Profilbild von kalligraphin

kalligraphin

Lesejury Star
offline

kalligraphin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kalligraphin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Einstieg in das naturnahe Gärtnern

Mein wilder, bunter Garten – Einfach naturnah gärtnern
0

„Unabhängig davon, ob du einen Garten neu anlegst oder einen bestehenden Garten umgestaltest, ganz gleich, ob Beet, Balkon oder verwilderte Ecke, bunte Artenvielfalt kann überall Wurzeln schlagen.“

Mit ...

„Unabhängig davon, ob du einen Garten neu anlegst oder einen bestehenden Garten umgestaltest, ganz gleich, ob Beet, Balkon oder verwilderte Ecke, bunte Artenvielfalt kann überall Wurzeln schlagen.“

Mit "Mein wilder, bunter Garten“ bietet Silvia Hardt ein gutes Einsteigerbuch für alle, die willens sind ihren Garten naturnah zu gestalten. Nach einer kurzen Einführung in das Thema des naturnahen Gärtnerns, werden die einzelnen Lebensräume, die in einem gesunden Garten existieren, beschrieben. Die Autorin erklärt, wie jeder dieser Lebensräume gestaltet werden kann und welche Materialen und Pflanzen sich eignen. Abschließend werden noch die Tiere, die im naturnahen Garten leben, portraitiert und eine übersichtliche Auswahl an Pflanzensteckbriefen geboten.

Das Buch ist sehr ansprechend gelayoutet und strukturiert. Ich werde in diesem Frühjahr ein Staudenbeet mit Hilfe dieses Buches anlegen und auch das Projekt „Schottergarten umgestalten“ angehen.Der Ansatz, die verschiedenen Lebensräume und ihre Gestaltungsmöglichkeiten darzustellen, scheint mir sehr gut für die konkrete Umsetzung geeignet, wenn man noch nicht viel Erfahrung mit dem Gärtnern hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2026

Willkommen in der Wortspielwelt des Neinhorns

Das NEINhorn-ABC
1

ENTe SCHULDIGUNG: „Schnack, schnack, schnack, schnack. Entschuldigung. Rede ich zu viel?
FROHsch: „Im Gegenteil! Ich bin voll froh, jemanden zum Schnacken und Quaken zu haben!“

Wer das Neinhorn kennt, ...

ENTe SCHULDIGUNG: „Schnack, schnack, schnack, schnack. Entschuldigung. Rede ich zu viel?
FROHsch: „Im Gegenteil! Ich bin voll froh, jemanden zum Schnacken und Quaken zu haben!“

Wer das Neinhorn kennt, kennt auch die vielen anderen lustigen Gesellen, die sich in dieser Welt tummeln. Es handelt sich dabei immer um witzige Wortspiele.
Für meinen Sohn ist der Anhang des ersten Neinhorn-Bandes bzw. die letzten Minuten des dazugehörigen Hörbuchs der Dauerbrenner. Immer wieder liest er sich die Tiernamen durch und erfindet neue dazu. Deshalb hat er sich auch sehr auf das Neinhorn-ABC gefreut. In diesem Büchlein im Geschenkformat ist jedem Tier eine ganze Seite gewidmet. Die tollen Illustrationen von Astrid Henn kommen also richtig zur Geltung. Und neben dem Namen des Tieres gibt es auch jeweils eine direkte Rede, die die Besonderheit des Tieres aufzeigt. Ich würde das Buch nicht nur Kindern im Bilderbuchalter empfehlen, sondern auch allen anderen kleinen und großen Fans vom Neinhorn.

Dieses Buch gehört schon den großen Favoriten im Kinderbuchregal.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2026

Lektüreempfehlungen

Die literarische Hausapotheke
0

"Wir lesen Literatur, um zu leben. Nicht, um besser zu leben. Das kommt später. Erst einmal lesen wir, um überhaupt weiterzuleben. Um das Leben zu ertragen. Um ein ausgebremstes Leben wieder in Schwung ...

"Wir lesen Literatur, um zu leben. Nicht, um besser zu leben. Das kommt später. Erst einmal lesen wir, um überhaupt weiterzuleben. Um das Leben zu ertragen. Um ein ausgebremstes Leben wieder in Schwung zu bringen.“

Und dafür hat Stefan Bollmann eine vielfältige Lektüreauswahl zusammengestellt: Aufgeteilt nach Anwendungsgebiet, einer Inhaltsangabe und den möglichen Nebenwirkungen empfiehlt der Autor uns 62 Werke aus den unterschiedlichsten Genres und Zeiten und zu den unterschiedlichsten Themen. Bollmanns Empfehlungen lesen sich sehr interessant, seine Auswahl kommt zumindest mir sehr entgegen. Einige der empfohlenen Geschichten kenne ich schon, doch viele kommen nun erst auf meine Leseliste.
Der Autor war mir schon von „Frauen und Bücher“ bekannt und auch seine Hausapothekenauswahl berücksichtigt sehr stark auch weibliche Autorinnen.

Wer noch auf der Suche nach der nächsten guten Lektüre ist, kann sich bei Bollmann inspirieren lassen. Von Franz Kafka und Thomas Mann, über Virginia Woolf und Charlotte Brontë, bis hin zu Siri Hustvedt und Patrica Highsmith sind viele spannende Autor*innen und ihre Werke zu entdecken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2026

Schuldaufarbeitung

Ich möchte zurückgehen in der Zeit
0

"Ich lasse ihn zögernd los, es fällt mir nicht leicht. Mein Großvater widersetzt sich nicht, er hält sich nicht an mir fest. Er verblasst. Kippt ins Dunkle zurück.“

Judith Hermann versucht in ihrem aktuellen ...

"Ich lasse ihn zögernd los, es fällt mir nicht leicht. Mein Großvater widersetzt sich nicht, er hält sich nicht an mir fest. Er verblasst. Kippt ins Dunkle zurück.“

Judith Hermann versucht in ihrem aktuellen Werk die Geschichte ihrer Familie aufzuarbeiten, insbesondere die ihres Großvaters, der im Holocaust eine Täterrolle einnahm.
Allein der Versuch klingt schwierig. Wie geht man mit diesem Wissen um? Die meisten Familien werden auf ein stillschweigendes Darüber-spricht-man-nicht übereinkommen. So auch Familie Hermann. Die Schuld wiegt immer noch schwer, doch konnte und kann man als Tochter oder Enkelin des Täters anders handeln oder denken als es viele tun?

Eine gesellschaftliche Schuldaufarbeitung hat nie stattgefunden. Als Enkelin an dieser furchtbaren Familiengeschichte zu rütteln, die für alle Beteiligten verdrängte Schuldgefühle und Schmerz mit sich bringt - das scheint falsch und unangemessen. Dennoch bedrängt Hermann ihre Mutter, möchte Erinnerungen, Worte, Eingeständnisse. Die bekommt sie selbstverständlich nicht. Selbst die Reise an den Ort der Gräueltaten des Großvaters, nach Radom, bringt sie in ihrem Versuch, die Schuld der Nachkommen aufzuarbeiten, nicht weiter. Auch Gespräche mit ihrer Schwester finden nicht statt, denn die hat die deutliche Position des Schweigens und Positivbleibens eingenommen.

Obwohl sich Judith Hermann der Geschichte und Schuld ihres Großvaters nicht zu nähern vermag und ihre Familie diesen Versuch abblockt, ist ihre Erzählung darüber unheimlich tief und aussagekräftig. Die verdrängte Schuld, das fehlende Aufarbeiten und der unterdrückte Schmerz werden so besonders deutlich: So sehr du dich bemühst, du wirst an diesem Schweigen nicht rütteln. So bleibt die Schuld für Nachfolgegenerationen bestehen. Zumindest für diejenigen, die es wagen, Fragen zu stellen, kann der Versuch der Schuldaufarbeitung aber vielleicht Linderung verschaffen.

‚Ich möchte zurückgehen in der Zeit‘ ist ein sehr intensives Buch. Doch was mir die ganze Zeit durch den Kopf ging: Ist dieses Buch nicht viel zu intim? Viel zu aufwühlend für die Verwandten, die sich der Geschichte nicht stellen wollen? Ich hätte mir hier vielleicht eine deutlichere Fiktionalisierung gewünscht.

Als Leserin fühle ich mich als Voyeur. Anders als die Autorin möchte ich es ihren Angehörigen gestatten zu schweigen; möchte nicht so nah an die private Geschichte der Familie herantreten, die gleichzeitig als Teil und Beispiel der kollektiven Schuld gelten kann. Leser*innen und Angehörige fühlen sich bedrängt, während die Autorin sich durch dieses unangenehme Fragen von ihrer Schuld befreit zu haben scheint.

Trotz oder gerade wegen dieses Zwiespalts muss man wohl sagen, dass Hermann hier ein herausragendes Werk gelungen ist. Ich bin sehr beeindruckt und weiß, dass das Gelesene noch lange nachhallen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2026

Kurzweilig und ästhetisch

Oscar Wilde – die Comic-Biografie
0

„Ich bin dazu geboren, im Sessel zu sitzen und kluge Bemerkungen zu machen. Wie jeder Engländer.“

Oscar Wilde, Lyriker und Autor von „Das Bildnis des Dorian Gray“, ist noch heute für seine scharfzüngigen ...

„Ich bin dazu geboren, im Sessel zu sitzen und kluge Bemerkungen zu machen. Wie jeder Engländer.“

Oscar Wilde, Lyriker und Autor von „Das Bildnis des Dorian Gray“, ist noch heute für seine scharfzüngigen Worte bekannt. Auch, dass er ein Dandy war, der damals vor allem aufgrund seiner Andersartigkeit und Homosexualität heftig von der Gesellschaft angefeindet wurde, ist bekannter Teil seiner Biografie.

Die Comic-Biografie von Tommaso Vitiello gibt Wildes Leben korrekt wieder, und doch zeichnet sie ein eher negatives Bild von ihm. Wilde scheint arrogant, herablassend und unsympathisch. Der verknappte Stil sorgt außerdem für Sprünge in der Erzählung, die manches nur schwer nachvollziehbar machen.

Da mir bewusst ist, dass in einer Comic-Biografie Abstriche gemacht werden müssen und die Illustrationen ein liebevolleres Bild von Oscar Wilde zeigen als die bruchstückhaften Texte, gefällt mir das Buch insgesamt dennoch.
Auf die Illustrationen kommt es bei einem Comic maßgeblich an und die sind hier elegant und leicht. Übrigens weniger Manga-mäßig als das Cover vermuten lässt.

Insgesamt ein gelungenes, kurzweiliges und ästhetisches Vergnügen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere