganz anderen Menschen: einen liebevollen Bruder und gewissenhaften Sohn, der in prekären Verhältnissen aufwächst.
Avery scheint alles zu haben – gute Noten, ein großes Zuhause, reiche Eltern. Aber auch hier trügt der Schein, denn die Jugendliche steht aufgrund hoher Erwartungen unter großem Druck, mit dem sie nur schwer umgehen kann.
Nur zögerlich lassen die zwei einander hinter die Fasse blicken und geben sich gegenseitig Einblicke in die Probleme, die ihr Leben prägen. Aus der Zwangsgemeinschaft wächst langsam Vertrauen und Zuneigung. Die zarte Entwicklung ist nachvollziehbar dargestellt, mit Rückschlägen und Zweifeln.

Fazit

Zahlreiche Geheimnisse und immer neue Hinweise machen die Handlung durchweg spannend. Die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den Hauptfiguren, die aus so unterschiedlichen Verhältnissen kommen und jeweils ihre ganz eigenen Sorgen mitbringen, ist gut eingebunden und bringt über den Mordfall hinaus ernste Themen mit sich.

Veröffentlicht am 08.05.2026

Leider langatmig

Empire of Whispers and Shadows
0

Saya hätte nie Leben dürfen. Nun trägt sie ein riesiges Geheimnis mit sich herum, von dem niemand wissen darf. Sie hatte kein einfaches Leben und letztlich ist sie bei den Assassinen des Gottkaisers gelandet ...

Saya hätte nie Leben dürfen. Nun trägt sie ein riesiges Geheimnis mit sich herum, von dem niemand wissen darf. Sie hatte kein einfaches Leben und letztlich ist sie bei den Assassinen des Gottkaisers gelandet und muss mehrere tödliche Prüfungen bestehen. Ihr Ziel ist es, irgendwann Rache zu nehmen an all den Personen, die ihr und ihrer Familie geschadet haben. Doch zunächst gilt es, zu überleben. Dass ihr als Partner für die Prüfungen ausgerechnet ein Mann zugewiesen wird, mit dem sich ihr Weg gekreuzt hat, erschwert die Situation…

Die Story startet spannend. Die Assassinenprüfungen und die ganze Welt mit ihren magischen Wesen und Gefahren ist interessant gestaltet. Teilweise müssen die Prüflinge gegeneinander antreten, im Kampf um Leben und Tod. Teilweise werden Prüfungen manipuliert. Mehrere Charaktere verbergen Geheimnisse und verfolgen ihre eigenen Ziele. Doch leider rückt all das sehr schnell in den Hintergrund. Wo der Start aufregend und dramatisch ist, wird es im Handlungsverlauf zäh. Das Hin und Her zwischen den zwei Hauptfiguren rückt ins Zentrum des Geschehens, der Rest wird nebensächlich.

Saya und Teno mögen sich nicht – aus Gründen, und müssen nun zusammenarbeiten. Sie trauen einander nicht, jeder will seinen eigenen Plan durchziehen, was die Zusammenarbeit schwierig macht. Zwangsläufig müssen sie ihre Taten aufeinander abstimmen, um zu überleben, doch das Misstrauen bleibt erhalten.
Was allerdings von Anfang an beide gemeinsam haben: Sie finden einander so anziehend, dass sie ständig übereinander nachdenken müssen – wodurch die Handlung sich in die Länge zieht. Als sie sich dann endlich näherkommen, wird das genauso unnötig wortreich beschrieben.

Leonard Hohm und Viola Müller sprechen die wechselnden Ich-Perspektiven von Teno und Saya, können mit ihrer angenehmen Betonung die Längen der Geschichte aber nicht wettmachen.

Fazit

Die Geschichte hätte spannend sein können, doch all die vorhandene Geheimnisse und Intrigen spielen sich leider nur im Hintergrund ab, sodass sich die Story unnötig in die Länge zieht und das Potenzial der Welt verborgen bleibt.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Grause-Chaos in der Schule

Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn
0

Den ersten Band um Familie Grause fand ich großartig. Band 3 kommt für mich – wie schon Band 2 – leider nicht an den tollen Auftakt heran. Wo ich Teil 1 sehr charmant und witzig fand, kommt mir manches ...

Den ersten Band um Familie Grause fand ich großartig. Band 3 kommt für mich – wie schon Band 2 – leider nicht an den tollen Auftakt heran. Wo ich Teil 1 sehr charmant und witzig fand, kommt mir manches nun zu erzwungen und abgehakt vor. Allerdings werden weiterhin wichtige Botschaften eingebaut.

Es hilft auf jeden Fall, die Vorgängerbücher zu kennen, da nicht allzu viel zu der zusammengewürfelten Familie und ihrer Punkteliste erklärt wird.

Menschenmädchen Ottilie unterstützt die übernatürliche Familie nun schon eine Weile dabei, in der menschlichen Welt wenig aufzufallen und sich anzupassen. Nun sind die Sommerferien vorbei und es geht für die Grause Kinder zum ersten Mal in die Schule. Da warten natürlich neue Stolpersteine und jede Menge andere Kinder, die sie komisch oder seltsam finden können – Begriffe, die in der Gegenwart der Familie nicht genannt werden dürfen, damit sie keine Strafpunkte erhalten. Denn bei zu vielen Punkten müssen sie ihr neues Zuhause wieder verlassen.

Tatsächlich habe ich diesmal mit Ottilie gehadert. Auch wenn sie um die „gesellschaftlich notwendige Anpassung“ der Familie bemüht war, hat sie deren Andersartigkeit immer akzeptiert und verteidigt. Diesmal lässt Ottilie sich arg beeinflussen und will anderen gefallen. Einerseits ist es zwar verständlich, dass das Mädchen, das selbst bereits Erfahrungen mit Mobbing gemacht hat, um Freundschaften und Anerkennung bemüht ist, dass sie sich aber ausgerechnet von den Mona Lisas einlullen lässt, die sie bisher nicht sehr nett behandelt haben, fand ich etwas eigenartig.
Dafür gibt es ganz tolle Situationen zwischen den Grause-Familienmitgliedern, die füreinander einstehen, auch gegenüber Außenstehenden.

Der Schreibstil ist relativ einfach und kindgerecht gehalten. Allerdings empfand ich viele Szenenwechsel als recht abrupt. Viele kleine Grafiken unterstützen die Geschichte.

Die Szene, in der Ottilie ihr Meerschweinchen als lebendes Modell für einen Vortrag mit in die Schule bringt und die ganze Klasse das arme Tier streicheln darf, fand ich unmöglich. Aber das nur am Rande...

Fazit

Diesmal sind es nicht nur die Grauses, die herauszufinden versuchen, wer und wie sie sein wollen, sondern auch Ottilie muss sich erneut mit Mobbing und dem Wunsch nach Zugehörigkeit auseinandersetzen. Chaotische Ereignisse wechseln sich mit wichtigen Botschaften ab, für mich fühlte sich die ganze Geschichte aber nicht ganz rund an.

Veröffentlicht am 12.01.2026

Nicht mein Lieblingsbuch der Autorin

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
0

Cassardim gehtört zu meinen Lieblingsreihen, daher hatte ich auf eine ähnliche zauberhafte Geschichte gehofft.
Velvet Falls empfand ich allerdings an vielen Stellen als zu wild und überdreht.

Leider blieb ...

Cassardim gehtört zu meinen Lieblingsreihen, daher hatte ich auf eine ähnliche zauberhafte Geschichte gehofft.
Velvet Falls empfand ich allerdings an vielen Stellen als zu wild und überdreht.

Leider blieb das komplette Weltengefüge für mich bis zuletzt eher undurchsichtig. Ich hätte mir mehr Erklärungen zur Übertragung der Dämonenkräfte und vor allem zur Entstehung und Rolle der Götter gewünscht.

Jeder verfolgt hier seine eignen Ziele. Es gibt zahlreiche Geheimnisse und entsprechend auch einige Wendungen, wenn die Absichten einzelner Figuren aufgedeckt werden.
Eigentlich ist nie so ganz klar, wer gerade die Wahrheit sagt.
Das erzeugt auf jeden Fall eine gewisse Spannung – die aber durch das Hin und Her der vermeintlichen Liebesgeschichte unterbrochen wird.
Velvet und Kash wechseln zwischen ständiger Anziehung und gegenseitigem Wegstoßen.
Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit, die bei beiden tiefe Wunden hinterlassen hat und durch kleine Rückblicke nach und nach zusammengesetzt wird.

Häufig zielen Velvet und Kash darauf ab, sich gegenseitig zu verletzen, sodass der Ton oft bissig ist.
Nur blöd, dass sich die Dämonenkräfte von Velvet am besten durch körperliche Nähe wieder in den Griff kriegen lassen.

Schon in der Einleitung wird viel Spice angekündigt. Durch eine optische Kennzeichnung dieser Passagen, die in ihrer Detailliertheit nicht handlungsrelevant sind, sollen nichtinteressierte Leser:innen diese überspringen können – in meinem netgalley ebook führte die Kennzeichnung allerdings zu lauter durchgestrichenen Szenen. So war das vermutlich nicht gedacht…

Grundsätzlich habe ich nichts gegen erotische Szenen, durch die Verbindung zu den Dämonenkräften wirken diese Szenen hier aber eher erzwungen. Dass ich die Gefühle der beiden Charaktere gar nicht nachfühlen konnte, trägt natürlich auch seinen Teil dazu bei.

Als witziger Gefährte gibt es in dieser Geschichte eine sprechende Dämonenzehe. An Flummel kommt allerdings niemand heran…

Fazit

Die Geschichte hat spannende Passagen, ist aber vollgestopft mit chaotischen Ereignissen und dem umständlichen Verhalten der zwei Hauptfiguren.