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Veröffentlicht am 21.03.2020

Mit Posthumus und seinen einsamen Toten unterwegs....

Das Büro der einsamen Toten
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Teil Eins der Posthumus Krimireihe

Posthumus ist bei der Amsterdamer Stadtverwaltung angestellt. Als Nachlassverwalter einsamer Toter löst er deren Hinterlassenschaften auf und kümmert sich rührend um ...

Teil Eins der Posthumus Krimireihe

Posthumus ist bei der Amsterdamer Stadtverwaltung angestellt. Als Nachlassverwalter einsamer Toter löst er deren Hinterlassenschaften auf und kümmert sich rührend um deren Bestattung.

Die neue Akte, die Posthumus zugeteilt wird, wirft Fragen auf. Der junge Marokkaner starb unter seltsamen Umständen.

Mit seiner Assistentin Alex und seiner ausgefuchsten und neugierigen Nichte Merel beginnt er selbst zu ermitteln.

Dass er dabei mitten in eine arabische Terrorzelle gerät, merkt er natürlich viel zu spät.

Die Polizei ermittelt bereits schon länger in Amsterdam und auch hier in der mysteriösen Todessache des jungen Marokkaners.

Chefermittlerin Lammert muss, wie auch Posthumus feststellen, dass hier aber wirklich gar nichts so ist, wie es anfänglich scheint. Sie beginnt an ihren Methoden zu zweifeln und dann auch gleich noch an ihrem eigenen Chef.

Mit Britta Bolt und Posthumus erstem Fall begeben wir uns ins beschauliche und touristisch geprägte Amsterdam. Was anfänglich als Lokalkrimi beginnt, entpuppt sich schnell als spannender Krimi.

Ein fein gesponnenes Spinnennetz umgibt die beiden Ermittlungsstränge. Unabhängig voneinander treffen beide erst am Schluss genau in die Mitte.

Festzustellen bleibt, dass Glaube manchmal schwierig sein kann.
Bolt macht auch klar, dass eine weite Reise in ein fremdes Land nicht immer die Hoffnung auf Erlösung bringt und dass viele Menschen mit dieser finalen Situation völlig überfordert sind.

Bolt schafft es, dem Leser einen ganz anderen Blickwinkel auf die Flüchtlingssituation zu eröffnen und macht klar, dass wir in Europa zumindest von solchen Szenarien vorerst verschont geblieben sind.

Ich bin gespannt auf den nächsten Teil mit Posthumus und seinen einsamen Toten.

Britta Bolt ist übrigends das Pseudonym des Autorenduos Britta Böhler und Rodney Bolt.

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Veröffentlicht am 18.03.2020

Ein Mammutprojekt findet Vertonung!

Die Enden der Parabel
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Thomas Pynchon ist und war nie einfach zu lesen. Pynchon treibt in seinen Romanen alles voran und ist schonungslos offen.

Wir befinden uns am Ende des zweiten Weltkrieges. Mit dem amerikanischen GI Tyrone ...

Thomas Pynchon ist und war nie einfach zu lesen. Pynchon treibt in seinen Romanen alles voran und ist schonungslos offen.

Wir befinden uns am Ende des zweiten Weltkrieges. Mit dem amerikanischen GI Tyrone Slothrop sind wir in London stationiert. Slothrop profitiert in vielerlei Hinsicht vom Einschlag deutscher V2 Raketen.

Ob im Traum oder in der Realität ist es für Slothrop und somit auch für den Leser oft unklar, in welcher Zeitschleife oder gar in welchem Traum wir uns gerade befinden. Allmächtig über den diversen Charakteren befindet sich immer die schwebende V2 Rakete.
Diese Rakete führt uns durch Pynchons „Zone“. Hier herrscht vollständige Anarchie. Mystische Erzählungen, wirre Einblenden und mathematische Rätsel umgeben uns dort.
Slothrop stellt während seines Auftrages fest, dass sich die vermeintlichen Gegensätze zum Ende des Krieges hin immer mehr anziehen.
Die Enden der Parabel schließen sich immer deutlicher, während Slothrop immer mehr in Absurditäten abrutscht.
Fazit:
Was für den Leser eine Herausforderung scheint, ist für den Hörer ein wahres Abenteuer. Zeit- und Zonenwechsel beschäftigen das Hörvermögen und diverse Einblenden begleitet das Hörspiel. Oft ist wie auch im Buch nicht ganz klar, ob man sich in der Realität oder in irgendeinem Traum befindet.
Pynchon macht es uns sehr deutlich, wo eine Welt die Menschen hinführt, welche in Anarchie, Freiheitskämpfen und auf der Suche nach der verlorenen Identität stecken bleiben.
Mehr zum Mammutprojekt:
Die Produktion des Hörspiels „Die Enden der Parabel“ dauerte über zwei Jahre. Dem SWR und seinem Hörspiel-Chefdramaturgen Manfred Hess ist es gelungen, dass Pynchon erstmalig der Bearbeitung seines Opus Magnum zustimmte. Die Radiopremiere findet am 17. und 18. April 2020 in SWR2 statt, ab dem 24. April ist das Hörspiel bei Hörbuch Hamburg erhältlich.
Das Hörspiel ist das neue Großprojekt des renommierten und mehrfach ausgezeichneten Hörspielregisseurs und Komponisten Klaus Buhlert zum SWR-Schwerpunkt »Ende des II. Weltkrieges«. Es basiert auf der Übersetzung von Elfriede Jelinek und Thomas Piltz (Rowohlt, 1981). Die Ausstrahlung in SWR2 erfolgt am 17. und 18. April 2020, jeweils von 20.00 Uhr bis 3.00 Uhr, im Anschluss erfolgt eine Ausstrahlung im Deutschlandfunk. Zeitgleich erscheint das Hörspiel als Hörbuchausgabe bei Hörbuch Hamburg.

Als Erzähler finden sich unter anderem Franz Pätzold, Felix Goeser, Corinna Harfouch und Golo Euler zusammen.

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Veröffentlicht am 17.03.2020

Jagd im Yellow Cab

Taxi, Tod und Teufel - Folge 01
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Schon mal auf Paalinghus gewesen? Das kleine Küstenstädtchen liegt idyllisch in Ostfriesland und hat touristisch nicht wirklich viel zu bieten.

Umgeben von weitem Land und dickem Wattenmeer findet man ...

Schon mal auf Paalinghus gewesen? Das kleine Küstenstädtchen liegt idyllisch in Ostfriesland und hat touristisch nicht wirklich viel zu bieten.

Umgeben von weitem Land und dickem Wattenmeer findet man hier vor allem Ruhe.

Sarah Teufel, die ortsansässige Taxifahrerin soll früh morgens einen Gast von der ersten Fähre am Hafen abholen.

Mit ihrem originalen Yellow-Cab düst sie über die Dünen dem nebligen Hafen entgegen und findet dort keinen durchnässten, sondern einen toten Fährgast.

Sarah, eine gewiefte Beobachterin findet es sehr merkwürdig, das der Gast weder Handy noch Koffer bei sich trägt. Der Fährkapitain ist darüber sprachlos und Sarah beschließt, ihrem alten Freund mit der Auflösung des Falles unter die Arme zu greifen.

Die Ermittlungen bringen Sarah ganz schön in Bedrängnis und wieder zu mehr Nähe zu ihrem Ex-Ehemann James. Als dann auch noch die alte Schulfreundin Britta auf der Matte steht und unangemeldet für einige Wochen einen Unterschlupf sucht, muss Sarah wohl oder übel die beiden mit in ihre „Ermittlerboot“ nehmen.

Dann überschlagen sich die Ereignisse und Sarah begibt sich in ernste Gefahr.

Hier wird dem Hörer schnell klar, dass hier nichts so ist, wie es scheint. Das Abenteuer Küstenkrimi ist wirklich sehr gelungen!

Mit Lena Karmann schnüffeln wir gemeinsam mit der willensstarken und abenteuerlustigen Sarah Teufel in diesem kleinen scheinbar verschlafenen Küstennest. Doch auch hier gilt, jeder hat schon mal Leichen im Keller.

Gekonnt mit viel Witz und erstklassig von Elena Wilms gelesen, macht es dem Hörer Spaß, mit dem Yellow Cab über Küstenstraßen zu heizen.

Mit der Schrulligkeit der Dorfbewohner und Freunde kann Sarah Teufel gut umgehen und schafft es spielerisch, dass man sich schon die nächste Folge wünscht.

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Veröffentlicht am 14.03.2020

So gehen Sie produktiv mit Stress um

Das Stresstier® in Dir
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Jeder kennt es, Stress. Das Mysterium, welches uns die Haare raufen lässt und auch mal Gürtelrose produziert.

Mit Markus H. Stork begeben wir uns auf die Suche nach unserem Stresstier®. Sind wir eine ...

Jeder kennt es, Stress. Das Mysterium, welches uns die Haare raufen lässt und auch mal Gürtelrose produziert.

Mit Markus H. Stork begeben wir uns auf die Suche nach unserem Stresstier®. Sind wir eine Gazelle, ein Affe oder ein Löwe?

Selbstfindung steht hier ganz oben auf der To-Do Liste. Wir arbeiten uns durch die verschiedenen Teile durch das menschliche Gehirn und lernen uns und unsere Entscheidungen besser zu verstehen.

Bei genauer Betrachtung kann man schon eine gewisse Ähnlichkeit mit einer der drei Stresstiere mit sich selbst feststellen. Genauer ins Detail geht man aber mit einem keinen Selbsttest.

Hat man sein Stresstier® gefunden, kann man gezielt weiterarbeiten. Wie kann man andere Stresstiere besser verstehen und wie kann man besser mit sich selbst und seiner unmittelbaren Umgebung umgehen, erschließt sich aus den ausführlichen Kapiteln.

Man findet seine ganz eigene Bedienungsanleitung und findet sich so natürlich auch zahlreiche Tipps und Tricks um besser mit seiner Umwelt und natürlich auch Gleichgesinnten umzugehen.

Hat man die Stufe der Selbsterkenntnis erreicht, scheint einem so vieles Dank Markus H. Stork glasklar.

Zahlreiche Motivations- und Umgangshinweise erleichtern einem sicherlich in Zukunft die eine oder andere Sitzung mit Kollegen und vielleicht auch mit Verhandlungspartnern.

Wer sich intensiver in die Welt des Stresstieres einarbeiten möchte, findet zahlreiche Arbeitshilfen zum Download.

Markus H. Stork macht es einem mit seinem Ratgeber wirklich leicht, sich selbst zu durchschauen. Unerschrocken schildert er Szenen aus dem alltäglichen Leben, die wir als Leser schon alle durchlebt und aus der Ferne betrachtet haben.

Jetzt, bepackt mit Tipps und Tricks, fällt es einem sicherlich leichter, mit so manchem „Tier“ besser umzugehen.

Wer also sich selbst und seinen Umgang mit Stress nicht so ganz einschätzen kann, ist mit diesem handlichen Ratgeber gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Allüberwältigende Trauer

Marianengraben
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Was haben ein krankes Huhn, ein neurotischer Schäferhund und eine junge ständig weinende Doktorandin gemeinsam? Helmut!

Paulas Leben ist im Chaos versunken. Als ihr Bruder Tim vom Badeurlaub mit ihren ...

Was haben ein krankes Huhn, ein neurotischer Schäferhund und eine junge ständig weinende Doktorandin gemeinsam? Helmut!

Paulas Leben ist im Chaos versunken. Als ihr Bruder Tim vom Badeurlaub mit ihren Eltern nicht mehr zurückkommt, bricht für Paula eine Welt zusammen.

Sie überlebt irgendwie ihre Situation und ihr Psychiater, mit dem sie eigentlich nur über Nudeln spricht, rät ihr, am Grab endlich Abschied zu nehmen. Paula nimmt sich den Ratschlag tatsächlich zu Herzen und begibt sich zum Grab ihres Bruders.

Da sie allerdings allen Menschen aus dem Weg geht, beschließt sie, nachts das Grab zu besuchen.
Die nächtliche Tour über die Mauer findet ein jähes und skurriles Ende.

Paula stößt auf Helmut, der gerade die Urne seiner Frau ausgräbt. Beide flüchten gemeinsam vor den Friedhofswächtern und beim Sturz über die Mauer passiert das Unglaubliche.

In Helmuts Wohnung lernt Paula Lucy kennen. Die neurotische Hündin schließt Paula gleich ins Herz, auch wenn die Art der Zuneigung des Hundes zu wünschen übrig lässt.

Die beiden scheinen sich gesucht und gefunden zu haben. Helmut lädt Paula zu einem kleinen Roadtrip in die Alpen ein um der Trauer eine Richtung zu geben.

Helmut versteht es ausgezeichnet, Paula auf die Palme zu bringen und als sie unterwegs die verletzte Henne Lutz aufgabelt, muss Helmut ausreichend Nerven aufbringen.

Doch Paula weiß, dass auch Helmut noch etwas zu verarbeiten hat und beschließt, dem auf den Grund zu gehen.

Ein Schlagabtausch geht auf den nächsten über und wir erfahren von Helmuts Leben und von der unglaublichen Liebe Paulas zu ihrem ertrunkenen Bruder.

Während Paula in ihren Gedanken mit Tim im Marianengraben taucht und neue Arten bestimmt, fast Helmut sich ein Herz und erzählt die Geschichte seiner Familie. Es überschlagen sich Trauer, Hoffnung und der Drang, heimzukehren.

Jasmin Schreiber erzählt mit „Marianegraben“ eine Geschichte der ganz besonderen Art.

Allumfassende Trauer beherrschen die Zeilen, finden aber einen wundersamen heilenden Weg in das Herz der Menschen, die sie umgehen. Freundschaft, Hoffnung und Selbstheilung finden auf den Straßen und dem alten Berghof Einklang.

Unabhängig vom der Lebensgeschichte erzählt Schreiber zart und doch schonungslos offen den unterschiedlichen Umgang von Menschen mit Trauer.

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