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Veröffentlicht am 19.10.2022

Spannender, romantischer Weihnachtsroman

Auf tapsigen Pfoten ins Glück
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Mit „Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ erscheint der neue Weihnachtsroman von Petra Schier.
Jana ist eine etablierte und sehr erfolgreiche Glaskünstlerin. Eines Tages wird in ihren Laden eingebrochen und ...

Mit „Auf tapsigen Pfoten ins Glück“ erscheint der neue Weihnachtsroman von Petra Schier.
Jana ist eine etablierte und sehr erfolgreiche Glaskünstlerin. Eines Tages wird in ihren Laden eingebrochen und zahlreiche wertvolle Stücke zerstört. Kurz danach erhält Jana anonyme Drohungen. Die Polizei kann ihr nicht helfen, da keine verwertbaren Spuren vorhanden sind und Jana keinen Verdacht hat, wer dahinterstecken könnte.
Um ihre Sicherheit zu gewährleisten und herauszufinden, wer hinter den Taten stecken könnte, engagiert sie den Privatdetektiv Oliver Jones. Um die Ermittlungen so effektiv wie möglich zu gestalten, zieht dieser kurzerhand zusammen mit seiner sehr lebhaften Bordeauxdogge Scottie bei Jana ein.
Obwohl Jana und Oliver nicht unterschiedlicher sein könnten, spüren beide eine fast magische Anziehung zueinander. Doch kann daraus tatsächlich mehr werden?
Petra Schier schafft es durch ihre sehr bildliche und lebhafte Schreibweise, dass man als Leser sehr schnell in die Geschichte hineinfindet.
Der Einstieg ins Buch ist anders als erwartet – man trifft auf magische Figuren, die man so in einem Roman für Erwachsene eigentlich nicht vermutet. Immer wieder werden kleinere Kapitel dieser Art eingebaut, was mir immer auch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und zur weihnachtlichen Stimmung gepasst hat.
Jana lernt man schnell als sehr fröhliche, allseits beliebte Frau kennen, die mit beiden Beinen im Leben steht. Wenn es um ihre Kunst geht, kann sie recht bissig werden, trägt allerdings ihr Herz am rechten Fleck. Durch Enttäuschungen in der Vergangenheit ist sie vorsichtig geworden.
Oliver schließt man fast genauso schnell ins Herz wie seinen Hund Scottie. Beide bilden ein tolles Gespann und auch, wenn Oliver mit aller Macht versucht, die Liebe aus seinem Leben herauszuhalten, merkt man als Leser schnell, dass er ein sehr gefühlvoller Mann ist.
Die Suche nach dem Verantwortlichen für den Einbruch und die folgenden Geschehnisse sind spannend gestaltet und ich hatte ab und an sogar eine kleine Gänsehaut.
Man konnte miträtseln, wer dahinterstecken könnte – bis fast zum Schluss bin ich jedoch nicht darauf gekommen. Des Rätsels Lösung war dann schlüssig.
Neben der Spannung kam die Romantik nicht zu kurz, wobei mir hier an mancher Stelle der letzte Funken gefehlt hat. Hund Scottie kam erst zum Schluss so richtig zur Geltung. Das fand ich fast ein bisschen schade, da ich die Gedanken der Hunde in Petra Schiers Büchern immer besonders witzig und geistreich finde und Scottie in meinen Augen ein besonders drolliges Exemplar zu sein scheint.
Der Schluss des Romans war jedoch ganz nach meinem Geschmack und hat für mich dazu beigetragen, dass ich nun schon im Oktober gern die ersten Plätzchen backen und über den Weihnachtsmarkt schlendern möchte.

Fazit:
Wer romantische Lesestunden in weihnachtlicher Atmosphäre verbunden mit einer kleinen Kriminalgeschichte liebt, ist hier genau richtig. Aber Achtung: Man muss auch das Kind in sich noch bewahrt haben, um dieses Buch zu mögen!

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Veröffentlicht am 18.10.2022

Ein emotionaler historischer Roman

Ein Kind namens Hoffnung
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„Ein Kind namens Hoffnung – Die Geschichte einer heimlichen Heldin“ ist ein historischer Roman von Marie Sand.
Elly Berger arbeitet schon seit vielen Jahren als Köchin bei der jüdischen Familie Sternberg ...

„Ein Kind namens Hoffnung – Die Geschichte einer heimlichen Heldin“ ist ein historischer Roman von Marie Sand.
Elly Berger arbeitet schon seit vielen Jahren als Köchin bei der jüdischen Familie Sternberg und ist den Familienmitgliedern in Freundschaft verbunden.
Als die Familie 1938 an die Nazis verraten wird und diese das Haus stürmen, reagiert Elly blitzschnell und rettet den Sohn des Hauses. Mit Leon zusammen ergreift sie die Flucht und muss versuchen, fern der Heimat sich und den Jungen durch die schweren Kriegsjahre zu bringen – immer mit der Hoffnung, eines Tages zurückzukehren und Leon wieder den eigenen Eltern zu übergeben.
Der Schreibstil der Autorin ist schnell und schnörkellos. Von der ersten Seite an wird man in die Geschichte förmlich hineingesogen und kann das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Unmittelbar wird man mit den handelnden Charakteren konfrontiert und lernt vor allem die Hauptprotagonistin Elly mit ihren Gedanken sehr intensiv kennen.
Elly war für mich eine sehr starke Protagonistin, die all ihr Handeln darauf fokussiert hat, in einer schweren Zeit zu überleben. Sie hat sich ausnahmslos von ihrem Verstand leiten lassen und ihre Gefühle beiseite geschoben. Sie hat funktioniert, um zu überleben und getan, was getan werden musste.
In all den geschilderten Situationen merkt man, was Elly für Opfer bringen musste, welche jedoch notwendig waren, damit sie und Leon die Kriegsjahre überstehen konnten.
Gleichzeitig gelingt es Marie Sand in beeindruckender Weise die damalige Zeit – den Hass auf die Juden, den allgegenwärtigen Hunger der Kriegsjahre und das nachbarschaftliche Misstrauen – darzustellen.
Aber auch kleine Lichtblicke in Gestalt von hilfsbereiten Menschen werden eingestreut.
Besonders gefallen hat mir die teils poetische und bildliche Sprache. Ich konnte mir die Welt, in der Elly gelebt hat, wunderbar vorstellen.
Beim Lesen musste ich jedoch immer mal wieder innehalten, da mich das Gelesene tief emotional berührt hat.
Fazit:
Marie Sand ist ein sehr emotionaler authentischer historischer Roman gelungen. Dass es sich hierbei um ihren Debütroman handelt, ist wirklich beeindruckend und ich freue mich darauf, mehr von ihr zu lesen.

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Ein spannender und unterhaltsamer Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht!

Spionin wider Willen
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Mit „Spionin wider Willen – Top Secret“ ist der Auftaktband einer Reihe von Mila Roth alias Petra Schier erschienen, welcher bereits vor ein paar Jahren herausgegeben wurde, nun aber mit neuem Coverdesign ...

Mit „Spionin wider Willen – Top Secret“ ist der Auftaktband einer Reihe von Mila Roth alias Petra Schier erschienen, welcher bereits vor ein paar Jahren herausgegeben wurde, nun aber mit neuem Coverdesign neu aufgelegt wurde.
Die Reihe umfasst zwischenzeitlich bereits 14 Fälle und ein Ende ist nicht in Sicht.
Janna Berg ist eine junge Frau Anfang 30, Pflegemutter von 8-jährigen Zwillingen und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Doch als sie ihre Schwester am Flughafen abholen will, wird sie plötzlich von einem fremden Mann angesprochen, welcher ihr einen Umschlag mit einer DVD in die Hand drückt und sie damit in einen ungeahnten Sog internationaler Terrorverbindungen und Geheimdienste hineinzieht.
Der Roman besticht mit einem flotten humorvollen Schreibstil, der es auch an Spannung nicht mangeln lässt.
Die Hauptfiguren sind authentisch beschrieben:
Janna in ihrem familiären sehr liebevollen Umfeld ist einem sofort sympathisch und mit ihrer unbedarften Art habe ich sie vollkommen ins Herz geschlossen. Gleichzeitig ist sie jedoch auch eine Frau, die sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen lässt, was auch der sehr gut aussehende Agent Markus Neumann erkennen muss. Dieser ist ein Agent, wie man ihn sich vorstellt – abgeklärt und am liebsten auf eigene Faust unterwegs.
Die Dialoge sind teilweise sehr witzig und haben mich an mancher Stelle zum Schmunzeln gebracht.
Das zwischen den beiden bestehende Knistern ist förmlich spürbar und verspricht für die Folgebände einiges an Spannung und Unterhaltung.
Durch die recht kurz gehaltene Seitenanzahl und auch den schnellen Wechsel der Kapitel wird man in die Handlung hineingesogen und man fliegt förmlich durch die Seiten.
Das Ende ist gut abgerundet, lässt aber auf weitere spannende Ermittlungen dieses wunderbaren Duos hoffen.

Fazit:
Dieses Buch ist ein gelungener Auftakt einer Spionage-Reihe rund um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg, der mir gezeigt hat, dass die Autorin neben historischen Romanen und Liebesromanen auch kurzweilige Unterhaltungslektüre sehr gut verpacken kann.
Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite wunderbar unterhalten und ich werde dieser Reihe mit Sicherheit treu bleiben.

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Veröffentlicht am 30.09.2022

Ein gelungener Trilogie-Auftakt

Schloss Liebenberg. Hinter dem hellen Schein
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Mit „Schloss Liebenberg – Hinter dem hellen Schein“ erscheint der erste Band der neuen Trilogie von Hanna Caspian.
Adelheid Schaaf, die Tochter eines Tagelöhners, kann Anfang des 20. Jahrhunderts ihr Glück ...

Mit „Schloss Liebenberg – Hinter dem hellen Schein“ erscheint der erste Band der neuen Trilogie von Hanna Caspian.
Adelheid Schaaf, die Tochter eines Tagelöhners, kann Anfang des 20. Jahrhunderts ihr Glück kaum fassen. Sie bekommt eine Anstellung als Stubenmädchen im Schloss Liebenberg, verdient regelmäßig Lohn und kann damit ihrer Familie helfen.
Doch schon bald treten die ersten Neider auf den Plan, die von Missgunst getrieben sind und Adelheid die neue Stellung nicht gönnen. Durch Intrigen wird Adelheid zum Hausmädchen degradiert und muss mit der ebenfalls bestraften und bereits sehr erfahrenen Hedda Pietsch eine Stube teilen. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich schnell eine Freundschaft, die Adelheid in dieser neuen Welt Kraft gibt.
Während Adelheid in dieser glitzernden Welt Fuß fasst, bahnt sich im Schloss ein schier unfassbarer Skandal an, der in die Geschichte als Harden-Eulenburg-Affäre eingeht und maßgebliche Auswirkungen auf die Herren, aber auch auf die Diener des Schlosses haben wird.
Der Schreibstil von Hanna Caspian ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen.
Schnell lernt man die handelnden Personen kennen. Das besondere an dieser Romanreihe ist das Erfahren der Geschehnisse aus der Sicht der Dienstboten. Das Setting und die Abläufe im Schloss kann man sich bildlich sehr gut vorstellen.
Man lernt den harten arbeitsreichen Alltag, die Hierarchien innerhalb der Dienstboten, aber auch die Lebensverhältnisse außerhalb des Schlosses kennen.
Dass die Dienstboten unter der damaligen Klassengesellschaft stark leiden mussten, wird deutlich und hat mich so manches Mal beim Lesen sprachlos gemacht.
Die einzelnen Charaktere bleiben im Laufe der Geschichte noch etwas blass, jedoch lernt man schon erste Lebenswege/Schicksale und natürlich Charakterzüge kennen, die sich im Laufe der Trilogie sicher noch vertiefen werden.
Adelheid als Hauptprotagonistin ist mir sofort sympathisch geworden. Sie ist fleißig, lernt schnell, muss aber immer wieder mit Vorurteilen kämpfen. Die Sinneswandlung zum Ende des Romans war für mich nicht ganz nachvollziehbar, sodass ich im 2. Band auf weitere Erklärungen hoffe.
Der politische Skandal klingt im Laufe des Romans immer wieder an, doch es wird hier nicht so direkt Bezug auf die betreffenden Personen in den gehobenen Kreisen genommen, sondern man erfährt auch diesen Teil eher aus der Sicht der Dienstboten. Die Unruhe im Dienstbotentrakt ist förmlich spürbar und ich finde es gut, dass hier nicht nur die herrschende Klasse zu Wort kommt, sondern auch die Nöte und Sorgen der Dienstboten im Zusammenhang mit den sich anbahnenden Veränderungen.
Leider baute sich für mich der Spannungsbogen nicht so recht auf, sondern die Geschichte plätscherte eher vor sich hin. Jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass die Story im Band 2 weiter an Fahrt aufnehmen wird.
Das Ende des Romans ist sehr offen gehalten. Viele Probleme, die im 1. Teil anklingen, werden wohl erst in den Folgebänden wieder aufgegriffen, sodass ich mich jetzt schon auf Band 2 freue, um die Geschichte von Adelheid und ihren Mitstreitern, aber auch die Entwicklung des Skandals rund um Fürst von Eulenburg zu erfahren.

Fazit:
Es war ein lesenswerter historischer Roman, der die damalige Zeit aus Sicht der unteren Klasse beleuchtet und einen sehr guten Einblick in diese Welt gibt. Mich hat die Geschichte gut unterhalten, auch wenn es noch Potential für Verbesserungen gibt. Band 2 werde ich auf jeden Fall lesen!

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Veröffentlicht am 20.09.2022

Eine außergewöhnliche Frau

Dian Fossey - Die Forscherin
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Mit „Dian Fossey – Die Forscherin“ ist ein Roman über das Leben einer außergewöhnlichen Frau erschienen, die ihr Leben der Erforschung und Rettung der Berggorillas in Afrika gewidmet hat.

Susanna Leonard ...

Mit „Dian Fossey – Die Forscherin“ ist ein Roman über das Leben einer außergewöhnlichen Frau erschienen, die ihr Leben der Erforschung und Rettung der Berggorillas in Afrika gewidmet hat.

Susanna Leonard gelingt es durch ihre sehr flüssige und bildliche Sprache von Anfang an ein lebendiges Bild dieser sehr starken Frau zu zeichnen.

Der Roman ist dabei nicht chronologisch gegliedert, sondern blickt abwechselnd auf die prägende Kindheit von Dian, die Entwicklungen in den 60er Jahren sowie das gewaltsame Ende der Forscherin, sodass der Leser Stück für Stück mehr aus dem Leben von Dian Fossey erfährt.

Dem Roman gelingt es, sowohl die sehr erfolgreiche Arbeit von Dian Fossey im Bezug auf die Erforschung und Rettung der Berggorillas zu beschreiben, als auch die etwas schwierige Persönlichkeit dieser Frau herauszustellen.

Die sehr wichtige Arbeit, die Dian Fossey geleistet hat, war teilweise mit recht fragwürdigen Methoden im Bezug auf die Einheimischen verbunden. Ich finde es gelungen, dass auch diese Seite hier eindeutig zur Sprache kommt und Dian Fossey und ihre Lebensleistung nicht nur verklärt dargestellt wird.

Nach dem Lesen dieses Romans war ich teilweise erschüttert, welch starrsinnige und gewaltbereite Persönlichkeit Dian Fossey wohl in Wirklichkeit gewesen sein muss und mit welcher Kompromisslosigkeit sie gegen die Einheimischen vorgegangen ist. Dass sie sich durch ihr Verhalten zahlreiche Feinde geschaffen hat, ist nicht verwunderlich.

Da es sich um eine Romanbiografie handelt, gehe ich davon aus, dass Dian Fossey auch tatsächlich so war.
Das Thema Naturschutz und Artenerhalt ist damals wie heute unglaublich wichtig, sodass mich besonders auch das Nachwort berührt hat, in dem erwähnt wird, dass sich die Population der Berggorillas seit Fosseys Tod wesentlich verbessert hat und ihre Arbeit somit nicht vergebens war.

Alles in allem wurde das Leben, die Persönlichkeit und die Entwicklung dieser wohl nicht unumstrittenen Frau sehr gut umschrieben.
Mir kam jedoch die Arbeit mit den Gorillas etwas zu kurz, sodass ich hier einen Punkt abziehen würde.

Es ist ein absolut lesenswerter Roman über das Leben und Wirken einer sehr starken Frau, welches mich nachhaltig beeindruckt hat!

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