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Veröffentlicht am 06.09.2025

Düstere Anziehung, unerwartete Tiefe

My Haunted Heart – Ich sehe dich
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Ein unbekannter Mann taucht immer wieder in Floras Leben auf, zuerst in ihrem Blumenladen, dann plötzlich vor ihrem Haus. Wer ist er, und warum sucht er ausgerechnet ihre Nähe? Trotz der Furcht, die er ...

Ein unbekannter Mann taucht immer wieder in Floras Leben auf, zuerst in ihrem Blumenladen, dann plötzlich vor ihrem Haus. Wer ist er, und warum sucht er ausgerechnet ihre Nähe? Trotz der Furcht, die er in ihr auslöst, wächst eine Anziehung, der Flora kaum widerstehen kann. Doch Sawyer, der ehemalige Soldat, ist nicht nach Bishop’s Hope gekommen, um sie zu erobern, sondern um Abschied zu nehmen.

Die Geschichte hat mich schon bei Einstieg in das Buch schnell gefesselt. Mimi Kylling schreibt in einer flüssigen, angenehm ausbalancierten Sprache, die den Lesefluss trägt, ohne ins Schlichte oder ins Überladene abzurutschen. Flora wirkt von Beginn an nahbar und sympathisch, sie lebt zwar ein eher unspektakuläres Leben, doch wirkt dabei gleichzeitig nie blass oder langweilig.
Während Flora durch ihr Leben in dem beschaulichen Ort Bishop’s Hope schon fast ein offenes Buch ist, so steht Sawyer in einem großen Kontrast zu ihr. Er ist mysteriös und seine Vergangenheit und Beweggründe lernt man erst bruckstücksweise kennen.

Die Dynamik zwischen den beiden ist zunächst düster, ohne dabei in klassische Dark-Romance-Muster zu verfallen. Statt toxischer Machtspiele stehen Themen wie Akzeptanz, Heilung und Verzeihen im Vordergrund. Besonders das letzte Drittel hat mich emotional überrascht und intensiver berührt, als ich erwartet hätte, die Geschichte entfaltet dort eine Tiefe, die man dem Klappentext auf den ersten Blick nicht zutraut.

Insgesamt ist My Haunted Heart eine Liebesgeschichte voller unerwarteter Wendungen, die atmosphärisch düster beginnt und sich zu einer bewegenden, emotional vielschichtigen Erzählung entwickelt. Wer romantische Geschichten mit dunklen Untertönen sucht, die nicht auf Oberflächendrama setzen, sondern auf echte innere Auseinandersetzung, wird hier auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Leichte Romance im Smalltown-Flair

Honeybridge. All Mine
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"Honey Bridge - All Mine" ist der Auftakt einer Romance-Reihe, die in der kleinen Stadt Honeybridge spielt. Isabella Tucci möchte einen Neuanfang. Nach einer gescheiterten Beziehung fasst sie neuen Mut, ...

"Honey Bridge - All Mine" ist der Auftakt einer Romance-Reihe, die in der kleinen Stadt Honeybridge spielt. Isabella Tucci möchte einen Neuanfang. Nach einer gescheiterten Beziehung fasst sie neuen Mut, beginnt noch einmal ganz von vorn und eröffnet ihr eigenes Restaurant. Schon bald merkt sie allerdings, dass Honeybridge nicht einfach nur eine kleine Stadt ist, sondern auch eine Gemeinschaft hat, die zusammenhält. Auch der charmante Etienne gehört dazu und ihm aus dem Weg zu gehen und damit ihr eigenes Versprechen, ein Jahr lang nicht durch Männer abgelenkt zu werden, einzuhalten, fällt ihr zunehmend schwerer.

Besonders gut gelungen ist die Atmosphäre rund um den Ort Honeybridge. Freundschaften, Zusammenhalt und Wärme spielen hier eine große Rolle, und der Smalltown-Vibe bleibt über das ganze Buch hinweg bestehen. Man lernt viele sympathische Nebencharaktere kennen, und die Art, wie Isabella sich hier einfindet, macht den Charme von Smalltown-Romances besonders aus. Szenen, in denen Figuren zusammenhalten und füreinander da sind, gehören für mich zu den stärkeren Momenten der Geschichte.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, sodass man nur so über die Seiten fliegt, was das Buch zu einem angenehmen Roman für zwischendurch macht. Gleichzeitig könnte man das Gefühl bekommen, dass sprachliche Feinheit und emotionale Vielschichtigkeit dadurch etwas auf der Strecke bleiben. Einigen Szenen hilft der lockere Schreibstil, andere wiederum hätten für mich als Leserin etwas intensiver sein können.

Die Protagonistin und die Nebencharaktere sind durchgängig sympathisch, bleiben allerdings etwas an der Oberfläche. Isabellas Mut zum Neuanfang und ihre Verbindung zu ihrer Familie machen sie nahbar und nachvollziehbar. Ihr Gegenpart Etienne bringt die notwendige Spannung in die Dynamik, wirkt aber eher wie ein typischer Charmeur. Insgesamt fehlte mir in der Liebesgeschichte etwas mehr Tiefe und Gefühl, um sie nachvollziehbarer zu gestalten.
Die Handlung selbst wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig, da der Smalltown-Charme von Honeybridge vieles wieder auffängt. Auch ein paar unvorhersehbare Szenen haben mich überrascht.

Insgesamt ist "Honey Bridge - All Mine" eine herbstliche, atmosphärische Romance, die sich gut für entspannte Lesestunden eignet. Wer eine lockere Geschichte mit viel Kleinstadtflair und einem schnellen Lesefluss sucht, wird hier sicher fündig. Wer jedoch tiefere Figurenzeichnungen und überraschendere Wendungen erwartet, könnte etwas enttäuscht zurückbleiben. Für mich war "Honey Bridge - All Mine" ein netter, leichter Read, der mich gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Ein Tanz durch Intrigen

A Dance of Lies
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Zwischen Machtspielen, Verrat und aufkeimender Liebe erzählt A Dance of Lies die Geschichte der Tänzerin Vasalie, die nach zwei Jahren im Kerker für ihre Freilassung einen gefährlichen Deal mit König Ilian ...

Zwischen Machtspielen, Verrat und aufkeimender Liebe erzählt A Dance of Lies die Geschichte der Tänzerin Vasalie, die nach zwei Jahren im Kerker für ihre Freilassung einen gefährlichen Deal mit König Ilian eingeht: Sie soll als Spionin eine politische Versammlung infiltrieren und geheime Aufträge für ihn ausführen. Dabei stößt sie auf immer tiefere Intrigen, Verrat und die dunklen Machenschaften eines Herrschers, der bereit ist, alles zu opfern, auch die Menschen, die ihm einst nahe standen. Vasalie gerät zwischen Loyalität, Misstrauen und der Suche nach Gerechtigkeit und begegnet dabei Ilians Bruder Anton, welcher versucht die Pläne seines Bruders zu vereiteln.

Der Einstieg in die Geschichte ist direkt emotional aufgeladen, da man Vasalie an einem absoluten Tiefpunkt kennenlernt. Ihre seelischen und körperlichen Schmerzen werden realistisch beschrieben, sodass ich schnell mit ihr mitfühlen konnte. Besonders stark fand ich, wie gut der Roman zeigt, wie eng ihre Gefühle, ihr Körper und das Tanzen miteinander verbunden sind. Obwohl ich selbst keinen Bezug zum Tanzen habe, konnte ich ihre Leidenschaft und den inneren Kampf gut nachvollziehen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie vielschichtig das Tanzen hier eingesetzt wird. Nicht bloß als Ausdruck innerer Emotion, sondern auch als politisches Instrument innerhalb der Handlung. Dass Tanz auf diese Weise erzählerisch so viel Gewicht bekommt, war für mich überraschend und wurde gelungen in die Handlung mit eingebunden, zumal es mein erstes Buch mit einer Tänzerin als Protagonistin war.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist der Schreibstil. Er ist detailreich, atmosphärisch und kreativ, besonders in den Momenten, in denen Rückblenden eingebaut sind. Statt klassische Kapitelrückblicke zu nutzen, werden Erinnerungen parallel zu aktuellen Geschehnissen eingeflochten, was sie viel natürlicher und dynamischer wirken lässt. Auch Leser:innen, die längere Flashbacks normalerweise eher meiden und am liebsten schnell zur Haupthandlung zurück möchten, könnten hier positiv überrascht werden.

Die Handlung bleibt durchgehend spannend und entwickelt sich stetig weiter. Besonders gut gefallen haben mir die politischen Intrigen, überraschenden Wendungen und das durchdachte Machtgefüge zwischen den Figuren. Dabei geht es nicht nur um äußere Konflikte, sondern auch um Vasalies persönliche Kämpfe, die glaubwürdig und vielschichtig dargestellt sind. Schön war auch, dass die Geschichte mich mehrfach überraschen konnte ohne dass es gezwungen oder unlogisch wirkte.

„A Dance of Lies“ ist insgesamt eine atmosphärische und gefühlvolle Geschichte mit spannenden politischen Intrigen, einer starken Hauptfigur und einem besonderen Fokus auf Tanz. Die Mischung aus Emotion, Spannung und überraschenden Wendungen hat mich überzeugt und ich hatte durchgehend viel Lesespaß. Wer gerne Geschichten mit politischen Intrigen, unerwarteten Wendungen und einer dichten Handlung lesen möchte wird mit diesem Buch definitiv fündig.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

“It hadn't been love at first sight, but at last sight.”

The Irresistible Urge to Fall for Your Enemy - Wie man sich (nicht) in seinen Erzfeind verliebt
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Was passiert, wenn eine Heilerin mit Idealen auf einen Assassinen trifft, der dazu noch todrank ist? 
Aurienne und Osric könnten nicht unterschiedlicher sein und genau das lässt die Funken fliegen. Bissige ...

Was passiert, wenn eine Heilerin mit Idealen auf einen Assassinen trifft, der dazu noch todrank ist? 
Aurienne und Osric könnten nicht unterschiedlicher sein und genau das lässt die Funken fliegen. Bissige Wortgefechte, Geheimnisse, Slow-Burn und Enemies-to-Lovers treffen hier aufeinander und die beiden finden heraus, dass sie vielleicht nicht nur ein gemeinsames Ziel verbindet.

Brigitte Knightley hat mich mit „The Irresistible Urge to fall for your enemy“ mit jeder Seite mehr für sich eingenommen, auch wenn ich etwas Zeit gebraucht habe um mit dem Schreibstil warm zu werden. Der Tonfall ist humorvoll, manchmal frech, und die Dialoge sind intelligent geschrieben, sodass die Seiten erstaunlich schnell verfliegen.

Das Worldbuilding fand ich insgesamt sehr gelungen. Die Fantasy-Welt wirkt lebendig und gut durchdacht, ohne dass man beim Einstieg überfordert wird. das Glossar am Anfang war hier ein echter Pluspunkt und auch am Ende gibt es noch ein kleines Lexikon. Auch das Magiesystem und die Idee mit dem Seith stechen hervor und haben mich neugierig gemacht.
Die beiden Hauptfiguren, Aurienne und Osric, sind alles andere als einfache Charaktere. Anfangs wirken sie beide recht arrogant und ich war unsicher, ob ich Sympathien für die beiden aufbauen kann, aber genau diese Ecken und Kanten machen ihren Reiz aus und ich habe die zwei mit fortschreiten des Buches immer mehr ins Herz geschlossen.
Ihre Dynamik lebt von bissigen Wortgefechten, humorvollen Schlagabtauschen und der spürbaren Anziehung, die beide krampfhaft zu ignorieren versuchen. Besonders gelungen fand ich, dass sich die Beziehung zwischen den beiden sehr organisch entwickelt – es ist tatsächlich ein sehr starker Slow-Burn, bei dem man Geduld braucht, dafür aber umso mehr mit kleinen, intensiven Momenten belohnt wird. Osrics "He-falls-first"-Tendenz bringt dabei einen schönen Kontrast zu Auriennes anfangs kühler Art.

Der Humor ist sicher Geschmackssache. An einigen Stellen hat er mich sehr gut unterhalten, an anderen wirkte er für mich etwas zu deplatziert und überzogen, diese Stellen beschränken sich aber glücklicherweise auf ein Minimum. Dennoch gab es auch viele Szenen, die ich wirklich charmant fand, weil sie die Figuren von einer unerwartet verletzlichen oder witzigen Seite zeigen.

Das Buch punktet außerdem mit einer spannenden Handlung, die sich im letzten Drittel noch einmal zuspitzt und einige überraschende Wendungen bereithält. Auch die Nebenfiguren gewinnen im Verlauf an Profil und sorgen für einige Highlights.
Besonders viel Spaß hat es mir gemacht die beiden dabei zu begleiten, wie sie mit Witz, Schlagfertigkeit und cleveren Ideen versuchen, seiner rätselhaften Krankheit auf den Grund zu gehen. Besonders die vielen klug eingesetzten Fachbegriffe und Details aus der Welt wirken durchdacht und verleihen der Geschichte eine intelligente Tiefe.

The Irresistible Urge to Fall for Your Enemy ist insgesamt ein unterhaltsamer und humorvoller Fantasy-Roman mit einer starken Enemies-to-Lovers-Dynamik, einem wirklich langsamen Beziehungsaufbau und einem durchdachten Setting. Für mich ein gelungener Auftakt, der Lust auf Band 2 macht, auch wenn ich mir beim Humor manchmal weniger derbe Anspielungen und mehr subtilen Witz gewünscht hätte. Langweilig wurde mir jedoch zu keiner Zeit.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Wenn die Zeit stehen bleibt und das Herz trotzdem schneller schlägt

Love On Repeat
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Lara nimmt sich nach ihrem Bionik-Studium eine Auszeit und möchte sich endlich ihrer Leidenschaft widmen: einen Thriller zu schreiben.
Doch dann trifft sie Woche für Woche immer wieder auf den mürrischen ...

Lara nimmt sich nach ihrem Bionik-Studium eine Auszeit und möchte sich endlich ihrer Leidenschaft widmen: einen Thriller zu schreiben.
Doch dann trifft sie Woche für Woche immer wieder auf den mürrischen Leo, hinter dem mehr steckt als es auf den ersten Blick scheint. Ihr Plan endlich den ihren Thriller fertigzustellen nimmt auf einmal unerwartete Wendungen.

Schon nach den ersten Seiten war ich vom Schreibstil begeistert, locker, humorvoll und dabei trotzdem reflektiert. Man fliegt nur so durch die Kapitel. Besonders schön fand ich, dass die Geschichte in Deutschland spielt. Das Setting und die Namen haben sich dadurch authentisch und ungewohnt frisch angefühlt, gerade weil ich meist nur übersetzte Romane lese.

Lara war mir von Anfang an sympathisch. Ihre leicht nerdige, analytische Art macht sie greifbar und nahbar und ich habe mich an vielen Stellen total in ihr wiedererkannt. Dass sie versucht, strukturiert mit der Situation umzugehen, war für mich nicht nur nachvollziehbar, sondern hat auch richtig Spaß gemacht zu lesen. Ihre Gedankengänge, ihre Reaktionen und ihr Versuch, ihren Problemen auf den Grund zu gehen, waren konsequent und glaubwürdig.
Auch Leo hat mich nach und nach für sich eingenommen. Zwar war er anfangs eher verschlossen, aber genau das hat ihn interessant gemacht. Besonders schön fand ich die dynamische Entwicklung zwischen ihm und Lara: keine plumpe Romantik, sondern ein langsames, feinfühliges Annähern, bei dem man als Leserin mitfiebert.

Überrascht hat mich, wie emotional und tiefgründig die Geschichte stellenweise wurde. Love on Repeat ist definitiv mehr als eine typische RomCom. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um Selbstfindung, um Entscheidungen, die man trifft oder eben nicht trifft, und um den Umgang mit wiederkehrenden Situationen, die einen langsam zermürben können. Die Geschichte bleibt dabei durchweg abwechslungsreich, obwohl sich rein theoretisch vieles wiederholt. Genau das hat Angela Kirchner jedoch sehr sehr clever gelöst.

Besonders gelungen fand ich außerdem die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. Es gibt viele kleine Szenen, die einen zum Schmunzeln bringen, aber auch Momente, die berühren und zum Nachdenken anregen. Der Time-Loop wird dabei nicht nur als origineller Plot-Twist genutzt, sondern bekommt im Verlauf eine richtige Bedeutung und Tiefe.

Insgesamt ist Love on Repeat ist eine kluge, warmherzige und charmant erzählte RomCom mit Tiefgang, die mich deutlich mehr berührt hat, als ich es erwartet hätte. Eine klare Empfehlung für alle, die romantische Geschichten mit Humor, Substanz und einem originellen Twist suchen.

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