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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2019

P.O.L.D.I. Der Progressive-Oberreiter-Lügen-und-Drama-Index

Tante Poldi und die Schwarze Madonna
2

Poldi reicht es. Sie hat die Nase voll. Ihr Geburtstag steht vor der Tür.
Dummerweise sieht es aber so aus, als ob sie den nicht überleben wird.
Der Tod macht solche Andeutungen.
Als in Rom eine junge ...

Poldi reicht es. Sie hat die Nase voll. Ihr Geburtstag steht vor der Tür.
Dummerweise sieht es aber so aus, als ob sie den nicht überleben wird.
Der Tod macht solche Andeutungen.
Als in Rom eine junge Ordensschwester vom Dach des apostolischen Palastes stürzt,
gerät Poldi unter Verdacht.
Wer ist, die Frau, die mit Poldis Stimme spricht und behauptet Isolde Oberreiter zu sein?
Damit nicht genug, auf einmal wenden sich ihre Nachbarn aus Torre Archirafi von ihr ab.
Poldi bekommt Drohungen an die Hauswand geschmiert.
Langsam reicht es, Poldi stürzt sich in die Ermittlungen.
Da hat aber nicht nur der Tod etwas dagegen, sondern auch der wahre Mörder.

Auch dieser Band überzeugt wieder durch die wunderbare Sprache und
Ausdrucksweise. Diese Poldi mit ihrer so bombenfesten Perücke
und ihrem so handfesten Vokabular, die sogar mit dem Tod verhandeln kann.
Sie steckt natürlich wieder mal in großen Schwierigkeiten.
Ihr Neffe, der so gern ein großer Schriftsteller wäre und als Chronist
der Geschehnisse fungiert, ist ja nichts anderes gewohnt von seiner Tante.
Dieses Mal wird er aber so richtig in die Ermittlungen mit einbezogen.
Es ist nicht so einfach neben einem Superhirn zu bestehen.
P.O.L.D.I. Der Progressive-Oberreiter-Lügen-und-Drama-Index ist einfach nicht
zu toppen.
So ganz nebenbei wird der Leser durch die Eigenarten Siziliens und seiner Bewohner,
bis zum Vatikan geführt.
Die Charaktere sind einfach nur wunderbar. Schrullig, eckig und die Figur der Poldi
ist ein richtiger strahlender Solitär.
Resolut und selbstbewusst nimmt sie sich, was sie will.
Der Autor spannt viele lose Fäden die am Ende auf wunderbare Weise zusammen laufen.
Auch der vierte Band spart nicht an Originalität.
Poldi bringt den Vatikan im Nonnen Habit völlig aus der Rolle,
liefert sich heiße Verfolgungsfahrten und klärt ein altes Geheimnis in ihrem Dorf.
Wir können sogar auf eine Hochzeit hoffen.
Bis zum Schluss bleibt der Spannungsbogen erhalten.

Fazit:
Diese Bayrisch/Italienische Wuchtbrumme bringt mich immer wieder zum Lachen.
Dank der detaillierten Personen und Ortsbeschreibungen bin ich immer richtig drin im Geschehen.
Die Gespräche zwischen Poldi und dem Tod empfinde ich als sehr lustig bzw. makaber.
Ich fühlte mich bestens Unterhalten und freue mich schon auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 29.01.2019

Bittersüß

Das kleine Theater am Meer
2

Faye besucht ihr Freundin Charlotte auf Sardinien.
Ihr Freund hat sie verlassen und nach dem Abschluss
ihres Studiums ist sie zur zeit ohne Job.
Deshalb freut sie sich auf die Reise.
Auf Sardinien verrät ...

Faye besucht ihr Freundin Charlotte auf Sardinien.
Ihr Freund hat sie verlassen und nach dem Abschluss
ihres Studiums ist sie zur zeit ohne Job.
Deshalb freut sie sich auf die Reise.
Auf Sardinien verrät Charlotte, was noch hinter dem Angebot steht:
Freunde von ihr wollen das kleine Theater in der Altstadt von Deriu wiederherrichten
und brauchen dafür professionelle Hilfe.
Da Faye eine angehende Innenarchitektin ist lässt sie sich
schnell dazu überreden. Sie ist begeistert, ahnt aber nicht worauf sie sich einlässt.

Das Cover ist wunderschön und sehr verlockend.
Verspricht eine leichte Liebesgeschichte.
Nach den ersten Seiten wird aber sehr
schnell klar das hier doch etwas mehr dahinter steckt.

Die Geschichte hat mehrere Erzählstränge und dadurch mehr Tiefe als gedacht.
Allerdings wird dadurch das Hauptthema, das kleine Theater, an den Rand
gestellt.
Faye gibt sich alle mögliche Mühe, das Theater umzugestalten und es den
Dorfbewohner recht zu machen. Nebenbei verliebt sie sich auch noch.
Es geht aber nicht nur um Faye, sondern auch um die Ehe ihrer Eltern und um die Einwohner des kleines Ortes Deriu, wo anscheinend jeder ein Geheimnis hat.
Das ist teilweise sehr unterhaltend und sogar etwas spannend.
Faye aber bleibt ziemlich farblos, die Geschichte der Eltern rückt zu sehr in den
Vordergrund und die Geschichten der Dorfbewohner sind einfach zu ausschweifend.
Hier wäre weniger für meinen Geschmack mehr gewesen.

Dieser Roman verzaubert aber durch seine Leichtigkeit und er vermittelt
einen das Gefühl direkt vor Ort zu sein. Das südländische Flair,
die Lebensart und die italienische Landschaft lädt zum Träumen ein.
Die Beschreibungen sind voller Lebensfreude.
Rosanna Ley hat hier eine sehr warmherzige Geschichte
geschaffen. Voller Poesie nimmt sie uns mit in ein kleines Dorf
wo die Anwohner rund um ein kleines Theater leben.
Die Charaktere sind alle sehr liebevoll gezeichnet und
man kann sich sehr gut mit ihnen identifizieren.

Das alles macht sie mit ihrem wunderschönen Schreibstil zu einem kleinen Leseerlebnis.

Das reicht aber für einen guten Roman bei weitem nicht aus.
Deshalb kann ich dieses Mal nur 3 Punkte vergeben.

Veröffentlicht am 26.12.2018

Der perfekte Mann

Kälter als die Angst
2

Klappentext:

Kathrin Ortrup zieht in eine neue Wohnung.
Ihr zu Ehren geben die neuen Nachbarn eine Einweihungsparty.
Durch Zufall erfährt sie das die Nachbarn alle anonyme Drohbriefe
erhalten, das sie ...

Klappentext:

Kathrin Ortrup zieht in eine neue Wohnung.
Ihr zu Ehren geben die neuen Nachbarn eine Einweihungsparty.
Durch Zufall erfährt sie das die Nachbarn alle anonyme Drohbriefe
erhalten, das sie alle in einem Todeshaus wohnen würden.
Als sie auch so einen Brief erhält, wendet sie sich an Charlotte
Schneidmann. Ermittlerin Schneidmann wird hellhörig, hat doch
Kathrins Vormieterin Carla Delbrück auch Drohbriefe bekommen und
nun ist sie einen grausamen Tod gestorben. Gibt es da etwa einen
Zusammenhang?

Meine Meinung:

Spannung von der ersten Seite an.
Christine Drews lässt den Leser bis
zuletzt im Dunklen tappen, wer denn der wahre Mörder ist.
Der Spannungsbogen wird konstant hochgehalten,
sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Ich konnte sehr gut mitraten und bin doch immer wieder in einer
Sackgasse gelandet. So geschickt wurden die Spuren gelegt.
Natürlich trägt auch der fließende Schreibstil dazu bei.
Das Cover ist sehr schön gestaltet. Es zeigt eine friedliche
Stadt, die so friedlich nicht ist. Der Schriftzug in Rot gehalten
lässt Böses erahnen.
Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt.
Die gut herausgearbeitet Charakteren machen diesen Krimi sehr
lebendig. Das Ermittlerteam ist erfrischend anders.
Sie haben auch ein Privatleben, was ich persönlich sehr begrüße.
Da die Handlung sehr komplex ist, werden auch viele weitere
Personen eingeführt und die Beschreibung wechselt öfters
von einer auf die andere Figur, sodass man auch sehr gut
hinter deren Fassade blicken kann.
Das Thema an sich ist schon spannend.
Kann sich jemand ändern? Kann ein brutaler Verbrecher
ein liebevoller oder auch toleranter Mensch werden?
Ein Vorbild für alle so als Warnung? Ist eine Wiedereingliederung
in das soziale Gefüge der Gesellschaft möglich?
Der Spannungsbogen ist gekonnt gesetzt, auch wenn es hier weder übermäßig blutig
noch dramatisch zu geht.
Es ja auch eher ein Krimi und kein blutiger Thriller.
Jedenfalls habe ich mich mit diesem Krimi sehr gut unterhalten gefühlt, habe mit rätseln können und ein tolles Kopfkino gehabt.
Die Story, die Charaktere, die Ausdruckskraft alles sehr gelungen.
Eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein genialer Roman

Unterleuten
2

Unterleuten von Juli Zeh erschienen im Luchterhand Verlag

Unterleuten liegt in Brandenburg in der Nähe von Berlin.
Dort leben alteingesessene und neu zugezogene.
Ein scheinbar idyllisches Dorf in wunderschöner ...

Unterleuten von Juli Zeh erschienen im Luchterhand Verlag

Unterleuten liegt in Brandenburg in der Nähe von Berlin.
Dort leben alteingesessene und neu zugezogene.
Ein scheinbar idyllisches Dorf in wunderschöner Natur.
Die neuen Bürger dieses Ortes wollen ihre Träume verwirklichen
und es interessiert sie nicht wirklich was die alten Einwohner
davon halten. Untergründig schwelen die Konflikte zwischen Wendegewinnern
und Wendeverlierern.
Als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer
Nähe der Ortschaft errichten will ist es aus mit der vermeintlichen Ruhe im Ort.
Was ist wichtiger? Das Geld, die Natur, die aussterbende Vogelart der Kampfläufer
oder der schöne Ausblick?

Selten hat mich ein Roman gleich von Anfang an so in den Bann gezogen.
Dieser Roman ist gesellschaftskritisch, politisch und spannend. Er ist
nie langweilig und hält dem Leser einen Spiegel vor.
Die Links zu den Firmen und Behörden, die im Buch vorkommen ist ein fantastischer Einfall.
Dieses sprachliche Meisterwerk muss man gelesen haben.

Veröffentlicht am 02.11.2018

Spannende Unterhaltung

Das Extrawurscht-Manöver
1

Privatdetektiv und Ex-Polizist Sven Schäfer wird beauftragt nach der verschwunden
Iris Gulden zu suchen. Als er nach drei Tagen ihre Leiche findet, macht er sich
große Vorwürfe. Seine Laune wird nicht ...

Privatdetektiv und Ex-Polizist Sven Schäfer wird beauftragt nach der verschwunden
Iris Gulden zu suchen. Als er nach drei Tagen ihre Leiche findet, macht er sich
große Vorwürfe. Seine Laune wird nicht besser, als er am Tatort einen
Mops vorfindet. Den einzigen Zeugen. Kommissarin Elsa Dorn ist nicht gerade
begeister als Schäfer ihr den Mops und einen riskanten Plan präsentiert.
Doch dieser Plan erweist sich als sehr wirkungsvoll und bringt alle in große Gefahr.

Franz Hafermeyer lässt den Leser des Krimis "Das Extrawurstmanöver“ bis
zuletzt im Dunklen tappen.
Der Spannungsbogen wird konstant hochgehalten,
so das man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Der Autor hat eine wunderbare Art zu schreiben.
Witzig und mit viel Situationskomik.

Natürlich trägt auch der fließende Schreibstil dazu bei, bzw.
auch die gut herausgearbeitet Charakteren sowie die Geschichte selbst.
Die Charaktere sind sehr lebensecht, die Gier und die Brutalität ist
sehr real und greifbar. Die Probleme der Ermittler sind sehr real.
Sven Schäfer ist ein vom Leben gebeutelter Mensch. Er steht sich oft selbst
im Weg. Elsa Dorn muss sich Ihrem Chef und Ihrer Mutter herumplagen.
Nichts ist so, wie es scheint. Jeder ist sich selbst der Nächste.

Das wunderschöne Cover verspricht gute und etwas harmlose Unterhaltung.
Aber es ist ein packender Krimi in dem u. a. Menschenhandel, Entführung,
Erpressung vorkommen.
Allerdings ist auch alles mit einer Prise Humor
versehen, so das man auch in einigen der spannenden Szenen schmunzeln muss.
Originell, witzig und auch amüsant zu lesen.

Ich fühlte mich wohl, hatte entsprechende Bilder vor Augen, wurde sehr gut unterhalten.
Besser geht es nicht.

Auch, wenn man die ersten Bände nicht gelesen hat,
kommt man sehr gut in die Geschichte rein.
Eine unbedingte Leseempfehlung.