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Veröffentlicht am 15.03.2026

Unterhaltsam, aber mit Längen

Das Gehöft
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Als Thriller angekündigt, bin ich mit einer gewissen Erwartung in Das Gehöft von Leo Brandt gestartet. Ganz erfüllt hat das Buch diese Erwartung für mich allerdings nicht – auch wenn die Grundidee durchaus ...

Als Thriller angekündigt, bin ich mit einer gewissen Erwartung in Das Gehöft von Leo Brandt gestartet. Ganz erfüllt hat das Buch diese Erwartung für mich allerdings nicht – auch wenn die Grundidee durchaus spannend ist.
Im Mittelpunkt steht Lara, die Hamburg verlässt und auf eine kleine Hallig bei Pellworm zieht. Dort kauft sie ein Gehöft, um gemeinsam mit ihrem Freund Henry, ihrem Bruder Malte und einem befreundeten Paar ein ökologisches Projekt aufzubauen. Doch dann verschwindet Malte in einer stürmischen Nacht spurlos. Lara fühlt sich zunehmend beobachtet, seltsame Dinge passieren – und von der Hallig kommt sie ohne Boot nicht mehr weg. Ein unheimlicher Fremder taucht auf, und irgendwann gerät sogar Henry in Verdacht.
Die Atmosphäre ist dabei sehr dicht: Sturm, Dunkelheit und die raue Landschaft prägen die Geschichte und vermitteln gut das Gefühl von Isolation. Gleichzeitig entwickelt sich die Handlung deutlich ruhiger als erwartet. Es gibt zwar immer wieder spannende Momente, insgesamt hat der Roman für mich aber auch einige Längen.
Im Verlauf hatte ich stellenweise sogar den Eindruck, dass sich bestimmte Situationen fast ein wenig wiederholen: Es ist wieder stürmisch, wieder dunkel und wieder gefährlich, Lara ist orientierungslos oder begibt sich in riskante Situationen, die mir teilweise nicht ganz logisch erschienen. Das wirkte auf mich gelegentlich sogar leicht unfreiwillig komisch. Gleichzeitig passt genau dieses Verhalten aber auch zum Setting – zur Unsicherheit, zur Isolation und zu den extremen Bedingungen auf der Hallig – und wirkt deshalb im Grundgedanken durchaus realistisch.
Mit der Hauptfigur Lara bin ich persönlich nicht ganz warm geworden. Einerseits wirkt sie forsch und direkt, andererseits fehlt ihr in manchen Momenten die nötige Durchsetzungskraft. Dadurch blieb ich emotional etwas auf Distanz.
Sehr gut gefallen hat mir dagegen die Sprecherstimme des Hörbuchs. Das Lesetempo ist angenehm und gut hörbar. Ein wenig schwierig wurde es für mich nur dann, wenn der Sprecher Frauenstimmen im Dialog nachgeahmt hat – das wirkte teilweise etwas übertrieben. Insgesamt ist das Hörbuch aber sehr solide gelesen.
Eine interessante Idee, eine starke Atmosphäre und ein sehr besonderes Setting – als Thriller hätte ich mir allerdings mehr Spannung gewünscht.

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