Alltagstauglich
Dein Endometriose-AlltagshelferDer Ratgeber über Endometriose ist von einer Frau geschrieben, die sehr stark unter Endometriose gelitten hat und immer noch leidet. Welche Ausmaße diese noch recht unerforschte, mittlerweile aber immer ...
Der Ratgeber über Endometriose ist von einer Frau geschrieben, die sehr stark unter Endometriose gelitten hat und immer noch leidet. Welche Ausmaße diese noch recht unerforschte, mittlerweile aber immer häufiger im öffentlichen Licht besprochene Erkrankung hat, macht sie an der Schilderung ihres Falles sehr deutlich. Genauso wie sie andere Betroffene mit ihren Erfahrungen zu Wort kommen lässt. Fachliche Unterstützung leistet eine Kölner Ärztin, die sich auf die Behandlung von Endometriose spezialisiert hat.
Herausgekommen ist ein Ratgeber, der sowohl die fachlichen Zusammenhänge klar und anschaulich darbietet als auch viele Alltagstipps für das Leben mit Endometriose gibt bis hin zur Packliste für Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt. Vieles davon kennt man sicherlich, aber für den Notfall ist es sicherlich hilfreich, ein kleines Kompendium zur Hand zu haben. Den besonderen Wert der Tipps macht aus, dass sie mit den persönlichen Erfahrungen der Autorin kombiniert werden. Es gibt keine „Wenn du das machst, dann ...“-Versprechungen, sondern viel mehr viele „Bei mir war das so … oder hat dies geholfen“. Das lässt der Leserin die Eigenverantwortlichkeit, das für sich Passende Herauszusuchen. Das Wichtigste, das das Buch neben den praktischen Tipps vermittelt, ist die Akzeptanz. Das ist bei einer Erkrankung, die auch häufig in die Kategorie „psychosomatisches Frauenleiden“ – ist halt so, muss man aushalten, darf man nicht hysterisch werden – fällt, besonders wichtig. Das vermittelt der Leserin bei der Lektüre ein gutes Gefühl und hat etwas Befreiendes. Es darf mir schlecht gehen, und ich darf mich dem widmen. Ich darf etwas für mich tun. Und dass man eine Menge tun kann, auch Ärzte und Kliniken, der soziale Dienst, Physiotherapeut:Innen und so weiter und so fort, wird in diesem Buch sehr deutlich.
Über die Farbe des Ratgebers ließe sich streiten.
Ich wünsche dem Buch und dem Thema, dass es nicht nur von Betroffenen wahrgenommen wird, sondern auch von Partnern, Arbeitgebern und jedem, der ein Urteil über „Frauenleiden“ zu treffen sich veranlasst fühlt.