Cover-Bild Die Briefträgerin
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 16.04.2026
  • ISBN: 9783442776153
Francesca Giannone

Die Briefträgerin

Roman
Ingrid Ickler (Übersetzer)

Süditalien 1934: Eine selbstbewusste junge Frau aus dem Norden bringt als erste Briefträgerin frischen Wind in ein kleines Dorf.

Lizzanello, ein beschauliches Dorf, in dem sich alle kennen: Als Anna und Carlo hier 1934 frisch vermählt mit dem Bus aus dem Norden eintreffen, freut sich Carlo, endlich zurück in seiner Heimat zu sein. Doch Anna denkt darüber nach, was für ein Leben sie als Norditalienerin in dem kleinen Ort erwartet, in dem ganz eigene Gesetze herrschen. Allen Widerständen zum Trotz geht Anna mutig und entschlossen ihren eigenen Weg – und bringt als erste Briefträgerin frischen Wind nach Lizzanello. Über zwanzig Jahre lang, erst zu Fuß, dann mit dem Fahrrad, trägt sie die Post aus: Ansichtskarten von Emigranten, Briefe von Soldaten an der Front, Mitteilungen von heimlichen Liebhabern. Und irgendwann muss sie sich fragen, wie lange sie eigentlich noch ihre eigenen Gefühle verbergen kann, die sie seit Jahren für den Bruder ihres Ehemanns empfindet.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2026

Die fremde Frau

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1934 Apulien: Carlo und Anna ziehen mit ihrem Sohn Roberto nach Liizzanello. Carlo übernimmt ein Stück Land auf dem er Wein anbauen möchte und freut sich auf ein Wiedersehen mit seinem Bruder Antonio. ...

1934 Apulien: Carlo und Anna ziehen mit ihrem Sohn Roberto nach Liizzanello. Carlo übernimmt ein Stück Land auf dem er Wein anbauen möchte und freut sich auf ein Wiedersehen mit seinem Bruder Antonio. Der teil mit Anna die Liebe zur Literatur. Sie hat in ihrer Heimat als Lehrerin gearbeitet und sehnt sich wieder nach einer Aufgabe. Als der Brieträger des Ortes stirbt, bewirbt sie sich um die Stelle. Sie wird die erste Briefträgerin Italiens und setzt sich über alle Konventionen hinweg. Sie liest den Empfängern, die nicht lesen können, die Post vor und findet ungewöhnliche Lösungen. Sie lehnt die Kirche ab, setzt sich für das Frauenwahlrecht ein und möchte ein Frauenhaus gründen. Und doch bleibt sie immer die Fremde Frau in dem Dorf.

Das Cover ist sehr stimmungsvoll und aussagekräftig. Die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben. Die Handlung umfasst den Zeitraum von 1934 bis 1961 statt. Die politische Entwicklung wird nebenbei berücksichtig, da sich das eigentliche Geschehen im Dorf abspielt. Somit ist man immer mittendrin in Liizzanello.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Anna, die Fremde

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Die Autorin Francesca Giannone erzählt in diesem Roman über das Leben ihrer Urgroßmutter in den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahren.

Eine Geschichte, die einen direkt mitnimmt in ein kleines Dorf ...

Die Autorin Francesca Giannone erzählt in diesem Roman über das Leben ihrer Urgroßmutter in den dreißiger, vierziger und fünfziger Jahren.

Eine Geschichte, die einen direkt mitnimmt in ein kleines Dorf in Süditalien. Was es so besonders macht ist vor allem die Zeit, in der sie spielt.
Anna ist eine junge Frau, die mehr vom Leben möchte, als nur Hausfrau und Mutter zu sein. Als erste Briefträgerin geht sie in die Geschichte ein.

Ein sehr schöner Roman, ruhig, berührend und sehr fesselnd.
Neben Anna gibt es noch viele andere Charaktere, die dieses Buch mit Leben füllen. Sie alle spiegeln die Zeit wieder und zeichnen ein Bild des Ortes, des Landes und der Menschen die dort lebten. Typisch italienisch!

Es war auf eine Art auch sehr interessant, da es nicht nur um Anna ging, sondern auch der Zeitgeist gut eingeflochten wurde.

Das Buch hat mich wirklich überrascht und sehr gut unterhalten!!!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Ein Highlight!

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Auf "Die Briefträgerin" bin ich zufällig im Buchladen aufmerksam geworden. Ich hatte die US-Ausgabe vor einer Weile schon mal gesehen, sie aber dann nicht gekauft, weil ich erstmal die Bücher von meinem ...

Auf "Die Briefträgerin" bin ich zufällig im Buchladen aufmerksam geworden. Ich hatte die US-Ausgabe vor einer Weile schon mal gesehen, sie aber dann nicht gekauft, weil ich erstmal die Bücher von meinem TBR-Stapel lesen wollte. Der deutschen Ausgabe konnte ich ich jetzt aber nicht mehr widerstehen - auch, weil das Cover der deutschen Ausgabe viel, viel schöner ist.

Unsere Hauptfigur im Buch ist Anna - 1934 zieht sie gemeinsam mit ihrem Mann Carlo von Norditalien in sein Heimatdorf Lizzanello in Apulien. Für Carlo bedeutet die Rückkehr Heimat, für Anna dagegen beginnt ein Leben als Fremde. Sie ist unabhängig, direkt, trägt Hosen, stellt Fragen und passt mit ihrer selbstbewussten Art so gar nicht in die konservativen Vorstellungen des Dorfes. Dass sie schließlich sogar die erste Briefträgerin des Ortes wird, sorgt natürlich für Misstrauen, Tratsch und Widerstand.

Was mich besonders beeindruckt hat, war die Art, wie Anna ihren Weg geht. Nicht laut oder rebellisch, sondern mit einer ruhigen Entschlossenheit, die unglaublich viel Stärke ausstrahlt. Sie kämpft für Selbstbestimmung, für Gleichberechtigung und dafür, als Frau ernst genommen zu werden – in einer Zeit und Gesellschaft, in der Frauen vor allem funktionieren sollten. Gerade weil der Roman zeigt, wie eng die gesellschaftlichen Grenzen damals waren, wirkt Annas Mut umso eindrucksvoller.

Gleichzeitig lebt die Geschichte aber nicht nur von Anna allein. Nach den ersten Seiten war ich überrascht von der Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen. Jede Figur bringt ihre eigenen Sehnsüchte, Verletzungen und Konflikte mit - all diese Geschichten verweben sich zu einem unglaublich lebendigen Bild des Dorflebens. Ebenso gelungen fand ich die Atmosphäre. Francesca Giannone beschreibt das Leben in Lizzanello so anschaulich, dass ich die Hitze Apuliens beinahe spüren konnte. Gerade dieses lebendige Miteinander macht den Roman so authentisch.

Auch die historischen Entwicklungen werden wunderbar in die Handlung eingebunden. Faschismus, Krieg, gesellschaftlicher Wandel und die Rolle der Frau fließen ganz selbstverständlich in die Geschichte ein, ohne jemals belehrend zu wirken. Viele Themen fühlen sich dabei erstaunlich aktuell an – besonders die Frage, wie viel Freiheit Frauen zugestanden wird und wie schwer es sein kann, gegen festgefahrene Erwartungen anzuleben.

Insgesamt ist "Die Briefträgerin" für mich ein warmherziger, eindringlicher und unglaublich atmosphärischer Roman über Mut, Freiheit, Zugehörigkeit und die Kraft, trotz aller Widerstände man selbst zu bleiben. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Anna ... una donna coraggiosa!

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Wer steckt hinter der Briefträgerin? Wer ist diese Anna aus dem Norden? Ich durfte sie kennenlernen und schnell feststellen, dies ist nicht nur die Geschichte von Anna, der Briefträgerin, sondern auch ...

Wer steckt hinter der Briefträgerin? Wer ist diese Anna aus dem Norden? Ich durfte sie kennenlernen und schnell feststellen, dies ist nicht nur die Geschichte von Anna, der Briefträgerin, sondern auch die Geschichte von einer Anna ist, die es liebt, vor Beginn des Tages ihre lauwarme Milch auf der Gartenbank zu genießen. Es ist auch die Geschichte von Anna, die aus Ligurien nach Lizzanetto kam, aus Liebe zu ihrem Mann. Zudem ist es die Geschichte von Anna, einer modernen Frau, die gegen den Strom schwimmt und entschlossen ist, die erste Briefträgerin des Dorfes zu werden, und es ist die Geschichte von Anna, die sich für andere einsetzt, für die Frauen, aber vor allem für die persönliche Freiheit all derer, die ihren Weg kreuzen.

Aber es ist auch die Geschichte von Annas Mann Carlo und seinem Weinprojekt, von dessen Bruder Antonio und seinen mit Anmerkungen versehenen Büchern, von Antonios Frau Agata und ihren Pastagerichten, mit denen sie die eigene Unzufriedenheit erstickt, von Giovanna und ihrem zweiten Leben, von Daniele und seinem in Italien nicht realisierbarem Traum, von Carmela, die nie vergeben und vergessen konnte und von Lorenza und ihrer unerfüllten Liebe.

Selten wurde deutlicher, dass in dieser Geschichte eine Frau auf eine Welt trifft, in der es so viele Konventionen gibt, in der man eigentlich nicht die sein darf, die man sein möchte. Doch Anna bleibt sich bis zum Schluss treu, wenn es auch ein steiniger Weg ist …

Mit „Die Briefträgerin“ hat die Autorin einen Roman erschaffen, der vom Leben ihrer eigenen Urgroßmutter inspiriert ist, und somit eine sehr persönliche und familiäre Geschichte darstellt. Sie ist sehr fesselnd und so anschaulich erzählt, dass ich mich beim Lesen oft selbst im damals noch sehr konservativen Italien wähnte. Ich freue mich sehr, dass Francesca Giannone diese doch sehr private Geschichte mit mir teilte und vergebe hier sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl!

Veröffentlicht am 05.05.2026

Eine starke Frau im Herzen Süditaliens – ein Roman, der lange nachhallt

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Die Briefträgerin ist ein außergewöhnlich berührender und atmosphärisch dichter Roman, der weit über eine einfache Familiengeschichte hinausgeht. Francesca Giannone gelingt es, das Leben einer mutigen ...

Die Briefträgerin ist ein außergewöhnlich berührender und atmosphärisch dichter Roman, der weit über eine einfache Familiengeschichte hinausgeht. Francesca Giannone gelingt es, das Leben einer mutigen Frau in Süditalien zwischen 1934 und 1961 so eindrucksvoll zu erzählen, dass man Anna und ihr Dorf noch lange nach dem Lesen im Herzen trägt.
Im Mittelpunkt steht Anna, eine selbstbewusste Norditalienerin, die in ein traditionsgeprägtes Dorf zieht und dort – gegen alle Widerstände – die erste Briefträgerin Italiens wird. Ihre Entschlossenheit, ihre Freiheit zu bewahren, ihre Prinzipien nicht zu verraten und sich für die Rechte der Frauen einzusetzen, macht sie zu einer beeindruckenden, inspirierenden Figur. Sie liest Briefe vor, hört zu, hilft bei häuslicher Gewalt und wird zu einer wichtigen Stütze für viele Menschen im Dorf. Gleichzeitig bleibt sie für die Dorfbewohner immer ein wenig „die Fremde“ – ein Spannungsfeld, das die Autorin sehr feinfühlig zeichnet.
Der Roman lebt aber nicht nur von Anna, sondern auch von den vielen Schicksalen um sie herum. Die Familiengeschichten, die heimlichen Lieben, die Konflikte und Geheimnisse – all das ist so authentisch erzählt, dass man sich mitten im Dorf wiederfindet. Die Charaktere sind nuancenreich, menschlich, manchmal fehlerhaft, manchmal warmherzig – genau wie im echten Leben. Besonders gelungen ist, wie Giannone historische Ereignisse wie Faschismus, Krieg, Republikgründung und Wirtschaftswunder in die persönlichen Lebenswege einwebt, ohne je belehrend zu wirken.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und voller Atmosphäre. Man spürt die Hitze Apuliens, hört das Murmeln im Postamt, sieht die staubigen Straßen und fühlt die Enge der Traditionen. Die Zeitangaben über den Kapiteln helfen, die Jahrzehnte klar einzuordnen, und die Erzählweise bleibt durchgehend spannend – keine Seite wirkt überflüssig.
Besonders berührend ist, dass die Geschichte auf der wahren Lebensgeschichte der Urgroßmutter der Autorin basiert. Dieses Wissen verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe und macht Annas Mut und Stärke noch beeindruckender.
Fazit:
Ein warmherziger, kraftvoller und tief bewegender Roman über eine außergewöhnliche Frau, über Liebe, Freiheit, Tradition und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Die Briefträgerin ist ein echtes Lesehighlight, das man kaum aus der Hand legen kann und das lange nachklingt. Für mich eine klare Fünf-Sterne-Empfehlung.

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