Profilbild von knuddelbienchen

knuddelbienchen

Lesejury Star
offline

knuddelbienchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit knuddelbienchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2019

Mörderisches Klassentreffen!

Hüttenkatz
0

Dieser witzig geschriebene Regionalkrimi mit Kommissar Steinböck und seiner frechen, schwarzen Katze Frau Merkel ist bereits der vierte Band dieser Reihe. Diesmal trifft sich der Kommissar nach 30 Jahren ...

Dieser witzig geschriebene Regionalkrimi mit Kommissar Steinböck und seiner frechen, schwarzen Katze Frau Merkel ist bereits der vierte Band dieser Reihe. Diesmal trifft sich der Kommissar nach 30 Jahren mit seiner ehemaligen Abiklasse zu einem Klassentreffen auf der Berghütte einer Mitschülerin. Es gibt eine Riesen-Überraschung in Form eines Totgeglaubten und kurz darauf auch schon Tote. So ziemlich jeder der Anwesenden hätte ein Motiv gehabt - wer von ihnen war es? Kommissar Steinböck und seine freche Katze Frau Merkel nehmen die Ermittlungen auf.

Steinböck und sein Team waren mir sehr sympathisch, besonders der afro-bayerische Kollege Emil mit der mittelstarken Pigmentierung, der im Rollstuhl sitzt. Am allerbesten war aber Frau Merkel, die ein besonderes Talent besitzt, sich ungesehen in Fahrzeuge zu schmuggeln, um ja nichts zu verpassen. Besonders die Dialoge mit ihrem Dosenöffner waren stets äußerst lesenswert und lustig, ganz zu schweigen von ihren extravaganten Einsätzen wie z.B. als Drogenspürkatze. Die Polizeiarbeit führt mal in die eine und dann wieder in die andere Richtung, so dass bis zum Schluss nicht klar ist, wer der Täter ist und warum. Für mich war dies der erste Fall dieser Serie, aber bestimmt nicht der letzte!

Veröffentlicht am 04.10.2019

Verzwickte Familienverhältnisse!

Hainberg
0

In Göttingen wird in der Nähe des Hainbergs die Leiche eines jungen Kunstwissenschaftlers aufgefunden. Er war anscheinend auf dem Weg zu einem Rendezvous, hatte aber auch ein Verhältnis mit seiner viel ...

In Göttingen wird in der Nähe des Hainbergs die Leiche eines jungen Kunstwissenschaftlers aufgefunden. Er war anscheinend auf dem Weg zu einem Rendezvous, hatte aber auch ein Verhältnis mit seiner viel älteren Doktormutter und ließ auch sonst nichts anbrennen. War das der Grund für seinen frühen und gewaltsamen Tod? Oder hing der damit zusammen, dass er sich als einziger im Haus weigerte auszuziehen und somit dem Immobilienhai Gartner ein Dorn im Auge war? Mit dessen einziger Tochter er übrigens ebenfalls ein Verhältnis hatte! Die Kripo Göttingen unter der Leitung von Christian Heldt ermittelt in alle Richtungen. Da geschieht noch ein Mord...

Dieser spannende Krimi ist der zweite Fall für die Kommissare Heldt und Piotrowski. Die verzwickten Familienverhältnisse erstrecken sich nicht nur auf diesen Fall sondern gelten auch für die beiden Polizisten. Piotrowskis Vater weigert sich, mit seinem Sohn zu sprechen, als der sich geoutet hat. Heldts kleine Familie gerät ins Wanken, als die Mutter seines Sohnes, die ihn kurz nach der Geburt verlassen hat, zurück kehrt. So hat jeder zusätzlich zu seinen beruflichen Sorgen auch noch private.

Dieser unterhaltsame Göttingen-Krimi führt den Leser gekonnt immer wieder auf falsche Spuren. Die oft kurzen Kapitel aus der Sicht verschiedener Personen steigern die Spannung bis zum Ende hin immer mehr bis zum völlig überraschenden Schluss. Die einzelnen Charaktere sind sehr genau beschrieben - es ist schön, dass auch ihr Privatleben nicht zu kurz kommt. Es geht also nicht nur um Mord sondern auch um Liebe, Eifersucht und fehlende Mutterliebe. Da ich gerne wissen möchte, was aus Joshua wird, hoffe ich auf eine baldige Fortsetzung dieser Reihe!

Veröffentlicht am 03.10.2019

Mord auf der Vogelsburg

Einer flog über die Vogelsburg
0

Dieser besondere fränkische Krimi spielt auf der Vogelsburg nahe Volkach, landschaftlich sehr schön gelegen., wo sich eine psychosomatische Klinik befindet. Dort weilt auch der junge Diplom-Bibliothekar ...

Dieser besondere fränkische Krimi spielt auf der Vogelsburg nahe Volkach, landschaftlich sehr schön gelegen., wo sich eine psychosomatische Klinik befindet. Dort weilt auch der junge Diplom-Bibliothekar Will Klien (Wortspiel!), der sehr unter seinem Waschzwang leidet. Als sein Therapeut ermordet aufgefunden wird, beschließt die Truppe der sogenannten "Zwängler" selbst Ermittlungen anzustellen. Außerdem wollen sie noch den Medikamenten-Diebstahl aufklären und heraus finden, wer hinter den illegalen Pokerrunden steckt. Ganz schön viel, was diese Gruppe sich da so vorgenommen hat!

Ich fand die ganze Truppe sehr sympathisch, die einzelnen Mitglieder wurden sehr lebendig beschrieben - man konnte sie sich bildlich vorstellen. Dazu die oftmals witzigen Dialoge zwischen Will und dem Hypochonder Holger - überhaupt hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Auch die schöne fränkische Landschaft wurde immer wieder entsprechend gewürdigt. Interessant war auch zu lesen, wie die Folgen der verschiedenen Zwangshandlungen aussehen und wie sie therapiert werden. Mir hat das Buch dieser skurrilen Truppe, das an einem außergewöhnlichen Ort spielt, sehr gut gefallen!

Veröffentlicht am 30.09.2019

Tagebuch wider das Vergessen

Tagebuch meines Verschwindens
0

Ormberg ist ein trostloses Kaff in Schweden mitten im Wald, mit einem Flüchtlingsheim, stillgelegten Betrieben - ohne Perspektive. Vor einigen Jahren war es in den Schlagzeilen, als ein kleines ...

Ormberg ist ein trostloses Kaff in Schweden mitten im Wald, mit einem Flüchtlingsheim, stillgelegten Betrieben - ohne Perspektive. Vor einigen Jahren war es in den Schlagzeilen, als ein kleines Mädchen tot im Wald aufgefunden wurde. Es konnte nie identifiziert werden, wurde nirgends vermisst. Nun ist eine Ermittlungstruppe mit der Profilerin Hanne eingetroffen, die diesen Cold Case aufklären soll. Mitglied dieses Teams ist aufgrund ihrer Ortskenntnisse auch die junge Polizistin Malin, die aus Ormberg stammt und damals sogar zufällig die Leiche entdeckt hat. Die Nachforschungen schreiten voran, als erneut eine Leiche, diesmal die einer Frau, an der gleichen Stelle gefunden wird.

Dieses Buch mit seinem raffinierten psychologischen Aufbau hat mich von Anfang an gefesselt. Die Kapitel werden abwechselnd von Jake, einem Jugendlichen mit Problemen, von der Polizistin Malin und der Profilerin Hanne erzählt. So gewinnt man Einblicke in deren Psyche, deren Schwierigkeiten, aber auch Sehnsüchte und Hoffnungen. Besonders geschickt ist das Einsetzen des persönlichen Tagebuchs von Hanne, die immer mehr unter ihrer Demenz leidet und daher alles genau notiert. So kommen wir Kapitel für Kapitel dem Täter näher. Der schwache Jake, der von den Mitschülern gemobbt wurde, wächst über sich hinaus, setzt sich endlich zur Wehr und stellt erstaunt fest, dass er damit Erfolg hat. Malin stellt sich ihrer Ormberg-Vergangenheit und lässt ihre Verlobung platzen. Und Hanne hadert mit ihrer Demenz, hat ab und zu noch lichte Momente. Das alles spielt sich bei ständig schlechtem Wetter, Kälte und meterhohem Schnee ab, was die Düsternis und Einsamkeit der Gegend noch unterstreicht. Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben. Am Ende gibt es noch eine große Überraschung für den Leser. Von mir gibt es für dieses spannende Buch eine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 27.09.2019

Ein alter Fall wird endlich aufgeklärt!

Diebe, Dörfer, Dampfnudeln (Ein-Kommissar-Egger-Krimi 5)
0

Chefinspektor Martin Egger und sein sympathisches Team von der Kripo in Zell am See rollen einen alten Fall wieder auf. Damals wurden bei einem Bankraub Millionen erbeutet und die Kassiererin erschossen. ...

Chefinspektor Martin Egger und sein sympathisches Team von der Kripo in Zell am See rollen einen alten Fall wieder auf. Damals wurden bei einem Bankraub Millionen erbeutet und die Kassiererin erschossen. Das Geld blieb verschwunden, nur einer der Täter wurde gefasst - er wurde eben, da er unheilbar krank ist, als haftunfähig aus dem Gefängnis entlassen und kreuzt seitdem immer wieder den Weg von Inspektor Egger. Es folgen mehrere Anschläge auf ihn und seine Familie, daher hängt er sich bei diesen Ermittlungen ganz besonders rein, da er persönlich betroffen ist.

Anfangs fand ich das Buch noch ganz spannend, doch gegen Ende wurde es immer langatmiger und so konnte es mich leider nicht ganz überzeugen. Die immer wieder eingestreuten Sätze im Dialekt waren total überflüssig, obwohl ich sie verstanden habe, aber sie störten den Lesefluss. Egger und sein Team sind wie eine Familie, man kann sie sich gut vorstellen, besonders da sie eingangs alle einzeln vorgestellt wurden. Dieses ist der fünfte Band dieser Reihe, ich kannte davor noch keinen, das hat aber nicht im geringsten gestört.