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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2017

Ohne das gewisse Etwas

Sugar & Spice - Glühende Leidenschaft
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Im Roman geht es um Nadia Spiceland und ihre Freundinnen. Nadia besitzt das Café „Sugar and Spice“, ihre Eigenkreationen sind der Renner bei den Kunden.
Auch der Sexualpsychologe Kane besucht das Café. ...

Im Roman geht es um Nadia Spiceland und ihre Freundinnen. Nadia besitzt das Café „Sugar and Spice“, ihre Eigenkreationen sind der Renner bei den Kunden.
Auch der Sexualpsychologe Kane besucht das Café. Es heisst, dass der Professor nicht nur in Theorie ein Meister seines Fachs sei. Nadia, die einst tablettensüchtig war, lässt sich auf eine heisse Affäre mit dem Akademiker ein…

Leider hat mich der Roman nicht begeistert. Die Autorin nimmt sich keine Zeit, um ihre Geschichte aufzubauen, schon auf den ersten Seiten geht es in medias res.
Auch die Figurenzeichnung bleibt leider sehr oberflächlich. Zwar versucht die Autorin, den Figuren etwas Würze zu geben, etwa durch den ethnischen Hintergrund des Professors. Aber es fehlt einfach die Tiefe der Charaktere. Sie sind attraktiv, schön und begehrenswert, die Ecken und Kanten und persönlichen Dramen wirken wie Elemente, die die Geschichte glaubwürdig machen sollen, aber sie wirken doch wie Fremdkörper, etwa Nadias Suchthistorie.
Der Stil ist leider auch nicht besonders geschliffen, daher sprang der Funke beim Lesen leider nicht über. Nach einem Blick in die Leseprobe hatte ich mir vom Roman eigentlich mehr versprochen, die Erzählung konnte meine Erwartungen aber leider nicht erfüllen. Den Folgeband werde ich sicher nicht lesen, obwohl mich der Auftaktband rein optisch schon ansprach, die Umschlaggestaltung ist durchaus gelungen.
Fazit: Ein eher schwacher Erotikroman ohne das gewisse Etwas.

Veröffentlicht am 28.10.2017

Halloween kann kommen

Brandmal
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„Brandmal“ bringt frischen Wind in die kultige Reihe der Heftromane rund um den Geisterjäger John Sinclair!
Worum geht’s?
„Ein Fall von spontaner Selbstentzündung im Londoner Hyde Park bringt Geisterjäger ...

„Brandmal“ bringt frischen Wind in die kultige Reihe der Heftromane rund um den Geisterjäger John Sinclair!
Worum geht’s?
„Ein Fall von spontaner Selbstentzündung im Londoner Hyde Park bringt Geisterjäger John Sinclair auf den Plan. Für ihn liegt nahe, dass es sich bei dem Opfer um einen Vampir gehandelt hat. Doch warum sollte sich ein Vampir dem Sonnenlicht aussetzen? Weitere Vorfälle folgen, und auch in Deutschland kommt es an verschiedenen Orten zu spontaner Selbstentzündung. Dort wird der Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke zu einem solchen Fall hinzugezogen. Als John Sinclair davon erfährt, tut er sich mit dem bekannten Forensiker zusammen…“
Die Lektüre des Romans hat einfach Spass gemacht! Horror, Mystery und Suspense treffen auf Akzente aus der Wissenschaft. Vom eigentlichen Handlungsverlauf will ich eigentlich gar nicht viel verraten. Nur soviel – der Roman ist wirklich spannend! Gut ausgearbeitete, runde Figuren agieren in diversen settings. Der Schauplatzwechsel liess Langeweile erst gar nicht aufkommen!
Es macht Sinn, dass die Geschichte nun als Buch publiziert worden ist. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt!
Halloween kann kommen – wer noch auf der Suche nach einer schaurig – schönen Herbstlektüre ist, sollte auf jeden Fall zu „Brandmal“ greifen. Ich vergebe für die Publikation fünf von insgesamt fünf möglichen Sternen und ich spreche eine klare Leseempfehlung aus!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Thema
Veröffentlicht am 01.10.2017

Lese - Tipp

Vintage
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Thomas ist Gitarrist und träumt vom großen Durchbruch mit seiner Band. Doch noch kann der Franzose von seiner Musik nicht leben. Also jobbt er als Journalist und Verkäufer. Als sein Boss ihn bittet, einen ...

Thomas ist Gitarrist und träumt vom großen Durchbruch mit seiner Band. Doch noch kann der Franzose von seiner Musik nicht leben. Also jobbt er als Journalist und Verkäufer. Als sein Boss ihn bittet, einen exzentrischen Lord in Schottland zu besuchen, willigt Thomas zunächst eher widerwillig ein. Thomas wird ein unglaublicher Deal angeboten – für einen fürstlichen Preis soll er die Existenz einer legendären Gitarre beweisen. Der Lord behauptet, die „Gibson Moderne“ sei ihm gestohlen worden, wo doch die Fachwelt nicht einmal von der Existenz des Instruments überzeugt ist. Thomas beginnt zu recherchieren und er verschweigt seinem Chef Alain zunächst das lukrative Geschäft. Die Suche nach dem Phantom führt Tomas an ungeahnte Orte und er trifft erstaunliche Menschen. Auch sich selbst lernt der Twen besser kennen…„Vintage“ hat mich wirklich begeistert. Der Roman ist anders als alle Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Stilistisch ist das Buch einfach klasse geschrieben, geistreich, humorvoll, witzig. Und ich konnte beim Lesen etwas Neues lernen. Musikgeschichte und Musiktheorie treffen auf popkulturelle Referenzen und krude Verschwörungstheorien. „Vintage“ rockt im wahrsten Sinne des Wortes! Ein Roadtrip durch die USA, skurrile Figuren, ein who is who der Rockmusik – all das ist der Roman. Dabei betreibt der französische Schriftsteller kein mageres name dropping, es geht ihm mitnichten um schnöde Effekthascherei. Ich finde, dass man als Leser merkt, dass sehr viel Herzblut in „Vintage“ steckt. Das etwas überzeichnete Ende könnte auch eine Hommage an das pulp fiction Genre sein.Auch die Form passt zum Inhalt – der Roman ist wie ein Rocksong aufgebaut, es gibt Strophen und eine bridge – einfach originell. Und ach! Der Blues! Doch lest selbst. „Vintage“ ist nicht nur etwas für Rockfans und Musikliebhaber. In einer materialistischen, schnelllebigen Zeit ist es auch ein Plädoyer für die Kunst und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Ganz klare 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.09.2017

zwei starke Frauen

Die spanische Tänzerin
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Die spanische Tänzerin“ von Alli Sinclair habe ich sehr gerne gelesen. Der Roman zeichnet sich besonders durch die feine Figurenzeichnung und die perfekte Verschränkung von zwei Erzähl – und Zeitebenen ...

Die spanische Tänzerin“ von Alli Sinclair habe ich sehr gerne gelesen. Der Roman zeichnet sich besonders durch die feine Figurenzeichnung und die perfekte Verschränkung von zwei Erzähl – und Zeitebenen aus.Es gibt einen historischen Teil, der 1936 beginnt und in Spanien spielt, zu Zeiten der Franco – Diktatur. Dann gibt es noch einen Teil, der in der Gegenwart angesiedelt ist. Als die spanischstämmige Großmutter Katarina erkrankt, begibt sich ihre
australische Enkelin Charlotte auf eine gefährliche Mission: es gilt, das Geheimnis eines Bildes zu entschlüsseln, welches Katarina einst vom Vater geschenkt bekam. Doch bevor der Vater die Signifikanz des Gemäldes enthüllen konnte, verstarb er. Jahre später muss Katarina wissen, was es mit dem Gemälde auf sich hat und so bittet sie ihre Enkelin Charlotte um Hilfe. Diese erfährt, dass Katarina einst eine gefeierte Falmencotänzerin war, und dass es der Flamencoszene das Herz brach, als die Spanierin abrupt die Flamencoschuhe an den Nagel hängte.Man erfährt als Leser viel von der zunächst heimlichen Leidenschaft Katarinas. Für eine höhere Tochter wie sie galt es nicht als schicklich, zu tanzen, und Katarinas erste große Liebe, ein Gitarrist, war absolut nicht standesgemäß…doch Katarina kämpfte für den Traum und die Liebe…Der Roman ist eine Familiengeschichte, ein (kultur)historischer Abriß, eine Erzählung über Musik und Tanz, eine Liebesgeschichte und eine Geschichte der Emanzipation. Da ich über den Flamenco vor der Lektüre eigentlich nicht viel wusste, konnte mich die von der Autorin entworfene Welt in Erstaunen versetzen, und das Vorhandensein von zwei Zeitebenen gefiel mir auch gut. Die Figuren waren liebevoll ausgearbeitet und sie agierten vor dramatischer Kulisse. Stil und Sprache passen gut zur Erzählung und Katarinas Lebensgeschichte ist schillernd und facettenreich. Die eher ängstliche Charlotte wächst während ihrer Reise nach Spanien über sich hinaus, sie fasst wieder neuen Mut. Charlotte folgt dem Beispiel ihrer Großmutter. Sie steht endlich zu ihrer wahren Leidenschaft! Was es mit dem geheimnisumwitterten Bild auf sich hat, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Ihr müsst den Roman selbst lesen!


Fazit:
„Die spanische Tänzerin“ ist ein schöner Schmöker, der vor allem Frauen begeistern wird. Eine interessante Handlung wird mit tollen Figuren kombiniert. Genau das richtige Lesefutter für trübe Herbsttage!

Veröffentlicht am 14.09.2017

Hinter jeder Tür lauert das Grauen

Palast der Finsternis
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Stefan Bachmann konnte bereits mit seinem Erstling „Die Seltsamen“ einen Überraschungserfolg landen. Der in den USA geborene Schriftsteller ist mittlerweile wieder im Land seiner Vorfahren angekommen ...


Stefan Bachmann konnte bereits mit seinem Erstling „Die Seltsamen“ einen Überraschungserfolg landen. Der in den USA geborene Schriftsteller ist mittlerweile wieder im Land seiner Vorfahren angekommen und lebt in der Schweiz. Für mich war klar, dass ich „Palast der Finsternis“ lesen möchte, auch das Fantasygenre mag ich gern.

Worum geht’s in „Palast der Finsternis“?

Der Autor operiert mit zwei Zeitebenen - 1789, Frankreich, Revolution, terreur, und einer Adelsfamilie, die dem Untergang geweiht ist. Protagonistin Aurélie steht im Mittelpunkt.
Dann gibt es noch die Gegenwarts - Ebene mit Protagonistin Anouk. Mit vier anderen ist die verstockte Anouk nach Frankreich gekommen, um einen verschütteten Palast aus der Periode der Französischen Revolution zu erforschen. Da habe ich mich bereits gewundert, wieso ausgerechnet mehr oder weniger fachfremde Teenies mit der Aufgabe betraut wurden, und nicht versierte Archäologen und Historiker, so wie auch eine Figur aus dem Buch. Auf Betreiben eines Wissenschaftlers machen sich Anouk und die anderen Jugendlichen also ans Werk: Der unterirdische Palast, den ein französischer Aristokrat einst als Schutz vor den Revolutionswirren erbaute, will schließlich erforscht werden.
Doch schon bald wird den Teenagern klar, dass ein falsches Spiel mit ihnen gespielt wird, denn hinter jeder verschlossenen Tür lauert das Grauen und es ist unklar, ob es aus der Ruine ein Entkommen geben wird …

Stefan Bachmann erzählt eine spannende Fantasygeschichte mit Horrorelementen, die mir sehr gut gefallen hat, denn ich finde es innovativ, die Französische Revolution zum Ausgangspunkt eines modernen Fantasyromans zu machen. So wird Jugendlichen wenigstens in Ansätzen ein Stück Geschichte nahegebracht. Bachmann hat wirklich eine eigene Idee umgesetzt, und dies im wahrsten Sinne des Wortes phantastisch. Er hat nicht den x- ten Abklatsch geschrieben. Keine Dystopie, die auf einer japanischen Vorlage basiert. Keine Vampirschmonzette, sondern einen gut durchdachten Roman. Seine Figuren hat der Autor liebevoll und facettenreich ausgearbeitet, dies ist aber nicht zu Lasten des plots geschehen, der durchweg spannend und auch gruselig ist. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und ich fand es schade, als ich es ausgelesen hatte. Zu Beginn der Lektüre habe ich jedenfalls nicht mit den kommenden Ereignissen gerechnet, auch wenn der Kniff „Hinter verschlossenen Türen lauert das Grauen“ in der Literaturgeschichte und insbesondere im Horrorgenre eigentlich nichts Neues ist. Bachmann ordnet seine Erzählelemente aber zu einem stimmigen Ganzen an und erschafft mit „Palast der Finsternis“ eine tolle Lektüre nicht nur für Genrefans. Ich finde auch, dass „Palast der Finsternis“ trotz des jugendlichen Alters der Protagonisten unter dem Label All – Age – Fantasy laufen kann. Man muss betonen, dass der Autor handwerklich vielen anderen Autoren überlegen ist. Die französischen Einsprengsel platziert er korrekt und fehlerfrei. Und erst die Beschreibungen! Präzise, liebevoll, blumig, poetisch, aber nie kitschig. Perfekt evoziert er die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts in Frankreich, obwohl er buchstäblich seine Geschichte auf engstem Raum erzählt. Einfach nur klug! Und am Ende führt er alle Erzählfäden zusammen. Die Protagonisten durchlaufen eine Entwicklung: Die traurige Anouk entdeckt die heilende Kraft der Freundschaft.

Fazit:

Stefan Bachmanns Roman hat mich super unterhalten und mir viele fesselnde Lesestunden beschert. Besonders gut gefielen mir Stil und Sprache, vor allem der historische Teil. Außerdem fand ich die Geschichte durchweg spannend. Ich vergebe für „Palast der Finsternis“ 5 von insgesamt fünf möglichen Sternen und spreche eine absolute Leseempfehlung aus!