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Veröffentlicht am 11.02.2020

Jahrmarkt der Eitelkeiten

So schöne Lügen
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„ ,Gott‘, sagt Lavinia. ‚ Du siehst so schön aus. Ich ertrage es nicht. Ich könnte Dich umbringen. Los, wir machen ein Foto.‘ “

Dieser Roman entfernt erinnert entfernt an den „talentierten Mr Ripley“ ...

„ ,Gott‘, sagt Lavinia. ‚ Du siehst so schön aus. Ich ertrage es nicht. Ich könnte Dich umbringen. Los, wir machen ein Foto.‘ “

Dieser Roman entfernt erinnert entfernt an den „talentierten Mr Ripley“ und an „You – Du wirst mich lieben“, wenn es um Social Media geht.
Der englische Originaltitel „Social Creature“ ist dabei so treffend wie aussagekräftig.
Patricia Highsmith und Caroline Kepnes lassen grüßen, und eine ähnliche Geschichte ist sicher schon erzählt worden. Soll man von Sozialneid sprechen? Nein, vielmehr geht es um soziale Ungerechtigkeit und eine gesellschaftliche Erwartungshaltung, und um die Frage, ob man stark genug ist, äußeren Erwartungen zu widerstehen oder ob man diese gar verinnerlicht. Der Zweck heiligt mitnichten die Mittel. Die Rahmenhandlung ist schnell zusammengefasst, ein auktorialer Erzähler führt durch das Geschehen.
Dreh – und Angelpunkt der story ist New York, ein Moloch und Sehnsuchtsort zugleich, im Zentrum der Handlung stehen zwei Frauen: Louise und Lavinia.
Louise wollte eigentlich Autorin werden, aber sie muss sich damit begnügen, mit schlecht bezahlten Jobs gerade so über die Runden zu kommen, auch in Brooklyn kann man nicht von Luft und Liebe leben. Die junge Frau ist unglücklich und von Selbstzweifeln zerfressen. Haste was, biste was? Doch eines Tages scheint sich das Blatt zu wenden, als Lavinia in Louises Leben tritt. Lavinia hat alles, was man sich nur wünschen kann - sie wohnt auf der Upper East Side, sie ist natürlich wohlhabend, sonst könnte sie sich das gar nicht leisten. Ihr sozialer Status hat natürlich Einfluss auf ihr Selbstbewusstsein, Zweifel kennt sie so gut wie gar nicht. Gerne zeigt sie, was sie hat – natürlich online!
Und sie freundet sich mit Louisa an, die mit ihr eigentlich nichts gemeinsam hat. Louisa taucht ein in die Welt der Schönen und Reichen, sie zieht sogar bei Lavinia ein, Lavinia lässt sie in den inneren Kreis, und irgendwann kennt Louisa keine Grenzen mehr …
Manchmal musste ich während der Lektüre an einen Psychothriller aus den 1990er Jahren denken – „weiblich, ledig, jung …“ oder auch an den Klassiker „Vanity Fair“.
„So schöne Lügen“ lässt sich flott lesen, ist sprachlich und stilistisch eher einfach gehalten, dies unterstützt aber den Eindruck, dass sich der Roman am Puls der Zeit befindet.
Vom eigentlichen Handlungsverlauf will ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Nur soviel :

Der Roman hat mich gut unterhalten!

Für „So schöne Lügen“ von Tara Isabella Burton vergebe ich vier von insgesamt fünf möglichen Sternen.

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Veröffentlicht am 11.02.2020

Chicklit

Das Rezept unserer Freundschaft
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Klappentext:

„Kein Mann in Sicht, der Traum vom eigenen Restaurant liegt auf Eis, und mit ihren drei allerbesten Freundinnen hat sie sich auch verkracht - Billys Leben mit vierzig ist nicht gerade ein ...

Klappentext:

„Kein Mann in Sicht, der Traum vom eigenen Restaurant liegt auf Eis, und mit ihren drei allerbesten Freundinnen hat sie sich auch verkracht - Billys Leben mit vierzig ist nicht gerade ein Genuss. Kurzerhand packt sie ihre Sachen, lässt das glitzernde New York hinter sich und zieht ins beschauliche Hudson Valley. Hier will sie sich als Köchin verwirklichen. Doch Problemen kann man nicht davonlaufen - und besten Freundinnen erst recht nicht.“
Interessant fand ich zunächst einmal das Cover und den Titel: „Das Rezept unserer Freundschaft“.

Ich habe mich auf leichte chicklit zum Entspannen gefreut, und genau das habe ich bekommen. Es gibt Elemente, die man als „märchenhaft“ bezeichnen könnte, vielleicht ist Manches auch Unrealistisch. Aber wenn ich einen Roman für den Strand oder zum Entspannen suche, erwarte ich keinen Mann’schen Tiefgang. Hier gefiel es mir, dass die Protagonistinnen keine Mitzwanzigerinnen mehr sind, auch keine Teenager. Ob es „gestandene Frauen“ sind? Darüber lässt sich streiten, das setting ist speziell, aber ich mochte es, dass gutes Essen auch eine Rolle spielt! Es gibt auch unkonventionelle ( Geschäfts)beziehungen in der story, was ich erfrischend fand, da ich als Vielleserin so nicht das Gefühl hatte, immer wieder das Gleiche zu lesen.
Die Ich – Erzählerin Billy führt durch’s Geschehen …zunächst ist sie erschöpft, weil sie mit Anfang vierzig noch einmal neu anfangen muss, aber dann nehmen die Dinge ihren Lauf und es wird turbulent! Geschichten mit einer Ich- Erzählerin mag ich am liebsten. Über den eigentlichen Handlungsverlauf will ich an dieser Stelle gar nicht so viel verraten, um nicht zu spoilern! Natürlich ist Manches ziemlich oberflächlich, aber bereits die Prämisse ist vielleicht nicht so realistisch. Teilweise habe ich mich aber ein wenig über die Übersetzung gewundert; obwohl ich fast sicher bin, dass es im Original genauso steht, hätte ich manche Passagen anders formuliert, weil manche Wendungen im Englischen einfach anders wirken als im Deutschen („mich durchzuckte ein Anflug von Wollust“ – wer verwendet noch den Begriff Wollust? „Ach fick dich doch, Chef!“).
„Das Rezept unserer Freundschaft“ von Kelly Killoren ist eine leichte (seichte?) Strandlektüre, das ideale Buch für Zwischendurch, wenn man nicht zu viel erwartet und sich auf eine locker – flockige Erzählung einlassen kann.
Ich vergebe drei von insgesamt fünf möglichen Sternen für die Geschichte.

Fazit:

Geschmackssache!

Abschalten und Entspannen kann man mit dem Buch, ich habe mich gut unterhalten gefühlt!

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Veröffentlicht am 11.02.2020

Die Geschichte einer Sklavin

Die Lotosblüte
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Die Handlung der „Lotosblüte“ ist im 19. Jahrhundert in Asien angesiedelt. Die Geschichte beginnt in Korea. Eine arme Familie verkauft die Tochter als Zweitfrau an einen Chinesen. Das Mädchen ist 15 Jahre ...

Die Handlung der „Lotosblüte“ ist im 19. Jahrhundert in Asien angesiedelt. Die Geschichte beginnt in Korea. Eine arme Familie verkauft die Tochter als Zweitfrau an einen Chinesen. Das Mädchen ist 15 Jahre alt, der Chinese ein achtzig Jahre alter Mann! Das Mädchen, das in „Lehnwa“ umgetauft wird, rutscht nach dem Tod ihres Mannes noch tiefer in die Prostitution und landet schließlich in einem Bordell. Nach außen hin ist das Mädchen gehorsam und devot, innerlich aber schmiedet sie Pläne, um sich unabhängig zu machen von einem Leben, das sie nie selbst gewählt hatte.
Als schließlich die Engländer in Asien siegreich sind, sieht Chong – Lenhwa ihre Stunde gekommen…

Der Stil des Autors Hwang – Sok Yong ließ mich in eine fremde Kultur und eine ferne Zeit eintauchen. Das Sujet des Romans legt nahe, dass das Schicksal der Protagonistin kein leichtes ist; dennoch war es mir zum Teil unangenehm, die Beschreibungen der erotischen Szenen zu lesen und ich bezweifle, dass die Frauen die Gewalt und den Zwang genossen haben, wie so oft frage ich mich, ob ein Mann über Frauen schreiben sollte, und ob nicht insgeheim die Prostitution in Asien durch solche Romane (auch wenn der Autor sie vordergründig ablehnt) in gewisser Weise glorifiziert und mystifiziert wird? Zwar ist mir auch nicht wohl dabei, mir als Europäerin ein Urteil anzumaßen, aber ich finde es doch sehr erschreckend, dass das Thema Zwangsprostitution auch in der heutigen Zeit nicht passé ist. Im Zweiten Weltkrieg wurden Koreanerinnen von Japanern als „Trostfrauen“ (ein grauenhafter Euphemismus) versklavt, eine Anerkennung der Tatsache durch die Japaner erfolgte erst kürzlich.
Man sieht in der „Lotosblüte“, wie die Protagonistin sich mit ihrem Schicksal arrangiert, gewisse „Privilegien“ genießt. Es gelingt ihr trotz aller Widrigkeiten, sozial aufzusteigen.
Der Text ist zuweilen sehr poetisch, anrührend und auch abstoßend. Man muss sich aber trotz aller Schönheit der Sprache und trotz der exotischen Szenen vor dem Hintergrund einer wechselvollen Historie vor Augen halten, dass der Weg der Lotosblüte Shim Chong eine Geschichte der Sklaverei ist.

Fazit:

Für „Die Lotosblüte“ von Hwang – Sok Yong vergebe ich vier von insgesamt fünf möglichen Sternen.

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Veröffentlicht am 11.02.2020

Ein Heidenspaß

Murder Swing
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Umschlaggestaltung:

Schon das Cover macht Lust auf die Lektüre, die Farbgebung und die Motive passen perfekt zum Roman.
Ein richtiger Eyecatcher!

Inhalt:

Der „Vinyl- Detektiv“ kauft und verkauft seltene ...

Umschlaggestaltung:

Schon das Cover macht Lust auf die Lektüre, die Farbgebung und die Motive passen perfekt zum Roman.
Ein richtiger Eyecatcher!

Inhalt:

Der „Vinyl- Detektiv“ kauft und verkauft seltene Langspielplatten. Mit dieser Aufgabe wird man zwar nicht reich, aber zum Leben reicht’s.
Eines Tages beauftragt die mysteriöse Nevada Warren den Ermittler mit einer kniffligen Aufgabe: Er soll für einen Auftraggeber, der inkognito bleiben will, eine seltene Jazzplatte finden. Das Spiel beginnt, doch bald kommt es zu unerklärlichen Todesfällen und auch die großen Unterhaltungskonzerne mischen kräftig mit…und dann gibt es da noch die „arischen“ Killerzwillinge …

Meine Meinung:
Ein Ich – Erzähler führt durch das Geschehen, er ist gewitzt und klug, manchmal dachte ich beim Lesen nur: Dito!
-„Klar hat Elvis Qualitäten. Wie Sinatra hatte er eine extrem weiche Stimme, was für den Zuhörer entspannend und angenehm ist. Als würde man im bequemsten Lehnsessel der Welt sitzen, wenn man den Jungs zuhörte. Doch Elvis hatte auch eine klebrige und zuckersüße Art, Balladen zu singen, die gleiche Achillesferse wie Stevie Wonder. Keine kitschigen, langsamen Nummern mehr, Leute. Sowieso hatte ich bereits die kompletten Leiber/Stoller-Einspielungen, und das war genug Elvis für mich.“

Die äußere Form der Geschichte spiegelt die Handlung wider - wer erinnert sich noch an LP – Seiten?
Diesen Roman mag man, oder man mag ihn nicht. Auf eine Art ist er ein typisch britischer Krimi – skurril, die Figuren sind eigen. Allerdings werde ich die Obsession der Briten mit den Nazis wohl nie verstehen … „Heinz“ und „Heidi“. Ernsthaft?
In diesem Roman geht es auch um Katzen und Jazz, ein halsbrecherisches Erzähltempo wird man allerdings nicht finden. Wenn der Autor das Ganze mehr gestrafft hätte, würde ich wohl fünf Sterne vergeben. Aber ich liebte die plot - twists!

Ob unser Held die Rarität findet, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Die Lektüre von „Murder Swing“ hat mir großen Spaß gemacht.

Daher empfehle ich diesen außergewöhnlichen Krimi gerne zur Lektüre!

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Veröffentlicht am 11.02.2020

Violets Geschichte

Violet
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Ein auktorialer Erzähler führt durch das Geschehen:

Wir schreiben das Jahr 1932. Violet Speedwell ist quasi eine“ überflüssige“ alte Jungfer, eine Frau, die in der Katastrophe des Ersten Weltkrieges ihre ...

Ein auktorialer Erzähler führt durch das Geschehen:

Wir schreiben das Jahr 1932. Violet Speedwell ist quasi eine“ überflüssige“ alte Jungfer, eine Frau, die in der Katastrophe des Ersten Weltkrieges ihre Liebsten und ihren Liebsten verlor. Frauen wie Violet sind im Nachkriegsengland gefürchtet, und man bemitleidet sie auch. Violet will nicht bis ans Ende ihrer Tage bei ihrer alten, verbitterten Mutter wohnen. Also macht sie sich auf nach Winchester. Ihre Arbeit ist nichts Besonderes, aber Erfüllung findet sie im Stickerinnenkreis von Winchester – die Frauen fertigen Kissen für die Kathedrale an. Violet schöpft neuen Lebensmut, doch der zweite Weltkrieg wirft seine Schatten voraus…

Ich habe den Roman „Violet“ von Tracy Chevalier sehr gerne gelesen, da mich das Schicksal der Protagonistin berührt hat. Die Autorin verzichtet auf großes Getöse, sie entwirft eine Geschichte der leisen Töne. Es ist auch eine Erzählung von Emanzipation und Freundschaft. Es mag Längen in der Geschichte geben, aber mich hat das nicht gestört.

In unserer schnelllebigen Zeit ist „Violet“ genau das Richtige, um innezuhalten.

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