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Veröffentlicht am 06.08.2022

Ein netter Roman über eine Frauenfreundschaft

Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 2)
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Auch im zweiten Band steht das Lebensgefühl
und der Zeitgeist an erster Stelle.
Die schwierigen Zeiten, die Teilung der Stadt, werden sehr
gut beschrieben.
Der historische Hintergrund wird wunderbar in ...

Auch im zweiten Band steht das Lebensgefühl
und der Zeitgeist an erster Stelle.
Die schwierigen Zeiten, die Teilung der Stadt, werden sehr
gut beschrieben.
Der historische Hintergrund wird wunderbar in die Geschichte eingebunden.
Eine fiktive Geschichte, historische Fakten, dies alles hat die Autorin
geschickt verbunden. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Sie sind sehr
realistisch, mit ihren Ecken und Kanten.
So hätte es bleiben sollen.
Leider lässt das ab der Hälfte des Buches nach.
Es geht immer mehr um das Liebesleben der Hauptfiguren.
Im Ostteil der Stadt scheint alles möglich. Widerstand und auch reisen
in den Westteil.
In West-Berlin erwartet Clara eine gute Fee und danach ein Leben im Luxus.
Das ist alles sehr weichgespült und der historische Hintergrund verschwimmt
immer mehr. Im Grunde genommen läuft es auf Friede, Freude, Eierkuchen
hinaus. Jede der Frauen ist hübsch und so was von Taff. Jede der Frauen hat
einen Verehrer, der auf sie wartet.
Der historische Hintergrund verschwindet zusehends.
Im Galopp erleben wir noch den Fall der Mauer.
Übrig bleibt ein netter Roman über eine Frauenfreundschaft.
Schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2022

Eine wunderbare Erzählung

Beifang
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Die Zechensiedlung Beifang am Rande des Ruhrgebiets.
Hier lebt in den Nachkriegsjahren der Hilfsarbeiter und
zwölffache Vater Winfried Zimmermann ein Leben zwischen Armut
und Verzweiflung.
Sein Enkel, ...

Die Zechensiedlung Beifang am Rande des Ruhrgebiets.
Hier lebt in den Nachkriegsjahren der Hilfsarbeiter und
zwölffache Vater Winfried Zimmermann ein Leben zwischen Armut
und Verzweiflung.
Sein Enkel, Frank Zimmermann arbeitet als Dialogautor für Werbefilme
in Berlin. Von Frau und Sohn lebt er getrennt.
Gelegentlich trifft er die gut situierte Marie aus Leipzig.
Marie ermuntert den zu Schwermut Frank, sich stärker mit seiner Herkunft
auseinanderzusetzen.
Denn: Erwachsenwerden heißt eben auch zu wissen,
was vor der eigenen Geburt geschehen ist.

Es geht im Wesentlichen um drei Fragen.
Was war Winfried für ein Mensch?
War er wirklich bei der Waffen-SS?
Wurde er später von einem seiner Söhne ermordet?
Jedes seiner Kinder erzählt seine eigene Wahrheit.
Auch lässt sich der Großvater nicht in eine Schublade stecken.

Es gibt viele Wahrheiten und es steht schnell fest,
sichere Antworten gibt es nicht.
Nur die eine: Blutsbande sind enger als Freundschaften.

Das erzählt Martin Simons so wunderbar messerscharf und doch
auch sehr einfühlsam.
Er kann die Momente der wahren Empfindung gekonnt sammeln und
literarisch auf den Punkt bringen.
Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und mit ihren Ecken und
Kanten sehr authentisch.

Eine gut ausgearbeitete Handlung, die Suche nach den familiären Wurzeln.
Man kann sich sehr gut in diese Nachkriegszeit, in die Enge des
Zechenhauses und dem Kampf gegen die Armut hineinversetzen.
Das alles mit einem zutiefst traumatisierten Vater und einer gänzlich
überforderten Mutter.
Ein sehr interessanter Roman über eine ungewöhnliche Familie und ihr
Kampf um das Dasein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2022

Sehr gelungener Auftakt der Mütter-Trilogie

Minna. Kopf hoch, Schultern zurück
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Düsseldorf 1924

Minna, eine junge Schneiderin, ist eine sehr selbstständige Persönlichkeit.
In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, strebt sie nach höherem.
Ihr Wunsch ist es, sich aus der Armut befreien, ...

Düsseldorf 1924

Minna, eine junge Schneiderin, ist eine sehr selbstständige Persönlichkeit.
In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, strebt sie nach höherem.
Ihr Wunsch ist es, sich aus der Armut befreien, glücklich zu werden und eine
Familie zu gründen.
Als sie Fred, aus gutem Hause kennenlernt, scheint das alles greifbar zu sein.
Doch ihre selbstbewusste Art und ihre Erfolge als Schneiderin und Geschäftsfrau
stellen ihre Ehe immer wieder auf die Probe.
Bald muss Minna sich entscheiden. Frauen, die eigene Entscheidungen treffen
sind in diesen Zeiten nicht erwünscht.
Doch Minna ist bereit, um ihr Glück zu kämpfen.

Das Lebensgefühl und der Zeitgeist dieser Jahrzehnte wird sehr gut
wiedergegeben und wunderbar in die Geschichte eingebunden.
Ob Weltwirtschaftskrise, Naziterror und oder auch die Nachkriegszeit
das Frauenbild wird geschickt miteinander verknüpft.
Es geht um die Liebe, um Träume, Machtkämpfe und um ein selbstbestimmtes Leben.

Dank der wirklich sehr lebendigen Schreibweise hat man das Gefühl ein Teil zu sein.
Man erlebt alle Höhen und Tiefen hautnah mit. Das Leiden der Menschen wird
schonungslos wiedergegeben.
Die Geschehnisse sind sehr echt und packend beschrieben.
Die Mischung zwischen Dichtung und Wahrheit ist wunderbar gelungen.
Sehr ernste Töne und Begebenheiten sind durchaus vorhanden, aber
es gibt auch viel erfrischende Leichtigkeit. Genau diese Mischung
macht aus diesem Buch ein Leseerlebnis. Dazu kommt die Schreibweise
der Autorin, die voller Esprit und Leidenschaft ist.

Ein sehr gelungener, 1. Band der Mütter-Trilogie.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2022

Ein magisches Lesevergnügen

Die versteckte Apotheke
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London 1791
Die Apothekerin Nella hat es sich zur Aufgabe gemacht,
Frauen, die von ihren Männern betrogen oder enttäuscht wurden
zu helfen. Sie betreibt eine geheime Apotheke mit tödlichen
Arzneien.
Gegenwart
Caroline, ...

London 1791
Die Apothekerin Nella hat es sich zur Aufgabe gemacht,
Frauen, die von ihren Männern betrogen oder enttäuscht wurden
zu helfen. Sie betreibt eine geheime Apotheke mit tödlichen
Arzneien.
Gegenwart
Caroline, eine junge Historikerin,
will ihren 10. Hochzeit gemeinsam mit ihrem Mann James
feiern. Aber als sie feststellt, dass James sie hintergangen hat
reist Caroline allein nach London. Als sie im Schlamm der Themse
ein geheimnisvolles Fläschchen entdeckt, erwacht ihre Neugier und
sie fängt an, nachzuforschen. Sie macht sich nicht nur auf die Suche
nach der Wahrheit um Nella. Caroline muss sich selbst finden und
klären, was sie wirklich will.

Die Autorin hat eine bezaubernde Art zu schreiben.
Ihr Schreibstil ist wie ein Eintritt in eine andere Welt.
Es macht sehr viel Spaß, mit den Charakteren in ein längst vergangene
Zeit zu reisen und das London von vor 200 Jahren zu erleben.
Atmosphärisch dicht und sehr detailgetreu werden die Erlebnisse
wieder gegeben. Man hat das Gefühl, direkt mit vor Ort zu sein.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen.
Die Figuren sind bis in die Nebenrollen liebevoll gezeichnet, sodass man ganz
schnell Sympathien oder auch Antipathien hegt.
Und genau diese Fehler und Macken lassen sie so natürlich und echt wirken.
Während der Erzählstrang über Nella mich richtig mitgerissen hat,
fand ich den Zweiten weniger fesselnd.
Alles in allen aber ist es eine schöne Geschichte über die Liebe,
Rache, Gift und einem geheimen Frauenbund.
Ein magisches Lesevergnügen.

Erwähnenswert ist noch der Stadtplan Londons um 1781,
der alte Apothekerschwur und die schönen Rezepte.

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Veröffentlicht am 03.07.2022

#wennträumewahrwerden

Sommerträume auf Sylt
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Vier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein können. Als Jugendliche schworen Mado, Lucy, Sonja und Riecke sich immer bei der Erfüllung ihrer Träume zu helfen. Das ist mittlerweile 25 Jahre her und ...

Vier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein können. Als Jugendliche schworen Mado, Lucy, Sonja und Riecke sich immer bei der Erfüllung ihrer Träume zu helfen. Das ist mittlerweile 25 Jahre her und die vier sind immer noch sehr eng befreundet. Der Alltag allerdings hat sich sehr verändert. Die Träume aber sind geblieben. Die vier beschließen zu ihrem „silbernen“ Freundschaftsjahr noch einmal nach Sylt zu reisen, um ihren Träumen wieder etwas näherzukommen.

Der Leser wird richtig in die Geschichte hereingezogen. Schon nach ein paar Zeilen wird man ein Teil dieser Freundinnen. Lebt und hofft mit ihnen. Möchte gar nicht mehr aufhören, zu lesen. Gefühlvoll und mitreißend wird eine richtig schöne Wohlfühlatmosphäre erzeugt, die sich durch das ganze Buch zieht. Dazu kommen noch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen. Das gibt einem das Gefühl, direkt vor Ort zu sein. Überhaupt haben die Autorinnen die wunderbare Gabe, den Leser so richtig in den Roman einzubinden. Dazu trägt auch die fließende Schreibweise bei. Die Figuren überzeugen durch ihre unterschiedlichen Charakterzüge. Sie sprühen vor Leben und Energie und zeigen die Stärke, die in jedem einzelnen stecken kann. Am Schluss ist man traurig, dass man Sylt und die vier Freundinnen verlassen muss. Dieser Roman ist wie ein kleiner Urlaub. Kurzweilig und zum Wohlfühlen.

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