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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2026

Fitzek weiß einfach wie man Leser quält

Die Therapie
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"Die Therapie" war für mich genau diese Art von Thriller, bei der man irgendwann komplett den Bezug zur Realität verliert und wirklich niemandem mehr vertraut. Die Geschichte beginnt damit, dass die Tochter ...

"Die Therapie" war für mich genau diese Art von Thriller, bei der man irgendwann komplett den Bezug zur Realität verliert und wirklich niemandem mehr vertraut. Die Geschichte beginnt damit, dass die Tochter eines bekannten Psychiaters plötzlich spurlos verschwindet. Vier Jahre später lebt er komplett zurückgezogen auf einer Insel, bis plötzlich eine mysteriöse Frau auftaucht, die behauptet, Visionen von einem Mädchen zu haben, das exakt dieselben Symptome zeigt wie seine verschwundene Tochter damals. Und ab diesem Punkt wird einfach alles nur noch krank im besten Sinne. Man denkt die ganze Zeit, man hätte endlich verstanden, was passiert und zwei Seiten später zweifelt man wieder komplett an allem. Dieses Buch spielt so extrem mit Wahrnehmung, Wahrheit und Psyche, dass ich beim Lesen irgendwann wirklich das Gefühl hatte, selbst langsam verrückt zu werden.

Was ich an Fitzek einfach liebe, ist dieses Tempo. Es gibt keine unnötigen Längen, kein ewiges Drumherumgerede. Man fliegt wirklich durch die Kapitel und braucht dauerhaft Antworten. Besonders die Atmosphäre fand ich unfassbar gut gemacht. Diese abgelegene Insel, die Einsamkeit, diese unterschwellige Beklemmung und dann ständig neue Fragen statt Antworten. Ich war komplett gefangen in dieser Story. Auch die Gespräche zwischen Viktor und Anna haben mich teilweise richtig fertig gemacht, weil man nie wusste, ob man ihr glauben kann oder ob gerade alles komplett manipuliert wird. Genau dieses Gefühl macht das Buch so stark. Und dieses Ende...ich saß danach wirklich erstmal sprachlos da, weil Fitzek es mal wieder geschafft hat, alles komplett auseinanderzunehmen.

Was man aber mögen muss, ist dieses extreme Psychospiel. Wenn man Thriller liebt, die realistisch und ruhig aufgebaut sind, könnte "Die Therapie" vielleicht etwas zu überdreht wirken. Manche Wendungen sind schon sehr dramatisch und man muss sich einfach darauf einlassen, ständig verwirrt zu werden. Ich persönlich liebe aber genau das.

Für mich ist "Die Therapie" definitiv eines der Bücher, die man am liebsten blind lesen sollte, ohne sich vorher spoilern zu lassen. Es ist spannend, düster, manipulativ und einfach typisch Fitzek auf die beste Art. Wenn man psychologische Thriller liebt, bei denen man wirklich bis zur letzten Seite rätselt und danach erstmal alles hinterfragt, dann ist das hier ein absolutes Must Read.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2026

True Crime meets Jugendthriller

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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"Hotel Ambrosia" hat sich für mich angefühlt wie ein Fiebertraum aus True Crime Podcast, düsterem Horrorhotel und diesem einen Fensterblick, bei dem man plötzlich etwas sieht, das man niemals hätte sehen ...

"Hotel Ambrosia" hat sich für mich angefühlt wie ein Fiebertraum aus True Crime Podcast, düsterem Horrorhotel und diesem einen Fensterblick, bei dem man plötzlich etwas sieht, das man niemals hätte sehen sollen. Die Geschichte dreht sich um Robyn, die wegen ihrer Krankheit ihre Wohnung kaum verlassen kann und deshalb fast ihre komplette Zeit damit verbringt, das geheimnisvolle Hotel gegenüber zu beobachten. Dort passieren seit Jahren seltsame Dinge und als sie plötzlich Zeugin einer Entführung wird, kippt alles komplett. Weil sie selbst nicht ermitteln kann, schickt sie kurzerhand A.J. ins Hotel und ab da wird es einfach nur noch intensiv, creepy und richtig suchterzeugend. Dieses Buch hatte für mich so krasse "nur noch ein Kapitel"-Vibes, obwohl ich eigentlich schlafen wollte.

Was ich wirklich geliebt habe, war diese bedrückende Atmosphäre. Dieses Hotel wirkte beim Lesen fast lebendig. Die dunklen Flure, die seltsamen Gäste, diese unterschwellige Gefahr die die ganze Zeit über allem hängt…ich hatte dauerhaft das Gefühl, irgendetwas Schlimmes passiert gleich. Dazu kommt, dass Robyn als Hauptfigur so anders war als viele andere Thriller-Protagonistinnen. Sie sitzt nicht einfach nur herum, sondern versucht trotz ihrer Krankheit alles zusammenzusetzen und das fand ich irgendwie richtig stark. Auch die Dynamik zwischen ihr und A.J. mochte ich total gern, weil sie sich so natürlich entwickelt hat und nicht künstlich erzwungen wirkte. Besonders cool fand ich außerdem die ganzen Nachrichten, Notizen und kleinen Einschübe zwischendurch. Dadurch hat sich alles noch echter angefühlt und man war komplett mitten im Geschehen.

Was man aber sagen muss ist, dass sich das Buch zwischendurch schon etwas gezogen hat. Vor allem am Anfang dauert es ein bisschen, bis die Handlung richtig eskaliert und manche Szenen hätten für mich ruhig kürzer sein können. Mich persönlich hat das nicht komplett gestört, weil ich die Atmosphäre so gefeiert habe, aber ich glaube wenn man eher schnelle Thriller ohne langsamen Aufbau mag, könnte das zwischendurch anstrengend werden.

Trotzdem war das für mich ein richtig starkes Thriller-Erlebnis und definitiv eines dieser Bücher, bei denen man nachts um zwei noch sagt "okay jetzt wirklich nur noch ein Kapitel". Vor allem wenn man Bücher von Holly Jackson liebt oder auf dieses Mischung aus Mystery, Spannung, creepy Setting und True Crime steht, sollte man "Hotel Ambrosia" wirklich lesen. Für mich war es genau die Art von Jugendthriller, die man komplett verschlingt.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Herzklopfen nach Drehbuch: Wenn Tropes auf die Realität treffen

The Romance Rivalry
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Irene lebt für Romance Bücher und ihre Online-Community, doch in ihrem eigenen Leben läuft es alles andere als nach Plan. Um endlich die Hauptrolle in ihrer eigenen Liebesgeschichte zu spielen, startet ...

Irene lebt für Romance Bücher und ihre Online-Community, doch in ihrem eigenen Leben läuft es alles andere als nach Plan. Um endlich die Hauptrolle in ihrer eigenen Liebesgeschichte zu spielen, startet sie ein gewagtes Experiment. Sie will die bekanntesten Romance-Tropes im echten Leben testen. Dass ihr ausgerechnet ihr größter Konkurrent Aiden dabei über den Weg läuft und zum Partner für dieses Projekt wird, war definitiv nicht Teil des Skripts. Plötzlich vermischen sich Fake-Dating und echte Emotionen in einem Chaos aus Unistress und Herzklopfen, bei dem Irene lernen muss, dass das wahre Leben sich nicht immer an Kapitelüberschriften hält.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir wahnsinnig leichtgefallen, was vor allem an dem wunderbar lockeren und humorvollen Schreibstil liegt. Als absolute Romancemaus habe ich mich in dem Setting sofort zu Hause gefühlt. Besonders die Idee, jedes Kapitel unter ein bestimmtes Trope zu stellen, ist ein totaler Blickfang und hat mein Romance-Nerd-Herz höher schlagen lassen. Ein riesiger Pluspunkt ist für mich auch die Freundesgruppe. Die Dynamik zwischen den Charakteren fühlt sich so echt und herzlich an, dass man am liebsten selbst Teil dieser Clique wäre. Es gab so viele Momente, in denen ich schmunzeln musste, was das Buch zu einer perfekten Wohlfühllektüre macht.

Trotz der tollen Atmosphäre hatte ich im Verlauf der Handlung leider ein paar Schwierigkeiten mit der Protagonistin. Irene ist zwar sehr authentisch in ihren Unsicherheiten dargestellt, aber ihre Entscheidungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar. An manchen Stellen wirkte sie auf mich etwas zu fokussiert auf ihre eigenen Probleme, wodurch sie die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen ein wenig aus den Augen verloren hat. Manche Handlungen empfand ich als etwas grenzwertig, was mein Bild von ihr leider ein bisschen getrübt hat.

Insgesamt ist das Buch aber eine wirklich süße Liebeserklärung an unser Genre und alle, die Bücher über Bücher lieben. Es ist eine leichte, moderne Geschichte, die perfekt für ein gemütliches Wochenende auf der Couch geeignet ist. Wer Lust auf viel Humor, ein tolles College-Setting hat, wird hier definitiv eine gute Zeit haben. Auch wenn die Protagonistin mich manchmal Nerven gekostet hat, bleibt die Geschichte ein schönes Erlebnis, das ich gerne weiterempfehle.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.04.2026

Wenn das Herz die falsche Abzweigung nimmt

The Night We Met
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Hach Abby, was machst du nur mit meinem Herzen? Ich sitze hier gerade mit einer leeren Packung Taschentücher und versuche zu begreifen, wie ein einzelnes Buch mich gleichzeitig so zum Lachen bringen und ...

Hach Abby, was machst du nur mit meinem Herzen? Ich sitze hier gerade mit einer leeren Packung Taschentücher und versuche zu begreifen, wie ein einzelnes Buch mich gleichzeitig so zum Lachen bringen und dann wieder komplett in tausend Teile zerlegen konnte.

In "The Night We Met" geht es um diesen einen, winzigen Moment, der einfach alles verändert.
Stellt euch vor, ihr steht nach einem Konzert da und müsst euch entscheiden, bei wem ihr ins Auto steigt. Larissa entscheidet sich für Mike, sie werden ein Paar, und eigentlich scheint alles okay zu sein. Aber da ist eben auch Chris, Mikes bester Freund. Und je mehr Zeit vergeht, desto lauter wird dieses quälende "Was wäre wenn" in ihrem Kopf. Es ist die Geschichte einer Liebe, die eigentlich gar nicht sein darf, und von der schmerzhaften Erkenntnis, dass man die falsche Abzweigung genommen hat, während das Leben unaufhaltsam weiterrollt.

Was mich an diesem Buch so unfassbar abgeholt hat, ist diese Ehrlichkeit. Das ist keine glattpolierte Liebesgeschichte, sondern sie ist "messy", kompliziert und tut manchmal richtig weh.
Abby Jimenez schreibt Charaktere, die sich so echt anfühlen, dass man sie am liebsten an den Schultern schütteln oder ganz fest in den Arm nehmen möchte. Besonders Chris hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen bekommen. Die Art, wie er Larissa sieht, wie er sie wertschätzt und beschützt, das ist pures Gänsehaut-Material. Ich habe so sehr mitgelitten, als ich gesehen habe, wie diese jahrelange Freundschaft zwischen Mike und Chris Risse bekommt, weil sich das Leben und die Gefühle dazwischenschieben.
Die Autorin schafft es meisterhaft, diese zuckersüßen, fast magischen Momente mit richtig harten Themen wie toxischen Beziehungen, Depressionen und finanziellen Sorgen zu verweben, ohne dass es sich deplatziert anfühlt. Man lacht über die typischen, humorvollen Abby-Anekdoten und im nächsten Moment schnürt es einem die Kehle zu, weil die Panikattacken oder die Alkoholsucht so greifbar und respektvoll thematisiert werden.

Wenn ich überhaupt etwas kritisieren müsste, dann vielleicht nur, dass mein Herz am Ende so strapaziert war, dass ich zwischendurch kurz eine Pause brauchte, um wieder durchzuatmen. Es ist definitiv kein Buch für zwischendurch, man muss bereit sein, sich emotional voll darauf einzulassen.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight und ein Must-read. Wer Geschichten liebt, in denen es um echte Menschen mit echten Fehlern geht und wer kein Problem damit hat, dass ein Happy End manchmal einen sehr steinigen Weg hat, wird "The Night We Met" lieben. Es ist ein wunderschönes, trauriges und hoffnungsvolles Buch darüber, dass es nie zu spät ist, die richtige Entscheidung zu treffen, auch wenn man zuerst die falsche genommen hat. Bitte lest es, aber haltet die Taschentücher bereit, ihr werdet sie brauchen.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Diese Reihe hat mein ganzes Herz ❤

Save Us: Special Edition
1

Ruby steht vor den Trümmern ihres großen Traums, weil sie vom College suspendiert wurde, und alles sieht danach aus, als hätte James sie verraten. Es ist so herzzerreißend, weil man genau wie Ruby hofft ...

Ruby steht vor den Trümmern ihres großen Traums, weil sie vom College suspendiert wurde, und alles sieht danach aus, als hätte James sie verraten. Es ist so herzzerreißend, weil man genau wie Ruby hofft und bangt, dass der James, den wir lieben gelernt haben, so etwas niemals tun würde. Während Ruby um ihre Zukunft in Oxford kämpft, droht James endgültig unter dem massiven Druck seines Vaters und dem Erbe der Beauforts zu zerbrechen. Es ist die ultimative Frage: Reicht ihre Liebe wirklich aus, um diese zwei so unterschiedlichen Welten zu vereinen, oder ziehen die Abgründe ihrer Herkunft sie am Ende doch in die Tiefe?

Was ich an diesem Abschluss so unfassbar genossen habe, ist, dass es sich angefühlt hat, als würde man alte Freunde wiedertreffen. Mona Kasten hat es geschafft, dass sich Maxton Hall wie ein Zuhause anfühlt. Besonders toll fand ich, dass auch die Nebencharaktere wieder so viel Raum bekommen haben. Die ganze Clique ist mir so ans Herz gewachsen und ihre Entwicklungen machen das Buch erst so richtig rund. Die Chemie zwischen Ruby und James ist hier auf einem ganz neuen Level von Vertrauen und Intensität, ohne dass es ständig unnötiges, künstliches Drama braucht. Es geht einfach um echte, tiefe Emotionen und den Mut, für das eigene Glück zu kämpfen.

Ein kleiner Wermutstropfen war für mich nur, dass es eben der letzte Band ist, ich wollte James und Ruby einfach nicht gehen lassen. Aber das Ende führt alles so wunderschön und stimmig zusammen, dass man das Buch mit einem Lächeln und einer kleinen Träne im Auge schließt.

Mein Fazit: Ein absolut toller Abschluss und ein riesiges Highlight! Wer die Reihe liebt, wird dieses Buch vergöttern. Es ist ein emotionales Kraftpaket und ein absolutes Must-Read für jeden Romance-Fan. Ich bin jetzt offiziell bereit für die neue Staffel, auch wenn mein Herz Maxton Hall jetzt schon schrecklich vermisst.

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