Profilbild von knuddelbienchen

knuddelbienchen

Lesejury Star
offline

knuddelbienchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit knuddelbienchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2016

Heimeliger Landkrimi!

Blutroter Flieder
0

Die ungleichen Schwestern Tessa, Anfang 30 und Reporterin und ihre ca, 30 Jahre ältere Schwester Jana, ehemalige Landärztin müssen ein Jahr zusammen im geerbten Haus leben - so hat es ihr Vater verfügt ...

Die ungleichen Schwestern Tessa, Anfang 30 und Reporterin und ihre ca, 30 Jahre ältere Schwester Jana, ehemalige Landärztin müssen ein Jahr zusammen im geerbten Haus leben - so hat es ihr Vater verfügt - oder das Haus geht an den Tierschutzverein. Also müssen sie irgendwie miteinander auskommen und nebenbei ermitteln sie in einem Mordfall.

In diesem witzig geschriebenen Buch kommen vor: ein backwütiger Dorfpolizist, ein unausstehlicher zuckersüchtiger Kommissar, ein Pferdehof mit verdächtigem Personal und pferdebegeisterten jungen Mädchen, die fast alles wissen, was dort vor sich geht. Nebenbei gesagt: Tessa ist kaffeesüchtig und unternimmt große Anstrengungen, um an eine Profi-Kaffeemaschine zu kommen, was sich als gar nicht so einfach heraus stellt!

Dieses Buch ist bereits der zweite Fall um die beiden Schwestern. Ich habe den ersten bisher nicht gelesen, hatte aber keine Probleme, in diesen reinzufinden. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, die Leute auf dem Lande sind gut beschrieben und die beiden Schwestern sind jede für sich sympathisch dargestellt. Der Schreibstil hat mir auch zugesagt - ein richtiger Wohlfühl-Krimi!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sehr bewegendes Buch!

Lebensgeister
0

Sayoko erleidet zusammen mit ihrem Geliebten, dem Künstler Yoichi einen schweren Autounfall. Sie überlebt schwer verletzt, aber ihr Freund ist tot. Sie macht eine Nahtoderfahrung, die sie glücklich macht. ...

Sayoko erleidet zusammen mit ihrem Geliebten, dem Künstler Yoichi einen schweren Autounfall. Sie überlebt schwer verletzt, aber ihr Freund ist tot. Sie macht eine Nahtoderfahrung, die sie glücklich macht. Im Zwischenreich begegnet sie ihrem geliebten Hund und ihrem Großvater, den sie ebenfalls sehr gern hatte. Ihr Opa sagt ihr, dass sie wieder in die Welt und in ihr Leben zurück gehen soll und dass sie die Landschaft hier nicht vergessen soll.

Es dauert lange, bis es ihr körperlich wieder besser geht, aber seelisch ist nichts mehr wie zuvor. Sie kümmert sich um den Nachlass und die Kunstwerke ihres Freundes, pflegt ein liebevolles Verhältnis zu seinen Eltern und besucht abends öfters die Bar von Shingaki, mit dem sie sich anfreundet. Dort an der Theke sieht sie den Geist der verstorbenen Schwester des Barkeepers. Auch in dem Haus, in dem sie nun wohnt, gibt es einen Geist, die Mutter ihres Nachbarn. Sie fürchtet sich nicht vor den Geistern, die sie seit ihrem Unfall sehen kann, sie sind ein Teil ihres Lebens.

Dies ist das erste Buch von Banana Yoshimoto, das ich gelesen habe und es hat mich sehr beeindruckt. Es ist mit großer Leichtigkeit geschrieben und obwohl es eigentlich nicht viel Handlung enthält, hat es mich doch gefesselt mit seiner Poesie. Dieses Buch lässt einen nachdenklich zurück. Es ist sicher nicht leicht, nach dem Tod eines geliebten Menschen in das Leben zurück zu finden.

Das Buchcover passt mit seiner Leichtigkeit, den schwebenden Blüten gut zum Buchinhalt. Positiv fand ich auch, dass viele japanische Begriffe vom Übersetzer in einer Fußnote erklärt wurden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schöne Liebesgeschichte!

Dein perfektes Jahr
0

Dieser Roman wird aus der Sicht von zwei Personen erzählt, die sich mit der Zeit immer näher kommen. Da ist einmal Jonathan, ein einsamer, etwas verbitterter Mann über 40, gutaussehend, von Beruf Verleger. ...

Dieser Roman wird aus der Sicht von zwei Personen erzählt, die sich mit der Zeit immer näher kommen. Da ist einmal Jonathan, ein einsamer, etwas verbitterter Mann über 40, gutaussehend, von Beruf Verleger. Er hat seine eingefahrenen Gewohnheiten, korrigiert gerne besserwisserisch und lebt alleine in seiner Villa.

Das ganze Gegenteil dazu ist Hannah, positiv und voller Lebensmut, von Beruf Kindergärtnerin, seit kurzem selbständig mit der "Rasselbande", die sie zusammen mit ihrer besten Freundin gegründet hat. Als ihr Freund Simon schwer erkrankt, schenkt sie ihm einen Kalender für das kommende Jahr, der für jeden Tag einen persönlichen Eintrag von ihr enthält, also praktisch sein perfektes Jahr,

Dieser Kalender landet aber bei Jonathan, der zunächst vergeblich versucht, den Eigentümer ausfindig zu machen und dann sein ganzes Leben umstellt, nach dem Kalender lebt und dadurch ein ganz anderer Mensch wird.

Diese Liebesgeschichte ist sehr schön geschrieben und lässt sich leicht und flüssig lesen. Es gibt viele große Emotionen, Freud und Leid, etwas zum Lachen und Einiges zum Nachdenken. Z. B. "Wünsche sind Vorahnungen von Dingen, die man tatsächlich verwirklichen kann". (Goethe)

Genau das Richtige für Fans romantischer Liebesgeschichten!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 15.09.2016

Regional-Krimi aus Thüringen

Mörder lauf Galopp
0

Kommissarin Paula, die auf dem Pferdehof ihrer besten Freundin Leonie wohnt, ermittelt wegen groß angelegter Holzdiebstähle in den Wäldern Thüringens. Leonie ist außer sich, als sie morgens entdeckt, dass ...

Kommissarin Paula, die auf dem Pferdehof ihrer besten Freundin Leonie wohnt, ermittelt wegen groß angelegter Holzdiebstähle in den Wäldern Thüringens. Leonie ist außer sich, als sie morgens entdeckt, dass offenbar jemand mit Pfeilen auf zwei ihrer Pferde geschossen hat. Sie organisiert mit ihren Nachbarn eine Art Bürgerwehr, um den Täter zu fassen. Doch schon während der ersten Nachwache gibt es einen Mord.

Dieser erste Krimi der Autorin Heike Köhler-Oswald besitzt großes Potenzial. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch ließ sich leicht und gut lesen. Der Spannungsaufbau könnte noch besser sein, die Hauptakteure könnten farbiger dargestellt werden. Paula, die ermittelnde Kommissarin, kam nicht unbedingt sehr sympathisch rüber - zu viel Nikotin und zu oft verkatert, kommt und geht zum Dienst wie es ihr beliebt. Und ihr Kollege Tom hatte außer seinen Cowboy-Stiefeln keine anderen Sorgen. Eine Love-Story wurde auch erzählt - ich gönne der verwitweten Leonie das Happy End. Ein gut geschriebenes Buch, nur für einen Krimi hätte ich mir mehr Spannung gewünscht.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Geschichte einer besonderen Freundschaft im Neapel der Fünfziger Jahre

Meine geniale Freundin
0

Ist es möglich, sich aufzulösen, so dass nichts mehr von einem Menschen übrig bleibt - nicht mal ein Foto? Die 66-jährige Raffaella, von ihrer besten Freundin nur Lila genannt, hat dies seit mindestens ...

Ist es möglich, sich aufzulösen, so dass nichts mehr von einem Menschen übrig bleibt - nicht mal ein Foto? Die 66-jährige Raffaella, von ihrer besten Freundin nur Lila genannt, hat dies seit mindestens 3 Jahrzehnten angekündigt und offenbar auch wahr gemacht. Ihr Sohn wendet sich verzweifelt an ihre beste Freundin Elena, die ihm leider nicht weiter helfen kann. Es macht sie wütend, da sie findet, dass Lila mal wieder übertreibt. So beschließt sie, ihre gemeinsame Geschichte von frühester Kindheit an detailgetreu aufzuschreiben.

So beginnt das Buch um die ungleichen kleinen Mädchen Elena Greco, Tochter eines Pförtners, von ihr in Ichform erzählt und Raffaella Cerullo, Tochter eines Schusters, die im Neapel der Fünfziger Jahre in einem ärmlichen und herunter gekommenen Viertel aufwachsen. Ihre Welt ist geprägt von Gewalt und Tod - die Männer haben das Sagen, die Frauen und vor allem die Töchter haben sich zu fügen.

Obwohl sie sehr verschieden sind, hat die Freundschaft doch über lange Zeit hin Bestand. Lila, die vor nichts und niemand Angst hat, ein zähes, kleines und dünnes Mädchen, entwickelt sich in der Pubertät zu einer wahren Schönheit. Ihre Freundin Elena, genannt Lenù, ist eher der ängstliche Typ. Sie lässt sich aber immer wieder von Lila mitreißen. Beide Mädchen sind sehr intelligent und wetteifern in ihren Bemühungen, sich immer mehr Wissen anzueignen. Beide lernen Latein, Griechisch und Englisch - Lenù in der höheren Schule, die sie besucht. Lila erarbeitet sich alles selbst mit Hilfe von Büchern aus der Bibliothek. Sie träumen beide von einem besseren Leben und von Reichtum. Elena lernt wie besessen Tag und Nacht und schafft die Oberschule mit Bestnoten. Damit möchte sie vor allem Lila beeindrucken, ihren eigenen Eltern ist das ziemlich egal. Lila erfüllt sich ihren Traum von einem schöneren Leben mit einem gewissen Reichtum, indem sie als 16-jährige den reichen Lebensmittelhändler ihres Viertels, Stefano, heiratet.

Der Anfang des Buches, als es um die Kindheit der Beiden ging, war etwas langatmig. Später wurde es interessanter, aber leider nicht so richtig spannend. Dazu verwirrten teils die vielen italienischen Namen und Abkürzungen dieser Namen. Gut, dass dem Buch ein Lesezeichen beigelegt war, auf dem die Figuren des Romanes noch einmal aufgeführt waren. Leider war auch noch nichts Näheres zum Verschwinden von Lila zu erfahren. Dazu kommt es wohl erst in den drei noch folgenden Bänden, die bereits angekündigt wurden.