Platzhalter für Profilbild

leseleucht

Lesejury Star
offline

leseleucht ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit leseleucht über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2026

Wer braucht schon einen roten Doppeldecker

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
0

wenn er mit dem charmanten Otto-Bus nach England fahren kann. Very british gibt sich dieses neue Reiseabenteuer mit dem Bus Otto und seiner Familie. Eine schöne kleine Urlaubsgeschichte mit ein paar lehrreichen ...

wenn er mit dem charmanten Otto-Bus nach England fahren kann. Very british gibt sich dieses neue Reiseabenteuer mit dem Bus Otto und seiner Familie. Eine schöne kleine Urlaubsgeschichte mit ein paar lehrreichen Infos und Sightseeing-Tips für eine Tour nach London. Liebevoll gezeichnete Bilder illustrieren unsere Reise zum Teil sehr eindrucksvoll, wie z. B. die Fahrt durch den Tunnel nach England.
Die Bilderbuchgeschichte vermittelt Reise- und Abenteuerlust gleichzeitig mit viel Geborgenheit in Ottos Busbauch und im Kreis der lieben, fröhlichen Familie. Ein perfektes Bilderbuch für die Einstimmung auf eine Reise, für die Unterhaltung auf der Reise oder als Fantasiereise als Urlaubsersatz. Das macht nicht nur denen Spaß, denen die Geschichte vorgelesen wird, sondern auch den Vorleser:innen. Die Bilder laden zum Entdecken ein und die Texte sind schon etwas länger, aber haben genau das richtige Maß an Unterhaltung und ein wenig Wissensvermittlung. Eine schöne Reihe, mit der man sich noch viele Reisen vorstellen kann!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2026

Klugscheisserchen in love

Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen
0

Hurra! Es gibt Neues vom Klugscheisserchen. Nachdem es in der Familie Theufel, alle mit doppelt „th“, nicht viel zu klugscheissern hat bzw. ihm ordentlich Klugscheisserparoli geboten wird, trifft es in ...

Hurra! Es gibt Neues vom Klugscheisserchen. Nachdem es in der Familie Theufel, alle mit doppelt „th“, nicht viel zu klugscheissern hat bzw. ihm ordentlich Klugscheisserparoli geboten wird, trifft es in der Schule der Theufel-Kinder auf einen lohnenden Gegner. Oder sollte man besser sagen auf die perfekte Ergänzung: Vehlerteufelchen ist ein gefundenes Fressen fürs Klugscheissen, und dementsprechend hat das Klugscheisserchen es auch zum Fressen gern.
Mit üblichem Wortwitz, Ironie und unwiderstehlichem Humor schreibt Marc-Uwe Kling eine neue Episode aus dem Familienleben der Theufels mit Anhang. Ich weiß gar nicht, was ich besser finden soll: die Buchausgabe mit den lustigen Verschreibern und den schrägen, knallfarbenfrohen Bildern oder die Hörfassung, vom Autor unvergleichlich eingelesen!?!
Auf jeden Fall nicht nur ein Mutmachbuch für Kinder, Vehler machen zu dürfen, aber auch hemmungslos klugzuscheissern, sondern auch ein Lese- bzw. Hörvergnügen für alle Erwachsenen, die Klugscheisserchen und Vehlerteufel lieben!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2026

Alltagstauglich

Dein Endometriose-Alltagshelfer
0

Der Ratgeber über Endometriose ist von einer Frau geschrieben, die sehr stark unter Endometriose gelitten hat und immer noch leidet. Welche Ausmaße diese noch recht unerforschte, mittlerweile aber immer ...

Der Ratgeber über Endometriose ist von einer Frau geschrieben, die sehr stark unter Endometriose gelitten hat und immer noch leidet. Welche Ausmaße diese noch recht unerforschte, mittlerweile aber immer häufiger im öffentlichen Licht besprochene Erkrankung hat, macht sie an der Schilderung ihres Falles sehr deutlich. Genauso wie sie andere Betroffene mit ihren Erfahrungen zu Wort kommen lässt. Fachliche Unterstützung leistet eine Kölner Ärztin, die sich auf die Behandlung von Endometriose spezialisiert hat.
Herausgekommen ist ein Ratgeber, der sowohl die fachlichen Zusammenhänge klar und anschaulich darbietet als auch viele Alltagstipps für das Leben mit Endometriose gibt bis hin zur Packliste für Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt. Vieles davon kennt man sicherlich, aber für den Notfall ist es sicherlich hilfreich, ein kleines Kompendium zur Hand zu haben. Den besonderen Wert der Tipps macht aus, dass sie mit den persönlichen Erfahrungen der Autorin kombiniert werden. Es gibt keine „Wenn du das machst, dann ...“-Versprechungen, sondern viel mehr viele „Bei mir war das so … oder hat dies geholfen“. Das lässt der Leserin die Eigenverantwortlichkeit, das für sich Passende Herauszusuchen. Das Wichtigste, das das Buch neben den praktischen Tipps vermittelt, ist die Akzeptanz. Das ist bei einer Erkrankung, die auch häufig in die Kategorie „psychosomatisches Frauenleiden“ – ist halt so, muss man aushalten, darf man nicht hysterisch werden – fällt, besonders wichtig. Das vermittelt der Leserin bei der Lektüre ein gutes Gefühl und hat etwas Befreiendes. Es darf mir schlecht gehen, und ich darf mich dem widmen. Ich darf etwas für mich tun. Und dass man eine Menge tun kann, auch Ärzte und Kliniken, der soziale Dienst, Physiotherapeut:Innen und so weiter und so fort, wird in diesem Buch sehr deutlich.
Über die Farbe des Ratgebers ließe sich streiten.
Ich wünsche dem Buch und dem Thema, dass es nicht nur von Betroffenen wahrgenommen wird, sondern auch von Partnern, Arbeitgebern und jedem, der ein Urteil über „Frauenleiden“ zu treffen sich veranlasst fühlt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Fein gesponnene Ästhetik

Heimkehr nach Morioka
0

Zunächst einmal will ich sagen, dass mich bereits das Cover des Buches sehr eingenommen hat. Es ist – einfach gesprochen – wirklich schön, dabei sehr schlicht und zart und passt sehr gut, zu der Ästhetik ...

Zunächst einmal will ich sagen, dass mich bereits das Cover des Buches sehr eingenommen hat. Es ist – einfach gesprochen – wirklich schön, dabei sehr schlicht und zart und passt sehr gut, zu der Ästhetik wie sie das Leben von Mios Großvater, dem Begründer von Homespun, handgefertigter, hochwertiger Wollkeidung, und Sammlung von allem Schönen, repräsentiert. Zu ihm flüchtet die 17jährige Mio, die mit ihren Mitschülerinnen nicht klar kommt, die sich von den Eltern unverstanden fühlt und stets Angst hat, etwas falsch zu machen oder jemanden zu verärgern. Sie ist so sehr daran gewöhnt, die Stimmunslagen der anderen zu lesen und zu interpretieren, dass sie sich selbst dabei gänzlich verloren hat. So weiß sie lange nicht, wie es für sie jetzt weiter gehen soll: zurück in die Schule oder in die Fußstapfen des Großvaters treten? Sie kann keine Farbe benennen, die für ihr Leben stehen könnte und mit der sie dann den Schal färben könnte, die sie für sich weben will.
Zusammen mit Mio lernt der Leser viel über den Umgang mit und das Verarbeiten von Wolle, einem hochqualitativen Material, wenn man es richtig verwendet. In schönen Bildern veranschaulicht der Roman die Vorzüge des Materials und die Wirkung der Farben. Genauso schildert er das Leben in der japanischen Stadt mit dem Berg Iwake.
Die Mitarbeiter in der Werkstatt ihres Großvaters begegnen Mio wie auch ihr Großvater mit Verständnis, Ruhe und Zugewandtheit, doch zugleich auch mit Konsequenz und der nötigen Herausforderung, während sie mit ihren Eltern und ihrer Großmutter mütterlicherseits gar nicht reden kann, zumal diese noch ihre eigenen Sorgen mit sich herumtragen.
Der Roman stellt uns neben Mio weitere sympathische und interessante Figuren vor, neben ihrem Großvater eine Cousine mit ihrem Sohn, der einen besonderen Zugang zu Mio findet, auch wenn er sie anfänglich sehr irritiert.
Nur die Gespräche mit ihren Eltern und das Verhalten der Figuren untereinander kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Die Dialoge wirken sehr unnatürlich, steif und verquer. Das soll sicherlich auch das schwierige Verhältnis zum Ausdruck bringen. Aber irgendwie bleiben die Figuren für mich wenig greifbar, sodass ich ihre Reaktionen oft übertrieben und wenig entwickelt finde.
Aber man bekommt auf jeden Fall einen spannenden Einblick in ein heute nicht mehr so präsentes Handwerk und in die japanische Lebensweise, mit der ich nicht wirklich vertraut bin und die sich mir durch das Lesen doch ganz anders darstellt, als erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Ein Roman voll italienischem Charme

Die Briefträgerin
0

Die Geschichte ihrer Großmutter war Inspiration für Francesca Giannone einer interessanten, starken, eigensinnigen Frau mit ihrem Roman ein Denkmal zu setzen. Das ist ihr, denke ich, gelungen.
Anna kommt ...

Die Geschichte ihrer Großmutter war Inspiration für Francesca Giannone einer interessanten, starken, eigensinnigen Frau mit ihrem Roman ein Denkmal zu setzen. Das ist ihr, denke ich, gelungen.
Anna kommt mit ihrem Mann aus dem Norden Italiens in ein kleines Städtchen im Süden des Landes, für sie ein Unterschied wie Tag und Nacht. Für die Einwohner bleibt sie immer die Fremde, nicht nur, weil sie nicht im Dorf geboren ist, sondern vielmehr wohl auch, weil ihre Lebens- und Wesensart den anderen fremd ist. Anna gibt sich nicht mit der Rolle als Ehefrau und Mutter zufrieden. Als sich die Möglichkeit ergibt, ergreift sie die Stelle als erste Postbotin, die zudem nicht nur die Briefe austrägt, sondern auch die Schicksale ihrer Adressaten in die Hand nimmt. Sie setzt sich ein für Benachteiligte, vor allem für die Frauen. Auch im Familienkreis, als ihre Schwägerin und Nichte Hilfe brauchen. Sie ist eine sehr schöne und sinnliche Frau, was neben Neidern auch zu Bewunderern führt, z. B. ihrem Schwager. Dies ist nicht die einzige Beziehung im Dorf, die nicht sein darf, und sie haben alle mehr oder minder schwere Konsequenzen.
Giannone schreibt ein liebevolles Porträt der Postbotin Anna und erschafft einen kleinen Kosmos voller charmanter oder eigenwilliger Figuren, deren Geschichten um die von Anna herum zu einem unterhaltsamen, bisweilen emotionalen, bisweilen sehr spannenden Roman ergeben. Was ihr besonders gut gelingt, es es, die süditalienischen Flair zu vermitteln. Quasi mit allen Sinnen fühlt sich der Leser in ein Dorf im Süden Italiens versetzt. Er lebt und leidet mit den Figuren.
Nur, als die Geschichte auf ihr Ende zuläuft und die Handlung noch einmal eine dramatische Wende nimmt, erahnt man schon auf den letzten fünfzig Seiten, dass diese nicht ausreichen werden, zu einem entwickelten Schluss zu kommen. Das ist für mich einer der wenigen Kritikpunkte am Buch, der leider – weil eben am Ende stehend – doch stark in Erinnerung bleibt, dass das Ende so abrupt und wenig entwickelt dem Leser vor die Füße fällt.
Ansonsten bietet der Roman dem Leser anschauliche und lebendige Unterhaltung und ein Gefühl von Urlaub unter italienischer Sonne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere