Profilbild von kleinebuecherwelt

kleinebuecherwelt

Lesejury Star
offline

kleinebuecherwelt ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kleinebuecherwelt über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2026

Voller Wärme

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
0

In Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand entführt die Autorin den Leser in eine gemütliche Welt, die einen alles um sich herum vergessen lässt. Das Buch hat eine gemütliche Atmosphäre und steckt voller ...

In Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand entführt die Autorin den Leser in eine gemütliche Welt, die einen alles um sich herum vergessen lässt. Das Buch hat eine gemütliche Atmosphäre und steckt voller Ruhe, sodass man beim Lesen den Stress des Alltags loslassen kann. Der Briefladen gibt Menschen die Chance, anonyme Briefe zu schreiben, die anschließend an eine unbekannte Person vermittelt werden. Die Idee habe ich geliebt und sorgt für viel Tiefe.
Die Geschichten verschiedener Charaktere werden behandelt, die zum Nachdenken anregen. Im Fokus stehen neben Träumen auch Ängste und Hoffnungen, was für viel Abwechslung sorgt. Die Charaktere habe ich alle ins Herz geschlossen und hätte sie noch länger verfolgen können. Ich habe das Buch bewusst langsam gelesen, weil es einfach eine so schöne cozy Blase schafft, die einen abschalten lässt. Es steckt voller Wärme. Außerdem beschreibt die Autorin alles so bildhaft, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort und Teil des Briefladens zu sein.
Berührt hat mich vor allem die Beziehung von Hyoyeong zu ihrer Schwester. Mit allen Facetten wird gezeigt, durch welche Faktoren Geschwisterbeziehungen belastet werden, aber auch wie eine Annäherung und gegenseitiges Verständnis möglich sind.


Fazit: Eine heilsame Geschichte, die perfekt für Menschen ist, die Briefe mögen.

Veröffentlicht am 09.06.2026

Wie kann sie nur?

Wie kann sie nur?
0

In Wie kann sie nur? beleuchtet Sophie Passman das Thema Feminismus und generell die Rolle von Frauen im Zusammenhang mit Social Media. Dabei legt sie den Schwerpunkt auf unterschiedliche Themen, denen ...

In Wie kann sie nur? beleuchtet Sophie Passman das Thema Feminismus und generell die Rolle von Frauen im Zusammenhang mit Social Media. Dabei legt sie den Schwerpunkt auf unterschiedliche Themen, denen in einzelnen Kapiteln viel Raum gegeben wird. Sei es bezüglich Schönheitsidealen, Trends oder Erfolg. Ihre Analysen sind sehr gut gelungen, bringen ihre Gedanken auf den Punkt und lassen sich leicht lesen. Generell ist ihr Schreibstil super, weil er sich sehr flüssig liest und für ein Sachbuch überhaupt nicht anstrengend ist. Dadurch lässt sich das Buch leicht weglesen. Herausstechen die persönlichen Einblicke der Autorin, die die Themen nahbar machen und als Beispiele die aufgezeigten Phänomene unterstützen. Hier bewundere ich sie auch für ihre Offenheit und Verletzlichkeit.
Bezüglich der einzelnen Themen habe ich gemerkt, dass ich von vielem weniger betroffen bin, als ich es vielleicht zu meiner Teenagerzeit gewesen wäre. Für mich persönlich war das ein gutes Zeichen, weil es mir zeigte, dass ich erstens, wohl wirklich nicht zu viel Zeit auf Social Media verbringe und zweitens, mittlerweile eine gute Distanz zu vielem habe. Es brachte mich aber zum Nachdenken darüber, warum Frauen, die wie die Autorin älter als ich sind, noch so beeinflussen lassen und ließ mich hier besonders mitfühlen, weil es verdeutlicht, in was für einem Teufelskreis man als Frau in der Gesellschaft oft steckt, der sich durch Social Media verschärft. Man kann es einfach niemandem Recht machen. Demnach fand ich die Einblicke dennoch interessant und sie haben mich zum Nachdenken bewegt. Auch bin ich mir sicher, dass sich viele hier gesehen fühlen und das Buch vor allem für jüngere Leserinnen bereichernd und eine Inspiration dafür sein kann, einen größeren Abstand zu den sozialen Medien zu suchen.
Super fand ich auch die Referenzen zu aktuellen Popkultur-Trends wie dem Barbie-Film, Hype um Taylor Swift oder Influencer mit hoher Reichweite. Hier hat man gemerkt, dass die Autorin wirklich immer am Kern der Zeit ist und nichts verpasst, was für ein Buch mit diesem Thema wichtig ist. Anders hätte sie die Grundthematik sonst nicht so vielschichtig darstellen können.
Insgesamt ist für mich das Buch vor allem aus der medienwissenschaftlichen Perspektive spannend gewesen, die mich sogar mehr als die feministische eingenommen hat.

Fazit: Ein spannender Blick auf die Rolle von Frauen in den sozialen Medien und wie diese mehr von unserem Alltag und Selbstbewusstsein beeinflussen, als man annehmen würde.

Veröffentlicht am 25.05.2026

Ein beeindruckendes Portrait

Das Geheimnis der Isländerinnen
0

Mit Das Geheimnis der Isländerinnen ist Eliza Reid ein vielschichtiges Portrait einer inspirierenden Gesellschaft gelungen, das zeigt, wie Geschlechtergleichberechtigung funktionieren kann und was für ...

Mit Das Geheimnis der Isländerinnen ist Eliza Reid ein vielschichtiges Portrait einer inspirierenden Gesellschaft gelungen, das zeigt, wie Geschlechtergleichberechtigung funktionieren kann und was für positive Auswirkung diese hat. Für einen besonderen Blickwinkel sorgt, dass die Autorin selbst aus Kanada kommt und für ihren Mann nach Island gezogen ist. Das erlaubt einen objektiven Blickwinkel auf das Land und mir hat sehr gut gefallen, dass man dadurch auch erfährt, wie sie das Land als Eingewanderte wahrnimmt und dem Thema Migration in ihrem Buch einen Platz verleiht. Neben den Bezügen zu eingewanderten Frauen werden aber auch zahlreiche weitere Aspekte beleuchtet und gezeigt, wie diese in ihrer Gesamtheit zur beeindruckenden Geschlechtergleichberechtigung in Island führen. Deutlich wird, dass es nicht ausreicht nur über das Thema Feminismus zu reden, sondern wirklich Taten folgen müssen und diese unterschiedliche Aspekte miteinschließen müssen, damit eine Gesellschaft als Ganzes Fortschritte machen kann. Sehr viele Inhalte haben mich beeindruckt.
Besonders inspiriert hat mich, wie in Island Müttern ermöglicht wird, Familie und Arbeit gut unter einen Hut zu bekommen. Statt Kinder als zusätzliche Belastung zu sehen, können diese in den Berufsalltag integriert werden, ohne dass sich Kollegen beschweren. Anhand ihrer eigenen Erfahrungen als berufstätige Mutter verdeutlich die Autorin, wie einfach es einem dort gemacht wird, beides unter einen Hut zu bekommen. Andere Länder können sich da wirklich einiges abschauen und dass in Island so viele Kinder geboren werden und Großfamilien keine Ausnahme darstellen, bestätigen die positiven Auswirkungen der Maßnahmen.
Zum Nachdenken gebracht haben mich aber auch die Einblicke in Islands Medienlandschaft und wie anders dortige Medien über Frauen als die anderer Länder berichten. Deutlich wird dadurch, wie man beim Aufwachsen von der Berichterstattung geprägt wird, der man ausgeliefert wird und was für einen großen Unterschied es macht, wenn Magazine respektvoll statt verurteilend über Frauen sprechen. Auch die Themen Kultur, Politik, Bildung und Unternehmertum werden beleuchtet und liefern spannende Einblicke.
Dadurch, dass Eliza Reid hier interviewte Frauen selbst zu Wort kommen lässt, statt nur Analysen zu liefern, wirken die Inhalte noch persönlicher und glaubhafter. Ich mochte die Geschichten der einzelnen Frauen und habe mich diesen beim Lesen sehr verbunden gefühlt. So viele spannende Persönlichkeiten werden vorgestellt und dabei lernt man nicht nur viel über das Thema Geschlechtergleichberechtigung, sondern auch Island als Land kennen.

Fazit: Ein inspirierendes Portrait eines Landes, das nicht nur über das Thema Geschlechtergleichberechtigung spricht, sondern es wirklich lebt und zeigt, wie diese erfolgreich erreicht werden kann.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Perfekt für Fans historischer K-Dramen

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
0

Da mir der erste Band der Dulogie gut gefallen hat, bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung gewesen - vor allem nach dem miesen Cliffhangers des ersten Bands. Jia lernt man bereits im ersten Teil kennen, ...

Da mir der erste Band der Dulogie gut gefallen hat, bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung gewesen - vor allem nach dem miesen Cliffhangers des ersten Bands. Jia lernt man bereits im ersten Teil kennen, wo sie eine beeindruckende Entwicklung durchläuft. Da sie dort schon sehr facettenreich ist, hat es mich gefreut, den zweiten Band aus ihrer Sicht zu verfolgen. Jia ist wortwörtlich eine Kämpferin, die voller Selbstbewusstsein steckt. Ihre Stärke und ihren Optimismus habe ich sehr bewundert. Besonders schön zu sehen ist, dass hinter dieser harten Schalte auch ein weicher Kern steckt.
Deutlich wird das vor allem durch die anbahnende Liebesgeschichte. Diese habe ich sehr gerne verfolgt und ihr wird durch das historische Setting etwas Besonderes verleiht. Auch steckt sie voller süßer Szenen, die Jia etwas Sanftheit schenken. Berührend ist es auch zu sehen, wie Jia es schafft nach so vielen Jahren Abschottung, Freundschaften aufzubauen.
Im Fokus stehen hier aber eindeutig die Fantasy-Aspekte. Thea Hong gelingt es eine einzigartige Welt zu beschreiben, die so gut durchdacht wurde, dass man komplett in die Geschichte tauchen kann. Bezüglich der geschichtlichen Aspekte wird auf Details geachtet und sticht heraus, dass es sich um ein Own-Voice-Buch handelt. Das Buch hat dieselben Vibes wie ein historisches K-Drama, was ich geliebt habe und man findet sogar direkte Bezüge zu bestehenden koreanischen Serien. Insbesondere die Parallelen zu Moon Lovers habe ich geliebt und wer das K-Drama kennt, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten.
Die Action-Szenen stechen heraus und sie werden wirklich gut geschildert. Prinzessin der tausend Diebe - Chosen punktet auch durch das schnelle Tempo der Handlung, da Jias Reise kaum Ruhemomente hat und ständig in neue Situationen gerät, die zum Weiterlesen bewegen. Die emotionalen Szenen sorgen zudem für Tiefe, sodass es ein rundum gelungenes Fantasy-Buch ist, bei dem nichts zu kurz kommt.

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, in der Fans historischer K-Dramen auf ihre Kosten kommen.

Veröffentlicht am 18.03.2026

Dating Rivals

Dating Rivals
0

Wer auf der Suche nach einem Buch ist, das dieselben Vibes wie eine RomCom aus den 2000er-Jahren hat, liegt bei Dating Rivals richtig. Allein die Idee ist schon filmreich. Graces und Erics Geschichte zu ...

Wer auf der Suche nach einem Buch ist, das dieselben Vibes wie eine RomCom aus den 2000er-Jahren hat, liegt bei Dating Rivals richtig. Allein die Idee ist schon filmreich. Graces und Erics Geschichte zu verfolgen macht einfach Spaß - auch weil sie dem Enemies-to-lovers-Muster folgt. Sie landen ständig in Reibereien und diese bringen einen mehr zum Schmunzeln als Aufregen, weil die Chemie zwischen ihnen so stimmig ist. Die Autorin beschreibt gekonnt Dialoge und hat ein Gefühl für Humor.
Das Corporate-Setting wird realistisch beschrieben und sorgt für viel Dynamik. Was ich an Grace so mochte, waren ihr Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen. Sie kennt ihren Wert und ist zudem eine Karrierefrau, in der dennoch eine Träumerin steckt. Sie ist sehr vielschichtig, was viele Facetten in die Geschichte bringt. Eric hingegen wirkt sehr frech und abgehoben. Je mehr die Handlung voranschreitet, desto mehr lernt man seinen weichen Kern kennen und schließt ihn ins Herz. Zudem lernt er im Verlauf der Geschichte, dass sich an jemanden zu binden, bereichernd statt einengend sein kann. Die Dates zwischen beiden sind gut durchdacht und hier beweist die Autorin viel Kreativität, sodass es zu keinen langatmigen Momenten kommt.
Etwas, das auch Schwung in die Geschichte bringt, ist, dass Grace und Eric eine gemeinsame Vergangenheit haben, die nicht von Streitereien geprägt war. Eigentlich sind sie nämlich Freunde gewesen, bis ein Missverständnis für Distanz sorgte. Durch die gezwungene Zusammenarbeit haben sie endlich die Chance alles zu klären und sogar zu ihren wahren Gefühlen zu stehen. Das sorgt für große Emotionen in der sonst eher locker erzählten Liebesgeschichte.

Fazit: Eine lockere Liebesgeschichte mit viel Humor und tollen Dating-Szenen.