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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Ein Roman wie ein warmer Sommertag

Das Versprechen eines Sommertags
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Die Sonne auf der Haut, das Zirpen der Zikaden in den Bäumen und der Duft reifer Orangen, Zitronen und Mandarinen in der Luft.

Elena Sonnberg schafft es, uns das in ihrem neuen Roman so zu vermitteln, ...

Die Sonne auf der Haut, das Zirpen der Zikaden in den Bäumen und der Duft reifer Orangen, Zitronen und Mandarinen in der Luft.

Elena Sonnberg schafft es, uns das in ihrem neuen Roman so zu vermitteln, dass wir uns direkt vor Ort fühlen: in einem kleinen, idyllischen Dorf auf Mallorca.
Auf dieser Insel nämlich spielt „Das Versprechen eines Sommertags“.

Worum geht’s?
Isabelle reist mit ihrer Familie auf die Insel, um dort die Goldene Hochzeit ihrer Eltern zu feiern. Es soll eine Auszeit werden, aber unter der sommerlichen Oberfläche zeigen sich Risse: Isabelles Ehe ist angespannt, der Alltag hat Spuren hinterlassen, und sie merkt, wie sehr sie sich selbst aus dem Blick verloren hat. Als ein Jugendfreund plötzlich wieder auftaucht, wird Isabelle mit Fragen konfrontiert, die sie lange zur Seite geschoben hat.

Ohne große Dramen erzählt der Roman sehr berührend von Veränderungen, alten Gefühlen, Verantwortung und der leisen Hoffnung, dass es nie zu spät ist, ehrlich zu sich selbst zu sein.

„Das Versprechen eines Sommertags“ ist eine wunderschöne Sommerlektüre, die ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe - die 448 Seiten lassen sich nämlich richtig leicht und flüssig lesen.
Ich wollte einfach mal wieder eine Geschichte für zwischendurch, die mich in den Urlaub entführt, aber nicht flach ist. Und da kam dieses Buch gerade richtig. Es hat mich perfekt unterhalten.
Daher gibt’s von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Die Kraft der Musik

Durch das Raue zu den Sternen
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Durch das Raue zu den Sternen“ von Christopher Kloeble erzählt die Geschichte von Moll, einem 13-jährigen Mädchen, das mit dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter ringt. Sie weigert sich, die Wahrheit ...

Durch das Raue zu den Sternen“ von Christopher Kloeble erzählt die Geschichte von Moll, einem 13-jährigen Mädchen, das mit dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter ringt. Sie weigert sich, die Wahrheit ganz zuzulassen, und hält an der Hoffnung fest, ihre Mutter könnte auf irgendeine Weise zurückkommen – vielleicht durch die Kraft der Musik.

Moll bewirbt sich bei einem Knabenchor, obwohl sie dort als Mädchen eigentlich nichts verloren hat. Was zunächst wie ein kindlicher Trotz wirkt, wird schnell zu einer Suche nach Zugehörigkeit, Halt und Sinn. Der Chor wird für sie ein Ort der Herausforderung, aber auch des Wachstums.

Der Roman begleitet Moll auf einem stillen, oft wütenden, manchmal zärtlichen Weg durch Verlust, Erinnerung, Verdrängung und Selbstbehauptung.

Kein einfaches Buch – weder vom Thema noch von der Sprache her. Es verlangt Aufmerksamkeit und Mitdenken, weil vieles nicht direkt gesagt wird. Aber genau das macht es besonders. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer intensiven und sehr feinfühligen Geschichte belohnt, die lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Ein Lese-Genuss

Kaffee mit Käuzchen
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Was für ein Genuss!

Es gibt Bücher, die liest man nicht nur – man erlebt sie.
„Kaffee mit Käuzchen“ von Franziska Jebens ist so ein Buch. Als ich die letzte Seite umgeschlagen habe, war ich ganz beseelt. ...

Was für ein Genuss!

Es gibt Bücher, die liest man nicht nur – man erlebt sie.
„Kaffee mit Käuzchen“ von Franziska Jebens ist so ein Buch. Als ich die letzte Seite umgeschlagen habe, war ich ganz beseelt. Dieses wohlig-zufriedene Gefühl, als wäre man selbst für eine Weile im Wald gewesen – mitten im Leben, ganz bei sich.

Franziska erzählt in dem Buch, wie sie und ihr Mann Carsten zu einem alten Haus mitten im Wald fanden – und wie daraus ein echtes Zuhause wurde. Eine Geschichte über das Ankommen, das Loslassen und das Glück in den kleinen Dingen.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Zwischen Stille und Sturm

Die Hummerfrauen
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Ann, Anfang 70, schweigsam, kantig, lebt allein mit einem Hummer als Haustier.
Julie, Mitte 50, laut, direkt, körperlich gezeichnet, innerlich nicht weniger verletzt.
Mina, Ende 20, still, wach, auf der ...

Ann, Anfang 70, schweigsam, kantig, lebt allein mit einem Hummer als Haustier.
Julie, Mitte 50, laut, direkt, körperlich gezeichnet, innerlich nicht weniger verletzt.
Mina, Ende 20, still, wach, auf der Suche nach einem Platz, der sich wie ihrer anfühlt.

Drei Frauen, drei Leben, ein Ort an der rauen Küste von Maine in den USA. Sie treffen aufeinander in einem Moment der Umbrüche. Was entsteht, ist keine große Freundschaft, kein Lebenswandel mit Knalleffekt. Aber etwas Echtes. Etwas, das bleibt.

Beatrix Gerstberger erzählt zurückhaltend, mit großer Nähe zu ihren Figuren und einem tiefen Gespür für das, was Menschen mit sich herumtragen, ohne es auszusprechen. Die Sätze sind klar, ohne Schnörkel. Vieles bleibt zwischen den Zeilen – genau dort wirkt es nach.

Ich mochte die drei Protagonistinnen, aber es hat ein wenig gedauert, bis ich mit ihnen warm wurde. Ich mochte die Sprache, das Tempo, die Landschaft in dem Roman.
Aber ich habe auch gemerkt: Manches zieht sich. Einige Passagen verlieren sich, werden beinahe zu langsam. Aber vielleicht ist das genau so gewollt.

Am Ende kann ich sagen, dass ich das Buch gerne gelesen habe, auch wenn ich dafür relativ lange gebraucht habe und mir das Ende ein wenig zu offen erscheint.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein richtiger Wohlfühlroman

Der alte Apfelgarten
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Ein neuer Wohlfühlroman von Sharon Gosling:

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Beth, genannt Bette, und Nina, die nach vielen Jahren der Entfremdung wieder aufeinandertreffen. Der Tod ihres Vaters führt ...

Ein neuer Wohlfühlroman von Sharon Gosling:

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Beth, genannt Bette, und Nina, die nach vielen Jahren der Entfremdung wieder aufeinandertreffen. Der Tod ihres Vaters führt Bette zurück in ihr schottisches Heimatdorf. Nina lebt bereits wieder dort, gemeinsam mit ihrem Sohn, nachdem ihre Ehe gescheitert ist, und hat zuletzt mit dem Vater den Hof geführt.

Die Beziehung der beiden Schwestern ist angespannt, und zwischen ihnen liegen noch viele unausgesprochene Dinge. Auf dem Familiengrundstück entdecken sie einen alten Apfelgarten, an den weder Nina noch Bette Erinnerungen haben. Er war für sie nie ein vertrauter Ort. Dennoch gewinnt der Garten nach und nach an Bedeutung, weil er etwas in ihrer Beziehung bewegt. Dabei kommen auch lang verborgene Wahrheiten ans Licht, die einiges verändern können.

Ja, vieles ist vorhersehbar – aber was soll’s? Es tut gut, sich einfach mal berieseln zu lassen und in eine ruhige Geschichte einzutauchen. Ich habe das Buch im Garten gelesen, in der Hängematte zwischen Obstbäumen – ein perfekter Ort für diese Lektüre.

„Der alte Apfelgarten“ ist ein atmosphärischer Roman über Familie und die Kraft eines Neuanfangs – warmherzig und genau richtig für entspannte Lesestunden. Hat mir viel Spaß gemacht!

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