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Veröffentlicht am 28.06.2025

Edie & Elliot gegen den Rest der Welt

Und plötzlich ist es wunderbar
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Vorab:

Mhairi McFarlane ist eine meiner liebsten Chicklitautorinnen. Sie schreibt Liebesromane ohne Pathos, daher braucht sie das Lob einer Emily Henry (die für eine neue Zielgruppe steht) eigentlich ...

Vorab:

Mhairi McFarlane ist eine meiner liebsten Chicklitautorinnen. Sie schreibt Liebesromane ohne Pathos, daher braucht sie das Lob einer Emily Henry (die für eine neue Zielgruppe steht) eigentlich nicht.

Die Umschlaggestaltung des Romans „Und plötzlich ist es wunderbar“ macht richtig Lust aufs Lesen. Ein besonderes Plus: Die Filmrollen auf dem Cover haben einen Bezug zum Buchinhalt, da es unter anderem um den Schauspieler Elliot geht. Die Figurenkonstellation erinnert ein wenig an den Hollywoodstreifen „Notting Hill“, in welchem ein Normalo – Brite (verkörpert von Hugh Grant) auf eine amerikanische Schauspielerin (Julia Roberts) trifft. Nur sind die Rollen in „Und plötzlich ist es wunderbar“ vertauscht: Die Britin Edie soll dem Tinseltown-Mimen Elliot eine zweite Chance geben. Kennengelernt hatten sich die beiden, als die 36jährige die (Auto)biographie des Superstars verfassen sollte. Nun gilt es, die Liebesbeziehung nicht scheitern zu lassen, doch da gibt es die Yellow Press und allerlei Hindernisse, außerdem hat Edie einen neuen (sehr charmanten) Arbeitskollegen.

Wird es für Elliot und Edie ein Happy End geben?

Mhairi McFarlanes neuer Roman ist die Fortsetzung von „Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt“ – dies war mir vor der Lektüre nicht klar. Man kann „Und plötzlich ist es wunderbar“ aber prima als Einzelband lesen (natürlich kann es nie schaden, die Vorgeschichte zu kennen).
Man merkt, dass die Autorin sehr viel Erfahrung hat – sie entwirft ein interessantes Szenario mit eigenwilligen Figuren. Die Kapitel sind kurz, der Stil einfach, was bewirkt, dass man das Gefühl hat, mittendrin statt nur dabei zu sein. Da es keine Ich-Erzählerin gibt, wird andererseits eine gewisse Distanz zum Leser aufgebaut, was mir aber schon vor der Lektüre klar war, da ich weiß, dass McFarlanes bevorzugte Perspektive die des auktorialen Erzählers ist, aufgelockert wird das Ganze durch Dialoge. Mir gefällt der trockene britische Humor dabei besonders gut, ich kann mir aber vorstellen, dass die Anspielungen und Witzchen im englischen Original noch lustiger sind. Instagram spielt in der Geschichte eine nicht unerhebliche Rolle, dies wirkt in der TikTok – Ära fast liebenswert altmodisch, schließlich gehören die Protagonisten nicht zur Gen Z. Mhairi Mc Farlane schreibt Chicklit mit Anspruch, daher ist die Handlung (wie in dem Genre üblich) einigermaßen vorhersehbar, was mich aber nicht gestört hat. Die Erzählung bietet gute Unterhaltung, als Autorin hätte ich die Geschichte jedoch stellenweise gestrafft.

„Und plötzlich ist es wunderbar“ von Mhairi McFarlane ist eine locker-leichte Lektüre für Zwischendurch. Da die Handlung im Winter (an Weihnachten) beginnt, ist das Buch auf den ersten Blick vielleicht nicht die klassische Strandlektüre. Eine routiniert geschriebene RomCom für laue Sommerabende ist „Und plötzlich ist es wunderbar“ allemal.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Inferno

Devil's Kitchen
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In „Devil’s Kitchen“ entführt die australische Autorin Fox die Leser in die USA, nach New York.

Eine vierköpfige Truppe von Feuerwehrmännern begeht das scheinbar perfekte Verbrechen. Während ...

In „Devil’s Kitchen“ entführt die australische Autorin Fox die Leser in die USA, nach New York.

Eine vierköpfige Truppe von Feuerwehrmännern begeht das scheinbar perfekte Verbrechen. Während sie selbstverursachte Brände löschen, gehen die firefighter auf Raubzüge (Banken und Juweliere sind die bevorzugten Ziele) und sie begehen Versicherungsbetrug. Eine brenzlige Situation entsteht, als einer der Männer, Ben, den Verdacht hegt, dass die Kollegen seiner Freundin und ihrem Sohn etwas angetan haben könnten, denn die Latina Luna ist spurlos verschwunden, scheinbar einem Drogenkartell ihrer mexikanischen Heimat zum Opfer gefallen. Auf seinen anonymen Hilferuf hin wird eine Freelancerin, die als Undercoveragentin arbeitet, von den Behörden eingeschleust. Andrea „Andy“ Newland ist mit allen Wassern gewaschen & sie lässt sich fürstlich für ihre Dienste entlohnen, zumal ihr aalglatter Chef vom FBI skrupellos die Lorbeeren einheimsen will, da er vermutet, dass die Feuerwehrmänner von „Engine 99“ auch für einen bislang unaufgeklärten brutalen Polizistenmord verantwortlich sind. Um in den inneren Kreis vorzudringen, gibt Andy vor, Bens neue Freundin zu sein. Als die Crew den größten Coup ihrer Geschichte plant, gerät Andy in Teufels Küche…

Die Umschlaggestaltung der deutschen Ausgabe gefällt mir besser als das Originalcover, auch die Übersetzung von Andrea O’Brien ist sehr gelungen. Auf 431 Seiten wird ein ‚Spannungskracher‘ mit einem mehr oder weniger überraschenden Ende präsentiert. Durch die bildhafte Erzählweise der Autorin hatte ich zeitweise sogar das Gefühl, einen Actionfilm zu gucken. Der Roman ist einigermaßen dialoglastig, dies gefiel mir leider nicht so gut. Fox‘ Motto könnte „It’s a man’s world“ lauten, denn ihre vor Testosteron nur so strotzenden Protagonisten sind nicht zimperlich. Andy als toughe Ermittlerin schrammt haarscharf am Klischee der starken Frau vorbei. Nach und nach wird die jeweilige Motivation der (Anti)helden (der Anführer Matt Roderick etwa ist der einzige Überlebende einer Einheit, die am 11. September 2001 im Einsatz war) enthüllt und man erfährt, was Adrenalinjunkie Andrea antreibt. Ich hätte mir dennoch stellenweise eine filigranere Figurenzeichnung gewünscht.

New Yorker Feuerwehrleute auf Beutezug – diesen Ansatz fand ich angesichts der verheerenden Brandkatastrophe von Los Angeles im Jahr 2024 fast ein wenig makaber. Ein Thriller über australische Buschfeuer hätte Candice Fox in der Heimat wohl Kritik eingebracht, dabei sind die nicht-amerikanischen settings Fox‘ große Stärke.

Fazit: „Devil’s Kitchen“ hat mich trotz kleiner Schwächen gut unterhalten. Ich werde auch zum nächsten Roman aus Fox‘ Feder greifen.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Tod im Temple-Bezirk

Der Tote in der Crown Row
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„Lord Dunning jedoch, höchster Richter des Landes, entsprach in jeder Hinsicht den Erwartungen der Gesellschaft […]. Gewiss wäre niemand auf die Idee verfallen, dass Lord Dunning Opfer eines ...

„Lord Dunning jedoch, höchster Richter des Landes, entsprach in jeder Hinsicht den Erwartungen der Gesellschaft […]. Gewiss wäre niemand auf die Idee verfallen, dass Lord Dunning Opfer eines Mordes werden könnte.“

London, 1901:
Im Herzen der englischen Rechtswelt, dem Temple-Bezirk, herrscht helle Aufregung: Der höchste Richter des Landes, Lord Dunning, wird eines Morgens tot aufgefunden, und die Aufgabe, den Mord aufzuklären, fällt Kronanwalt Gabriel Ward zu, da die Polizei nicht befugt ist, im altehrwürdigen Viertel zu ermitteln. Der Protagonist ist ein spezieller Typ – Scharfsinn und Rechtschaffenheit zeichnen ihn aus, allerdings ist er in gewisser Weise auch ein wenig schrullig – very British eben! Die Charakterisierung des Junggesellen Ward macht ihn in meinen Augen liebenswert, spätestens seit der Erfindung von Hercule Poirot dürfen (Hobby)detektive auch Macken haben, solange sie nur brillant sind…

Diese Inhaltsangabe hört sich zugegebenermaßen etwas trocken an, mir gefiel der historische Kriminalroman von Sally Smith aber gut. Die Autorin verfügt zweifellos über ein fundiertes Wissen, welches sie geschickt zur Erschaffung einer interessanten Krimihandlung nutzt. Auch die deutsche Übersetzung von Sibylle Schmidt ist recht gelungen, sodass „Der Tote in der Crown Row“ auch auf formaler Ebene überzeugen kann. Man muss sich als Leser/in allerdings für das Cozy Crime – Genre erwärmen können. Sally Smith entführt die Leser in eine Welt voller Traditionen und Geheimnisse, ohne dabei auf billige Schockmomente zu setzen, was aber auch bedeutet, dass das pacing eher gemächlich ist, da die Britin sich Zeit nimmt, um ihre Geschichte zu erzählen. Neben dem Hauptplot gibt es noch eine Nebenhandlung, über den genauen Verlauf will ich an dieser Stelle jedoch nicht viel verraten, um Spoiler zu vermeiden.

„Der Tote in der Crown Row: Ein Fall für Sir Gabriel Ward“ ist ein (kammerspielartiges)Whodunit, daher ist es einerseits ein klassischer britischer Schmöker und andererseits ein atmosphärisches Puzzle der unvorhergesehenen Wendungen, das nie langweilig wird.
Erzähltechnisch ist es eigentlich ein alter Hut, wenn eine geheimnisumwitterte Welt aus den Fugen gerät. Es ist die Umsetzung, die hier begeistert, ein detailverliebter „Feinschliff“, der die Geschichte von Krimieinheitsbrei, der derzeit auf den Markt geworfen wird, angenehm abhebt. Daher empfehle ich „Der Tote in der Crown Row: Ein Fall für Sir Gabriel Ward“ gern zur Lektüre.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Selbstfindung in Australien

No Hard Feelings
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Ich gebe es zu:

Das Cover von „No Hard Feelings“ hat mich zum Lesen „verführt“. Die warme Farbgebung und die stilisierte Frauenfigur in der Mitte des Buchumschlages machen neugierig auf Geneviève Novaks ...

Ich gebe es zu:

Das Cover von „No Hard Feelings“ hat mich zum Lesen „verführt“. Die warme Farbgebung und die stilisierte Frauenfigur in der Mitte des Buchumschlages machen neugierig auf Geneviève Novaks Debutroman.


Die Hauptfigur Penelope ‚Penny‘ Moore ist 27 Jahre alt und befindet sich in einer Dauerkrise. Wann beginnt endlich ihr richtiges Leben? Sie ist in ihrem Beruf als Account Managerin einerseits überfordert und möchte andererseits unbedingt von ihrer unterkühlten Chefin gemocht werden. Die On/Off Beziehung zu ihrem egoistischen (Ex)freund Max Fitzgerald tut ihr gar nicht gut, ihre Tinderdates sind unbefriedigend, aber es gibt auch Gutes im Leben der Australierin, die als Kind von der Mutter verlassen wurde: Zwar gibt es auch ein Konkurrenzdenken zwischen ihr und ihren Freundinnen (schließlich sind sie der jungen Frau in allen Dingen einen Schritt voraus), aber sie geben Penny auch Halt. Ihr Mitbewohner Leo, ein smarter Architekt, ist ein Typ zum Pferdestehlen…

Penny ist nicht von Krankheit, Krieg oder Armut bedroht. Da sie jedoch unter Panikattacken leidet und zur Therapie geht, wäre es gemein, ihre Schwierigkeiten als First World Problems abzutun. „No Hard Feelings“ ist in gewisser Weise ein Coming of Age – Roman, obwohl Penelope schon auf die 30 zusteuert. Man begleitet die von Selbstzweifeln gebeutelte Protagonistin auf ihrer Reise zu sich selbst, im Verlauf der Geschichte gewinnt die Heldin an Reife.

Anfangs fand ich den Roman stilistisch klasse, der Einsatz von Textnachrichten verleiht der Geschichte eine moderne Note. Eine Ich-Erzählerin führt durch das Geschehen, was einerseits den Blick des Lesers verengt & andererseits Sympathie für Penny erzeugen soll, ich hatte während der Lektüre definitiv Mitleid mit der Protagonistin, andererseits fand ich sie für ihr Alter fast zu kindisch. Wenn auf der Bucket List „eine Lücke zwischen den Oberschenkeln“ steht, stellt sich die Frage, ob die literarische Figur stimmig ist (für einen Bridget-Jones-mäßigen Punkt zum Abhaken nimmt sich der Roman zu ernst). Insgesamt gefiel mir das Tempo der Erzählung nicht so gut, ich musste mich stellenweise zum Weiterlesen motivieren, die lineare, dialoglastige Erzählweise ist Geschmackssache.

Fazit:

Als großer Fan von „Fleabag“, mit der das Buch beworben wird, finde ich, dass der Roman der Serie nicht ganz gerecht wird, aber das ist ein Marketingproblem. Man darf auch keine heitere Chicklit à la „Bridget Jones“ erwarten, da das humoristische Element fehlt. Für ein Psychogramm ist „No Hard Feelings“, das thematisch an eine Sally-Rooney-Konstruktion erinnert, andererseits einen Tick zu flach.

Ich bereue es dennoch nicht, den Roman gelesen zu haben. Vielleicht waren meine Erwartungen aufgrund des Slogans ‚Fleabag trifft Dolly Alderton‘ & der fantastischen Umschlaggestaltung einfach zu hoch.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

GELUNGENE HOMMAGE

Captain Future
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"Die Regierung des Weltraums steckt in Schwierigkeiten. Und offenbar brauchen sie ein weiteres Mal Captain Futures Hilfe."

„Captain Future. Der ewige Herrscher“, erschienen bei Carlsen, weckt wohl ...



"Die Regierung des Weltraums steckt in Schwierigkeiten. Und offenbar brauchen sie ein weiteres Mal Captain Futures Hilfe."

„Captain Future. Der ewige Herrscher“, erschienen bei Carlsen, weckt wohl bei vielen Lesern nostalgische Erinnerungen an die Fernsehserie, die ab den 1980er Jahren in Westdeutschland über die Mattscheiben flimmerte. Das Setting ist natürlich futuristisch – Abenteuer im Weltall im 31. Jahrhundert! Die Themen sind jedoch universell: Loyalität und Freundschaft, Mut und Toleranz (schließlich arbeiten Angehörige verschiedener Spezies zusammen), der Kampf gegen das Böse. Beim Lesen hatte ich sofort die Erkennungsmelodie und Phil Fuldners Hit – „The Final“ im Ohr.

Die Verfasser (Autor Sylvain Runberg und Zeichner Alexis Tallone) bringen ‚Captain Future‘ auf eine Art und Weise zurück, die an die alten Abenteuer erinnert; dennoch ist es zugleich eine frische Adaptation, die hier präsentiert wird. Damit zollen Runberg & Tallone sowohl dem Erfinder Edmond Hamilton als auch der beliebten japanischen Zeichentrickserie Respekt. Insofern handelt es sich bei dieser Publikation um eine größtenteils gelungene Hommage.

Das Format des Comics ist eher groß und etwas unhandlich, die hochwertige Umschlaggestaltung (und Verarbeitung) des Buches ist aber nicht nur für Puristen ein Schmankerl! Der Druck ist sauber und präzise, durch die bewegten Bilder war die Anime -Serie allerdings einen Tick verspielter und dynamischer. Die Protagonisten (Roboter Grag, der Androide Otto/Otho & Professor Simon Wright) rund um Curtis Hamilton aka ‚Captain Future‘ sind gewohnt kultig, es ist allerdings fraglich, ob es nötig war, ausgerechnet die weibliche Heldin Joan (ursprünglich Hamiltons love interest) zu modifizieren. Toughe Amazonen sind in meinen Augen mittlerweile ein wandelndes Klischee…

Über den Inhalt will ich an dieser Stelle gar nicht viel verraten, um Spoiler zu vermeiden.

Eines ist sicher – dieses Bande dessinée

ist nicht nur für Science-Fiction-Fans ein Highlight!

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