Die (eher charakterschwache) Walfängerin von Borkum
Die Walfängerin von BorkumJoris hat schon seit Kindestagen einen Traum: er möchte Walfänger werden und das Eismeer erkunden. Durch unglaublich viel Fleiß und Ehrgeiz gelingt ihm dieses Ziel tatsächlich: er wird Commandeur eines ...
Joris hat schon seit Kindestagen einen Traum: er möchte Walfänger werden und das Eismeer erkunden. Durch unglaublich viel Fleiß und Ehrgeiz gelingt ihm dieses Ziel tatsächlich: er wird Commandeur eines Walfängers und hat somit die Verantwortung für eine ganze Mannschaft. Er und auch seine Verlobte Fenja sind mit Stolz erfüllt und Joris freut sich auf die Herausforderung, auch wenn er kurz vor seiner Abfahrt dann doch mit einem schlechten Gefühl abreisen muss...
Auch Fenja freut sich für ihren Verlobten, allerdings hat sie auch große Schwierigkeiten, sich mit der Situation zu identifizieren. Sie hat erst vor kurzem ihre Mutter verloren und steht ohne Joris ganz alleine mit ihrer Schwester da, um die sie sich noch kümmern muss...
Nils, der Bruder von Joris, empfindet bei dieser Situation bald nichts als Neid. Auch sein großer Traum war es, Walfänger zu werden, jedoch wird ihm dieses Ziel aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen für immer verwehrt bleiben. Doch wozu ihn diese Eifersucht führt und was das auch für Fenja und ihre ganze Familie bedeutet, ist kaum zu glauben...
Meine Meinung zu diesem Buch ist grundsätzlich recht gut, jedoch konnte es mich nicht endgültig fesseln. Die Geschichte ist interessant, so etwas in der Art habe ich noch nie gelesen! Sehr spannende historische Aspekte!
Allerdings weist das Buch leider auch Schwachpunkte in der Story auf. Es gibt unlogische und unrealistische inhaltliche Seiten, die der Geschichte leider ihren Charme und ihre Authentizität stückweise nehmen.
Das Cover und der Schreibstil der Autorin gefallen mir super, die Autorin schafft eine Atmosphäre, in die man sich gut einfühlen kann. Jedoch finde ich, dass der Titel des Buches sehr unpassend gewählt ist und durchaus für Verwirrung sorgen kann! Schade! Ein anderer Titel hätte vieles verändert!
Die Protagonistin Fenja ist zu Beginn ein sehr unsicheres Mädchen mit, meiner Meinung nach, begründeten Ängsten. Allerdings lässt sie sich von ihrer Angst stark einnehmen und handelt oft sehr unbedacht und unverständlich, was das Leseerlebnis schmälert. Eine Entwicklung ist hier leider auch nur zu erahnen...
Joris ist ein starker Mann, der sich auf dem Walfänger behaupten muss. Die Passagen auf dem Meer haben mir gut gefallen, es war spannend und authentisch und ich musste stets mitfiebern! Auch bei ihm findet nicht die Entwicklung statt, jedoch kam er mir immer schon sehr charakterstark vor und war mir stets sehr sympathisch!
Nils allerdings war mir von Anfang sehr unsympathisch! Ich habe nie verstanden, wie er so eifersüchtig und rachsüchtig werden konnte, seine Beweggründe habe ich nicht realisieren können!
Fenjas Freundin Neele kam mir hingegen wieder sehr selbstbewusst vor. Sie hat verstanden, worauf es ankommt und stand Fenja in jeder Lebenslage bei! Toller Charakter.
Die Nebenfiguren muss ich leider auch gemischt bewerten. Einige haben mir gut gefallen und es hat mir Spaß gemacht, ihre Gedanken und Gefühle zu lesen, andere wiederum fand ihr eher schwach in der Ausarbeitung und den Handlungen.
Alles in allem kann ich sagen, dass es ein recht schönes Buch für zwischendurch ist, da mich der Schwerpunkt des Walfangs sehr fasziniert hat! Einige Charaktere sind mir persönlich nur zu schwach ausgestaltet und dadurch verliert das Buch und die Geschichte ihren Charme...
Ich würde das Buch empfehlen, allerdings mit dem Hinweis, dass man keine starken allzu starken Charaktere und Handlungsstränge erwarten kann! Also eher ein Buch für zwischendurch, bei dem man nicht viel denken muss!