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Veröffentlicht am 31.01.2026

Staubtrockener und langatmiger Anfang, aber dann ...

Der Kurator
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Ein unbekannter Täter hinterlässt im vorweihnachtlichen Cumbria makabre Geschenke: abgetrennte Finger und die kryptische Nachricht #BSC6. Ein neuer Fall für Detective Sergeant Washington Poe und seine ...

Ein unbekannter Täter hinterlässt im vorweihnachtlichen Cumbria makabre Geschenke: abgetrennte Finger und die kryptische Nachricht #BSC6. Ein neuer Fall für Detective Sergeant Washington Poe und seine Freundin und Kollegin, die Analystin Tilly Bradshaw. Nach und nach werden die Opfer ermittelt, aber es gibt keine Verbindung zwischen ihnen. Durch akribische Kleinarbeit finden die beiden Ermittler schließlich doch einen Hinweis, und ein dringend tatverdächtiges Geschwisterpaar wird festgenommen. Beide leugnen, und noch immer ergeben die grausamen Taten keinen Sinn. Bis sich eine FBI-Agentin bei Poe meldet und dem Fall eine völlig neue Richtung gibt.

Dies war mein erster Band dieser Reihe, und ich habe für das erste und zweite Drittel des Buches sehr lange gebraucht, denn außer staubtrockener Ermittlungsarbeit vom Schreibtisch aus und durchaus witzigen Dialogen hatten die beiden Protagonisten nicht viel zu bieten. Der Erzählstil war für meinen Geschmack zu nüchtern und trocken, und manche der technischen Details waren echt zu komplex für mein kleines Hirn. Ich wollte das Buch schon zuklappen, zum Glück habe ich es nicht getan. Im letzten Drittel dann ging die Post ab, und ich kam, was Spannung, Action und Humor betraf, voll auf meine Kosten. Ich bin schwer beeindruckt von den Detailkenntnissen des Autors. Erschienen mir die beiden Hauptfiguren anfangs emotional unterkühlt, so hat sich das zum Ende hin erfreulich entwickelt. Okay, manche der Szenen sind nicht unbedingt glaubwürdig, zum Beispiel die Art und Weise, wie Poe und Bradshaw es geschafft haben, am Ende die abgelegene Insel in der Irischen See zu erreichen, aber ich hatte meinen Thrill.

Mr Craven hat eine neue Stammleserin gewonnen. Mich.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Nicht mein Ding

Der Tote im Kamin
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Winter 1952. Inspector Frank Grasby wird wegen einer dumm gelaufenen Sache in die North York Moors strafversetzt. Und dort fallen ihm die Toten buchstäblich vor die Füße. Unterstützung bekommt er von der ...

Winter 1952. Inspector Frank Grasby wird wegen einer dumm gelaufenen Sache in die North York Moors strafversetzt. Und dort fallen ihm die Toten buchstäblich vor die Füße. Unterstützung bekommt er von der Praktikantin Deedee. Wird es ihm gelingen, seine Pechsträhne zu überwinden und die Mordfälle zu lösen?

Dieser Krimi lebt von seiner lebhaften Atmosphäre und dem trockenen britischen Humor. Man kann sich die verschneite Landschaft im entlegenen Norden Englands sehr bildhaft vorstellen. Allerdings geht die Handlung eher schleppend voran, und echte Sympathien konnte ich weder für die Hauptfigur, noch für die gewitzte Deedee entwickeln.

Dennoch ist dieser Cosy Crime mit schnoddrigem Sprachwitz gespickt und durchaus unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Dramaturgisch schwächer als der vorherige Band

Kohle, Stahl und Mord: Das Totenhaus
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Eine junge Frau, die sich Eva nennt, wird verwirrt und mit blutüberströmtem Shirt aufgefunden, sie kann sich an nichts erinnern. Ein neuer Fall für die Kommissarin Elin Akay und ihre Freundin, die forensische ...

Eine junge Frau, die sich Eva nennt, wird verwirrt und mit blutüberströmtem Shirt aufgefunden, sie kann sich an nichts erinnern. Ein neuer Fall für die Kommissarin Elin Akay und ihre Freundin, die forensische Psychiaterin Jana Fäller. Es gelingt Jana, der jungen Frau unter Hypnose eine vage Erinnerung zu entlocken, die zu einem verlassenen Haus führt, in dem es in der Vergangenheit bereits zwei Mordfälle gegeben hat. Und dort liegt die grausam hingerichtete Leiche eines jungen Clan-Mitglieds. Sein Blut ist mit dem auf Evas Shirt identisch, aber ist sie auch die Mörderin?

Dieser zweite Band der Ruhrpott-Krimireihe ist langatmiger, er baut erst zum Schluss hin echte Spannung auf. Bei den Nebenfiguren kam ich einige Male durcheinander, ich musste zurückblättern, um die vom Mörder ausgedachten Spitznamen den reellen Figuren zuzuordnen. Auch irritierte mich das allzu sehr auf Harmonie ausgerichtete Verhältnis zwischen den beiden Protagonistinnen. Immer ist eine wohlwollende Vertrauensperson zur Stelle, die ihnen bei ihren Ermittlungen weiterhilft. Auf Dauer wirkt das unglaubwürdig, auch wenn es die Seele wärmt. Sehr schön finde ich allerdings wieder die hervorragend recherchierten Schilderungen der Arbeit und des Alltags unter Tage. So detailliert und verständlich habe ich das bisher noch nirgendwo gelesen.

Alles in allem ist dieser Krimi absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Liebenswert-grantiger Protagonist

Commissario Tasso auf dünnem Eis
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In einem noblen Hotel im tiefverschneiten Meran des Jahres 1962 wird die Leiche des Malers Carlo Colori gefunden. Commissario Aurelio Tasso beginnt eigentlich nur in dem Fall zu ermitteln, um einem alten ...

In einem noblen Hotel im tiefverschneiten Meran des Jahres 1962 wird die Leiche des Malers Carlo Colori gefunden. Commissario Aurelio Tasso beginnt eigentlich nur in dem Fall zu ermitteln, um einem alten Kollegen einen Gefallen zu tun. Und dann wird ihm auch noch gegen seinen Willen das vorwitzige Töchterlein des Bürgermeisters, Mara Oberhöller, zur Seite gestellt. Die angehende Jura-Studentin möchte ein wenig in die Polizeipraxis hineinschnuppern. Zur gleichen Zeit macht die emsige-beflissene Gastwirtin Rosa Marthaler eine Zeugenaussage, die der Ermittlung des Falls eine neue Richtung gibt und Aurelio und Mara nach Misurina führt. Und dort entdecken sie durch einen kuriosen Zufall eine weitere Leiche.

Dies ist der erste Krimi dieser Reihe. Nachdem ich vor einiger Zeit den dritten Band in die Hände bekommen habe, wollte ich nun wissen, wie alles mit Aurelio Tasso und Mara Oberhöller begann. Der Protagonist präsentiert sich zunächst als Stockfisch. Er fühlt sich in den kalten Gefilden des Nordens sichtlich unwohl, und man fragt sich, warum er nicht in seine Heimat Rom zurückkehrt. Und ganz besonders unpassend findet er, dass man ihm das kecke Fräulein zwangsweise zur Seite gestellt hat. Mara ist auf charmante Weise emanzipiert zu einer Zeit, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Tasso erkennt widerwillig, dass sie auch zu etwas nutze ist. Und wie die beiden am Ende auf pfiffige Weise den Fall gemeinsam lösen, ist so putzig, dass man einfach schmunzeln muss. Besonders liebenswert fand ich die Szene mit der kleinen Katze. Der Krimi lebt vom Flair der frühen 1960er Jahre, einer Zeit, in der es noch keine Smartphones gab und gute, bodenständige Polizeiarbeit vonnöten war. Das Coverbild ist zwar sehr stimmungsvoll, dessen Motiv hat aber mit der Handlung nicht viel zu tun.

Mein persönliches Fazit: Man muss diesen süditalienischen Miesepeter einfach gern haben, und die flotte Mara ist das perfekte Gegenstück zu ihm. Echte Spannung kommt zwar nicht auf, aber die heiter-entspannte Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch den ganzen Krimi zieht, ist wundervoll. Man möchte mit den beiden am Tisch sitzen, sich die leckeren Knödel der Gastwirtin aus Meran schmecken lassen und damit seinen Seelenfrieden wiederherstellen.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Das Böse unter der Sonne Schwedens

Rostiges Grab
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Dies ist der dritte Band einer Nordic Noir Krimireihe aus Schweden. Die Kriminalbeamtin Leonore Asker steht kurz vor ihrer Beförderung. Bislang leitete sie mit Erfolg die sogenannte Abteilung für Verlorene ...

Dies ist der dritte Band einer Nordic Noir Krimireihe aus Schweden. Die Kriminalbeamtin Leonore Asker steht kurz vor ihrer Beförderung. Bislang leitete sie mit Erfolg die sogenannte Abteilung für Verlorene Seelen. Aber bevor sie ihren neuen Posten antritt, drängt man ihr den Cold Case der vor zehn Jahren aufgefundenen verstümmelten Leiche einer jungen Ukrainerin auf. Deren dringend tatverdächtiger Ehemann ist seitdem verschwunden. Der Verdacht erhärtet sich, dass er sich bei seiner asozialen Familie im sogenannten Rostskogen, einem finsteren, verwahrlosten Waldstück mit einer ehemaligen Torffabrik, versteckt hält, denn dort wurde nun der abgetrennte und seitdem ebenfalls verschwundene Ringfinger der Toten wiedergefunden. Und es geht auch um den Fall einer im Jahre 1973 dort entdeckten Moorleiche, dem sogenannten Graumädchen, einem archäologisch interessanten Fund aus grauer Vorzeit. Leonore ist in einem inneren Zwiespalt. Natürlich reizt sie dieser ungeklärte Fall, aber wenn sie bei der erneuten Suche nach dem Mörder einen Misserfolg erleidet, kann sie ihre Beförderung abhaken. Und es gibt ein paar Zeitgenossen, denen es gar nicht gefallen würde, wenn sie diesen Fall neu aufrollt und womöglich zu einem erfolgreichen Ende bringt.

Zunächst das Positive. Leo Asker ist eine schlagkräftige und toughe Protagonistin, die keiner Konfrontation aus dem Weg geht. Auch wenn sie mir nicht wirklich sympathisch geworden ist, nötigt sie mir Respekt ab. Der düstere Rostskogen ist so bildhaft beschrieben, dass einem ein wohliger Schauer über den Rücken läuft. Und dass das Betreten dieses Geländes mit Lebensgefahr verbunden ist, bleibt keinem verborgen. Die Eigentümer, die Familie Offerlund, verteidigen ihre Privatsphäre mit Brachialgewalt. Wer hier unerlaubt eindringt, wird niemals wieder auftauchen. Und genau da hinein wagt sich Leo Asker im Alleingang. Manche Kapitel sind so packend, nervenzermürbend und bombastisch, dass man es kaum aushält. Wer ein schwaches Herz hat, sollte diesen Krimi besser nicht lesen.
Man könnte ihn also mit Wonne genießen, wenn uns das Kapitel auf den Seiten 202 bis 204 erspart geblieben wäre. In widerwärtigen Details bekommen wir hier grausame Tiermisshandlungen präsentiert. Da spricht der Katzenhasser, das Mittelalter lässt grüßen. Für solche Schilderungen habe ich nicht das allergeringste Verständnis, weiß man doch, dass sie allzu oft zu Nachahmungstaten führen. Hier fehlt ganz klar eine Trigger-Warnung am Anfang des Buches.
Damit war mir die Freude an diesem ansonsten spektakulären Schmöker gründlich verdorben. Da konnte auch der vor Action triefende Showdown nichts mehr retten. Am Ende klärt sich alles auf, die Zusammenhänge erweisen sich als perfider und verzweigter, als zunächst abzusehen war, und der Cliffhanger der letzten Zeilen lässt keinen Zweifel daran, dass es einen weiteren Band geben wird.

Mein persönliches Fazit: Ohne die unsäglichen Seiten 202 bis 204 hätte ich diesem Schweden-Krimi fünf Sterne gegeben. So werden es mit viel gutem Willen nur drei. Sehr schade.

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